Samstag, 2. Juli 2022

Ja, unser sympathischer "STUBENTIGER" ...

Verdeutlichte auch oftmals eine Gemütsruhe:

 Hier einmal offenkundig zum Ausdruck geraten.
Sichtbar in der Gestimmtheit des "nicht ständig beschäftigt sein müssen", 
Die Bedeutsamkeit der zeitweiligen Hingabe an das "Faulsein".
Denn die "Menschheit" gewahrt im "Nichtstun" wohl nur ein "zügellos, leichtfertig gelebtes Dasein", nie dazu bereit, das Leben einmal durch "Faulsein" im "Müßiggang" zu gestalten. 
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"Oblomow" ...
Nun ist er seit einigen Jahren bereits im "Katzenhimmel".
Und dort wieder vereint mit einigen seiner damaligen Weggefährten. -
Wenn wir seinerzeit in freier Natur ein wenig lustgewandelt sind,
dann ist er uns immer gefolgt.
Als ich das einmal dem Robert erzählte, da wurde mir grinsend geantwortet:
  "Das ist die Angst, die wohlüberlegt und gewiß auch vorausschauend zur Vorsicht geleitet!" -
 "Wieso das?" habe ich unaufgeklärt um Aufschluß gebeten. -
"Es ist die Besorgnis, der "Dosenöffner" könnte auf und davon gehen!"
 wurde mir daraufhin schmunzelnd erwidert. -
Oblomowtschina:
Immerhin ist's wohl durchaus bedeutungsvoll, daß von der als "schläft, träumt und dämmert vor sich hin" einstmals vom russischen Schriftsteller Iwan Gontscharow beschriebenen Hauptfigur in dem Roman "Oblomow", in der Psychiatrie zur sinnvollen Beschreibung der Persönlichkeitsstruktur eines willensschwachen Neurotikers, mit den hervortretenden Merkmalen Apathie, die Faulheit und der Parasitismus, einstmals der Fachausdruck "Oblomowtschina" geprägt worden ist. Im Gedenken an den russischen Schriftsteller Iwan Gontscharow. 
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Freitag, 1. Juli 2022

Vater und Sohn - ein "Wortwechsel":

In Bezug auf die "Wohlerzogenheit und die guten Manieren" ...
Derart kundgetan - auf einem Fluß in Oudekerk, dem holländischen Städtchen an der Amstel. -
"Homo sum: humani nil a me alienum puto - Ich bin ein Mensch: nichts Menschliches ist mir fremd", hat er einstmals lebensklug ausgerufen, der römische Dichter Publius Terentius, genannt Terenz ...
Auch hinsichtlich auf die nachfolgende Begebenheit:
Mit einem Motorboot waren wir auf den holländischen Wasserstraßen unterwegs - und in der bereits oben erwähnten Ortschaft Oudekerk abends vor Anker gegangen. - Neben uns hatte dann ein deutsches Ehepaar mit einem Mietboot festgemacht. 
Als dort der etwa 10-jährige Sohn mit seinem Vater die Bootsleinen befestigte, stolperte der Knabe plötzlich über das straff gespannte Seil, fiel auf die Knie - und gab mit einem lauthals gerufenen "SCHEISSE!" sein schmerzhaftes Leiden zum Ausdruck. - Der am Uferrand stehende Vater blickte erstarrt nach oben - und mit einem drohend erhobenen Zeigefinger wurde der Filius mit den folgenden Worten sogleich zur Besinnung gebracht: 
"He! Jetzt hör' mir 'mal gut zu: Man sagt nie und nimmer Scheiße! 
Beherzige das! Kapiert?" - 
"Ja - nee, warum?" stöhnte der Knabe schmerzbewegt auf. - 
"Warum? Fragst Du da! Weil dann die bisher nun doch schon angereicherte Bildung wohl deutlich vernehmbar im Arsch ist, Du taube Nuss!" wurde dort "klarmachend" verdeutlicht. -
Die Sonne näherte sich nun "verabschiedend" dem Horizont ...
Als meine Lebensgefährtin schmunzelnd bemerkte: "Da offenbart sich die Ausdruckskraft aus der Tiefe der väterlichen Empfindungen", 
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Mittwoch, 29. Juni 2022

Es war eine erfolglose Hilfsbereitschaft:

        In Bezug auf den Maler - in Koblenz am Rhein. 
        Dem fiel vor der Leinwand partout nichts mehr ein!
        Ein Engel "erschien ihm - als Muse zugegen" ... 
        Man sei nun gekommen - ihn "neu zu beleben".
        "Was würde er denn - als dringend gebrauchen?" 
        Er sagt daraufhin: "Zuerst was zu rauchen!"
        Hernach gibt er an: "Auch sei's angemessen, 
        wer geistig malocht, der braucht was zu essen!
        Oft regnet`s durchs Dach - und ihm auf die Bilder. 
        Das sei der Ruin!" - Er schimpft wie ein Wilder.
        Dei Muse errötet - gefühlvoll erschrocken. 
        Zur Hilfe bereit, bleibt sie bei ihm hocken. -
        Er zeigt auf die Schuhe - "kaputt an den Sohlen". 
        Der Ofen sei kalt, kein Geld für die Kohlen!
        Und dann noch die Miete! Der Hauswirt sei sauer!" 
        Erschrocken verwirrt, starrt sie auf die Mauer.
        Er rauft sich die Haare, spricht wild mit den Händen, 
        "er könnt´ so nicht malen, nur seelisch verenden!
        Was sie denn hier wolle? In diesem Gewimmel?". 
        Sie zeigt nur nach oben, sie käme vom Himmel.
        Erstaunt blickt er hoch und fängt an zu lachen - 
        "sie möge doch keinerlei Scherz mit ihm machen!
        Das sei doch ein Witz, sie wolle ihn linken. 
        Er hätte noch Wein, um sich zu betrinken:"
        Schon nahm er zwei Gläser und öffnet die Flasche. 
        Ihr wird es nun mulmig, sie greift ihre Tasche.
       "Warum willst Du gehen?" fragt er dann verhalten. 
       "Sie wolle doch seelischen Aufbau gestalten!"
       "Das schon", sagt sie sanft. "Doch nicht mit Dir saufen! 
       Sie fühle sich schwach, sie hätt´ sich verlaufen.
       Ihm sei nicht zu helfen, sie sei ganz verwirrt, 
       er soll ihr verzeihen, sie hätt´ sich geirrt."
       So ist dann geschehen, was man ja geahnt: 
       "Die Kunst hat sich nicht mehr "zum Besten gebahnt".
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Montag, 27. Juni 2022

Der "GIPFEL" - ein Politik-Geplapper:

Das letzte Treffen dieser Art hat damals hunderte Millionen EURO gekostet - !
Auf diesem Schloss Elmau - kostspielig ausufernd in Bewegung gesetzt - auch jetzt. "Das sei ein unvermeidlicher Aufwand", so hat es Frau Merkel derzeit befürwortend bekundet.
"So unvermeidlich"?
Immerhin wurden damals schon 360 Millionen EURO "locker gemacht", um für einige überbezahlte Regierungs-Pappnasen und Staats-Wichtigtuer ein Forum in einer luxuriösen Verstiegenheit zu schaffen, für ein zumeist nicht zu verwirklichendes "im Nachhinein". Ein unnötiges Geschehen.                              "Dafür ist stets Geld im Überfluss da - in einer Zeit, in welcher dem Bürger und den Kommunen ein "finanzieller Abgrund vor Augen steht!" 
Das wurde - entrüstet darüber - zum Ausdruck gebracht. -
Was immer nun - dem zur Folge - auf uns zukommen wird - ?
Als da zumindest - sonst noch - schon ist:
Da sind nun urplötzlich deutlich "Arznei-Spuren" vielfach im Trinkwasser gefunden worden!
Tja, da befürchten vermutlich weltweit Apotheker infolgedessen schon gewaltige Umsatzverluste!
Und - auch das sei erwähnt:
Vielleicht haben Sie das ja noch gar nicht mitbekommen:
Der Berg kreißte und gebar eine neue Möglichkeit für eine Goldgrube der geldgierigen Abzocke:
Die Trinkwasserversorgung soll demnächst privatisiert werden!
"Auri sacra fames!"
("Abscheulicher Hunger nach Gold!" benannte so etwas einstmals zutreffend Vergil.)
Wohl wahr:
"Man darf die meisten Dinge nur sagen, wie sie sind, um eine treffliche Satire zu machen!" so hat's der Johann Gottfried Seume dereinst offenbart.
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Sonntag, 26. Juni 2022

