Dienstag, 29. November 2022

ROBERT GERNHARDT:"Selbst-Befriedigung"...

Lieber Robert - der du bist zur Zeit  leider: "procul a domo" ... ("fern der Heimat") - trotz allem:
Ach ja, da nimm bitte dort "Oben" das im Nachhinein beschriebene "Ereignis hier UNTEN" nun doch einmal "schmunzelnd" zur Kenntnis ... 
Als da "zutage getreten" war:
Es gibt sie tagtäglich noch immer, diese Tugendbolde und zudem so intuitiven Sittenwächter. -
Denn, als ich da neulich, in einer Kleinstadt im Ammerland. - Am Ende eines vorab als bisher angenehm empfundenen Leseabends, hernach noch Bücher signierend am Tisch saß, da hat mir dann einer dieser als Moralapostel auftretenden Erdenbürger - entrüstet dreinblickend - eine herausgerissene Buchseite auf die Tischplatte geklatscht! - Zu sehen war nun der von Dir in einer Bildfolge dereinst gezeichnete Bär, mit dieser textlich so bedeutsamen Anspielung: 
"Der Kragenbär, der holt sich munter, 
nun einen nach dem anderen runter."
Tja, ich habe dann den so sichtbar erbosten Philister nun darauf aufmerksam gemacht, daß die so unübertrefflich schelmisch geprägte Arbeit derzeit nicht von mir erschaffen wurde.
"Das sei ihm egal!" fuhr er mich an. "So etwas zu Papier zu bringen und dann auch zu veröffentlichen, das sei ekelerregend und unzumutbar! Bücher dieser negativ beeinflussenden Machart sollten schleunigst auf einem Scheiterhaufen verbrannt werden!" fügte er aufgebracht noch hinzu.
"Aber Sie haben das Buch doch irgendwann käuflich erworben", machte ich ihn darauf aufmerksam.
"Um Gotteswillen - nein!" brach es abweisend aus ihm heraus. "Im Zimmer meines Sohnes Eberhard habe ich diese abscheuliche Lektüre leider vor kurzem gewahren müssen."
Robert, "um des lieben Friedens willen" habe ich dem Tugendwächter dann erzählt, daß der hinweisende Text von den bestimmenden Redakteuren im Verlag leidenschaftlich gern so eindeutig verkürzt unter den Zeichnungen zur Aussage kommen würde. - In diesem Fall hätte der vom Autor ursprünglich gereimt zum Ausdruck gegebene Wortlaut jedoch die offenbar im Pelz des Bären so unangenehm blutsaugenden Parasiten verdeutlichen wollen -
und das folgendermaßen:
Der Kragenbär, der holt sich munter, 
nun einen nach dem anderen runter. - (die Schädlinge aus dem Pelz!)
Um sie, nach den Höllenqualen, 
dann mit den Tatzen zu zermahlen. -
Ach Robert, Du wirst verdutzt von oben schauen,
man will Dir jetzt ein Denkmal bauen.
Nein-nein, ganz ehrlich, keine Mär!
Erschaffen wird der "KRAGENBÄR" ...
(In Göttingen - vermutlich). -
                                                           -
                                                         ***

Montag, 28. November 2022

Ein Zusammensein mit Sir PETER USTINOV:

