Donnerstag, 15. November 2018

Heimatvertrieben ... (Hm - ?)

"Ubi bene, ibi patria" - wo es mir gutgeht, da ist mein Vaterland.
Tiefgreifend von Bedeutsamkeit, sprach's Cicero - zu seiner Zeit.
Ergo:
So gibt's nun Leute, die zwar Sachsen,
jedoch in Schlesien aufgewachsen.
Manch einer lebt im Ländle Baden,
und dessen familialer Faden
knüpft noch immer an die Friesen;
selten auch gemocht von diesen.
Belegt ist, daß im Lande Hessen,
junge Menschen gern vergessen,
daß die Ahnen einst als Flamen,
verarmt in diese Gegend kamen.
Und auch:
Daß Oma aus dem Ammerland,
dereinst in Bayern Wohnung fand.
Hernach gelebt in Rheinland-Pfalz,
wo sie den Opa ja am Hals ...
D'rum wutentbrannt mit ihrer Sippe,
nun losgestürmt, nach Detmold-Lippe.
Enttäuscht dann wieder in den Norden,
wo all die Kindlein großgeworden.
Manch eines davon unzufrieden,
ersehnt war oftmals gern der Süden.
Erst hat man sich so durchmäandert,
ist bald darauf dann ausgewandert.
Folglich kann man jetzt versteh'n,
daß in der Ortschaft Port of Spain,
Hauptstadt der Insel Trinidad,
dort jemand seine Tante hat.
Gegebenenfalls ...
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Vermutlich weilt da irgendwo doch ein einfühlsamer Erdenbürger unter uns, der jetzt zweimal aufseufzend "so isses" bekundet. -
Nein?
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Ach ja - und in einer diesbezüglichen Erweiterung dessen, da sei nun noch schmückend erwähnt:
Auch der junge Nietzsche schrieb schon dereinst einmal Zeilen über den "Fluch der Heimatlosigkeit".
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