Ja, auch für "Friedensbemühungen" -

ist diese seit 1901 alljährlich lobpreisende Auszeichnung immerhin weltweit vergeben worden:
Benannt als "NOBELPREIS". -
Eine Art "Huldigung", die der derzeitige russische Kriegs-Demagoge wohl zeitlebens vergeblich als Ziel seiner Besessenheit verwirklichen kann.
Was da auch immer geschehen mag - so preiskrönend ...
Wie sich das dereinst "ergeben hat", was sich in Schweden hinsichtlich dessen (vermeintlich) so bedeutungsvoll zugetragen haben soll, das sei nun im Folgenden doch einmal zur Sprache gebracht: 
Ein "Zufalls-Geschehen" - ließ mich da aufschlußreich Einblick nehmen:
Es ergab sich im Juni 2007; als ich auf einem Fährschiff, das uns von Frederikshavn nach Göteborg bringen sollte, rein zufällig mit einem bärtigen Mann älteren Jahrgangs in eine sich bald darauf aufschlußreich darbietende Plauderei hineingeraten war. - Per-Olov Eriksson, so nannte er sich, mein damals so mitteilsam in Erscheinung tretender Gesprächspartner. -
Beeindruckt nahm ich im Laufe der Unterhaltung zur Kenntnis, daß er, "Per-Olov", als ein entfernt einzuordnender Verwandter der Familie Nobel zu gewärtigen sei. "Seine liebevoll gepflegte Zuneigung zur Spirituose Aquavit habe jedoch bewirkt, daß er den seriösen Überzeugungen dieser ehrenwerten Familie nicht mehr genügen konnte - und somit als "gesellschaftlich unmöglich" zu ächten sei. Der sich zeitlebens distinguiert in Szene setzende Familien-Clan hätte selbstherrlich als not amuset reagiert, wollte sogleich wohl auch die Spreu vom Weizen trennen - und man sei nun als "entfremdet" nicht mehr zur Kenntnis zu nehmen, so gab mir Per-Olov schmunzelnd seinen Rausschmiß aus der feinen Sippschaft zu verstehen. -
"In Lidingö sei er 1928 zur Welt gekommen. - Den "Onkel Alfred" habe er jedoch nicht mehr leibhaftig erlebt, da dieser bereits 1896 im italienischen Küstenort San Remo das Irdische mit dem "Abseits" habe eintauschen müssen! - Ob ich´s denn überhaupt wüßte, wer dieser "Onkel Alfred" einstmals so namhaft geworden gewesen sei?" forschte er stillvergnügt nach.
Hm? War damit etwa der Alfred Nobel, jener schwedische Ingenieur gemeint? bedachte ich's zweifelnd. Und hochtrabend hier von ihm so ungeniert in eine verwandtschaftliche Zugehörigkeit hineinprogammiert worden? Als sein Onkel Alfred! - Der am 21. Oktober 1833 in Stockholm geborene - und am 10. Dezember 1896 im damals zumeist vom Geldadel besuchten San Remo verstorbene Erfinder von einem per Zufall spleenig in Erscheinung tretenden Per-Olov selbstbesessen und schwelgerisch als Blutsverwandtschaft in Szene gesetzt? - Eine wohl doch als fragwürdig zu betrachtende Offenbarung ... -
Wenn's aber dennoch als zutreffend zu gewahren sein sollte, dann war es ja sein Onkel, der 1863, damals noch in Stockholm, das hernach oftmals welterschütternde Dynamit erfunden hatte, so zog ich's nun erst einmal aufgeschlossen in Betracht.  -
"Jou, Du wirst es vermutlich kaum glauben", meldete sich Per-Olov dann wieder zu Wort.
"Na-ja, ich hege da noch ein wenig Bedenken", gab ich verhalten zu spüren.
Was dann sogleich ein sichtbar übelnehmerisches Naserümpfen zur Folge hatte ...