Für mich war das eine bedeutungsvolle Begebenheit, dieses beredsame Miteinander: 
Unvergeßlich - dem Zufall sei Dank!
Gemeinsam "schaulustig" - waren wir uns dort in der Kunsthalle begegnet, bei einer intensiven Besichtigung der Plastiken von Alberto Giacometti. - 
Hernach saßen wir noch im hauseigenen "Miro-Garten" - so angeregt plaudernd beisammen ...
Und als ein Überblick dessen, da sei hier nun so einiges "davon" komprimiert zum Ausdruck gegeben:
Unter anderem sprachen wir auch über meine derzeitigen beruflichen Aktivitäten - und Sir Peter gab mir schelmisch dreinblickend zu spüren:
"Ja, wo man nicht lacht, da laß dich niemals nieder! Denn das Dasein zeigt sich dort zumeist recht bieder." 
Nun, dessen war ich mir durchaus bewußt, damals bühnenaktiv, und als Glossenschreiber, der hin und wieder Lesungen in Szene gesetzt hatte. 
"Hm, da hüte man sich vor der bedauerlicherweise sich ja oftmals in Rufweite vergegenwärtigenden Mittelmäßigkeit!" wurde es mir als beachtenswert nahegelegt. - "Eine zufriedenstellende Erkenntnis wird es irgendwann sein, daß man sich nur einem kleinen Kreis von Lesern verständlich machen kann", ließ er mich abgeklärt wissen. 
Um dann noch lachend hinzuzufügen:"Aber zum Glück gibt es ja immer noch neugierige Leser, wie es der Schweizer Verleger Daniel Keel vor kurzem hoffnungsvoll zur Sprache gebracht hat, als wir im Restaurant Kronenhalle über anspruchsvolle Literatur diskutierten". -
Ja, all das ließ er mich sachkundig wissen, der Autor, Regisseur und Schauspieler Peter Ustinov. Bevor wir uns spätnachmittags, im August 1984 in Zürich voneinander verabschiedet hatten.
-
Sir Peter Ustinov, wahrlich ein beeindruckender Weltbürger, der mir als "so rundum geistreich und lebenserfahren" - in Erinnerung bleiben wird. 
(Leider ist ER - im Alter von 83 Jahren verstorben.)
                                                                        -
                                                                      ***

Sonntag, 27. November 2022

Ein BANK-RAUB: "sehr starrsinnig geplant":

 Und "etwas unüberlegt Wirklichkeit werden lassend ...                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               
Viele Medien haben ja einstmals darüber berichtet - und man hat sich vermutlich auch köstlich darüber amüsiert, als publik gemacht worden war, daß der 23-jährige Literatur-Student Björn F. in der Stadt Frankfurt durch einen "recht eigenwillig inszenierten Bankraub" - als daraufhin straffällig geworden sein "Leben verunstaltete".
"Dumm gelaufen!" so betitelte die BILD-Zeitung damals dieses "als ungewöhnlich" gestaltete  Ereignis. -
Und einer Bandaufnahme des Frankfurter Geldinstituts ist es zu verdanken, daß diese bisher wahrscheinlich äußerst selten praktizierte Art eines Überfalls so wortgetreu erhalten geblieben ist. Infolgedessen soll sich die so wortgewandt gestaltete Forderung folgendermaßen ereignet haben:
           "Seid mir gegrüßt, ihr Geldverwalter! - 
           Besonders Sie, dort an dem Schalter.
           Sie werden auch sogleich verstehen, 
           warum Sie mich hier vor sich sehen:
           Ich werde diese "heiligen Hallen" - jetzt zwangsgesteuert überfallen!
           Wieso? - Das möchten Sie bestimmt gern wissen? 
           D'rum werde ich's erläutern müssen:
           Es sind die Geldverlegenheiten, die mir enorm Verdruß bereiten!
           Deshalb werde ich Sie zwingen, daß Sie da in die Bresche springen. 
           Vor Wochen war ich schon 'mal hier, doch Ihr Gelächter zeigte mir,
           daß Sie mich nicht für voll genommen! - 
           Das läßt mich heute wiederkommen ...
           Mit dieser bitterernsten Frage, ob meine finanzielle Lage nun hier, 
           in Ihrem Institut, augenblicklich - und das gut! 
           Doch hilfsbereiten Beistand findet - 
           was mich mit Ihnen sehr verbindet ...
           Betont sei freilich explizit: Mein Wunsch heißt keinesfalls Kredit!
           Darauf sei höflich hingewiesen, bevor Sie mir die Tour vermiesen!
           Das Namensschild an Ihrer Jacke, besagt, daß Sie Frau Petra Kracke.
           Mich werden Sie bisher nicht kennen - 
           Sie dürfen mich "Johannes" nennen.
           Und wenn ich jetzt noch die Pistole, bedrohend aus der Tasche hole,
           dann möge das nun präzisieren, daß wir jetzt keine Zeit verlieren;
           um schleunigst - ohne zu verneinen, viel Geld - 
           und zwar in großen Scheinen, für mich hier greifbar aufzuschichten. - 
           Auf Münzen will ich gern verzichten!
           Jedoch:
           Hernach dann, in der zweiten Runde, 
           zeigt sich für Sie ein neuer Kunde! - (?)
           Der Gewißheit sucht, wenn er auf's eigene Konto bucht.
           Mir scheint, daß Sie das nicht verdauen? 
           Noch etwas möcht' ich dazu sagen: 
           Sie können sich wohl kaum beklagen!
           Nein-nein, Sie schulden mir noch Dank: 
           Das Geld bleibt ja in Ihrer Bank!" -
 Da hat dann sein vorab gezeigtes Macht-Bewußtsein - sich letztendlich als "erfolglos offenbart" ...
 Post Skriptum ...
 Bert Brecht hat es dereinst so "verdeutlicht":
          "Bankraub ist doch nur eine Unternehmung von Dilettanten. 
           Die wahren Profis, sie "gründen diesbezüglich eine Bank!"
                                                                 -
                                                               ***



