Montag, 18. Juni 2018

Namhaft, berühmt und bewundert ...

Ja - gleichwohl,
sich dennoch ein sogenanntes Pseudonym sachdienlich zunutze machen zu wollen, das genießt nach § 12 des BGB immerhin ganz und gar Rechtsschutz - und ist seit dem sechzehnten Jahrhundert weltweit zu einem literarischen Trend gediehen.
Wir erinnern uns sogleich an: Moliere, Novalis, Lenau, Stendhal, Mark Twain, Maxim Gorkij, Arsinoe, Tarzan, Micky-Mouse und einige andere inzwischen namhaft gewordene Persönlichkeiten.
Ja - und beachtenswert ist immerhin, daß da in Annäherung an diese als brauchbar erwähnte Maskierung es wohl nicht so ganz auszuschließen ist, daß sich bereits vor etwa 235 Jahren, vermutlich 1785, ein gewisser Wolfgang Amadeus Mozart in der österreichischen Stadt Wien dereinst auch einer solchen Tarnung bedient hat, um diese verlockend köstlichen, beinahe weltweit erhältlichen Schokoladenkugeln unbedingt schon zu seiner Zeit als unendlich gewinnbringend kommerzialisieren zu können ...
Die Mozart-Kugeln!
Denkbar ist's allemal - wir wissen es aber leider nicht so verbürgt. -
"Nomen est omen“, das verdeutlichte schon einstmals bedeutungsvoll der Titus Maccius Plautus, ein römischer Lustspieldichter aus Umbrien in seinen bereits 170 Jahre v. Chr. als „Persa“ publik gewordenen Schriften. Was ja mithin besagt, daß in der Namensgebung unglücklicherweise auch eine nicht immer Erfolg versprechende Vorbedeutung mitenthalten sein könnte.
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Informativ und wohl auch beachtenswert, ist folglich ein erst vor kurzem in einer stadtbekannten Berliner Weinstube belauschtes Zwiegespräch zu beherzigen:
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„Oh! Sie heißen wirklich Goethe?
Bringt das nicht gewisse Nöte, wenn man, trotz der späten Stunden,
noch immer keinen Reim gefunden?“
„Nein, ich kann mich nicht beklagen!
Denn an milden Sommertagen, ist mir - völlig ungezwungen -
oftmals Reim auf Reim gelungen!
Um meinen Onkel, Karlchen Kant, der einst das Wortgefecht erfand,
wurde es, wie bei Bernd Schiller, schon seit Wochen merklich stiller.
Ja, und der Harald Hölderlin, der hatte neulich, wie mir schien,
hier, wie auch an anderen Orten, sehr viel Kummer mit den Worten!
Letztlich wird es wenig sagen, daß wir große Namen tragen ...
Erwähnt sei da auch meine Tante,
die sich einst dummdreist Puschkin nannte!
Diese Frau hat, ungehobelt, oft literarisch ‘rumgeknobelt,
ob man nicht, wie auch Fontane, Tiergeschichten und Romane ...
Summarisch ging das voll daneben, 
denn ihr textverwirrtes Streben formte keinerlei Akzente!
Und wortlos ging sie dann in Rente."
"Ach ja, da ist man wohl überaus geltungsbedürftig!
Hm, als bisher namenloser Mann, bin ich da bisher besser dran," das ließ er letztlich verlauten, der einem bekannten Literaturkritiker fast zum verwechseln ähnliche Weinstuben-Gast. 
- -
Erstaunt, amüsiert und ergriffen, verließen wir bald darauf schmunzelnd diese fabulierfreudig anmutende Destille. - Und urplötzlich begann nun mein Freund, der Geschichtsforscher Gavrilos schwärmerisch trunken einen reizvollen Absatz aus Puschkins Roman in Versen „Eugen Onegin“ zu deklamieren: „Der Chor der Dichter zischt und kräht, - Gott nein, wie doch die Zeit vergeht!“ so tönte es damals - auf dem Weg zur Einkehr in den Bannkreis der "Kulturkneipe Zwiebelfisch" am Savignyplatz - laut und gewichtig in das nächtliche Berliner Treiben hinein ...
-
***

Freitag, 15. Juni 2018

Eine (erfolglose?) väterliche Belehrung ...

Ja, so war's zu vernehmen ...
Und das nachfolgend beschriebene Erlebnis hat sich bereits im letzten Jahr, im Monat September in Oudekerk, dem holländischen Städtchen an der Amstel abgespielt. -
Da mir der herzenswarme Bannkreis der Familie damals davon abgeraten hatte, diese Begebenheit je zu veröffentlichen, auch Takt und Seriosität wurden bedenklich angemahnt, habe ich daraufhin monatelang gezögert, das seinerzeit miterlebte Geschehen stillvergnügt auszuposaunen. -
"Homo sum: humani nil a me alienum puto - Ich bin ein Mensch: nichts Menschliches ist mir fremd", hat er einstmals lebensklug ausgerufen, der römische Dichter Publius Terentius, genannt Terenz ...
Und eingedenk dessen, will ich's nun doch nicht für mich behalten, das damalige Ereignis:
Wie bereits schon in vielen Jahren zuvor, waren wir wieder einmal mit der Motoryacht Popeye auf den holländischen Wasserstraßen unterwegs - und in der bereits oben erwähnten Ortschaft Oudekerk abends vor Anker gegangen. - Neben uns hatte ein deutsches Ehepaar mit einem Mietboot festgemacht. Als dort der etwa 10-jährige Sohn mit seinem Vater die Bootsleinen befestigte, stolperte der Knabe plötzlich über das straff gespannte Seil, fiel auf die Knie - und gab mit einem lauthals gerufenen "SCHEISSE!" sein schmerzhaftes Leiden zum Ausdruck. - Der am Uferrand stehende Vater blickte erstarrt nach oben - und mit einem drohend erhobenen Zeigefinger wurde der Filius mit den folgenden Worten sogleich zur Besinnung gebracht: "He! Jetzt hör' mir 'mal gut zu: Man sagt nie und nimmer Scheiße!! Beherzige das! Kapiert?" - "Ja - nee, warum?" stöhnte der Knabe schmerzbewegt auf. - "Warum? Fragst Du da ... Mein Gott, weil dann die ganze Bildung wohl deutlich vernehmbar im Arsch ist, Du taube Nuss!" wurde klarmachend kein Blatt vor den Mund genommen. -
Eine Brise kräuselte das Wasser des Flusses und die Sonne näherte sich immer näher dem Horizont ...
"Tja, da offenbart sich die bisher angereicherte Vielfalt der Ausdruckskraft nun auflodernd aus der Tiefe all der derzeit so lebensnah angereicherten väterlichen Empfindungen", murmelte Ulrike, während ich schmunzelnd zwei (stillose) Gläser mit einem (exquisiten) französischen Rotwein füllte. -
tot ziens ...
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Dienstag, 29. Mai 2018

Diese fragwürdige Prominenz im TV ...

Ja doch, da zeigt man sich gern so ganz und gar überhöht -
als "Star" oder bisher noch immer ein "Sternchen".
Quotengenötigt von einer der Fernsehanstalten eingeladen, setzt man sich dummstolz in Positur und schwatzlüstern in Szene - berauscht von der Apotheose eines schier unvergleichlichen Ichs.
Nun denn: "Prominenz", die lateinische Benennung für hervorragende Persönlichkeiten, sowohl auch für all die zumeist selbstverliebt und geltungsbedürftig in Erscheinung tretenden Möchtegern-Berühmtheiten, nebst eines oftmals nicht spurlos zu verhindernden arrogantia et inscius ...
Tja, Arroganz ist, so sei's einmal schnippisch zu spüren gegeben, wohl gar nicht 'mal selten auch als "die Perücke geistiger Kahlheit" zu gewahren. -
"Ach, vermutlich fragt sich manch einer von Ihnen späterhin oftmals kopfschüttelnd, wie man vorab ein einigermaßen annehmbares Dasein denn überhaupt bewältigen konnte?" dermaßen bespöttelte neulich ein bekannter (prominenter) Satiriker einige der anwesenden Stars und Sternchen in einer sogenannten Talkshow. - "Nun hat sich ja alles paradiesisch vergoldet - und Sie haben doch gewiß schon ein über Ihr nunmehr so unvergleichbar schillerndes Vorhandensein Auskunft gebendes Buch dabei, also anheischig machen wollend hier in Bereitschaft!" brach es mißbilligend aus ihm heraus.
Das hatten sie selbstverständlich eilfertig parat ...
(Dem Ghostwriter sei Dank.)
Zugegen im lustvollen Miteinander der Selbstbeweihräucherung. 
"Ja, da lobt man sich, gesund und munter, stets einen nach dem anderen runter!" so hat es der Autor und Kabarettist Wolfgang Nitschke handfest und ausdrucksvoll gekennzeichnet.
Wohingegen das unaufdringlich geartete Verhalten einiger (nur wenige) - der ebenfalls in Gunst und Geneigtheit stehenden Persönlichkeiten -, erfreulicherweise all das so wichtigtuerische Gefasel hin und wieder beachtenswert ausbalancieren; offenbar ganz unbelastet von dieser Selbstverliebtheit, gefallsüchtig solch ein "unendliches Ich" (Robert Gernhardt) derart überbetont der Öffentlichkeit anpreisen zu müssen.    
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Fast schon ein wenig befürwortend, so hat's der französische Philosoph Voltaire wohl dereinst schon recht zutreffend zum Ausdruck gegeben: "Die Eigenliebe ist das Instrument der Selbsterhaltung".
Und gleichbedeutend sei darum hier noch apostelhaft hinzugefügt: Selig sind die "Armen im Geiste", denn ihrer ist jetzt schon auf Erden das Himmelreich.
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Nota bene:
Der französische Kunstkritiker Octave Mirbeau philosophierte in diesem Zusammenhang einmal über eine Art "selbstgefällige Unfähigkeit".
Und:
In seinem Buch "Seichtgebiete" gibt der Autor Michael Jürgs einen tiefschürfenden Einblick in das geistesarme Beisammensein "der Eitelkeit" inmitten all dieser "prominenten Nullnummern".
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Noch etwas kommt da nachdenklich stimmend hinzu:
In neuzeitlichen Talkshows wird uns ein Sprachverhau zugemutet, der an Flauberts Behauptung zweifeln läßt, dass "die Sprache das erste Genie eines Volkes ist", kritisierte einst Andreas Altmann das dargebotene Formulierungsgeschick in der TV-Manege Geltungssucht-Striptease.
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Und in dieser Verquickung all dessen, da bleibt mir nun doch in Erinnerung, daß mein Patenonkel seinerzeit einmal kopfschüttelnd zu spüren gegeben hat: "Mein Gott! Diese ungebildete Vielfalt!"
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Freitag, 25. Mai 2018

Joachim Ringelnatz - der "Kuttel Daddeldu" ...

"Ein kerniges Hamburger Weibsbild besucht -
und über die lästigen Folgen geflucht!"
Hm?
Ringelnatz - und seine Gedichte,
die heiteren, die derben - und wohl auch besinnlichen. -
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Nun ja, zugegeben: Die nachfolgende Versdichtung habe ich liebevoll neubelebt und "ausufernd" erweitert ...
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"Da sei doch -
wie er es untrüglich glaube -
ein Nagel verliebt in eine Schraube":

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Und seit Tagen habe er's schon belauscht,
wie der sich am Anblick der Schraube berauscht.
So lüsternen Blicks ihr Gepräge anstierte -
und neidvoll erregt das Gewinde fixierte.
Die Schraube schien aber mitnichten bereit,
ihr Ausdruck war Leidenschaftslosigkeit.
Und solch ein Gebaren verdeutlichte ihm:
Wir beide werden wohl niemals intim.
Blasiert und gefühllos entfernte sie sich,
ließ stahlhart den lüsternen Nagel im Stich.
Er, der die Leiden der Liebe gekostet,
ist bald darauf voller Kummer verrostet.
 -

-
Joachim Ringelnatz, Poet und wohl auch "Wissenschaftler". 
Hier mit einer mathematisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnis: 
Denn bedeutungsvoll war's, als er 'mal beschrieb:
"Das Entscheidende sind ja die Löcher im Sieb!"
-
Auch das noch:
"Da ging einst im Bett eine Wanze,
bei 'nem älteren Herrn gleich aufs Ganze!"
-
Des weiteren:
"Im Bereich der Erkenntnis erhellt sich auch das:
Selbst Vegetarier beißen nur ungern ins Gras!"
-
Verzweifelt:
"Ein Meerschweinchen rannte nervös hin und her,
instinktiv mit der Frage: Wo ist denn das Meer?"
-
Festlich gemeint:
"Wenn der Osterhase wieder da hinten presst,
dann ist es im Anmarsch, das Osterfest!"
-
Daddelduristisch:
"Saß auf 'ner Bank 'ne alte Schrulle,
die so etwa sechzehn war.
In der Hand 'ne Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war."
-
Und nun "Kuttel" so höchstpersönlich:
"Einst war ich verliebt, in eine Maid in Berlin.
Die Liebe war aufrichtig, wie's mir erschien.
Und darum wollte ich ihr - ohne Bedenken -
eine Kachel aus meinem Ofen schenken."
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Joachim Ringelnatz: Seemann, Artist und Poet.
1934 im Alter von einundfünfzig Jahren verstorben.
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Montag, 21. Mai 2018

Damals - mit Sir Peter Ustinov ...

Per Zufall in Zürich!
Für mich ein bedeutungsvolles Beisammensein. -
Am Nachmittag, im hauseigenen "Miro-Garten" der Kunsthalle ...
Als ein Überblick dessen, da sei hier nun so einiges komprimiert zum Ausdruck gegeben:
"Ein Pessimist lacht höchstens so, daß es keiner bemerkt", gab er mir schmunzelnd zu verstehen, als wir - nach einem gemeinsamen Besuch in der Kunsthalle (Plastiken von Alberto Giacometti) - noch angeregt plaudernd beisammen saßen.
Und ...
"Wo man nicht lacht, da laß Dich niemals nieder! Denn das Dasein zeigt sich dort zumeist nur bieder." fügte er schelmisch dreinblickend hinzu.
Nun, dessen war ich mir seit langem durchaus bewußt, derzeit bühnenaktiv, und als Glossenschreiber, der hin und wieder Lesungen in Szene zu setzen gedachte. - 
"Ach, da hüte Dich vor der sich bedauerlicherweise ja oftmals in Rufweite vergegenwärtigenden Mittelmäßigkeit!" wurde es mir als beachtenswert nahegelegt. - "Eine zufriedenstellende Erkenntnis wird es wohl irgendwann sein, daß man sich nur einem kleinen Kreis von Lesern verständlich machen kann", ließ er mich abgeklärt wissen. Um dann noch lachend hinzuzufügen: "Aber zum Glück gibt es ja immer noch neugierige Leser, wie es der Schweizer Verleger Daniel Keel vor kurzem hoffnungsvoll zur Sprache gebracht hat, als wir im Restaurant Kronenhalle über anspruchsvolle Literatur diskutierten". -
All das ließ er mich lebenserfahren wissen, der Autor, Regisseur und Schauspieler Peter Ustinov, bevor wir uns spätnachmittags, im August 1984 in Zürich voneinander verabschiedet hatten.
Wohl wahr, das wird mir doch stets in Erinnerung bleiben. -
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Samstag, 19. Mai 2018

Die Heimsuchung von all diesen Quälgeistern - !

Neulich - und zunehmend ärgerniserregend im Hinblick dessen ...
Anheimelnd zuvor:
Denn ein aromatisch mundender Wein, ein 1995er Chambertin "Clos de Bèze" Gran cru, er gab mir eine angenehme Art von "Geleit", als ich mich in das von Jean-Paul Sartre einstmals geschriebene Drama "Die Fliegen" (Les Mouches) momentan lesend vertieft hatte. -
Vielsagend anklingend an die griechische Mythologie, thematisiert hier der einst als "maître àpenser" lobpreisend benannte "Vordenker" in dieser Lektüre unter anderem all die wohl lebensnotwendigen Belange und wohl auch Bedeutsamkeiten von "Freiheit" und "Hoffnung" ... 
Ein Überblick: "In der antiken Stadt Argos wimmelt es fortdauernd peinigend von Fliegen." 
Ein Leitfaden - hinsichtlich des dramatisch verlaufenden Geschehens. -
Ach ja, apropos Fliegen:
Wußten Sie schon, daß es so etwas tatsächlich gibt? Diese aus meiner Sicht als "hinterhältig" zu bewertenden, sogenannten "Van-der-Waals-Kräfte", also "Anziehungskräfte"; mit deren Hilfe die lästigen Viecher auch Hals über Kopf einen Halt an Zimmerdecken und spiegelglatten Oberflächen zu meistern wissen. - Bevor sie dann nervend um uns herumschwirren und alsbald die Speisen auf dem appetitlich gedeckten Abendbrottisch belagern.
Insbesondere all diese widerwärtigen "Schmeißfliegen"; wir Neolatinistiker reden da wissenschaftlich und gern etwas selbstgefällig, von einer penetrant aufdringlich attackierenden "Calliphoridae". Ein stahlblau fluoreszierender Brummer, dessen Lebensabschnittsgespielin immerhin bis zu dreihundert Eier als bedrohlichen Nachwuchs erzeugt; Initialstadien, die bereits 24 Stunden später als ekelerregende Maden ... Man mag gar nicht daran denken! -
Auch nicht daran, daß da irgendwann verträumt durch die Landschaft stolpernde Tierphysiologen so unüberlegt und verniedlichend eine der Spezies dieser Quälgeister als "Stubenfliege" benannten. - Stubenfliege!
Der Inbegriff "gute Stube", bisher ja noch immer als stets "heimelig" empfunden - als eine rundum beglückende "Wohn-Wohlfühl-Sensualität"!
Und dann (man will es nicht wahrhaben wollen!) diese vernunftwidrige Kennzeichnung derartig kontinuierlich piesackender Eindringlinge.
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Beunruhigt blickte ich nun in das vor mir stehende, sich inhaltlich noch etwa dreiviertelvoll darbietende Weinglas; in dessen Substanz eine wahrscheinlich über kurz oder lang mit dem Tode ringende Fliege jetzt hektisch eine Mitleid erregende Willenskraft offenbar werden ließ. - Hm? - Nun ja ...
"Leben, das heißt überflüssig zu sein!" ("la vie, c'est-à-être redondant") das hatte er ja dereinst so unbarmherzig zum Ausdruck gebracht, der stets nachdenklich stimmende Philosoph Sartre ...
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Donnerstag, 17. Mai 2018

Sie lagen vor Madagaskar ...

