Sonntag, 16. Februar 2020

So nachdenklich gestimmt - und bedeutsam nach "innen gerichtet" ...

Spürbar geworden, als wir am Strand einer griechischen Insel
in ein redseliges "Miteinander" vertieft waren.
 Im Bannkreis dieser einstigen Wiege des Abendlandes. -
Der Mikis Theodorakis und ich.
Und als wir uns hier, in diesem Elysium, nun abermals
in den inneren Dimensionen unserer Leiblichkeit
so gleichmütig selbst begegneten,
war diese Einkehr doch wahrlich beachtenswert:
"Carpe diem - genieße den Tag", gab nun der Mikis schmunzelnd zu spüren.
"Wohl wahr", erwiderte ich  zustimmend.
"Denn in der Schlußzeile seiner Ode "An Leukone"
 regt der römische Dichter Horaz dazu an,
die knappe Lebenszeit zu genießen."
"Wörtlich genommen hieß es da: "Pflücke den Tag" merkte Mikis an.
"Jaja: "Carpe diem, quam minimum Credula postero:
Genieße den Tag, und vertraue möglichst wenig dem folgenden,
so heißt es da inhalts- und lebensgewichtig", bezeugte ich´s zutreffend.
"Ach ja - einer meiner bereits dahingegangenen Geistes-Gefährten,
  der Robert Gernhardt,
er hat´s mit den folgenden Worten damals deutlich gemacht:
Dein Hiersein ist ein Fenster, an dem du kurz erscheinst.
Dies Fenster nun geöffnet ist, im Zeitraum einer Lebensfrist,
die deinem Dasein zugedacht, dann wird es wieder zugemacht.
Und alles war dereinst."
"Non exiguum temporis habemus, sed multum perdidimus, meint:
Nicht wenig Zeit haben wir, aber viel vergeuden wir.
Denn morgen ist das Heute bereits schon ein Gestern!
Das sollten auch wir bedenken, Didier", fügte der Mikis dann noch hinzu.
Eine Art aufklärender Nachtrag:
Im sogenannten "Lebensherbst" angelangt, hockten wir dort Wein trinkend
so offenherzig am Strand ...
Damals - gemeinsam besinnlich in Griechenland.
-
*

Freitag, 14. Februar 2020

In einer verhängnisvollen Geldverlegenheit ...

Viele Medien haben ja einstmals darüber berichtet - und man hat sich vermutlich auch köstlich darüber amüsiert, als weitreichend publik gemacht worden war, daß der 23-jährige Literatur-Student Björn F. in der Stadt Frankfurt durch einen eigenwillig inszenierten Bankraub dann daraufhin straffällig geworden war.
Und einer Tonbandaufzeichnung des Frankfurter Geldinstituts ist's zu verdanken, daß diese bisher wahrscheinlich äußerst selten praktizierte Art eines Überfalls so wortgetreu erhalten geblieben ist. -
Als "Dumm gelaufen!" betitelte die BILD-Zeitung damals dieses spektakulär aufhorchen lassende Ereignis.
Ja, und folgendermaßen soll sich die damals recht eigenbrötlerisch vom Stapel gelassene Forderung so wortreich ereignet haben:
"Seid mir gegrüßt, ihr Geldverwalter! - 
Besonders Sie, dort an dem Schalter.
Sie werden auch sogleich verstehen, warum Sie mich hier vor sich sehen:
Ich werde diese heil'gen Hallen jetzt einmal zwangsgesteuert überfallen!
Wieso? - Das möchten Sie bestimmt gern wissen? 
D'rum werde ich's erläutern müssen:
Es sind die Geldverlegenheiten, die mir enorm Verdruß bereiten!
Und deshalb werde ich Sie zwingen, daß Sie da in die Bresche springen. -
Vor Wochen war ich schon 'mal hier, doch Ihr Gelächter zeigte mir,
daß Sie mich nicht für voll genommen! - 
Das läßt mich heute wiederkommen ...
Mit dieser bitterernsten Frage, ob meine finanzielle Lage nun hier, 
in Ihrem Institut, augenblicklich - und das gut! 
Doch hilfsbereiten Beistand findet - was mich dann Ihnen sehr verbindet ...
Betont sei freilich explizit: Mein Wunsch heißt keinesfalls Kredit!
Darauf sei höflich hingewiesen, bevor Sie mir die Tour vermiesen!
Das Namensschild an Ihrer Jacke, besagt, daß Sie Frau Petra Kracke.
Mich werden Sie bisher nicht kennen, Sie dürfen mich "Johannes" nennen.
Und wenn ich jetzt noch die Pistole, bedrohend aus der Tasche hole,
dann möge das nun präzisieren, daß wir jetzt keine Zeit verlieren;
um schleunigst - ohne zu verneinen, viel Geld - 
und zwar in großen Scheinen, für mich hier greifbar aufzuschichten. - 
Auf Münzen will ich gern verzichten!
-
Hernach dann, in der zweiten Runde, zeigt sich für Sie ein neuer Kunde! - (!)
Der hoffnungsvoll Gewißheit sucht, wenn er auf's eigene Konto bucht.
Mir scheint, daß Sie das nicht verdauen? Man sollte seiner Bank vertrauen! -
Noch etwas möcht' ich dazu sagen: Sie können sich wohl kaum beklagen!
Nein-nein, Sie schulden mir noch Dank: Das Geld bleibt ja in Ihrer Bank!"
-
Post Skriptum:
"Bankraub ist doch nur eine Unternehmung von Dilettanten. 
Die wahren Profis gründen eine Bank!"
(Da hat er recht, der Bertold Brecht).
-
***



