Sonntag, 16. Februar 2020

Gemeinsam nachdenklich gestimmt - und so bedeutsam nach "innen gerichtet" ...

Spürbar geworden, als wir am Strand einer griechischen Insel
in ein redseliges "Miteinander" vertieft waren.
 Im Bannkreis dieser einstigen Wiege des Abendlandes. -
Der Mikis Theodorakis und ich.
Und als wir uns hier, in diesem Elysium, nun abermals
in den inneren Dimensionen unserer Leiblichkeit
so gleichmütig selbst begegneten,
war diese Einkehr doch wahrlich beachtenswert:
"Carpe diem - genieße den Tag", gab nun der Mikis schmunzelnd zu spüren.
"Wohl wahr", erwiderte ich  zustimmend.
"Denn in der Schlußzeile seiner Ode "An Leukone"
 regt der römische Dichter Horaz dazu an,
die knappe Lebenszeit zu genießen."
"Wörtlich genommen hieß es da: "Pflücke den Tag" merkte Mikis an.
"Jaja: "Carpe diem, quam minimum Credula postero:
Genieße den Tag, und vertraue möglichst wenig dem folgenden,
so heißt es da inhalts- und lebensgewichtig", bezeugte ich´s zutreffend.
"Ach ja - einer meiner bereits dahingegangenen Geistes-Gefährten
in Deutschland, der Robert Gernhardt,
er hat´s mit den folgenden Worten damals deutlich gemacht:
Dein Hiersein ist ein Fenster, an dem du kurz erscheinst.
    Dies Fenster nun geöffnet ist, im Zeitraum einer Lebensfrist, 
         die deinem Dasein zugedacht, dann wird es wieder zugemacht. 
   Und alles war dereinst."
        "Wohl wahr", nickte mir Mikis zu, um dann noch eindringlich hinzuzufügen:    
"Non exiguum temporis habemus, sed multum perdidimus, meint:
Nicht wenig Zeit haben wir, aber viel vergeuden wir ...
Denn morgen ist das Heute bereits schon ein Gestern!
Das sollten auch wir beherzigen, Didier", fügte der Mikis dann noch hinzu.
Eine Art aufklärender Nachtrag:
Im sogenannten "Lebensherbst" angelangt, hockten wir dort Wein trinkend.
so offenherzig fabulierend am Strand ...
Damals gemeinsam - derart besinnlich in Griechenland. -
-
*

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