Angeheuert auf unterschiedlichen Schiffstypen, hatte er einstmals vier Jahre lang - unter nicht immer erfreulichen Bedingungen -, all die Weltmeere befahren, der 1883 in Würzen bei Leipzig geborene Hans Bötticher. -
Populär geworden als Joachim Ringelnatz - oder auch Kuttel Daddeldu, als der er sich später, bereits bühnenaktiv, herz- und scherzhaft in Szene zu setzen verstand.
-
In einer Art Rückschau auf das damalige Seemannsleben, sei hier nun die folgende Begebenheit uns allen noch einmal so einigermaßen illustrativ vor Augen geführt:
Nachweislich war es im April 1903, als man anwesend an Bord eines arg heruntergekommenen Frachters, der vor kurzem den Indischen Ozean durchquert hatte, hernach in die sogenannte Straße von Mocambique gedampft - und schon bald darauf in der Hafenstadt Majunga (auf der Insel Madagaskar) dort dann vor Anker gegangen war, nun endlich ein wenig zur Ruhe kommen durfte.
Genußfreudig Wein trinkend - und dabei unbewegt auf das hektische Treiben der Hafenarbeiter starrend, hockten dereinst der Seemann Hans Bötticher (Joachim Ringelnatz) und sein langjähriger Seeweggenosse Emil Kallotschke auf zusammengerollten Schiffstauen draußen im hinteren Oberdecksbereich des rostigen Seelenverkäufers ...
Ein belebender und zunehmend auffrischender Wind verdrängte die nun seit einigen Stunden aufgestaute Sonnenglut, als sich dort oben irgendwann der folgende Dialog entfaltete:
-
„Hm? - Was wohl mein Trinchen bei uns daheim gerade so alles veranstaltet?“ brach es hinterfragend aus dem Gefährten Emil heraus.
„Wer is’n Trinchen?“ horchte der Hans daraufhin auf.
„Meine Verlobte - bei uns, in Berlin!“ ließ ihn der Emil wissen.
„Vergiß sie! - Wahrscheinlich hat die schon längst ‘n Anderen.“ bekam er leidenschaftslos zu hören.
„Mensch, spinnst Du, Hannes? - Die is’ mir doch treu ergeben!“ war Emil jedoch davon überzeugt.
„Na bitte, dann is’ doch für Dich noch alles bürgerlich bestens.“ wurde ihm unberührt zugeraunt.
„Hoffentlich - na ja, ich muß ihr wohl doch ‘mal schreiben.“ bedachte es Emil.
„Klar - ist ‘ne gute Idee, Emil!“ daraufhin achselzuckend Hans.
„Nee, kann ich aber nich’ - denn mir fällt da partout nix ein!“ brach es hilfebedürftig aus Emil heraus.
„Dann laß es doch bleiben, Du Simpel!“ wurde ihm fast wegwerfend erwidert.
„Nee - aber Du bist doch so’n Dichterling! Da kannste mir doch für sie ein paar warmherzige Zeilen aufkritzeln.“ flehte ihn Emil daraufhin an.
„Hm, was willst Du dem vergötterten Mädel denn unbedingt mitteilen?“ wurde kameradschaftlich hinterfragt.
„Na ja, nur so ‘n freundlichen Gruß aus der Ferne. Einfach so ‘ne Art Lebenszeichen - verstehste?“ gab Emil nun grinsend zum Ausdruck.
„Na gut, ich schreib’ Dir nachher dafür 'n mittelprächtig passenden Text.“ wurde sein Wunsch erhört.
„Toll, da bin ich Dir wirklich dankbar - und werd’ mich dafür auch demnächst erkenntlich  zeigen!“ strahlte ihn Emil hocherfreut an.
-
Dem inhaltsreichen Archiv einer Berliner Kleinkunstbühne ist‘s zu verdanken, daß auch die folgenden Zeilen, einst handgeschrieben notiert auf einer inzwischen schon arg verblichenen Postkarte, gottseidank lesbar erhalten geblieben sind:
-
Mein liebes Trinchen!
Wenn die Sonne netzt die Fresse,
hebt das mein Sein - und tilgt die Blässe.
Ein Wohlgefühl verschafft der Wein,
belebt sogar das "dritte" Bein.
Schon stehst Du mir entblößt vor Augen,
auf ewig mein - in treuem Glauben.
Das hofft - zur Zeit am Arsch der Welt -,
Dein Emil, der stets zu Dir hält.
-
Tja, der nicht selten so spitzzüngig textende "Joachim Ringelnatz", schon einstmals im Knabenalter als ein "Schulrüpel ersten Ranges" apostrophiert.
-
***

Samstag, 12. Mai 2018

Die idyllische griechische Insel TINOS ...

Dort ist auch die "Vergangenheit" sichtbar geworden:

-
Sagenhaft - !
Denn da ermöglicht ein wahrhaft gigantisches Fossil 
einen ungewöhnlichen, wie wohl auch beachtenswerten Einblick 
in die orakelhaften Sphären der griechischen Mythologie:
Dieser im Laufe der Zeit versteinerte Backenzahn
 des einstigen Titanen Kronos,
Sohn des einstmals gebieterisch in Erscheinung tretenden Uranos 
und seiner stets gottergeben zu ihm aufschauenden Gemahlin Gäa - 
Allmächtige des ältesten, griechischen Göttergeschlechts ...
Der Zahn:
Anno dazumal (noch immer unübersehbar!) von fauligem Karies
befallen, bleibt da ein schmerzhaftes Nachempfinden
 für so manche Betrachter wohl doch nicht aus.
Und schon wird das zeitlos Ewige im Mythos postum
zu einer heimgesucht werdenden Wirklichkeit.
Greif- fühl- und wahrnehmbar auf der griechischen Insel TINOS.
-
"Und unter Toben und Gebraus
geschah es dann: Er fiel heraus!"
mutmaßte einst, diesbezüglich,
schmunzelnd
der Wilhelm Busch.
-
Foto: Ulrike Schäfer.
-
***



Mittwoch, 9. Mai 2018

Griechische Psycho- und Ablenkungsspiele:

Stimmen weiterhin sorgenvoll ...
Wenn ja, dann ist jedoch vorab hier erst einmal ein "angesichts dessen" überdeutlich zu konkretisieren:
Denn -
das zügellose Tun der Banken,
ließ die Finanzwelt übel schwanken.
Schon kam auch in den Euro-Landen
der Wert des Geldes arg zuschanden.
Weltweit gab's auch kein Unterfangen,
die Bänker dafür zu belangen.
Verniedlichend das Wörtchen "schlimm",
gemünzt auf die vom Stamme "Nimm".
-
Seit Jahren ist ein Teil der Welt,
gebunden an das Eurogeld ...
Ein überstürzt vollstrecktes Handeln,
ließ Länder bald am Abgrund wandeln.
Folglich:
Schaut halb Europa ganz gebannt,
beklommen hin nach Griechenland ...
-
"Aha, warum?" fragt leicht befremdet der Hellene.
"Naja! Ein wenig schlitzohrig, wurde bei der Anbahnung zum Euro von den griechischen Politikern die Defizitstatistik schöngezeichnet."
"Mein Gott! Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein."
"Späterhin, dann das wiederholt nicht eingehaltene Versprechen, jetzt umgehend all die dringend notwendigen Reformen doch endlich einmal Wirklichkeit werden zu lassen."
"Wir verwahren uns gegen diese aufdringliche Einmischung in unsere politischen Gegebenheiten! - Das ergibt sich doch irgendwann gänzlich von selbst. - Panta rhei, alles fließt. Da muß man nicht uneingeweiht so taktlos eingreifen. -  Und? Was gibt es da noch unangebracht zu bemängeln?"
"Beunruhigend ist da die Wahrnehmung des im Wahlkampf gegen die EU hetzenden Radikallinken ..."
"Ach, diese lautstark hinausposaunte Ohrenbläserei des kírioß Tsipras! - Vergiß ihn! Er ist ein Unfrieden stiftender Klugschwätzer und Möchtegern. In einer doch nur ephemerisch aufflackernden Zeitspanne ... " 
"Hoffentlich! - Gleichwohl keimt da noch immer Besorgnis auf."
"Wir verbitten uns solch eine dreiste Art von Einmischung in unsere angeblich Staub aufwirbelnden Probleme und Begebenheiten!"
"All das könnte ein böses Ende nehmen ..."
"Was soll das so angriffslustig besagen?"
"Nun, die griechische Grundeinstellung ist offenbar nicht imstande, jetzt notwendigerweise endlich einmal Selbstkritik und auch Selbsterkenntnis Wahrheit werden zu lassen."
 "Na und? Nemo ante mortem beatus, mein Lieber!"
(Niemand ist vor dem Tode glücklich) 
"Das mag sein ... Aber schon hat sich's ja leider auch folgenreich ergeben, daß die Population arg dezimiert wird:
Da zeigt sich für die jungen Leute, beängstigend das Hier und Heute.
Führt hoffnungslos dann der Verdruß, enttäuscht zuhauf zum Exodus."
-
Offenbar die griechische, recht eigendynamische Wesensart: Das Dasein mit allen Freuden und Katastrophen nehmen, wie es ist - auch die Niederlagen. - Und schon steht er uns lebhaft vor Augen: Der Grieche Alexis Sorbas, dieser von Nikos Katzantzakis geschaffene "Philosoph des einfachen Herzens".
Ja, wir erinnern uns an das von ihm dereinst so heimatverbunden beschriebene Geschehen: Als schlußendlich dann am Hang des alten Kohlebergwerks alles ohrenbetäubend zu Bruch geht, da hört man Alexis Sorbas ungetrübt rufen: "He, Boss! Hast du jemals erlebt, daß etwas so bildschön zusammenkracht?" * (Anthony Quinn)
-
Nun denn: "Glück auf!" - mein Griechenland. - "Griechenland lieben und doch auch an ihm verzagen", so hat es der Philosoph Nikos Dimou einst bedeutsam zum Ausdruck gebracht. -
(ßighnómi Mikis: Wunderschön, diese wahrscheinlich weltweit bekannte, von Dir (tha élinaß Theodorakis) dereinst meisterlich geschaffene musikalische Untermalung des so beeindruckend und wohl auch unvergeßlich in Szene gesetzten Filmgeschehens.)
-
Eine durchaus beziehungsreiche Anmerkung zum "coolen Haudegen", dem kurzum disqualifizierten griechischen Finanzminister Giannis Varoufakis:
In seiner "Odyssee" spricht der griechische Dichter Homer immerhin auch schon über die "polytropos", die "Durchtriebenheit" des "Vielgewandten" oder "Verschlagenen" ...
Eine seit Jahrhunderten in Szene gesetzte Strategie.
-
Nichtsdestotrotz - 
als Griechenland-Kenner kann ich nur immer wieder betonen: 
"i eládha ine poli oréa chóra!" Griechenland ist ein sehr schönes Land! - 
-
***

Tanzen - "nackt in den Abgrund" - ?

Derartig reißerisch betitelt, jetzt einmal mitfühlend ins momentan von Elend und Untergangsstimmung betroffene Land der Hellenen. -
Als da - im folgenden - so  mancherlei bedeutungsvoll offenbart werden soll:
Der Tanz, ein urwüchsiges und althergebrachtes Ausdrucksmittel der Menschen, so freiheraus all den im Körper wieder einmal aufgestauten, seelisch-geistigen Beklommenheiten vermittels leidenschaftlich in Szene gesetzter Bewegungen hoffnungsvoll den Garaus machen zu wollen ...
"Denn ein Wunschziel der Tanzkunst, das sei wohl offenbar die deutlich erkennbare Veranschaulichung von Empfindungen", betonte schon einstmals der aus Syrien nach Athen übersiedelte Philosoph Lucian. -
Nun ja, wenn dem leibhaftig so ist, dann wird da in Griechenland vermutlich (aufs neue) so einiges offenbar:
Beispielsweise, wenn wir abermals neugierig zugegen sind bei der Darbietung eines pidiktos choros, dem "gesprungenen Tanz". Schon seit Urzeiten, im 2/4 Takt "lang-kurz-kurz", stets daseinsfreudig in Szene gesetzt; jedoch zu Zeiten, als man in Griechenland noch so uneingeschränkt lebensbejahend Sprünge zu machen wagte, allabendlich kurzweilig vereint, im offenen Kreis hingebungsvoll beisammen ...
Bis hin zu der europaweit so unüberlegt inszenierten Zwangsfixierung einer sich im Laufe der Jahre (logischerweise!) als unrealisierbar und katastrophal offenbarenden Euro-Abhängigkeit. - ***
Da zeigt sich für all die tanzfreudig zueinanderfindenden Griechen schon allerorten desillusionierend, freudlos und niedergeschlagen dreinblickend, nur noch die tänzelnde Flucht in einen sirtos choros, einstmals namhaft geworden als "der schleppende Tanz".
Das "Ende vom Lied" ist ein nicht aus der Reihe tanzen dürfen aus diesem zuweilen schonungslos malträtierenden Rhythmus des Chasapiko, dem "Tanz der Schlachter", freudlos  im nunmehr eingeschränkt geselligen Beisammensein im dahinschwindenden Licht des Tages inmitten einer gottverlassen wirkenden póliß. (Stadt, Ortschaft) -
Was jetzt einmal sinnbildlich betrachtet meint: Hilflos und zunehmend eingeschüchtert, kriecht nun der griechische "Durchschnittsbürger" verarmt vor einem eiskalt gleißenden Euro-Altar preisgegeben zu Kreuze.
"Beati pauperes spiritu!" (Selig die Armen im Geiste!) hört man da oftmals Kirchturmpolitiker aufmuntern wollend unsinnig rufen. -
"óchi efcharißtó!" ("nein danke!") - Mit derartig frommen Sprüchen, ist wohl letztendlich nichts mehr wirksam ins reine zu bringen ...
Wohingegen trostbringend, als eine die Lebensgefühle aufrechterhaltende Art von Verdrängung, diese im Jahr 1964 vom griechischen Komponisten Mikis Theodorakis choreographierte Tonschöpfung sirtaki eventuell doch ein wenig von Nutzen sein kann - "íßoß" (vielleicht).
"ßighnómi" - (Entschuldigung): Aber um einigermaßen glaubhaft bleiben zu können, in bezug auf die naßforsch gewählte Titelzeile, muß ich die folgende Begebenheit hier noch hinzufügen dürfen, es sei mir erlaubt ...
Efcharißtó: Der fast neunzig Jahre alt gewordene Tragödiendichter Sophokles, er tanzte angeblich gern nackt - allerdings, hinsichtlich dessen dann Scham empfindend, zumeist nur allein - im Verborgenen.
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*** Tatsächlich aber nur für all die im Zeitalter des "Turbokapitalismus" geringschätzig klassifizierten "Durchschnittsbürger"! - Denn für die deutsche Großindustrie und all die anderen Geldmogule, war (und ist's derzeit noch) der Euro als weiterhin durchaus gewinnbringend zu gewärtigen! Man hat sich seit langem exorbitant bereichern dürfen.
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"jiá chará! ta léme ßíndoma" - ("Tschüs! Bis bald") 
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#

Bleibend: Mein Griechenland - !