Donnerstag, 13. Februar 2020

Das Drama - infolgedessen kurz vor der Pleite ...

Die mich - wie folgt - derartig schicksalhaft malträtierende, nun offenbar in den Abgrund schleifende griechische Zugehörigkeit:
Tja, man nehme jetzt 'mal die dereinst von Homer geschriebene Erzählung "Ilias" zur Hand - und studiere darin das Kapitel in dem geschrieben ward, daß da ein Ehepaar, namentlich aufgeführt als der oftmals zwielichtig in Erscheinung tretende Okeanus, nun im Verbund mit der ihm angetrauten Tethys als Wassergottheiten im alten Griechenland urplötzlich Karriere gemacht hatten. Als "Ursprung der Götter und aller Dinge" wurde dieses "Ereignis" damals schlechthin benannt und gesetzmäßig verifiziert. -
Ursprung der Dinge, nebst fataler Einflüsterungs-Taktiken, Finten und einer sich bald als unangenehm auswirkenden Cliquenwirtschaft - desillusionierend. Und eine der göttlichen Damen, diese stets als unbarmherzig zu gewärtigende Ate, war ja - bevor sie der Zeus dann erfreulicherweise aus dem Olymp auf die Erde geschleudert hatte, - so schwesterlich verbunden mit der allmächtigen Tethys zumeist hinterhältig agierend in einer Art himmlischen Einklang.
-
Aus dem "Weltall" nun hier auf dem Globus - zu meinem Verhängnis ...
Denn diese bösartige, ränkesüchtige Göttin des Unheils, sie stand mir (auf Erden!) vor fünf Jahren auf der griechischen Insel Lesbos, im Örtchen Petra, in einer Laden- und Fußgänger-Passage nun unglücklicherweise leibhaftig gegenüber. - Unübersehbar hatte sie sich dort, in einem Massage-Salon, offenbar das altersschwache Gebein durchwalken lassen ... Und ich mich, bei ihrem Anblick, dann spottlüstern über sie lustig gemacht.
Das hätte ich unbedingt besser unterlassen, denn zornentbrannt keifte sie nun daraufhin los:
"áde cháßu malaka!** He! Das wirst Du dein Leben lang bereuen!" fuhr sie mich zornentbrannt an. "Ich werde alles der Tethys berichten, was dann unentrinnbar zur Folge haben wird, daß Du im Alter als bettelarm ein zutiefst verelendetes Dasein zu fristen haben wirst!" -
Unglaublich?
Nein-nein, denn so, wie‘s da rachsüchtig zu spüren bekommen war, ist's ja nun schon im zugrunde gehenden Verlauf angelangt ... Ins Elend getrieben, infolge böswilliger Auswirkungen dieser einstmals vom mythischen Denken geprägten Vorstellungs- und Begriffswelt. - Merde!
Und die Quintessenz dessen:
Im Zeitalter und dieser Hoheitsgewalt einer profitorientierten Okkupation, da bin ich ab jetzt wohl nur noch als "Kollateralschaden" zu bewerten.
-
** das meint, auf die Sprünge helfend: "Verschwinde Wichser". 
(und ist nur in der griechischen Umgangssprache so "vielsagend" ein Affront.)
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Montag, 10. Februar 2020

So namhaft, berühmt und oftmals bewundert ...

