Sonntag, 15. September 2019

So nachdenklich gestimmt - bedeutsam nach "innen gerichtet" ...

Wieder einmal spürbar geworden
auf einer Insel - am Strand.
Wie oftmals in Griechenland - im Bannkreis der einstigen
Wiege des Abendlandes. -
Und als ich mir hier, in diesem Elysium, nun abermals
in den inneren Dimensionen meiner Leiblichkeit
so gleichmütig selbst begegnete,
war diese Einkehr doch wahrlich beachtenswert:
Carpe diem -
genieße den Tag.
Denn:
In der Schlußzeile seiner Ode "An Leukone"
 regt der römische Dichter Horaz dazu an,
die knappe Lebenszeit zu genießen.
Wörtlich genommen:
"Pflücke den Tag" ...
Carpe diem, quam minimum Credula postero:
Genieße den Tag, und vertraue möglichst wenig dem folgenden,
so heißt es da inhalts- und lebensgewichtig.
Ach ja -
und in Erinnerung an den bereits dahingegangenen Geistes-Gefährten
  Robert Gernhardt,
da sei nun mit durchweg seinen Worten
noch als beachtlich hinzugefügt:
Dein Hiersein ist ein Fenster,
an dem du kurz erscheinst.
Dies Fenster nun geöffnet ist,
im Zeitraum einer Lebensfrist,
die deinem Dasein zugedacht,
dann wird es wieder zugemacht,
und alles war dereinst.
-
Non exiguum temporis habemus,
sed multum perdidimus.
Nicht wenig Zeit haben wir,
 aber viel vergeuden wir.
-
Tja,
denn morgen ist das Heute bereits schon ein Gestern,
so sollte man's oftmals bedenken.
-
Ein aufklärender Nachtrag:
Als ein 1937 geborener Homo sapiens
wohl doch von romantischer Schwermut ergriffen, 

saß ich dort schreibend am Strand.
Mein "Carpe-diem-Gelüst" wurde fast schulmeisterlich 
von einem "Et respice consequentiam" 
(und bedenke die Konsequenzen) 
so zunehmend leicht demotiviert.
Ja -
und der Wein in der Flasche war inzwischen auch zur Neige gegangen.
Damals - bisweilen auf einer der griechischen Inseln.

-
***

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