... íne polí oréa chóra. (... ist ein sehr schönes Land.) -
"Ja, so schön, daß seine Schönheit auf der Seele der Griechen lastet wie der Schatten der Ahnen", mit diesen Worten gab uns der griechische Philosoph Nikos Dimous dereinst einen deutlich veranschaulichenden Einblick dazu ...
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Als da  bedeutsam in Umlauf gesetzt wurde:
"Macht Blinde sehend!" - war dieses unerklärlich erscheinende Geschehnis nicht ursprünglich nur auf einer göttlichen Hochebene in ausschließlich biblischen Sphären zu gewärtigen? -
Wie auch immer ... Tatsache ist, daß auf der kleinen, griechischen Insel Zakynthos siebenhundert angeblich derartig Betroffene seit Jahren im Finstern nur noch blicklos dahinleben ...
Bisher! - Denn eine staatliche Willkür hat es nun wundersam möglich gemacht, daß fast alle Leidtragenden urplötzlich wieder sehen "können", zwangsläufig sehen "müssen" - hosianna! 
Diese anscheinend mitleidlos zuschlagende Obrigkeit will jetzt auch den 240.000 in Griechenland elend und wohl auch erbarmungswürdig sich durchschlagen müssenden "Behinderten" die ihnen seit Urzeiten zustehende Unterstützung streichen! - "peraßtiká" (gute Besserung).
Folgenreich wird es sich abspielen, wenn demnächst auch den rund 4500 seit Jahren verstorbenen Griechen das Jenseits verdüstert wird: Denn man will ihnen von jetzt an das bisher vertraute, anstandslos ausgezahlte "Ruhegeld" nun zukünftig (man höre und staune!) nicht mehr so ungeprüft zukommen lassen. - (das sind 16 Millionen Euro jährlich).
> Nachtrag im Oktober 2012: Erneut in Griechenland erfolgte Kontrollen haben zutage treten lassen, daß 90.000 Angehörige verstorbener Griechen weiterhin deren Rentengeld einsacken - 1 Milliarde jährlich!
Hm? ... ?
Eventuell doch ein rituell zu gewahrendes Totengedenken?
(Memorialwesen, lat. memoria "Gedächtnis").
Wohl eine in vielgestaltiger Ausprägung zum Totenkult der bürgerlichen Gesellschaft gehörende Ergriffenheit in Griechenland. Denn dort ist es offenbar hochherzig zur Gewohnheit geworden, daß man den Toten weiterhin das Rentengeld zahlt.
In diesem gegebenenfalls todtraurig stimmenden Zusammenhang ergibt sich postum die Frage:
Braucht man im "Jenseits" noch Geld? -
"Ja, selbstverständlich, für diverse, wohl all die unumgänglichen Fakelaki-Aufwendungen!" wurde uns von einem griechischen Finanzbeamten ernsthaft bestätigt.
("Fakelaki" = eine griechische Wortfindung für "Schmiergeld").
Ach - und wo soll das nun alles noch hinführen?
Nicht selten so schlitzohrig ins Ausland ...
Beispielsweise: Ein Bauer in Griechenland, der gewitzt nur 497 Euro als Einkommen im Jahr gemeldet hatte, er wurde vor kurzem mit 12.587,84 ins Ausland überwiesenen Euros ertappt. Und ein griechischer Gärtner hatte 2011 sein Jahreseinkommen mit 2275 Euro bekundet, tatsächlich jedoch sicherheitshalber 610 000 Scheinchen ins Ausland verlagert - !
Ja-ja:
Aber nicht sehr viel anders geschieht das auch bei uns, hier in Deutschland!
-
Post Skriptum:
Da wir, die Ulrike und ich, seit immerhin 30 Jahren für Wochen und Monate auch in Griechenland liebend gern heimisch geworden sind, da ergibt sich alsbald so unausbleiblich auch eine Art von "Vertrautheit in all diese Lebensgestaltungen".
D'rum sei's auch erlaubt, nun diesbezüglich ´mal ein wenig "Anstoß zu nehmen"...
Tja, würde die beträchtliche Anzahl der als superreich einzuordnenden Hellenen (Reeder u.a.) in Griechenland steuerliche Abgaben entrichten, dann wäre der  Staatshaushalt umgehend im Plus! -
Wenn ... Aber das ist eine andere, wohl prähistorisch zu bewertende Geschichte.
Und leider:
Mit den oftmals zur Folge habenden Auswirkungen eines "corriger la fortune" (das Glück verbessern ...)
-
Trotz allem:
"Speramus meliora" - (Wir hoffen auf Besseres)
-
*

Dienstag, 1. Mai 2018

"Wenn du bist nicht willig" ...

Nun, da begeben wir uns jetzt einmal erwartungsvoll hinein, in die beunruhigenden Sphären des schon seit Urzeiten geheimnisumwitterten "Erlkönigs".
Einstmals dichterisch zum Ausdruck gebracht als eine Fehlübersetzung der Poesie des dänischen "ellekonge" (Elfenkönig). -
Und eine veranschaulichende Darlegung dieser dänischen Ballade durch den Kulturphilosophen Johann Gottfried Herder machte die Verserzählung dann in Deutschland publik ...
Was dem Vernehmen nach bald darauf dann wohl zur Folge hatte, daß der Johann Wolfgang von Goethe eiligst die Feder zur Hand nahm, um all das poetisch zum Ausdruck zu geben, was seither als "Erlkönig" benannt, fast jedem Pennäler geläufig werden durfte. -
Möglicherweise ein wenig ungestüm, dafür jedoch wesentlich zeitgemäßer, ist nun freundlicherweise die nachfolgende Variation dieser tragikomischen Geschichte zur Kenntnis zu nehmen. -
Einverstanden?
Na, denn ...
-
Nun rast sie vergnügt durch das nächtliche Moor.
Es ist meine Oma! - Was hat sie jetzt vor?
Zuhinterst sitz' ich, als der hilflose Enkel.
Sie ruft: "Halt Dich fest! Geh' mir nicht auf den Senkel."
Das Moped ist mein, und d'rum bin ich sauer.
Nun fängt's an zu regnen, ein bedrohlicher Schauer.
"Mein Sohn, was birgst Du so bang Dein Gesicht?"
"Siehst Oma, Du die Kurve da nicht?
Und in meinem Antlitz die tödliche Blässe!"
"Ach Söhnchen, halt's Maul, sonst gibt's auf die Fresse!"
"Mensch Oma, da vorn der König der Erlen!"
"Ich seh' nix, es ist schon ein Kreuz mit euch Kerlen."
"Oma, fahr' langsam, da naht eine Pfütze.
Du verlierst die Balance - und ich meine Mütze!" 
"Jetzt reiß Dich zusammen - und hör' auf zu plärren!
Und schwachmütig an mir herumzuzerren."
"He, Oma, gib acht! Denn siehst Du nicht dort,
den Nebel, den Schmodder an düsterem Ort?"
"Klaro, mein Söhnchen, ich seh' das genau,
nur zeigt's sich mir reizvoll - ich bin etwas blau."
O Gott, auch das noch! Ich halt's nicht mehr aus.
"Oma, mach kehrt! - Du formst Dich zum Graus."
Doch sie dreht sich um, ihre Stimme eiskalt:
"Wenn Du bist nicht willig, dann setzt es Gewalt!"
Und schon gibt sie Vollgas, rast wild durch die Nacht.
Nimmt keinerlei Rücksicht, genießt nur und lacht.
Erreicht unseren Hof dann mit Mühe und Not -
ich rutsch' hinten 'runter, vor Angst schon halbtot ...
-
"Ach Söhnchen, wart's ab! Denn alsbald wird eine Kraft von mir ausgehen, die Dich schleunigst wieder beleben wird!" hat sie mir zugeraunt, als ich hernach unsicheren Schrittes ins Haus stolperte. -
"Nee, Oma, laß' gut sein. - Du schwafelst im Tran, noch voll des süßen Weines!" fuhr ich sie daraufhin tadelnd an. -
"Mit Freuden, mein Milchbart. - Trunken sollten wir alle sein. Die Jugend ist Trunkenheit ohne Wein. Trinkt sich das Alter dann wieder zur Jugend, so ist das wohl reizvoll, wird traumhaft zur Tugend!" gab sie mir hochtrabend zu verstehen - meine noch immer verschmitzt dreinblickende Oma. -
-
Ach - meine herzliche Oma Ida, nun bist Du - einschließlich dieser oftmals bewundernswerten Multikultur -, seit langem verblichen - dahin, in einem unergründlichen Abseits.
Ja - doch ...
Du bleibst mir - mit allem - wohl stets als bedeutungsvoll in der Erinnerung.
-
*** 