Gleichwohl,
sich dennoch ein sogenanntes Pseudonym sachdienlich zunutze machen zu wollen, das genießt nach § 12 des BGB immerhin ganz und gar Rechtsschutz - und ist seit dem sechzehnten Jahrhundert weltweit zu einem literarischen Trend gediehen.
Wir erinnern uns sogleich an: Moliere, Novalis, Lenau, Stendhal, Mark Twain, Maxim Gorkij, Arsinoe, Tarzan, Micky-Mouse und einige andere inzwischen namhaft gewordene Persönlichkeiten.
Ja - und beachtenswert ist immerhin, daß da in Annäherung an diese als brauchbar erwähnte Maskierung es wohl nicht so ganz auszuschließen ist, daß sich bereits vor etwa 235 Jahren, vermutlich 1785, ein gewisser Wolfgang Amadeus Mozart in der österreichischen Stadt Wien dereinst auch einer solchen Tarnung bedient hat, um diese verlockend köstlichen, beinahe weltweit erhältlichen Schokoladenkugeln unbedingt schon zu seiner Zeit als unendlich gewinnbringend kommerzialisieren zu können ...
Die Mozart-Kugeln!
Denkbar ist's allemal - wir wissen es aber leider nicht so verbürgt. -
"Nomen est omen“, das verdeutlichte schon einstmals bedeutungsvoll der Titus Maccius Plautus, ein römischer Lustspieldichter aus Umbrien in seinen bereits 170 Jahre v. Chr. als „Persa“ publik gewordenen Schriften. Was ja mithin besagt, daß in der Namensgebung unglücklicherweise auch eine nicht immer Erfolg versprechende Vorbedeutung mitbetroffen sein könnte.
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Recht aufschlußreich und informativ war es da für uns, als wir vor kurzem in einer stadtbekannten Berliner Weinstube ein beachtenswertes Zwiegespräch belauschen durften - im folgendem:
-
„Oh! Sie heißen wirklich Goethe?
Bringt das nicht gewisse Nöte, wenn man, trotz der späten Stunden,
noch immer keinen Reim gefunden?“
"Nein, ich kann mich nicht beklagen, denn an kühlen Sommertagen
ist mir oftmals - ungezwungen - doch ein guter Vers gelungen!
Um meinen Onkel, Karlchen Kant, der einst das Wortgefecht erfand,
wurde es, wie bei Bernd Schiller, schon seit Wochen merklich stiller.
Ja, und der Harald Hölderlin, der hatte neulich, wie mir schien,
hier, wie auch an anderen Orten, sehr viel Kummer mit den Worten!
Letztlich wird es wenig sagen, daß wir große Namen tragen ...
Erwähnt sei da auch meine Tante,
die sich einst dummdreist Puschkin nannte!
Diese Frau hat, ungehobelt, oft literarisch ‘rumgeknobelt,
ob man nicht, wie auch Fontane, Tiergeschichten und Romane ...
Summarisch ging das voll daneben, 
denn ihr textverwirrtes Streben formte keinerlei Akzente!
Und wortlos ging sie dann in Rente."
-
"Ach ja, da ist man wohl überaus geltungsbedürftig!
Hm, als bisher namenloser Mann, bin ich da bisher besser dran," das ließ er letztlich verlauten, der einem bekannten Literaturkritiker fast zum verwechseln ähnliche Weinstuben-Gast. 
- -
Erstaunt, amüsiert und ergriffen, verließen wir bald darauf schmunzelnd diese fabulierfreudig anmutende Destille. - Und urplötzlich begann nun mein Freund Gavrilos schwärmerisch trunken einen reizvollen Absatz aus Puschkins Roman in Versen „Eugen Onegin“ zu deklamieren: „Der Chor der Dichter zischt und kräht, - Gott nein, wie doch die Zeit vergeht!“ so tönte es damals - auf dem Weg zur Einkehr in den Bannkreis der "Kulturkneipe Zwiebelfisch" am Savignyplatz - laut und gewichtig in das nächtliche Berliner Treiben hinein ...
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Freitag, 7. Februar 2020

