Samstag, 1. Juli 2017

Ein verhängnisvoller Wetterbericht ...

"Wer von euch tauben Nüssen hat denn gestern von Windstille und ruhiger See gesprochen?!!"
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Liebe Leserin-(er), mit den nachfolgenden Zeilen werde ich hier und jetzt eine leidvoll verlaufene Begebenheit aus den wohl oftmals waghalsigen Lebensbereichen der "Freundschaftsbande" zum besten geben. -
Es geschah im August 2001, unweit von Cuxhaven-Duhnen ...
Vorab ist es erwähnenswert, daß der Großvater mütterlicherseits ihm einstmals diese alte, hölzerne Segelyacht hinterlassen hatte, dem inzwischen leider verstorbenen Marburger Arzt Wolfgang Süß. - *
Und schon tagelang hatte er sich damals, gemeinsam mit seinem Freund, dem Weingutsbesitzer und Landesverweser Uli Pfeiffer darauf gefreut, wieder einmal nach Norddeich (dem Liegeplatz der Yacht) zu fahren, um dort reiselustig das Boot zu besteigen und eilends die Segel zu hissen. -
Ja, und das Wetter schien ihnen anfangs so ganz und gar dienlich zu sein, als sie den Hafen verlassen hatten, um nun daseinsfreudig Kurs auf die Insel Helgoland zu nehmen.
Bis daß der Himmel sich dann urplötzlich verdüsterte, ein kalter, heftig die Segel zerfetzender Sturm von Nord-West aufkam - und die erste Sturzwelle krachend das Boot erreichte ...
Als das unaufhörlich stürmisch zugrunde richtende Wetter sich bald darauf gottseidank endlich beruhigt hatte, ließen "glückliche Umstände" sie und das Boot (s. Blick aus dem Fenster der Wetterwarte) am Strand von Cuxhaven so unfreiwillig auflaufen und deutlich erkennbar dort auch vor Anker gehen.
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In der oben gezeigten Abbildung sind da von links zu gewahren:
Uli Pfeiffer und die Meteorologen Dr. Matthias Krummbügel, zudem auch der über all die Wettergrenzen hinaus bekannte Professor Adalbert Lüttgenstein. -
Der Bootseigner Wolfgang Süß - ?
Er hatte sich inzwischen einen harmonisierenden Rausch angetrunken - und besänftigend kam ihm eine Einstellung Nietzsches in den Sinn, der einmal aufmunternd gesagt hatte: "Das Leben besteht aus raren einzelnen Momenten von höchster Bedeutsamkeit und unzähligen Intervallen, in denen uns bestenfalls die Schattenbilder jener Momente umschweben: Die Lust und die Liebe, wohlklingende Musik, wie auch die Urgewalten der Meere - alles redet nur einmal ganz zum Herzen; wenn es überhaupt je zu Worte kommt."
Dann hatte er sich in den Dünen schlafen gelegt.
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Post Skriptum: In "Walters Weinstube" in Gießen, Steinstrasse, wird hin und wieder - nebst eines zuprostenden Angedenkens an den Wein-Weggenossen Wolfgang -, noch immer einträchtig darüber geschmunzelt.
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* (Ach Wolfgang, Du bleibst uns stets in Erinnerung!)
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