Samstag, 20. Januar 2018

Faustisch - so trickreich verlogen:

Diese politischen Machenschaften ...
Vorab sei beachtenswert erwähnt, daß - wohlmeinend und vordem auch verheißungsvoll - bereits einige Jahrhunderte vor Christi Geburt die alten Griechen über eine Gemeinschaftsgestaltung mit sich zu Rate gingen, die auf eine Durchsetzung von Vorstellungen zur Ordnung sozialer Gemeinwesen und der Verwirklichung von Zielen und Werten gerichtet sein sollte: Eine sich bald darauf in Szene setzende Staatskunst - poesielos bezeichnet als POLITIK. -
Unsegen, Last und Bevormundung nahmen seitdem ihren Verlauf ...
Gleichermaßen wohl auch im Monat November des Jahres 1836, als der österreichische Popularphilosoph Ernst Freiherr von Feuchtersleben in einem Essay - darin auch Goethe betreffend - mit diesen Worten seine damaligen Recherchen zum Abschluß brachte: Und sein Auftreten als Dichter fiel in eine Zeit der Aufregung und der Krise in Deutschland! -
Die gesetzfreudig amtierenden Regierungsstrategen - Optimisten sprechen da anscheinend unaufgeklärt von "Volksvertretern" -, waren wie immer eifrig bemüht, all die verdrießlichen Folgeerscheinungen für die gegängelte bürgerliche Gesellschaft schlechterdings aufrechtzuerhalten. -
Besorgniserregend ist's, daß, nahezu 240 Jahre nach diesem von Herrn von Feuchtersleben erwähnten Goethe-Zeitraum, vieles sich hierzulande nicht unbedingt eines Besseren offenbart. Das von (unnötig vielen) Politikern oftmals verstümmelte Gestaltungsobjekt "Staat", es zeigt sich hernach zunehmend faustisch verlottert. - Rundum verwahrlost, nebst dem enorm verschuldeten Staatshaushalt ... ***
Stimmt: Zeit seines Lebens begleitete sie ihn abwägend und wohl auch vervollkommnen wollend, diese inhaltsgeladene Tragödie "Faust"; deren Urfassung bereits im Jahr 1771 zur ersten literarischen Thematisierung gediehen war. - Nicht so ganz auszuschließen ist es, daß Goethe, würde er Zeitzeuge solch einer politischen Insuffizienz sein können, mit etwa den folgenden Zeilen seine Verdrossenheit annähernd so in Worte gefaßt hätte:
Habe nun ach! Heuchelei, Arglist und Tücke,
zugleich auch Korruptsein durchaus studiert
mit heißem Bemühen.
So zeig' ich mich grinsend und schlitzohrig smart
stets listig, in Wortbruch und Lüge vernarrt.
Mann nennt mich Minister und Doktor auch,
das kommt mir zugute, ist stets in Gebrauch.
Durchtrieben, trickreich und ausgekocht,
habe ich's bisher noch immer vermocht,
zur Wahlzeit das Volk für mich zu bewegen -
und nichtssagend labernd auf's Kreuz zu legen.
Bin weitaus gescheiter, als all diese Laffen,
die pseudo-gelehrt aus dem Maßanzug gaffen.
Bisher kannte ich weder Skrupel noch Zweifel,
gefürchtet waren nicht einmal Hölle nebst Teufel ...
Nur hat sich's da zunehmend konkretisiert,
daß meine Reputation schon an Geltung verliert.
So beeinträchtigt es leider auch das Vergnügen,
das einstmals entflammt beim Kitzel betrügen.
Da entschädigt auch kein Bestechungsgeld,
wenn seelisch mein Dasein ins Schattenreich fällt.
Respektlos läßt mich der Mob draußen wissen:
Ich werde mich deutlicher äußern müssen.
Als phrasenhaft wurde ich neulich beschrieben!
Was soll das? - Der Pöbel muß mich nicht lieben.
Mein Lebensziel werde ich trotzdem erreichen;
mich hält niemand auf, ich geh' über Leichen!
Zudem mag das Wahlvolk trostbringend schnallen:
Man kann ja letztendlich nicht jedem gefallen ...
-
*** "Jede Staatsschuld ist eine Krücke, und Krücken sind nur für Lahme", das hat dereinst schon als durchaus beachtenswert der Schriftsteller und Publizist Johann Gottfried Seume zu spüren gegeben.
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Und in einer Erweiterung dessen, da sei noch "vervollständigt":
Denn der Schriftsteller und Freigeist Andreas Altmann, ein unverblümt entmystifizierender Zeitgenosse, er beschrieb einst so zutreffend: "Politiker, die Medien und auch die Religionen, sie alle bemühen sich tagtäglich um das Einschläfern unserer Vernunft."
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Ach ja: Ein weiser Mann hat einmal deutlich anschaulich machend gesagt:
"Politikern treuherzig Vertrauen zu schenken, das sei wohl letztendlich damit vergleichbar, als würde man den Würger von Boston zuversichtlich um eine Halsmassage ersuchen."
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Das sollte nun doch etwas nachdenklich stimmen.
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***

1 Kommentar:

  1. Gabriel Wlassics, Samos30. Oktober 2011 um 14:35

    "Dereinst in ferner Zukunft werden die Kleinkinder vom Saeuglingsalter an in die Texte von Dieter Schaefer gewickelt und mit seinen Versen gestillt. Sie sind nahrhafter als jede Milch! Erwachsen geworden werden sie seinen Humor nicht missen wollen, ihn als Haltung verinnerlichen. Dann eruebrigt sich eine jede Staatskunst und alles geht leicht von der Hand."

    Gabriel Wlassics, Samos

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