Samstag, 26. November 2022

GOETHE - so "leidenschaftlich lustbetont":

Ja, nachweislich ist es wohl doch einmal recht bedeutsam zutage getreten. -
Wenn ich im folgenden darüber "berichte", dann werden einige der Goethe-Verehrer nun vermutlich empört in eine Aufruhr geraten, da hier der zuweilen recht lustvolle "Impetus" des Dichterfürsten jetzt einmal "klatschlüstern" in einen näheren Augenschein geraten sein könnte.  -
Denn es begab sich dereinst, daß der 21-jährige Jurastudent Johann W. Goethe (das adelnde von gereichte erst später zur Ehre!) in seiner "Straßburger Zeit" in Sesenheim, der Stadt im französischen Bas Rhins, eines gefühlsreichen Tages der damals 18-jährigen Pastorentochter Friederike Brion lustvoll und hartnäckig nachstellend Avancen machte ...
Dem Vernehmen nach jedoch ohne den erwünschten Erfolg zu erzielen. - 
Zurückblickend noch immer sinnlich bezaubert, verweilte er an einem noch sommerlichen Herbstabend, im Garten eines Darmstädter Weinhauses mit seinem Freund, dem Schriftsteller Johann Heinrich Merck angeregt plaudernd beisammen.
(Einzelne Züge des von Goethe getexteten Mephisto erinnerten derzeit auffallend an seinen am 27.6.1791 durch Selbstmord zu Tode gekommenen Geistes- und Wahlverwandten, den J. H. Merck).
Trinkfreudig saß man da einst vereint, in einer wohl sprachgewaltig geprägten Redseligkeit; in welcher dann angeblich der folgende Dialog tiefgreifend vom Stapel gelassen worden ist:
"Nein-nein, ich kann das nicht verwinden! Ein jeder Trost ist niederträchtig. - Und nur Verzweiflung wird wohl hier zu Pflicht!" winkte der Johann Wolfgang aufgewühlt ab, als Freund Merck aufmerksam lauschte - und wohl auch mitfühlend Anteilnahme zum Ausdruck zu geben gewillt war.
Goethe von neuem:
"Ach ja, da träumte ich vor kurzem noch von buhlerischen Stunden ungemischter Lust. - 
Hatte faunisch trunken hernach wohl allzuoft ihr zauberhaftes Bild empfunden, figürlich nahezu an meine Brust gegeben!" fügte er trübsinnig aufblickend hinzu.
"O weh, mein Guter! - Mir scheint, daß nur die Lüsternheit sich hier sehr sinnenfreudig offenbart!" gab daraufhin der vertraute Weggenosse Merck stillvergnügt zu spüren.
"Das unbestreitbar - ja", pflichtete Goethe ihm sofort bei.
"In lustbetonten Zauberhüllen, gilt's wonnig Leidenschaft zu stillen. 
Und solchermaßen ungemein bemüht, gedeihet sie erwartungsvoll, 
diese göttliche Freilassung eines rauschhaft belebten Fleisches, 
sich unverzüglich entfaltend zu einer wahren Himmelfahrt innigst empfundener Sinnenlust!"
"Hm? - Das alles tönt nun doch ein wenig allzu triebhaft angeschwollen", gab schmunzelnd daraufhin der Johann Heinrich Merck zu bedenken.
Nachdenklich, soll daraufhin der Johann Wolfgang zunächst etwas zurückhaltend reagiert haben ...
Um bald darauf gefühlswarm und wohl auch bedeutungsvoll den folgenden Schlußakkord in diesem Diskurs zum Ausdruck zu geben:
"Wohl wahr, 
wie schmeichelt's mir unendlich, wenn jemand meine Triebkraft preist! - 
Sie ist für mich so selbstverständlich, wie gleichfalls souveräner Geist."
"Naturalia non sunt turpia - alles Natürliche ist keine Schande", so hätte der griechische Dichter Euripides schon zu seiner Zeit all diese Genierlichkeiten wohl lächelnd "entkrampft".
Postskriptum: Die einstmals so leidenschaftlich umworbene Friederike Brion, sie blieb Zeit ihres Lebens unverheiratet. - Späterhin heimisch geworden im Badischen, ist die am 3. April 1813 Verstorbene dort auch zu Grabe getragen worden. - "Ein Strahl der Dichtersonne fiel auf sie, so reich, daß er Unsterblichkeit ihr lieh." so kann man's - eingemeißelt in ihren Grabstein auf dem Friedhof der Ortschaft Meißenheim bei Lahr - jederzeit so verdeutlichend in einen Augenschein nehmen - von Goethe zu verkünden" ...
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                                                                           ***