So wundersam "fabelhafte" Begebenheiten:

Wohl im Anbeginn dessen behauptete der griechische Geschichtsschreiber Herodot dereinst, daß 550 Jahre vor Christi auf der griechischen Insel Samos ein Sklave namens Äsop ansässig gewesen sei. -
Und trotz all dieser zermürbenden Knechtschaft einer tagtäglich zu bewältigenden Zwangsarbeit, habe er, der Äsop, irgendwann damit begonnen, in der ihm noch verbliebenen Freizeit Prosafabeln zu dichten. -
Ja, einstmals im Orient entstanden, von Indern und Arabern geliebt und einfühlsam zum Ausdruck gebracht, hatte etwa um 1785 auch der in Braunschweig geborene August Lafontaine Gefallen an den zumeist ironischen Tierdichtungen gefunden. Ein verheißungsvoller Impuls, denn schon bald darauf avancierte er zum meistgelesenen Autor in der kunstsinnigen Goethe-Zeit.
Tja, solch ein historischer Überraschungserfolg hat den Schriftsteller der nachfolgenden Begebenheit, den Didier Vaselis, jüngst anscheinend wohl doch hymnisch ergriffen. -
Eine Art Höhenflug, in welchem die nachfolgenden Reime so ungezügelt gefabelt worden sind. -
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Im Mäntelchen aus blauer Seide, zudem noch goldverbrämten Kleide,
so geckenhaft steh' ich im Garten, mit meiner Geige und dem Spaten.
Da zeigt sich keck in einer Hecke, dort eine schleimbeschwingte Schnecke.
Vornehmlich von Musik besessen, war Spatenarbeit schnell vergessen.
Hochmotiviert nahm ich die Geige, begab mich Richtung Heckenzweige.
Tückisch wollte ich bezwecken, jenes Tierchen zu erschrecken.
Und mit Wagnerischem Schwung, aus seiner Götterdämmerung,
klatscht, gleich einem harten Knödel, Tonkunst nun auf Schneckenschädel.
Doch manches zielt ins Ungewisse, gedenkt man nicht der Hindernisse.
So, als hätte sich's verschworen, spitzt der Schneckerich die Ohren;
schiebt, als sei man im Verbund, sich eine Flöte an den Mund!
Schon spielen wir, wohl durchaus nett, jetzt Mozarts Requiem im Duett.
Wenn's auch niemand glauben mag: Ergötzlich war der Nachmittag!
Nun ja:
Ein Zauderer erfährt das nie! Dem Suchenden wird's Poesie.
-
Hier sei nun noch, von ihm, dem Didier Vaselis, so selbstgefällig hinzugefügt, daß der römische Dichter-Kollege Publius Vergil, wäre er seinerzeit per Zufall zum Augen- und vorrangig Ohrenzeugen solch einer reizvollen Begegnung geworden, wohl freudig erregt einst gerufen hätte: "Experto credite!" - Glaubt dem, der es selbst erfuhr! -
-
***

Sonntag, 2. Februar 2020

Traumhaft, sich gegenwärtig so zu fühlen ...

