Samstag, 10. September 2016

Pablo Picasso - einst spürbar verstimmt ...

Damals, geschehen in Mougins, der nordöstlich von Cannes gelegenen südostfranzösischen Kleinstadt in der Provence. -
Denn daselbst lernte der Maler sie 1953 kennen, die Porzellanverkäuferin Jacqueline Roque; eine Cousine von Mme. Ramié - der alteingesessenen Töpferin im Ort Vallauris. -
Im Jahr 1958 hat der derzeit bereits zur Legende gewordene Künstler sie dann geheiratet, die um etliche Jahre jüngere Jacqueline. -
So viel vorab - und nun zum bereits oben erwähnten Ereignis:
Schon in all seinen Pariser Ateliers hatte Monsieur Picasso einst konsequent eingefordert, daß niemand hereinplatzen dürfe, wenn er zur Zeit wieder einmal hochkonzentriert in eine schöpferisch aufwallende Impulsivität eingetaucht sei ...
Vermutlich hatte sie das jedoch nicht als zwingend für wahr genommen, als sie dann einige Tage später in die benachbarte Ortschaft Mougins übersiedelte - und sich dort, im einstmalig bewohnten Picasso-Palais Notre Dame de Vie, gerüchtweise nun unverzüglich hingebungsvoll einzunisten gedachte; die derzeit hoffnungsvoll auflebende Jacqueline. -
Oui, und bald darauf ergab es sich dann, daß man klatschlüstern das folgende Desaster notieren konnte:
In seinem Atelier steht schwankend,
farbfreudig auch den Musen dankend,
Picasso an der Staffelei; von all den Ismen völlig frei.
Mit Farben und mit Formen spielend,
nicht 'mal nach anderen Malern schielend ...
Schon krallt er eine Tube Ocker
steigt damit flugs auf einen Hocker;
quetscht auf die Leinwand breite Striemen,
reißt sich sehr malerisch am Riemen.
Greift fingertief ins Preußischblau
die Hose sieht schon aus wie Sau.
Mon dieu! Durch zuviel Kadmium
dreht sich gequält sein Magen um.
Gottlob, kraft leicht getöntem Flieder
erholt sich dann der Meister wieder.
Doch ungelenk tüncht gleich Zinnober
das Bild im ganzen deutlich grober.
Jedoch dank reichlich Sepia
ist schnell der Zauber wieder da.
Noch intensiv Parisergrün
voll Inbrunst auf die Leinwand zieh'n.
Partiell natürlich auch Bordeaux
das stimmt die Galeristen froh.
Gekonnt, mit reichlich Kaltgrauhell
beendet er das Mal-Duell.
Kratzt dann Farbe wieder runter - 
das neue Hemd ward rundum bunter.
Hustet aus verqualmten Lungen, 
fühlt sich dennoch ungezwungen.
Bis Jacqueline ins Studio schlurfte, 
obwohl sie ihn nicht stören durfte!
So können unfolgsame Frauen, 
partout ein Meisterwerk versauen ... -
- - -
Oui, ein wenig entfernt, zweifellos aber noch immer in einem malerisch-orientierten Zusammenhang wahrnehmbar, kann man wohl auch der folgenden Begebenheit Beachtung schenken:
Im französischen Örtchen Giverny, besuchte einst Paul Cezanne seinen dort im Garten malenden Kollegen Claude Monet. - 
Ein zufällig in der Nähe herumlungernder Besucher, er notierte im Juni 1902 den ihm dort zu Ohren gekommenen Dialog:
Cezanne, bemäkelnd zu Monet: "Dein Rosenfeld sieht aus wie Klee!"
Monet, verärgert zu Cezanne: "Ein jeder schaut so gut er kann!" -
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"Ex ungue leonem - an der Klaue erkennt man den Löwen", rief einst der griechische Lyriker Alcäus, als er auf der Insel Lesbos rein zufällig einer vergleichbaren Situation teilhaftig wurde. -
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Fürwahr ...
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