Donnerstag, 24. November 2022

Der Schriftsteller KURT TUCHOLSKY:

Zurückblickend in all das oftmals so schicksalhaft umschattete - und nicht selten leidvoll erlebte politische Geschehen. - Zuvor sei hier eine scherzhaft spöttische Bemerkung auf einen derzeit  gleichgesinnten Gefährten im folgenden vermerkt:
"Wahrlich, da wollte ein kleiner, dicker Mann mit seiner Schreibmaschine Katastrophen aufhalten!
Jedoch stets kumpelhaft wohlgewogen, verlebendigte einst der linksgerichtete Journalist und Schriftsteller Erich Kästner seinen Publizisten-Kollegen. -
Die damaligen Zeitkritiker ...
"Erst habe ich gemerkt, daß es so ist. Dann habe ich verstanden, warum es so ist. Und bald darauf habe ich dann begriffen, warum es nicht anders sein kann! - Trotz allem will ich erreichen, daß es in Bälde doch anders wird!" so hatte er es seinerzeit durchlebt und konkretisiert, der am 9.11.1890 in Berlin geborene Journalist. - Ein "Augenzeuge dessen", der am 21. Dezember 1935 verstorben ist - und folglich nicht miterleben mußte, daß weltweit ja vieles noch immer als "unmenschlich" aufhorchen lässt. -
Derzeit ereignete sich, zunehmend beunruhigend, so allerlei Unbill in seinem damaligen Wohnort, dem "Radauzentrum Berlin", wie er die Großstadt einst tadelnd benannte. -
Und gerüchtweise soll sich dort, im Herbst des Jahres 1928, die folgende Begebenheit fast schon rebellisch ereignet haben: Besagte Person, damals als der Herausgeber und auch journalistischer Mitarbeiter der Wochenzeitung "Die Weltbühne" hingebungsvoll aktiv, er stieß eines Abends im Foyer eines Berliner Theaters unbeabsichtigt mit einem der (bald auch ins Abseits) führenden Nationalsozialisten zusammen. -
Und im Laufe einer kontrovers geführten Auseinandersetzung, soll der Journalist angeblich zu guter Letzt noch grimmig bekundet haben:
"Wie es mir neulich zu Ohren gekommen ist, sind Sie ja auch leidenschaftlich gern als Sadomasochist umtriebig! Gestatten Sie mir darum, daß ich Ihnen jetzt durchaus gerechtfertigt in die Fresse haue?"
Das hatte für ihn nachhaltige Folgen ...
Somit von da ab in Deutschland gebrandmarkt, sagte er Berlin "Lebewohl"- und wanderte 1929 sicherheitshalber aus nach Schweden; der als Peter Panter, Ignaz Wrobel, Kaspar Hauser und auch dem Pseudonym Theobald Tiger weiterhin zeitkritisch publizierende Autor. -
Als ein bloßlegend in Erscheinung tretender Pazifist, zog er vor allem gegen den damals in Deutschland (und bereits weit über die Grenzen hinaus) zunehmend unmenschlicher wuchernden Nationalismus, einen sich ausweitenden Militarismus - und unermüdlich gegen das verhaßte, voraussehend jedoch unausrottbare Spießertum zu Felde ...
"Stets vorurteilsgeladen moralisierend - und zumeist ihren bornierten, engstirnig eingeschränkten, sich verhängnisvoll auswirkenden Horizont vor kurzsichtig aufblickenden Augen", so benannte er das, was ihm, im Hinblick auf all die Krämerseelen, anhaltend zu schaffen machte: Dem zeitkritisch rastlos Wacht halten wollenden Journalisten Kurt Tucholsky. -
Im damaligen Aufenthaltsort Hindas, einer schwedischen Ortschaft nahe der Stadt Göteborg, verschlechterte sich zunehmend bald sein Allgemeinbefinden. Physische und auch psychische Probleme nahmen selbstzerstörerisch zu. - Eine Überdosis an Tabletten ließ ihn am 21. Dezember 1935, um 21.55 Uhr nun endgültig zur Ruhe kommen. Eine Selbsttötung aus Versehen ... (?) -
"Nur pöapö, das irdische Glück. Denn immer fehlt dir irgendein Stück", so hatte er's einstmals resignierend ermessen. -
Sein Todestag war wohl der Anlaß, daß der Autor Didier Vaselis, im eiskalten Monat Dezember - 2005, zum Angedenken an den unermüdlich aufmerksam machend schreibenden Journalisten, in einigen Printmedien die folgenden Zeilen zum Ausdruck gebracht hat:
       Schon acht Jahrzehnte sind es fast,
       seit du uns einst verlassen hast,
       du Fingerzeig des Lebens.
       du warst Philistern nicht geneigt,
       hast ihnen oft den Marsch gegeigt;
       zumeist jedoch vergebens.
       Hast ihre Denkungsart moniert,
       die all dies Muckertum gebiert;
       obwohl sie's dementieren.
       Zeitlebens ein vergeblich Tun -
       doch mögest du in Frieden ruh'n -
       du konntest nur verlieren ...
Abweichend von all den anprangernden Kritiken, hat Tucholsky manchmal auch recht deftige Abgründigkeiten zu Papier gebracht, das soll hier - schmunzelnd - nun doch nicht verschwiegen werden:
        Wenn eine alte Frau aus Brüssel,
        mal einen Elefantenrüssel
        vernarrt für einen Piephahn hält:
        Ja, dann leb wohl, du schöne Welt!
                                                                         -
                                                                       ***

Mittwoch, 23. November 2022

Zufrieden-stellend: Die Tage auf einer Insel ...

Dieses Befinden kann man derartig wahrlich erleben - auf den Halligen: 
Den so "traumhaft-abseitig gelegenen kleinen Inseln" - in der Nordsee.
Bei einer heftigen Sturmflut - manchmal auch "als ein sogenanntes Landunter zu erdulden" -
Wir waren dort wieder einmal einige Tage nachdenklich gestimmt zugegen. - 
Und zwar: 
Der noch immer aktive Seelsorger "Gotthilf" Karree, in der kleinen Kirchen-Gemeinde der Insel.
Und ich: Didier Vaselis, als der damals für Zeitungen und Zeitschriften noch weltweit viele Jahre berufstätiger Satiriker. 
Ich lasse jedes Streit-Geschehen, zumeist an mir "vorüber gehen" ...
Doch neulich, in traumhafter Kulisse, bekam "das Zeit-Gefühl dann Risse":
Und "m Folgenden dann so einiges weit-schauend zum Ausdruck" :
Didier: "Unser Hiersein auf Erden - was wird daraus werden? 
Dein allmächtiger Chef, dieser Herrscher dort "OBEN", 
man kann IHN doch nicht für ALLES nur loben. - Doch für Dich, als so unreligiös und diesbezüglich zumeist auch skeptisch zugegen, 
da ist wohl solch ein Diskurs nur als "völlig daneben zu umfassen". -
Didier: "Trotz allem - corgito, ergo zum - ich denke, also bin ich, 
wie es schon Descartes einst zum Ausdruck gebracht hat".
Knuth: "Wir, als Latein-Kundige, lassen nun Vergil zudem noch abschließend zu Wort kommen: 
Fugit irreparable tempus - die unwiederbringliche Zeit entflieht". -
Hernach wanderten dann beide - auf den noch sandigen Zufahrts-Wegen - 
in die fast schon familiäre - dörfliche Kneipe. - 
Um dann, 
so leicht beschwipst und schlafbedürftig geworden, in das von Knuth dereinst ja heimatlich gewordene Quartier zu entfleuchen. -
Ein diesbezüglicher Nachtrag - als empfehlenswerter Hinweis:
Die "Ataraxie", eine Wortfindung im "altgriechischen", auch für "ganz geruhsam". Und solch ein Empfindungs-Bereich ist auch auf den "Halligen" oft als beglückend erreichbar. -
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                                                           ***