Freitag, 20. Januar 2017

In Geldverlegenheit ...

Viele Medien haben ja einstmals darüber berichtet - und man hat sich vermutlich auch köstlich darüber amüsiert, als weitreichend publik gemacht worden war, daß der 23-jährige Literatur-Student Björn F. in der Stadt Frankfurt durch einen eigenwillig inszenierten Bankraub dann daraufhin straffällig geworden war.
Und einer Tonbandaufzeichnung des Frankfurter Geldinstituts ist's zu verdanken, daß diese bisher wahrscheinlich äußerst selten praktizierte Art eines Überfalls so wortgetreu erhalten geblieben ist. -
"Dumm gelaufen!" betitelte die alt-ehrwürdige BILD-Zeitung damals das spektakuläre Ereignis.
Ja, folgendermaßen soll sich die damals bedrohlich vom Stapel gelassene Forderung so wortreich ereignet haben:
"Seid mir gegrüßt, ihr Geldverwalter!
Besonders Sie, dort an dem Schalter.
Sie werden auch sogleich verstehen, warum Sie mich hier vor sich sehen:
Ich werde diese heil'gen Hallen, jetzt zwangsgesteuert überfallen!
Wieso? - Das möchten Sie gern wissen? D'rum werde ich's erläutern müssen:
Es sind die Geldverlegenheiten, die mir enorm Verdruß bereiten!
Und deshalb werde ich Sie zwingen, daß Sie da in die Bresche springen. -
Vor Wochen war ich schon 'mal hier, doch Ihr Gelächter zeigte mir,
daß Sie mich nicht für voll genommen!
Das läßt mich heute wiederkommen -
mit dieser bitterernsten Frage, ob meine finanzielle Lage
nun hier, in Ihrem Institut, augenblicklich - und das gut!
hilfsbereiten Beistand findet - was mich Ihnen sehr verbindet ...
Betont sei freilich explizit: Mein Wunsch heißt keinesfalls Kredit!
Darauf sei höflich hingewiesen, bevor Sie mir die Tour vermiesen!
Das Namensschild an Ihrer Jacke, besagt, daß Sie Frau Petra Kracke.
Mich werden Sie bisher nicht kennen, Sie dürfen mich "Johannes" nennen.
Und wenn ich jetzt noch die Pistole, bedrohend aus der Tasche hole,
dann möge das nun präzisieren, daß wir jetzt keine Zeit verlieren;
um schleunigst - ohne zu verneinen, viel Geld - und zwar in großen Scheinen,
für mich hier greifbar aufzuschichten. -
Auf Münzen will ich gern verzichten!
Hernach dann, in der zweiten Runde, zeigt sich für Sie ein neuer Kunde! - (!)
Der hoffnungsvoll Gewißheit sucht, wenn er auf's eigene Konto bucht.
Mir scheint, daß Sie das nicht verdauen?
Man sollte seiner Bank vertrauen! -
Noch etwas möcht' ich dazu sagen: Sie können sich wohl kaum beklagen!
Nein-nein, Sie schulden mir noch Dank:
Das Geld bleibt ja in Ihrer Bank!"
-
Post Skriptum:
"Bankraub ist doch nur eine Unternehmung von Dilettanten. 
Die wahren Profis gründen eine Bank!"
(Da hat er recht, der Bertold Brecht).
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***



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