Mittwoch, 24. Januar 2018

William Shakespeare: "Hamlet" hingebungsvoll spleenig in Szene gesetzt.

Damals - in Berlin.
Yes ...
Vor 450 Jahren wurde er dereinst geboren, der englische Dramatiker ...
"Shakespeare läßt ja alles mit sich machen. Er kann sich nicht wehren", so hat's Tobias Döring, der Präsident der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft kritisierend zum Ausdruck gebracht.
Tja, und auf diesen stets so leichtfüßig begehbaren Trampelpfaden des "hinnehmen müssen" und "heimgesucht werden", da sei auch die folgende Begebenheit als erheiternd nachzuempfinden:
Well: In all seinen Bühnenwerken verknüpfen sich ja dichterische Einbildungskraft, Bildhaftigkeit und zudem eine großartige Vielfalt der theatralischen Rhetorik - bis hin zur grotesken Komik ...
An einem Nachmittag im Oktober 1982, als im Theater Am Halleschen Ufer der Hamlet einstudiert wurde, durfte ich nun ergötzlich miterleben, wie man sprachlich all das `mal recht übermütig und schalkhaft gelungen so eigenwillig in Szene zu setzten vermag.
Zwei Schauspieler agierten dort blödelnd auf der Bühne herum; der eine als Dänenprinz Hamlet und der andere als dessen Freund Horatio. - Was dabei so übermütig zum Ausdruck geraten ist, das möchte ich hier noch einmal rückblickend anschaulich machen:
"Oh, seid gegrüßt, mein Prinz! - Ihr schaut recht trübe drein. - Was ist Euch heuer denn so unerfreulich widerfahren?"
"Arglistiges, Horatio! - Die Luft zieht schneidend scharf durch unsere Berliner Gassen. Und gleichfalls ist's, wie es mir scheint, outdors now empfindlich kalt geworden."
"By God, ist's schikanierend das allein, was Euch nun hier so sauertöpfisch aufmarschieren läßt, mein werter Prinz?"
"Nicht nur, Horatio! Wie ekel schal und unersprießlich, scheint mir das ganze Treiben dieser depravierten Welt! Gleich einem arg verwahrlost' Garten; in welchem binnen kurzem üppig wuchernd Unkraut wird wohl zügellos gen Himmel treiben ... Fuck of, drum laß er mich nicht länger diesbezüglich spintisieren!"
"Fürwahr, mein Prinz! - Denkbar ist's, daß Ihr da halbwegs richtigliegen könntet. - Was mich jedoch in hohem Maß befremdet, das prunkt so unvereinbar deplaciert an Eurem Arm!"
"Aha! - Was gilt es da nun uneinsichtig stur an mir zu tadeln? - So leg er ohne Zwang jetzt unverzüglich  los, gleich frank und frei heraus damit!"
"Ach, letztendlich eigentlich wohl nur das eine: So solltet Ihr jetzt schlechterdings nicht angestiefelt kommen, da solch ein Kaschmirkinder-Machwerk ja zu Williams Zeiten nie gesehen ward. Drum legt nun erst einmal die prahlerische Rolex ab. - Denn das, was prunkgesüchtig Ihr so eitel da zur Schau stellt, ist zeitbezogen hier gewiß als übermütig zu gewahren, gnädger Herr!"
"Halt ein, Horatio! Und laß Dir unumstößlich sagen: Zweifel an der Sonne Klarheit, zweifel an der Sterne Licht. Zweifel häufig an der Wahrheit, jedoch an meiner Rolex nicht! - Drum sei's nun stracks als unabänderlich, auch hier in diesem Rampenlicht besiegelt."
"Sorry, but I dont like this bracelet-watch ... Erfüllt der Geltungsdrang Euch gänzlich? - Mein Prinz, das ängstigt mich!"
"Oha, da blickt er folglich unverzüglich finster ins Spektakel! - Wohlan, dann nehme er nun possenhaft zur Kenntnis: Dies Kleinod ist mir lieb und teuer - und sein Genörgel stößt bei mir auf taube Ohren - my dear Horatio!"
"Okay, mein Fürst, let me conclude: Mit oder ohne? Das ist de facto zu erfragen. - Ob edler die Gestalt, wenn nackt der Arm sich zeiget, ganz ohne diesen Zeitbestimmer? - Nur scheint's, daß dies für Euch undenkbar? - Yes, so wird's wohl baldigst unvereinbar prompt zu einer Last, mein edler Prinz."
"Fürwahr? - Dann schenk er mir nun flugs Gehör: Die güldene Uhr, sie war dereinst des Yoricks treuer Stundenweiser; jahraus, jahrein, als vormals er ein Günstling war bei Hofe! - And now sei außerdem hier noch per Ratio beschworen: Es gibt gar wohl mehr Ding' im Himmel und auf Erden, als all die wunderliche Schulweisheit sich's so uneinsichtig selbstbesessen oftmals gern erträumt - my stupid friend Horatio!" - 
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Leider wurde der kurzweilige, dermaßen vergnüglich und geistreich ins Unreine getriebene Dialog dann durch den urplötzlich auftauchenden - und freundlich protestierenden Regisseur Klaus Michael G. Einhalt gebietend beendet ...
Damals, in Berlin, im Theater Am Halleschen Ufer. -
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Auch das noch!
Den neuesten Erkenntnissen gemäß, William Shakespeare betreffend, hat man jetzt aufschlußreich und letztendlich auch Grab schaufelnd herausgefunden, daß bei all den William Shakespeare zuzuordnenden Schriftwerken tatsächlich ein anderer "Mann der Feder", nämlich der über Phantasie und packende Darstellungskraft genial verfügbare englische Bühnendichter Christopher Marlowe maßgebend gewesen sein soll. - Der als vermögend in der englischen Ortschaft Stratford upon Avon lebende William, er sei genaugenommen als ein "genialer Geschäftsmann" zu betrachten. -
Eine "homerische Frage" ...
Wie oder was auch immer ... Nil admirari.
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