Ja, ich habe das schon einmal zur Sprache gebracht -
es wird jedoch immer wieder eine Art "Inbegriff" bleiben.
Trotz all dem seit Jahren altgewohnten Geschehen
noch frohgemut und daseinsfreudig zugegen ...
Gleichwohl aber spürbar nachdenklich zumute ergriffen,
steht mir im Verlauf dieser aufkommenden Besinnlichkeit
sogleich ein beglückendes Traumbild für diese restlichen Tage auf Erden
nun malerisch harmonisierend so wirklichkeitsnah vor Augen.
Und das beseligend folgendermaßen:
Nachmittage an einer südlichen Meeresküste. 
"Mein Geist gibt sich den Wogen hin - und schmiegt sich
dem Rhythmus des Meeres an." So hat's schon dereinst der griechische 
Schriftsteller Kazantzakis ergreifend zu spüren gegeben. -
Und die hüllenlos inaktiven Füße ruhen entspannt im warmen Sand. 
Auf einem hölzernen, kunstlosen Tisch schimmert - fast goldfarben -
die Fülle einer aromatischen Flasche Weißwein.  *
Nun ja, so daseinsfreudig verweilen zu dürfen,
"das wird dann zum Prachtvollsten, was die Welt zu geben hat,"
derart - fast schon paradiesisch - so hat's der
 französische Schriftsteller Albert Camus dereinst bekundet.
*
Eine Erkenntnis ...
Ja, da wird es nun wieder einmal spürbar akzentuiert:
Mein wahrscheinlich mediterran geartetes Lebensethos verweilt wohl doch zeitlebens
recht untalentiert im leistungs- und karrierebetonten Arbeitsethos
einer derart ambitionierten Lebensgestaltung.
*
Wohlan, schon keimt da - aufs neue - ein "gnothi seauton". *
* "Erkenne dich selbst"
-
Ein (tadelnder) Nachtrag:
"ti krama!" (Wie schade!)
Fast schon betroffen machend ruft sie's mir auf der Insel Lesbos zu,
die griechische Lyrikerin Sappho:
"Um nach dem Tod ruhmlos umherzuirren -
als Schatten im Schwarm nichtiger Toten?"
Ach ...
"Ultra posse nemo obligatur", so habe ich's damals abweisend bekundet.
(Über das Können hinaus ist niemand verpflichtet.)
óchi ... (nein)
-
Erwähnt sei in diesem Gefühlstiefen-Zusammenhang nun doch noch
die in Griechenland oftmals und gerne in Anspruch genommene
Wortprägung "sophrosyne" - die "Selbstbeherrschung, Gelassenheit".
"Wie's ja gegebenenfalls nur schwerlich in Szene zu setzen ist", 
gab mir Theodorakis einstmals grinsend zu denken. -
Später, obwohl wir schon
einige Flaschen mit griechischem Wein "begutachtet" hatten.
-
***

Montag, 27. Januar 2020

Neulich, in einer beliebten TV-Talkshow:

