Mittwoch, 9. Mai 2018

Tanzen - "nackt in den Abgrund" - ?

Derartig reißerisch betitelt, jetzt einmal mitfühlend ins momentan von Elend und Untergangsstimmung betroffene Land der Hellenen. -
Als da - im folgenden - so  mancherlei bedeutungsvoll offenbart werden soll:
Der Tanz, ein urwüchsiges und althergebrachtes Ausdrucksmittel der Menschen, so freiheraus all den im Körper wieder einmal aufgestauten, seelisch-geistigen Beklommenheiten vermittels leidenschaftlich in Szene gesetzter Bewegungen hoffnungsvoll den Garaus machen zu wollen ...
"Denn ein Wunschziel der Tanzkunst, das sei wohl offenbar die deutlich erkennbare Veranschaulichung von Empfindungen", betonte schon einstmals der aus Syrien nach Athen übersiedelte Philosoph Lucian. -
Nun ja, wenn dem leibhaftig so ist, dann wird da in Griechenland vermutlich (aufs neue) so einiges offenbar:
Beispielsweise, wenn wir abermals neugierig zugegen sind bei der Darbietung eines pidiktos choros, dem "gesprungenen Tanz". Schon seit Urzeiten, im 2/4 Takt "lang-kurz-kurz", stets daseinsfreudig in Szene gesetzt; jedoch zu Zeiten, als man in Griechenland noch so uneingeschränkt lebensbejahend Sprünge zu machen wagte, allabendlich kurzweilig vereint, im offenen Kreis hingebungsvoll beisammen ...
Bis hin zu der europaweit so unüberlegt inszenierten Zwangsfixierung einer sich im Laufe der Jahre (logischerweise!) als unrealisierbar und katastrophal offenbarenden Euro-Abhängigkeit. - ***
Da zeigt sich für all die tanzfreudig zueinanderfindenden Griechen schon allerorten desillusionierend, freudlos und niedergeschlagen dreinblickend, nur noch die tänzelnde Flucht in einen sirtos choros, einstmals namhaft geworden als "der schleppende Tanz".
Das "Ende vom Lied" ist ein nicht aus der Reihe tanzen dürfen aus diesem zuweilen schonungslos malträtierenden Rhythmus des Chasapiko, dem "Tanz der Schlachter", freudlos  im nunmehr eingeschränkt geselligen Beisammensein im dahinschwindenden Licht des Tages inmitten einer gottverlassen wirkenden póliß. (Stadt, Ortschaft) -
Was jetzt einmal sinnbildlich betrachtet meint: Hilflos und zunehmend eingeschüchtert, kriecht nun der griechische "Durchschnittsbürger" verarmt vor einem eiskalt gleißenden Euro-Altar preisgegeben zu Kreuze.
"Beati pauperes spiritu!" (Selig die Armen im Geiste!) hört man da oftmals Kirchturmpolitiker aufmuntern wollend unsinnig rufen. -
"óchi efcharißtó!" ("nein danke!") - Mit derartig frommen Sprüchen, ist wohl letztendlich nichts mehr wirksam ins reine zu bringen ...
Wohingegen trostbringend, als eine die Lebensgefühle aufrechterhaltende Art von Verdrängung, diese im Jahr 1964 vom griechischen Komponisten Mikis Theodorakis choreographierte Tonschöpfung sirtaki eventuell doch ein wenig von Nutzen sein kann - "íßoß" (vielleicht).
"ßighnómi" - (Entschuldigung): Aber um einigermaßen glaubhaft bleiben zu können, in bezug auf die naßforsch gewählte Titelzeile, muß ich die folgende Begebenheit hier noch hinzufügen dürfen, es sei mir erlaubt ...
Efcharißtó: Der fast neunzig Jahre alt gewordene Tragödiendichter Sophokles, er tanzte angeblich gern nackt - allerdings, hinsichtlich dessen dann Scham empfindend, zumeist nur allein - im Verborgenen.
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*** Tatsächlich aber nur für all die im Zeitalter des "Turbokapitalismus" geringschätzig klassifizierten "Durchschnittsbürger"! - Denn für die deutsche Großindustrie und all die anderen Geldmogule, war (und ist's derzeit noch) der Euro als weiterhin durchaus gewinnbringend zu gewärtigen! Man hat sich seit langem exorbitant bereichern dürfen.
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"jiá chará! ta léme ßíndoma" - ("Tschüs! Bis bald") 
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