Montag, 23. April 2018

Liebe Leserin und Leser,

ich geb's so unumwunden zu:
Es würde mich erfreuen, wenn die nachfolgenden FRANKREICH-Erzählungen für Sie eine aufschlußreiche und somit lesenswerte Veranschaulichung zum Ausdruck bringen ...
Merci beaucoup.
Bon voyage!
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1. Paris im April 1971 ...
2. Mein Paris - so malerisch wiedererwachend.
3. Jacques Brel "verlebendigt" Jean Paul Sartre:
4. So "bauernschlau" schmuggeln ...
5. Paris - und eine "malerische Rückschau" ...
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Paris, im April 1971 ...

Oui, ein sonnendurchflutetes Frühlingslüftchen hatte wohl damals den Ausschlag dafür gegeben, daß wir nachmittags nun schon seit langem auf der weiträumigen Terrasse des Café Flore, am Boulevard Saint-Germain, noch immer angeregt plaudernd beisammen saßen, Jacques Brel und ich. -
Irgendwann gab er mir dort zu verstehen, daß er gern einen Text vertonen möchte, in welchem der oftmals aufkeimende Groll über die politischen Machenschaften als durchaus sarkastisch zum Ausdruck geraten solle ...
D’accord, eine reizvolle Mission, so dachte ich.
-
Schon in der Woche darauf saßen wir wieder Seite an Seite, in Maisons-Laffitte, der nordwestlich gelegenen Vorstadt von Paris - und dort nun am besonnten Ufer der Seine.
Vorausschauend hatte Jacques auch seine Gitarre mitgebracht, die er minutenlang gestrengen Blickes in Augenschein nahm - und angespannt zupfend gefügig zu machen suchte ...
„L'ascenseur“, der Fahrstuhl, so haben wir späterhin diese balladenartige Moritat, das in frühlingshafter Mutter Natur am Ufer der Seine erschaffene Chanson, wohlüberlegt betitelt.
Ja, und dank einer damals von Jacques musikalisch aufhorchen lassend komponierten Tonfolge, durften wir schon einige Stunden später, im Garten eines salon de thé, seelenvergnügt die folgende Lieddichtung gefühlvoll laut werden lassen:
Cäcille war zumeist, als laszive Kokotte,
in Paris sehr gern den Politikern hold.
Jüngst kam dann ein Kotzbrocken aus dieser Rotte,
doch der hat den Akt nur im Fahrstuhl gewollt.
Dabei blieb der Lift neulich stecken,
das Stromnetz war plötzlich gestört.
Sie mußten im Fahrstuhl verrecken,
Den Notruf hat niemand gehört ...
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Und als Refrain:
Im Kreis der perfiden Parteigenossen,
hat keiner gerührt eine Träne vergossen. -
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Als eine boshafte, fast schon rebellische Anspielung war dieses Chanson bald auch "in aller Munde", wie man‘s volkstümlich gern einmal leichthin benennt. - Tout le monde amüsierte sich köstlich, war mit dem Text vertraut - und auch mit der Tonrelation unseres oftmals erfolgreich ins Schwarze treffenden Kunstlied-Gestichels.
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Auch ist dazu nun noch recht befriedigend anzumerken, daß die Mehrzahl der damaligen französischen Regierungsvertreter stets wütend in Aufruhr geraten ist, wenn Jacques sich mit dem herausfordernden Chanson von neuem auf einer Bühne in Szene zu setzen verstand - oder vermittels Hörfunk ja landesweit so ausdrucksvoll aufhorchen lassen konnte.
Oui, zudem ist‘s wohl durchaus hier noch erwähnenswert, daß der damalige, französische Staatspräsident Georges Pompidou des öfteren von einigen schadenfroh grinsenden Journalisten auf diese Malice angesprochen worden ist. - Gewitzt und seit langem bereits professionell mit all den politischen Schmutz-Wassern immunisierend gewaschen, wußte er stets chevaleresk die Haltung zu wahren ...
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Einstmals. - Aber vielleicht ist das den älteren Mitbürgern unter uns ja doch in Erinnerung geblieben. - (?) *
* Oui, certainement! - Enchanté, chère Maddly ...
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Mein PARIS, so malerisch wiedererwachend - :