"Sieh an: Er zweifelt! Ich lasse hier - nur weil Du mir anfangs als sympathisch erschienen bist -, so offenherzig meinen Gefühlen einen freien Lauf, öffne vertrauensselig die Familien-Schleusen mit all den modrigen Untiefen meiner Herkunft - und er hegt Bedenken! Zögert, ob er mir da nun Glauben schenken kann! Soll ich erst einmal eidesstattlich versichern ..."
"Nein-nein!" fiel ich ihm sogleich abwinkend ins Wort. "Verzeih mir, aber ich war wohl soeben recht unheilverkündend diesbezüglich wohl beinahe am Rande eines Abgrunds!"
"Aha! - Und was soll das so abgründig besagen?" fragte er aufhorchend nach.
"Nun, da gibt es doch weltweit einen sehr bedrohlichen Anknüpfungspunkt: Denn da hätten wir nun deinen Onkel, den Alfred Nobel - und mithin, stets unheilschwanger aufblitzend, diesen verheerenden Sprengstoff Dynamit ..."
"Hast Du's nun endlich herausgefunden? Hat sich für Dich jetzt alles zusammengereimt?" fuhr er mich spitzzüngig an. - "Vortrefflich! - Das schafft immerhin die Voraussetzung dafür, daß wir nun doch des weiteren auf den spannungsgeladenen Spuren meiner Sippschaft verbleiben können. - Also: Hättest Du es tatsächlich für möglich gehalten, daß die Erfindung des Dynamits einem sich eigenwillig zugetragenen Zufall zu verdanken ist?" betonte Per-Olov todernst den Auftakt seiner Enthüllungsgeschichte.
"Einem Zufall?" horchte ich doch erwartungsvoll auf.
"Allerdings! - Bezweifelst Du das?" knurrte er mich argwöhnend an.
"Nein-nein! Denn mancherlei ist ja wahrscheinlich doch nur rein zufällig entstanden", wandte ich denkbar ein. "Auch Du und ich, wir sind wohl der Gunst oder auch Ungunst der jeweiligen ..."
"He, Mann, Du nervst mich!" wurde ich unwirsch unterbrochen.
"Doch dieses dereinst zufällig erschaffene, hochexplosive Produkt, dessen geheimnisumwitterte Entstehung ich jetzt ausnahmsweise Dir hier entschleiern werde, hatte ja eines unguten Tages einen peinlichen Schlußakkord aufzuweisen!"
Erstaunt blickte ich auf. "Hm? Ausnahmsweise mir willst Du jetzt davon berichten, daß die Erfindung des Dynamits dereinst einer aleatorisch stattgefundenen Begebenheit zu verdanken ist?"
"Nun red' mal nicht so geschwollen daher, ja!" wurde ich angeblafft. "Mach Dich mal fix auf den Weg zum Duty-free-shop! Dort holst Du mir eine Flasche Aquavit, okay? - Als stimulierenden Beistand, damit ich dann anschaulicher zurückblicken kann." -
O heilige Birgitta von Vadstena! - Urplötzlich sollte hier nun der Alfred Nobel als abgründig düster Gestalt annehmen? -  Solch eine sensationelle Story hatte ich ganz gewiß nicht erwartet, als ich mir vor kurzem diese Reise nach Schweden zum Ziel gesetzt hatte, um vor Ort eventuell so einiges über den einstmals angeblich so selbstquälerisch empfundenen Bekenntnisdrang des schwedischen Romanciers August Strindberg zu erkunden ... -
Aufgewühlt sauste ich los, um dann zehn Minuten später mit der zuvor eingeforderten Flasche Aquavit wieder im Aufenthaltsraum des Fährdampfers zu erscheinen. "Gläser dafür waren dort leider nicht zu erwerben", gab ich Per-Olov zu verstehen.
"Gib schon her, ich brauche kein Glas!" ließ er mich wissen - riß mir die Flasche aus der Hand, öffnete den Verschluß - und gluckernd flutete der Inhalt, nun hoffentlich hilfreich für eine Geheimnisse lüftende Darlegung, trinkfreudig seine Kehle hinab. -
Nun, eingedenk dessen betrachtete ich's jedoch als gegeben, daß mir ein hochgestimmter Trunkenbold gleich eine unglaubliche Geschichte zum besten geben würde.
"Jetzt hör' mir 'mal gut zu, ja?" wurde ich vorab ermahnt: "Weltweit ruft es noch immer Bewunderung hervor, wenn wieder einmal jemand mit einem Nobelpreis ausgezeichnet worden ist! - Das leitet Prestige in die Wege und allerhand Bares auf's Konto! - Aber wie es dereinst dazu gekommen ist, daß solch eine Lobpreisung Wirklichkeit werden konnte, das weißt Du sicherlich ganz bestimmt nicht! - Denn in dieses durchaus geheimnisumwitterte Ereignis sind ja bisher nur ganz wenige, ausschließlich die vom Familienclan als absolut charakterfest und auch vertrauenswürdig einzuschätzenden Personen eingeweiht worden!"
"Oh! - Darin bist demnach auch Du willkommen geheißen worden?" horchte ich tief beeindruckt auf. - Erwartungsvoll auf meinem plastikbespannten Sitzmöbel herumrutschend, wollte ich jetzt unbedingt herausbekommen, was sich da einstmals so spektakulär ereignet hatte: "Per-Olov, ein Vorschlag zur Güte: Im Duty-free-shop sah ich vorhin noch acht Flaschen Aquavit im Regal stehen! Und ich bin unverzüglich gern bereit, für ..."
"He! Für wen oder was hältst Du mich?" raunzte er mich aufgebracht an. "Sehe ich in Deinen Augen aus wie ein erbarmungswürdiger Saufbruder?"
"Nein! - Aber ich würde doch gern herausfinden - äh - stichhaltig auf dem laufenden sein ..."
"Nun beruhige Dich erst einmal - ja? - Denn alles wird - das versteht sich von selbst -, korrekt und gesittet der Reihe nach entschleiert." Und wie nach innen gerichtet, nahm er sogleich bedeutungsvoll Haltung an: "Nun ja, da denke ich jetzt geschlossenen Auges zurück ... Und finde mich ein auf dem Hintergrund einer wahrlich turbulenten Epoche!" brach es pathetisch aus ihm heraus. "Und wer ist dort wirklichkeitsnah zugegen? Fürwahr: Der unruhige Forschergeist Alfred Nobel! - Als Jüngling war mir zu Ohren gekommen, daß Onkel Alfred im März 1863 in Stockholm die fünfundzwanzig Jahre jüngere, einst bildschöne Inga Engstroem kennengelernt hatte. - Und angeblich leidenschaftlich ergriffen, soll er dieser Dame sofort einen Heiratsantrag gemacht haben!"
"Eine etwas leichtsinnig vom Stapel gelassene Gefühlsduselei!" mußte ich unbedingt anmerken.
"So kann man's wohl wahrlich bewerten", erhärtete Per-Olov meine Bedenken. "Und holterdipolter ist dieses Mädel dann wohlüberlegt bei ihm eingezogen, in sein pompöses Domizil, am exklusiven Stadtrand von Stockholm."
"Auch das noch!" konnte ich nicht umhin zu bekunden.
"Wohl wahr!" nickte Per-Olov mir zu. "Wie Du es vermutlich schon ahnst, war diese Liaison nicht von Bestand: Denn Inga entpuppte sich baldigst als einfältig, kindisch und aufsässig. - Der Onkel Alfred hatte in Kürze die Nase gestrichen voll, wie man so sagt. Und hat dann mißgestimmt versucht, dieses unleidliche Zuhause in einem berüchtigten Stockholmer Nachtlokal zumindest für einige Stunden aus dem gedemütigten Bewußtsein zu verbannen."
"Bejammernswert ... Und dann?" forschte ich sensationslüstern lauernd.
"Ist alles gescheitert - in die Brüche gegangen!" betonte er's grinsend.
Unruhig ausharrend, tippte ich ihn nun erwartungsvoll an: "Per-Olov, in etwa vierzig Minuten haben wir Göteborg erreicht! Spann mich nicht länger auf die Folter. - Was geschah dann?"
"Nun, der Onkel Alfred stand eines Abends, zu vorgerückter Stunde, angeblich leicht alkoholisiert vor der Haustür seines Palais. Die Inga war zwar im Haus; hatte aber, gereizt und zunehmend verdrossen, die Tür zum vordem doch so familiären Daheim anscheinend beinahe bollwerkartig verbarrikadiert!"
"Mein Gott! Ich ahne das Schlimmste, der Untergang des Hauses Nobel!" brach es beeinflußt aus mir heraus, da sich ein beinahe vergleichbares, dereinst von Edgar Ellen Poe beschriebenes Geschehen spontan vor meinem geistigen Auge beunruhigend verlebendigte.
"Da bist Du jetzt ziemlich nah dran!" erhärtete Per-Olov mein visionäres Empfinden. "Denn der Onkel Alfred hat daraufhin zornig kehrtgemacht, ist wutschnaubend in sein Chemielabor gestolpert - und hat dort sogleich 75% Nitroglyzerin und 24,5% Kieselgur mit 0,5% Soda zusammengemixt ..."
"Nein!!" unterbrach ich ihn aufstöhnend.
"... und ist dann gleich darauf mit diesem hochexplosiven Gemisch", erzählte er jedoch unabgelenkt weiter, "das später als sogenanntes Dynamit ja welterschütternd Furore gemacht hat, nun stockwütend zur kaltschnäuzig verrammelten Haustür marschiert!"
Mir stockte der Atem ... "Ein unbeherrscht aufloderndes Gebaren!" wandte ich baß erstaunt ein.
Kopfnickend wurde mir zugestimmt.
Bestürzt forschte ich weiter: "Mein Gott! Unglaublich ... Das hatte doch todsicher schreckliche, katastrophale Folgen?"
"Beileibe, das auch - und später ja weltenweit durchaus bedeutsame!" ließ er's gewichtig anschwellen.
"Weltweit bedeutsame?" murmelte ich, bisher noch uneingeweiht ...
"In der Tat!" nickte Per-Olov mir zu. "Denn unser an und für sich stets mildtätig zu gewärtigender Onkel Alfred, er hat ja bald darauf sein so heißblütig zum Ausdruck geratenes Handeln bitter bereut! - Und die zwangsläufig aufkeimenden Gewissensbisse haben wahrscheinlich so viel bewirkt, daß er vor seinem Ableben in San Remo noch testamentarisch angeordnet hat, daß ab 1901 ein finanziell hochdotierter Preis den wirklich herausragenden Persönlichkeiten des jeweiligen Zeitgeschehens aufhorchen lassend zur Ehre gereichen sollte!" -
Unglaublich! - Noch immer hochgradig ergriffen, schaute ich nachdenklich zu ihm auf: Der Onkel Alfred! - Und die dank seiner Existenz dereinst so beeindruckende Entstehung des ja noch immer weltweit tosenden Beifall hervorrufenden praemium Nobelianum - !          -
In der Zwischenzeit hatten wir den dichtbevölkerten, rundum mit Lärm erfüllten Aufenthaltsraum des Fährdampfers verlassen - und standen nun fröstelnd im Außenbereich an der Reling ...
Per-Olov nahm einen aufmunternden Schluck aus der inzwischen inhaltlich fast zur Neige gegangenen Aquavit-Flasche. - Kreischend und freßlüstern lauernd, begleiteten uns nun auch zahlreiche Möwen, als mein Reisegefährte sich aufs neue zu Wort meldete: "Ach ja, es gab auch schon namhafte Personen, die diesen Preis abgelehnt haben!"
"Wahrhaftig! - Und das bleibt ja auch unvergessen", pflichtete ich ihm kopfnickend bei. "Denn bereits 1964 verweigerte der französische Philosoph und Schriftsteller Jean-Paul Sartre - warum auch immer? - diese Belobigung seiner Person durch eine derartige Glorifizierung."
"Naja, vielleicht war der Franzose nicht ausreichend genug selbstverliebt?" mutmaßte Per-Olov nüchtern. - Um gleich darauf noch schelmisch hinzuzufügen, daß immerhin vor einigen Jahren dieser prominente deutsche Schriftsteller solch eine Auszeichnung als eine unzumutbare Gewissensqual demonstrativ von sich gewiesen habe!"