Einer in Hamburg beheimateten Fernsehanstalt ist es zu verdanken, daß wir ihn jüngst noch einmal reimlüstern miterleben durften, den inzwischen zur Kultfigur avancierten Lyriker Lambert-Jodocus R. -
In einem Frage-und-Antwort-Plausch dort der Moderatorin abwartend gegenüber sitzend, brachte er binnen kurzem all die verfügbaren Versschmiedehebel in Bewegung, um die Beantwortung ihrer zumeist recht indiskreten Ausfragerei dennoch poetisch in Einklang zu bringen. - Während die angespannt aufhorchende TV-Dame sichtbar angestrengt versuchte, diese gereimten Entgegnungen nun in einem schlüssigen Zusammenhang zu begreifen. - Denn zunehmend wurde das beredsame Miteinander in eine  dramatisch geformte Sprachregelung hineingesteigert. -
Und das folgendermaßen:
"Verzeihung!" begann die Moderatorin süffisant lächelnd ihren Einstieg in die Ausfragerei zu gestalten, "Aber Sie haben einmal erstaunlich offenherzig erwähnt, daß Ihre Mutter Sie gleich nach der Geburt ..." -
"Ja-ja, sie hat den Blick auf mich gerichtet - und auf das Mutterglück verzichtet!" fiel er ihr losprustend ins Wort. -
"Tatsächlich?" horchte sie auf. "Nun, das klingt ja beinahe schon etwas ressentimentgeladen. - So könnte man's unverhüllt meinen." -
"Mag sein - ein wenig Bitterkeit, wird manchmal laut, von Zeit zu Zeit", ließ er's als allzumenschlich verlauten. -
"Verständlicherweise", stimmte sie zu. "Aber wie hat denn der leibliche Vater auf dieses eigentlich doch freudige Ereignis reagiert?" -
"Wohl nicht erpicht auf schwangere Frauen, ist der ins Ausland abgehauen!" winkte Lambert-Jodocus wegwerfend ab. -
"Auch das noch!" nahm sie's erstaunt zur Kenntnis. "Gottseidank wurden Sie ja später liebevoll von der Großmutter aufgenommen. Aber wie hat sich denn Ihre - äh - Selbstfindung in diesem nun zwangsweise großmütterlichen Lebensbereich konstituieren können?" -
"Ich kann's auch heute kaum noch fassen: Sie hat mich stets gewähren lassen!" teilte er mit. -
"Hm? Eine außergewöhnliche Erziehungsmethode - meinen Sie nicht?" -
"Sie hatte zweifellos auch Macken, doch nie den Fuß in meinem Nacken!" betonte er's grinsend. -
"Oh! - Darf ich das jetzt immerhin als eine fröhlich gestimmte Ermunterung dafür verstehen, daß man die Persönlichkeitsentwicklung der ja ans Herz gewachsenen Nachkommenschaft demnächst wohl erfolgversprechender den Großmüttern überlassen sollte?" -
"Das möchte ich hier nicht beschwören! Was kümmern mich die anderen Gören?" wehrte er's ab. -
"Die Oma als alleinerziehende Bezugsperson! Das hört sich - zumindest aus Ihrem Mund -, nun doch sehr vielversprechend an. - Aber gab es in dieser so unbeschwert aufleuchtenden Gestimmtheit nicht ab und zu doch einmal diese oder jene Beunruhigung?" -
"Natürlich!" räumte er's ein. "Auch die hat's hie und da gegeben. Präsent war ja das wahre Leben!" -
"Also doch! - Können Sie uns diesbezüglich 'mal freiheraus etwas erzählen?" bedrängte sie ihn. -
"Warum nicht?" stimmte er bei: "D'rum mach dich stets auf 'was gefaßt, wenn du noch eine Oma hast! Denn oftmals fallen die alten Damen, ganz ungezügelt aus dem Rahmen." -
"Interessant! Wenn es für Sie noch gegenwärtig ist, dann sollten Sie es jetzt bitte mir und unseren fünfzehn Millionen Zuschauern doch etwas näher veranschaulichen!" -
"Wohlan: Was einstmals durft' ich miterleben, das will ich gern zum besten geben", willigte Lambert-Jodocus ein - und legte dann eindrucksvoll los:
"Dunkel war's, der Mond schien helle, ringsumher döst die Natur.
Als meine Oma, äußerst schnelle, Skateboard auf der Straße fuhr!
Staunend sahen das Polizisten, die auf Streife 'rumkutschiert.
Und vermutlich gerne wüßten, wann sie die Balance verliert ...
Doch Oma hat mit letzter Kraft, trotz etwa dreieinhalb Promille,
dann auch den Heimweg noch geschafft.
Entscheidend war ihr starker Wille." -
"Hahaha! Sehr belustigend. - Lieber Lambert-Jodocus, ich danke Ihnen für diesen so aufschlußreichen Gedankenaustausch." -
-
Hernach - der Lyriker hatte bereits das Studio verlassen ...
"O Gott!" stöhnte die Moderatorin auf. "Heute reicht es mir voll und ganz! Denn dieser nervtötende Dichterling hat mich mit seiner reimsüchtigen Beantwortung vollkommen geschafft, schier um den Verstand gebracht!" rief sie wutentbrannt dem Aufnahmeleiter zu; als Lambert-Jodocus, sichtbar gelangweilt, bereits in den endlosen Weiten des Studios entschwunden war. -
"Ach ja, ich kann das gut verstehen! - Wollen wir noch beide essen gehen?" getraute sich der die schöne TV-Dame seit einigen Wochen liebeshungrig anhimmelnde Aufnahmeleiter hoffnungsvoll zu erfragen. -
Vor kurzem, in einem der großräumigen Studios eines norddeutschen Fernsehsenders. -
-
*** 

Mittwoch, 15. Januar 2020

PARIS - und eine "theatralische Rückschau" ...

