Sonntag, 6. Juni 2021

Eine "schamlos schlüpfrige Literatur" - ?

Die gab und gibt es, "zumeist als verschleiert sich offenbarend", leider noch immer zuhauf!  - Nun "das hinterfragend", beschäftigten sich dereinst einige Literatur-Wissenschaftler, in einem unermüdlichen Bestreben, das Wesen und die Geschichte der Literatur wissenschaftlich tiefgreifender zu erfassen. -
Ja, dort ist man offenbar seit Urzeiten darum bemüht, Text-, Stoff- und Motiverzählungen, inklusive der Lebensgeschichte des jeweiligen Dichters, Neigungen, Sinnenlust und mancherlei Regungen mehr, nun doch einmal konsequent "zu entschleiern". -
Mein Gott! - Warum das?
Weil man in diesen erhabenen Sphären der wissenschaftlichen Forschung dieses nachfolgend erwähnte, ja so unverblümt die Lust betonende Poem, nun doch als eine recht wollüstige Verstiegenheit klassifizieren wollte.
Jedoch, trotz allem von etlichen Zweifeln geplagt, fragt man sich dort seit Monaten: Sind diese schlüpfrigen Zeilen eventuell schon zuzeiten des Herrn von Goethe zu Papier gebracht worden?
Insofern, als die darin erwähnten Ledersitze wohl auch dem einstmals gebräuchlichen Verkehrsmittel Kutsche zugeordnet werden können?
Hm?  -  
Beurteilen Sie das freundlicherweise jetzt einmal "so ganz für sich selbst".
Als da zum Ausdruck gebracht worden war:
-
Sie werden rot und rundum warm. 
Sie ruhen lustvoll Arm in Arm,
um Leidenschaften wild zu stillen, 
in unerforschten Zauberhüllen.
Erregt beginnt man bald zu schwitzen, 
mit bloßer Haut auf Ledersitzen.
Die aufgeblühte Jugendkraft, 
gleicht einem Pfirsich - voller Saft.
Verlangend suchen pralle Lippen, 
vereint am Kelch der Lust zu nippen.
Für fremde Blicke zu ertragen, 
denn alle Scheiben sind beschlagen.
Man hat dort keinerlei Bedenken,
so Leib und Seele zu verrenken.
Mit stetem Drängen, Zittern, Drücken, 
gestreckt das Bein, gekrümmt der Rücken,
gestaltet sich barockes Treiben,
als wolle man sich einverleiben!
Es sei verziehen, daß ins Kleine,
hier Liebeslust erniedrigt scheine.
Nein, Phantasie in höchsten Flügen, 
sie strengt sich an, dem zu genügen.
Spricht jemand vom Gedeihen der Sünden,
wird er solch Treiben gräßlich finden ...
Doch gilt es tunlichst zu beachten:
Enthaltsamkeit wird endlos schmachten!   -
-
Nun denn, da sei noch bemerkenswert erwähnt:
Siegmund Freud, der bekannte österreichische Neurologe, er verdeutlichte dereinst durchaus besorgniserregend: 
"Diese unausbleiblichen Folgen eines verdrängten Sexualtriebes!"
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