Diesbezüglich erstaunt, blickte ich ihn daraufhin neugierig geworden an: "Das ist eigentlich schwer vorstellbar ... Wer sollte das denn gewesen sein?"
"Den Namen des Mannes habe ich leider vergessen." rief er mir zu -  ein kraftvoller Wind beeinträchtigte unseren Plausch. "Hm? - Gleichlautend ist es in Deutschland die Bezeichnung für diese Feld- und Wiesenpflanzen!" versuchte er's zu verdeutlichen.
"Du sprichst in Rätseln, Per-Olov."
"Ernsthaft? - Vielleicht erinnerst Du dich aber daran, daß damals viele Zeitungen und Zeitschriften diese schriftlich formulierte Verweigerung des Autors ja veröffentlicht haben - nein, nicht?"
"Nee, eigentlich nicht ..."
"Das nehme ich Dir nicht ab!" wurde ich angeblafft. "Aber wenn es tatsächlich so sein sollte, dann spitz jetzt einmal sensationslüstern die Ohren! Also: Verwundert nahm unser Stockholmer-Nobelpreis-Komitee dereinst diese schriftlich übermittelte Verweigerung des besagten Romanciers zur Kenntnis; in welcher geharnischt zum Ausdruck gegeben worden war, daß solch ein Preis, derart grässlich und auch beunruhigend beseelt mit dem höllischen Brandmal einer zerstörerischen Inhumanität, für ihn bedauerlicherweise als absolut unzumutbar zu gewärtigen sei. - C'est un Désagrèment, Monseigneur! Ja, mit genau diesen Worten endete die ablehnende Aussage des Herrn G.", betonte Per-Olov den Ausklang seiner aufschlußreichen Rückschau.
"Ach, die Unannehmlichkeit war damit gemeint, kosmopolitisch verfeinert", erklärte ich's grinsend. "Der Autor ist wahrscheinlich ein Kosmopolit - die dereinst vom griechischen Philosophen Diogenes so wirkungsvoll schmückend geprägte Bezeichnung für Weltbürger."
Wir waren gerade in Göteborg angekommen, hatten die Gangway des Schiffes soeben verlassen, als sich - auf der Anlegestelle des Fährschiffes -, Per-Olov nun überraschend fast schon bedrohlich vor mir in Stellung brachte: "Du bist - wie Du's erwähnt hast - ein freiberuflich tätiger Journalist! Und trotzdem warst Du mir durchaus sympathisch, das habe ich ja bereits zu spüren gegeben. Aber solltest Du jemals dreist und unverfroren all die von mir so offenherzig zur Sprache gebrachten familialen Begebenheiten in einer Deiner stets klatschsüchtigen Zeitschriften veröffentlichen, jou, dann mach Dich auf etwas gefaßt! - Was immer Du tust, Du wirst es bitter bereuen!" wurde ich, à la Sokrates, gleich einem Schierlingsbecher, schlußendlich noch sehr eindringlich unter Druck gesetzt. "Demonstrativ trennen sich dann unsere bisher so informativ doch gemeinsamen Wege!" gab er mir deutlich zu verstehen. -
Hernach trennten sich dann tatsächlich "diese Art" gemeinsamen Wege ...
Postskriptum:
Ich wußte, wen dieser Per-Olov mit seiner "angeblichen Nobelpreis-Absage" gemeint hatte. In Bezug auf die "Dichtkunst" dieses Poetenda hat der "Läster-Pabst" Wolfgang Nietschke einmal recht deutlich zum Ausdruck gegeben: 
"Günter Grass, der professionellste Langweiler der Schönen Schreibe".
Nachdenklich gestimmt, lag ich später noch stundenlang wach, im Bett eines zweitklassigen Hotels in der Innenstadt von Göteborg.   -
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Samstag, 25. Juni 2022