Und so fast leibhaftig greifbar nun einmal "zurückblickend" in einen wahrlich Aufsehen erregenden Zeitabschnitt:
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Vorab sei bedeutsam bezeugt, daß nicht nur ein sauflustiger, bereits zügellos gewordener Alkoholkonsum - oder der anhaltende Gebrauch halluzinogener Drogen immerhin so viel bewirken kann, daß sich da etwas urplötzlich heraufbeschwört - und alsbald ichbezogen in die hernach überraschend offenbar werdenden Wege geleitet. -
Nein, denn ...
Ein psychologisches Phänomen, das einstmals französisch als „Déjà-vécu“ bezeichnete - und zuweilen bedenklich Wirklichkeit werdende „Schon erlebt“. - (auch als: déjà = bereits oder schon, vu = gesehen), das läßt hin und wieder auch ohne stimulierende Rauschmittel so einiges lebensvoll zutage treten.
Im ersten Abschnitt seines Buches „Dichtung und Wahrheit“ beschreibt Goethe eine Begebenheit, die solch einem Fausse reconnaissance, diesem „falschen Wiedererkennen“, so allerhand Ausdruck verleiht. -  
„Kokolores! Vernunftwidrige, hirnrissig gesponnene Flausen!“ räsonierte einst unbelehrbar abweisend der Freud-Schüler Sebastian Heil-Resistere, als der Großmeister der Psychoanalyse sich hinsichtlich dessen murmelnd ins Nachdenken vertieft hatte.
„Nein-nein, sie vereinsamter Nihilist! - Der Auftakt für die als Déjà-vu charakterisierten Erlebnisse, ist einzig und allein mit den verdrängten Phantasien der menschlichen Wesen präzis zu verdeutlichen!“ wurde der angehende Seelen-Voyeur sogleich eines Besseren belehrt. -
-
Ja, all das gab mir nun doch zu denken, als ich vor kurzem einen mehrseitigen Brief aus Paris - geschrieben von einem Freund, dem Pianisten Javiero Garcia Sánchez - neugierig geöffnet und zunehmend beunruhigt gelesen hatte. - Javiero, ein Verwandter des 1894 in Madrid verstorbenen Musikpädagogen Francisco Asenjo Barbieri, er lebt seit seinem Studium an der Académie Royale zumeist in Paris, im Quartier Latin, im fünften Arrondissement dieser Stadt. -
Wir hatten uns 1973 in Paris kennengelernt, als ich dort einige Jahre freiberuflich als umherreisender Journalist für die bereits im Jahr 1964 von dem französischen Philosophen André Gorz dereinst in Szene gesetzten Wochenzeitung "Le Nouvel Observateur" tätig - und Javiero daselbst einige Monate als Volontär beschäftigt gewesen war. -
Da ich nun seit langem in einer norddeutschen Region und einige Monate in Griechenland ansässig geworden bin, trafen wir uns hin und wieder nur noch in Frankreich; das aber selten. -
Zurück zur soeben geöffneten Post aus Paris: Nebst einer CD mit der Klaviermusik des Komponisten Erik Satie, hielt ich vier eng-beschriebene Seiten in Händen. Und war mir - nach einem kurzen Überblick dessen - sogleich auch darüber bewußt, daß mich das Wesentliche einer brieflich anscheinend derart eindringlich beschworenen Imagination vermutlich im nachhinein wohl erst einmal nachdenklich stimmen - und sich dann, als schwer zu bewältigend, alsbald offenbaren würde:
-
"Paris, 12. Juni, 2009 -
Didier cher ... Qu‘est-ce qui s‘est passé?  -  (Was ist geschehen?)
Oui, Du wirst es vermutlich gar nicht für möglich halten - und Deiner diesbezüglichen Einstellung gemäß, nur milde gestimmt lächeln. Aber die meinen Zeilen beiliegende Tondichtung des Erik Satie, sie beschwörte da neulich urplötzlich in mir einen recht melodramatisch gearteten Rückblick zutage ... Reinkarnation? Haben wir schon einmal gelebt?
Uns muß es schon 'mal gegeben haben!
