Sonntag, 5. November 2017

Griechenland: Auf der Suche nach "Wahrheit" ...

Liebe Leserin - und Leser.
Wir schreiben, für einen kurzen, erkennen lassenden Einblick, jetzt einmal das Jahr 600 vor Christi - und befinden uns indiskret lauschend im Garten des griechischen Lyrikers Alkaios - in Mytilene, nun vor Jahr und Tag auf der zauberhaften, bisher noch immer recht ursprünglichen Insel Lesbos:
-
Nebst reimen und dem Drang zu dichten,
da wollte er sich einst verpflichten,
nun zielbewußt, wenn auch verschwommen,
der Wahrheit* "auf die Spur" zu  kommen.
-
Falls sie von Wert und auch vonnöten,
dann wird sie wohl zutage treten.
So dachte er, noch ungetrübt -
und hoffnungsvoll erwartet schiebt
sich auch Erkenntnis ins Gemüte -
doch leider reift sie nicht zur Blüte ...
-
Schon hat sich, was er nicht bedacht,
die "Innere Stimme" breitgemacht ...
Als da nun zu vernehmen war:
Alkaios, mach dir endlich klar,
die Wahrheit steckt stets voller Zweifel!
Von allen Seiten anfechtbar,
ein Für und Wider, hol's der Teufel!
Allein "in vino veritas"***
ruht sie okkult, erkenne das!
-
***  Eine aufschlußreiche Bekundung des griechischen Lyrikers Alkaios.
-
"Glaube denen, die die Wahrheit suchen, zweifle jedoch an denen, die sie (angeblich!) gefunden haben", so hat sich der Dichter und "ästhetische Immoralist" André Gide dereinst dazu anmahnend geäußert.
-
* Wahrheit - griechisch: alithja.
-
Ach ja, auch das noch:
Da hat doch vor einigen Jahren ein namhafter Professor der idiographischen (= einzelbeschreibende) Wissenschaft diese bemerkenswerte Erkenntnis:
"Im Wein (ist) Wahrheit", dann seinem kopflastigen Formulierungsgeschick gemäß folgendermaßen in Worte gefaßt: "Die organische Verbindung mit einer oder auch mehreren Hydroxylgruppen aus der Gattung Vitis Vinifera impliziert eine tiefenpsychologische Kognition." 
 Sssst ... Mann - ey!
-
#

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen