Samstag, 16. Mai 2015

Dieser "fragwürdige" Vogel ...

Wahrnehmbar werdend im Monat Mai:
Seit einigen Wochen erfreut uns eine unablässig tremolierende Nachtigall mit ihrem so unvergleichlich harmonischen Tirilieren wieder einmal in der sich urwüchsig darbietenden Abgeschiedenheit. -
Doch neuerdings schwingt da tagsüber die immer gleiche, stumpfsinnig geformte Tonschöpfung eines Cuculus canorus (Kuckuck) lauthals nebenher: Die Intonation eines Brutschmarotzers.
Ein gefiedertes Schlitzohr mit einer (gegebenenfalls nur bei uns) auffallend eigenwilligen Lautgebung: "Kackuck! Krockuck! Klockock!" und ähnliche, so undiszipliniert laut tönende Entgleisungen, die werden da weithin hörbar anscheinend bedenkenlos zum Ausdruck gebracht.
Wir standen von neuem "vor einem Rätsel", wie man's ja volksmundig gern benennt ...
Bis hin zu dem alles erhellenden Augenblick, als unerwartet Ulrike durchaus entmystifizierend plötzlich zu einer offenbarenden Erkenntnis gekommen war: "Entweder krakeelt da ein Spaßvogel so lässig dichterisch frei in die Gegend - oder das Federvieh ist tongebend arg beeinträchtigt durch eine Zahnspange", ließ sie es so ungehemmt anschaulich machend, ernsthaft dreinblickend verlauten. -
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"Unsinn! Dieser eigenwillig laut werdende Vogel ist inzwischen neun Jahre alt, bereits handzahm geworden - und gehört dem ortsansässigen Gerichtsvollzieher", verdeutlichte uns bald darauf ein glaubwürdig auftretender Ornithologe die Anwesenheit des auffälligen Federviehs.
"Oh, das erklärt dann klipp und klar alles!" horchte Ulrike grinsend auf. "Denn in solch einem Tag für Tag Leid und Verzweiflung initiierenden Lebensbereich, da macht man ja logischerweise irgendwann wohl auch sprachlich beinahe Bankrott!"
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Nun denn, d'rum laßt ihn nun derart begriffsklauberisch entfleuchen ...
"Hol's der Kuckuck!"
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