VERSTELLUNGSKUNST: WAHRHEIT ...

Oftmals so zweckdienlich und zweifelhaft im Gebrauch:

Auch in Bezug darauf - schon "nachforschend in Griechenland:
Neugierig und aufmerksam lauschend, befinden wir uns nun diesbezüglich - 600 Jahre vor Christi - im Garten des griechischen Lyrikers Alkaios - in Mytilene, auf der Insel Lesbos:
Denn:
      Nebst oftmals "diesem Drang zu dichten",
      da wollte er sich einst verpflichten,
      nun zielbewußt, wenn auch "verschwommen",
      der Wahrheit "auf die Spur zu  kommen".
      Falls sie von Wert und auch vonnöten,
      dann wird sie "wohl zutage treten".
      So dachte er, noch ungetrübt -
      und hoffnungsvoll erwartet schiebt
      sich auch Erkenntnis ins Gemüte -
      doch leider reift sie nicht zur Blüte ...
      Schon hat sich, was er nicht bedacht,
      die "Innere Stimme breitgemacht" ...
      Als da nun zu vernehmen war:
      Alkaios, mach dir endlich klar,
      die Wahrheit steckt stets voller Zweifel!
      Von allen Seiten anfechtbar,
      ein Für und Wider, hol's der Teufel!
      Allein "in vino veritas"
      ruht sie okkult, erkenne das!
So wurde ihm "das" damals schon bewußt, dem griechischen Lyriker Alkaios.
Nachdenklich geworden, begeben wir uns wieder zurück in die Jetzt-Zeit:
"Glaube denen, die die Wahrheit suchen, zweifle jedoch an denen, die sie (angeblich!) gefunden haben", so hat sich der Dichter und "ästhetische Immoralist" André Gide dereinst dazu geäußert. -
Der Schriftsteller Henning Mankell, er hat es einmal so zutreffend zum Ausdruck gegeben:
"Die Wahrheit ist immer provisorisch und veränderbar".
Und oftmals so "hilfreich außer Kurs gesetzt" - in den  Bereichen all dieser "politischen Machenschaften!"
Ein dort wohl tagtäglich praktiziertes "Ablenkungsmanöver" ...

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