Mittwoch, 9. Mai 2018

Griechische Psycho- und Ablenkungsspiele:

Stimmen weiterhin sorgenvoll ...
Wenn ja, dann ist jedoch vorab hier erst einmal ein "angesichts dessen" überdeutlich zu konkretisieren:
Denn -
das zügellose Tun der Banken,
ließ die Finanzwelt übel schwanken.
Schon kam auch in den Euro-Landen
der Wert des Geldes arg zuschanden.
Weltweit gab's auch kein Unterfangen,
die Bänker dafür zu belangen.
Verniedlichend das Wörtchen "schlimm",
gemünzt auf die vom Stamme "Nimm".
-
Seit Jahren ist ein Teil der Welt,
gebunden an das Eurogeld ...
Ein überstürzt vollstrecktes Handeln,
ließ Länder bald am Abgrund wandeln.
Folglich:
Schaut halb Europa ganz gebannt,
beklommen hin nach Griechenland ...
-
"Aha, warum?" fragt leicht befremdet der Hellene.
"Naja! Ein wenig schlitzohrig, wurde bei der Anbahnung zum Euro von den griechischen Politikern die Defizitstatistik schöngezeichnet."
"Mein Gott! Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein."
"Späterhin, dann das wiederholt nicht eingehaltene Versprechen, jetzt umgehend all die dringend notwendigen Reformen doch endlich einmal Wirklichkeit werden zu lassen."
"Wir verwahren uns gegen diese aufdringliche Einmischung in unsere politischen Gegebenheiten! - Das ergibt sich doch irgendwann gänzlich von selbst. - Panta rhei, alles fließt. Da muß man nicht uneingeweiht so taktlos eingreifen. -  Und? Was gibt es da noch unangebracht zu bemängeln?"
"Beunruhigend ist da die Wahrnehmung des im Wahlkampf gegen die EU hetzenden Radikallinken ..."
"Ach, diese lautstark hinausposaunte Ohrenbläserei des kírioß Tsipras! - Vergiß ihn! Er ist ein Unfrieden stiftender Klugschwätzer und Möchtegern. In einer doch nur ephemerisch aufflackernden Zeitspanne ... " 
"Hoffentlich! - Gleichwohl keimt da noch immer Besorgnis auf."
"Wir verbitten uns solch eine dreiste Art von Einmischung in unsere angeblich Staub aufwirbelnden Probleme und Begebenheiten!"
"All das könnte ein böses Ende nehmen ..."
"Was soll das so angriffslustig besagen?"
"Nun, die griechische Grundeinstellung ist offenbar nicht imstande, jetzt notwendigerweise endlich einmal Selbstkritik und auch Selbsterkenntnis Wahrheit werden zu lassen."
 "Na und? Nemo ante mortem beatus, mein Lieber!"
(Niemand ist vor dem Tode glücklich) 
"Das mag sein ... Aber schon hat sich's ja leider auch folgenreich ergeben, daß die Population arg dezimiert wird:
Da zeigt sich für die jungen Leute, beängstigend das Hier und Heute.
Führt hoffnungslos dann der Verdruß, enttäuscht zuhauf zum Exodus."
-
Offenbar die griechische, recht eigendynamische Wesensart: Das Dasein mit allen Freuden und Katastrophen nehmen, wie es ist - auch die Niederlagen. - Und schon steht er uns lebhaft vor Augen: Der Grieche Alexis Sorbas, dieser von Nikos Katzantzakis geschaffene "Philosoph des einfachen Herzens".
Ja, wir erinnern uns an das von ihm dereinst so heimatverbunden beschriebene Geschehen: Als schlußendlich dann am Hang des alten Kohlebergwerks alles ohrenbetäubend zu Bruch geht, da hört man Alexis Sorbas ungetrübt rufen: "He, Boss! Hast du jemals erlebt, daß etwas so bildschön zusammenkracht?" * (Anthony Quinn)
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Nun denn: "Glück auf!" - mein Griechenland. - "Griechenland lieben und doch auch an ihm verzagen", so hat es der Philosoph Nikos Dimou einst bedeutsam zum Ausdruck gebracht. -
(ßighnómi Mikis: Wunderschön, diese wahrscheinlich weltweit bekannte, von Dir (tha élinaß Theodorakis) dereinst meisterlich geschaffene musikalische Untermalung des so beeindruckend und wohl auch unvergeßlich in Szene gesetzten Filmgeschehens.)
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Eine durchaus beziehungsreiche Anmerkung zum "coolen Haudegen", dem kurzum disqualifizierten griechischen Finanzminister Giannis Varoufakis:
In seiner "Odyssee" spricht der griechische Dichter Homer immerhin auch schon über die "polytropos", die "Durchtriebenheit" des "Vielgewandten" oder "Verschlagenen" ...
Eine seit Jahrhunderten in Szene gesetzte Strategie.
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Nichtsdestotrotz - 
als Griechenland-Kenner kann ich nur immer wieder betonen: 
"i eládha ine poli oréa chóra!" Griechenland ist ein sehr schönes Land! - 
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