Freitag, 6. Januar 2017

Boshaft und schadenfroh ...

So kann man's ermessen, was da dereinst namhaft gewordene Geistesgrößen bisweilen so vielsagend zur Sprache gebracht haben sollen.
Wie auch immer ...
Bedeutungsvoll als "Anekdoten" charakterisiert, sei hier nun dies und das einmal schlechthin recht hemmungslos zu spüren gegeben:
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Shakespeare wütend einst zur Mutter:
"In meiner Jacke fehlt das Futter!"
Wagner lauthals in Bayreuth:
"Die Götterdämmerung droht erneut!"
Balzac verfälscht zu Baudelaire:
"Le Fleurs du mal est un malheur!"
Einst Sokrates zu Epikur:
"Der Mensch ist wider die Natur!"
Schliemann, als er bei den Griechen:
"Ich kann den Ouzo nicht mehr riechen!"
Adorno tadelnd zu Ernst Jünger:
"Deinen Blumen fehlt der Dünger!"
Nietzsche zu formellen Pflichten:
"Darauf kann ich recht gut verzichten!"
Tucholsky über die Krämerseelen:
"Der Mief mag sie zu Tode quälen!"
Goethe aufmerksam zu Schiller:
"Euch läuft die Tinte aus dem Füller!"
George Sand aufseufzend zu Flaubert:
"Wenn nur dein Mundgeruch nicht wär'!"
Euklid im Kreis der Philosophen:
"Ihr nervt mich jetzt, d'rum geh' ich schwofen!"
Kleist dereinst zu Hölderlin:
"Ihr solltet vor mir niederknien!"
Hölderlin darauf zu Kleist.
"Er ist mir heut ein wenig dreist!"
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Etwas blumiger geprägt, jedoch auf dem zuvor vollmundig beschrittenen trivialen, wie wohl auch im rundum Geistlosen durchaus harmonisierenden Redseligkeits-Flachland, da sei noch schalkhaft hinzugefügt:
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Hindemith zum Löwenmaul:
"Sag Du zu mir, ich heiße Paul!"
Tolstoi zu seinen Gladiolen:
"Soll ich jetzt 'mal die Bienchen holen?"
Kant besorgt zum Seidelbast:
"Ist Dir der Blumentopf verhaßt?"
Helene Weigel zu Bert Brecht:
"Dein Rittersporn steht gar nicht schlecht!"
Freud erbost zur Gerbera:
"Jetzt wird geblüht! - Ist euch das klar?"
Ringelnatz zum Sauerampfer:
"Hier siehst Du niemals einen Dampfer!"
Hemingway - im Komposthaufen:
"Hab' mich wohl nachts im Suff verlaufen!"
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All das sei nun freundlicherweise nach der einstmals lauthals geäußerten Bekundung des geistreich belehrenden römischen Dichter-Kollegen Horaz: "Aut prodesse volunt aut delectare poetae! - entweder verfolgen die Dichter einen nützlichen Zweck, oder sie wollen bloß unterhalten!" zu begutachten. -
Einverstanden?
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