Mittwoch, 18. Mai 2011

Mein "besoffener" Kater ...

War hinsichtlich dessen sichtbar geworden, als ich eines Nachmittags auf der Terrasse meines Häuschens, im Norden der noch immer erfreulich urwüchsig wirkenden griechischen Insel Lesvos saß - und rein zufällig dort dann zum Augenzeugen der folgenden Begebenheit geworden bin:
-
Mein Kater hockt gespannt im Garten,
auf Mäuse scheint er dort zu warten.
Und diese wohnen gern in Löchern, 
wo sie zur Zeit wohl heftig bechern.
Wie das? -Ich will's mal kurz erklären: 
Was lange liegt, beginnt zu gären!
Vom Fallobst, das nun stark gegoren, 
hat man sich jüngst im Rausch verloren.
Das ähnelt munteren Saufereien, 
doch enden wird's zumeist im Freien.
Weil dort die Mäuse, stockbesoffen
sich wohl vom Tageslicht erhoffen,
daß nun gezielt die Sonnenstrahlen, 
solch bisher unbekannte Qualen
zumindest etwas unterdrücken ... 
Hilflos sieht man sie sich bücken -
und im Tran nach diesen Feiern, 
gequält in die Rabatten reihern.
D'rum scheint mein Kater jetzt zu hoffen, 
daß all die Mäuse, sturzbesoffen,
ihm bald das Mittagsmahl bereichern ...
Doch leider wogen in den Schleichern 
pro Maus noch drei bis vier Promille! -
Bedingt durch diese Überfülle, 
die Kater Emil nicht bewußt,
geschah, was bald auch folgen mußt ...
Nachdem er bis zum Platzen satt, 
sich folgendes ergeben hat:
Trunken sah man ihn nun schwanken -
und taumelnd durch den Garten wanken.
"Vestigia terrent ...  - Die Spuren (der von dir getöteten Tiere!) schrecken mich", hatte schon dereinst der römische Dichter Horaz seinen struppigen Kater Lorenzo wutentbrannt angeschnauzt, als er wieder einmal im Flur seines Landhauses in Rom, frühmorgens noch barfüßig so unvorhersehbar in den halb verspeisten, sich ekelerregend darbietenden Kadaver einer Maus hineingeraten war.
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