In einer ausschweifenden Gemütsbeschaffenheit ...
"Ja, uns muß es leibhaftig schon einmal gegeben haben!" betonte ein Maler-Freund vor kurzem in Paris enthusiastisch und fast schon beschwörend diese scheinbare Rückschau. -
"Oui, zweifellos! Diese als Reinkarnation oder auch Wiederfleischwerdung benannte Rückkehr, sie verschafft uns erneut eine traumhafte Entfaltung und Neubelebung am reizvollen Schauplatz all dieser dereinst so liebgewordenen Lebensbejahungen", murmelte ich beipflichtend - und wohl auch schwärmerisch zustimmend.
"Très bien! (Sehr gut!) - Aber eine beachtliche Anzahl der Erdenbürger meint, das sei hirnverbrannt, abwegig und lachhaft!"
"Vergiß sie! Das sind desillusioniert dahinlebende Verweigerer."
"Certainement! (Gewiß!). - Oui, man sollte das demnach wohl nicht allzusehr überbewerten ... Hm? Kannst Du dich jetzt denn noch so ganzheitlich zurückversetzen, in das nun seit langem entschwundene Paris d'autrefois - unser altes Paris?" brach es ergriffen aus ihm heraus.
"Selbstverständlich. Und das immer wieder - liebend gern!" gab ich ihm wünschenswert zu verstehen.
"Oui, dann laß uns 'mal miteinander entfleuchen, in ein Wiederaufleben der einstmals so tatendurstig geschätzten Lebensgestaltung."             
"Avec plaisir! (mit Vergnügen!) Erinnerst Du dich jetzt noch an diesen gemeinsam wohl doch als beeindruckend erlebten Tag im Monat März des Jahres 1908?"
"Da muß ich erst einmal nachdenken ... Oui, nun entsinne ich mich. -
Allein schon deswegen, weil ich ja nachmittags mit dem Kunsthändler AmbroiseVollard verabredet gewesen bin, um ihm hoffentlich eine kleine Federzeichnung von Henri Matisse verkaufen zu können."
"Ein Original von Matisse, wie konntest Du das denn erbeuten?"
"Als Leihgabe - von Daniel Kahnweiler."
"Als Leihgabe? Ich verstehe. - Mon dieu! Julien, irgendwann hätte dich Monsieur Kahnweiler dabei erwischt!" gab ich anmahnend zu bedenken.
"Non, bisher hatte es ja immer geklappt, bei Dir doch auch, mon ami! - Aber was war denn da für dich so aufregend geschehen, an diesem Tag im Monat März?" versuchte er ausweichend zu taktieren.
"Zumindest nichts mit einem kriminellen Hintergrund!" ließ ich's noch einmal anmahnend fühlen.
"Du nervst, denn meine diesbezügliche Kunstfertigkeit hatte uns dazumal ja des öfteren ein wenig vor Not und Verelendung bewahrt, das sollte Dir doch als befürwortend in Erinnerung geblieben sein!"
"Julien, Du übertreibst 'mal wieder! Denn das hatte sich doch inzwischen "zum Guten" gewandelt, hast Du das etwa schon wieder vergessen?"
"Hm? An was müßte ich mich denn da jetzt so hinlänglich nacherleben könnend erinnern?" horchte er kopfschüttelnd auf.
"Daran, daß ich seit dem so vielsagend erwähnten Tag im März immerhin der stolze Besitzer von zwei Picasso-Tuschezeichnungen gewesen war!"
"Von Pablo - geklaut!! - Wie hattest Du das denn gemeistert?" schaute er mich tief beeindruckt an.
"Nicht mitgehen lassen! Er hatte sie mir geschenkt, weil ich seine damalige Lebensgefährtin, die bezaubernde Fernande Olivier ja hin und wieder ... Aber das möchte ich hier nun doch nicht näher verdeutlichen. Jamais! (Niemals!)  - Bei Pablo stibitzen! Für wen oder was hältst Du mich eigentlich?"
"Wenn ich das jetzt gefühlvoll zur Sprache bringe, dann ... Ach, ne m'en veuillez pas! (Nichts für ungut!) Aber was hatte sich denn an diesem besagten März-Tag so aufsehenerregend abgespielt? Ich kann's momentan gar nicht so bildhaft wiederauftauchen lassen", gab er mir zu verstehen.
"Auch das nicht, daß ich in unserer damaligen Bleibe, dieser chaotisch-heimeligen La ruche, mit meinem damaligen Nachbarn Georges Braque in eine Art Disharmonie hineingeraten war?"
"Ach ja, von Guillaume Apollinaire wurde mir später darüber berichtet! Du hattest dir von Georges das Fahrrad geliehen - und ohne Bedenken zu Bruch gefahren, weil Du wieder 'mal stockbesoffen ..."
"Jetzt beherrsch' Dich erst einmal bitte!" unterbrach ich ihn schmollend. -
"Ja, wir hatten vorab im Lapin à Gill ein wenig dem Wein zugesprochen, drei Flaschen vom Feinsten, die Cocteau uns spendiert hatte. - Weit nach Mitternacht, wollte ich dann Pablo noch heimwärts ins Bateau-Lavoir kutschieren - und dabei ist's dann geschehen."
"Wie das denn?"
"Du stellst mir da saudumme Fragen. Ich möchte Dich 'mal erleben, mit einem betrunkenen Picasso hinten auf dem Gepäckträger eines Fahrrads, der lauthals spanische Lieder singend auch noch andauernd "Olé! brüllt - und dir dazu dann stimmungsvoll mit beiden Fäusten auf dem Rücken herumtrommelt!"
"Das ist bedauerlicherweise ja nun nicht mehr durchführbar", wandte er zutreffend ein.
"Nun ja, leider ging's dabei noch zunehmend bergab, auf dem damaligen Kopfsteinpflaster der Rue Ravignan! Abbremsen war schlechthin nicht mehr möglich, und wir sind dann somit recht unsanft an der hölzernen Tür der alten Maler-Klause verhängnisvoll zum Stillstand gekommen." -
"Und dabei wurde das unentbehrliche Fahrrad dann ein wenig zertrümmert! Oui, was offenbar den Eigentümer dieser sicherlich liebgewonnenen Gerätschaft verzweifelt die Hände ringen ließ."
"Non, zu Fäusten geballt, wollte er mir damit seine derzeitige Entrüstung so handgemein zu Leibe gehend schmerzhaft zum Ausdruck geben! - Oui, und wenn nicht der stets mitleidend empfindende Guillaume Apollinaire beschwichtigen wollend dazwischengegangen wäre, dann ...
Ich mag gar nicht daran zurückdenken!"
"Das ist naheliegend, aber immerhin hattest Du ja dem Georges so allerlei Ungemach bereitet! - Der Max Jakob erzählte mir am Tag danach, daß euer so lautstark vom Stapel gelassenes Palaver den Maler Van Dongen anscheinend dermaßen in Rage gebracht haben soll, daß er sogleich eine tote, bereits unangenehm riechende Katze, die er vorab zu malen begonnen hatte, Dir daraufhin wutentbrannt ins Genick geschleudert haben soll."
"Non, Du dramatisierst da alles ein wenig überbetont! Denn es war ja nur noch das Fell der Katze. - Der Kees van Dongen war ja seinerzeit dermaßen verarmt, daß die Innereien rein zufällig bei ihm und seiner großen Familie endlich einmal eine sättigende Mahlzeit möglich gemacht hatten ..."
 -
Oui, wir wollten es anfangs nicht wahrhaben, aber töricht und unüberlegt in Szene gesetzt, war sie bedauerlicherweise ein wenig entzaubert worden, unsere geistesverwandte Rückschau.
Denn ...
"Das von Dir ja geplante Abendessen in der Rhumerie Martiniquaise, das mußt Du wohl demnächst allein genießen, da mir diesbezüglich ein kulinarisches Gelüst vorerst abhanden gekommen ist", gab mir der Freund abwinkend zu verstehen, als wir unglücklicherweise unsere Rückschau desillusionierend zum Erliegen gebracht hatten.
Unlängst, mit Julien, im sich wieder einmal so gegenwartsnah anschaulich machenden Paris d'autrefois.
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Eine Art "Nachtrag" -  im Mai 2016:
Oui Julien, Deine dionysisch gestimmte Nachricht habe ich erhalten.
Die Insel-Faszination! - (Griechenland - Ikaria)
Nein, nach meiner verhängnisvoll-niederdrückenden "Bruchlandung",
da bin ich inzwischen fast schon "wohlauf", es geht mir so "hinlänglich" gut.
Trotz allem mußt Du dich wohl doch noch ein wenig gedulden,
denn Ulrike ist ja beruflich gebunden. - Le vol aller?
Wir können infolgedessen erst im Herbst nach IKARIA kommen. -
Keine Sorge, die Gouachefarben bringe ich dann mit.
Je te salue - Didier - à bientôt.
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