Denk einen Augenblick angestrengt nach und zugleich auch inhaltsgeladen zurück - dann wird die im folgenden nun wieder auflebende Begebenheit auch Dir sogleich wahrhaft und wirklichkeitsnah vor einem geistigen Auge erscheinen:
Dieser dereinst gemeinsam erlebte Monat Mai 1917, hier, in den für uns einstmals heimatlich gewordenen, wie wohl oftmals auch desillusionierend aufblitzenden Gegebenheiten in dieser einzig benutzbaren Wüste (Camus) Paris ...
Ist das präsent? Liegt all das für Dich nun zutage? - Nein?
Dann werde ich Dir jetzt hinweisend auf die Sprünge helfen! - Eh bien:
Rauchend und Wein trinkend saßen wir damals nachdenklich gestimmt in der Feuilleton-Redaktion des Nouvel-Observateur und sprachen über die demnächst im Théâtre du Châtelet stattfindende Inszenierung von Musik, Ballett und der Malerei, dieser als „kubistisches Manifest“ bezeichneten, alsbald debütierenden Theateraufführung. 
Du erinnerst dich? - Nein, noch immer nicht?“
-
Unabhängig davon, daß ich mich daran partout nicht erinnern konnte, war es erst einmal in Betracht zu ziehen, daß es den Nouvel Observateur damals noch gar nicht gegeben hat.
Denn als Erstveröffentlichung dieser bald zur meist gelesenen Zeitung gediehenen Druckschrift, ist der von Claude Bourdet 1950 in Umlauf gesetzte L‘Observateur zu erwähnen.
Da offenbarte sich in Javieros phantastisch aufblühendem Sentimentalitäts-Geschehen doch schon ein inkorrekt aufscheinendes Denkzeichen, so bedachte ich‘s kurz - um gleich darauf erwartungsvoll weiterzulesen:
-
„Incroyable! (unglaublich!) Aber ein vermutlich aufsehenerregender Hinblick auf das bevorstehende Spektakel war schon vorab zu gewärtigen, als wir drei Tage vor der Uraufführung nachmittags bei der Anbahnung dessen dort dann schaulüstern zu Gast waren! 
Na, ist es nun doch gegenwärtig?
Du mußt das vor Augen haben! Den übereifrig herumwieselnden Jean Cocteau, in dem von ihm so absonderlich geplanten Szenario.
Dazu, gewöhnungsbedürftig im Hintergrund eines futuristisch erschaffenen Bühnengeschehens: Erik Saties für uns ja bis dato noch ungewohnte, von ihm extra für diese Aufführung konzertierte exzentrische Tondichtungen ... Nein, da ist noch kein Rückblick in Reichweite? Das nehme ich Dir nicht ab; gib‘s zu, Du verweigerst dich! Mußt Du jetzt alles derart ernüchternd vereiteln wollen? - Auch die Choreographie und zudem noch tänzerische Meisterschaft des Léonide Massine? Der Tänzer des Balletts Russes - und Liebhaber des Choreographen Diaghilew - der ja damals dort auch umtriebig zugegen war. Oui, schieb einmal all diese unfreundlich aufblitzende Abwehr aufnahmefähig beiseite! Dann wird sich Dir alles umgehend durchaus so malerisch offenbaren: Gewiß der übereifrig umhereilende Kostüm- und Bühnenbildner Pablo Picasso ... - Aha! Aufhorchen lassend, zeigt sich da zwingend der Malerfürst! Er setzt wohl ad hoc unter Druck und nötigt nun doch zu einem bereitwillig aufkeimenden Wiedererscheinen dieses vor Jahren ja gemeinsam so eindrucksvoll miterlebten Bühnenspektakels.
Nein, noch immer nicht?
Denk 'mal zurück: Wir waren ja damals durchaus beeindruckt ...
Nicht so der Großteil des Publikums am Abend der Premiere am 18. Mai 1917! - Lautstark geäußerte Ablehnungen brachten Tumult in den Saal - und verursachten einen Skandal! Wie Du wohl weißt.“
-
Hm? - Javiero - und erneut die Beeinflussung durch Opium?
Versuchte ich‘s zu ergründen; mich auch daran erinnernd, daß er seit langem schon ein Bewunderer des am 11. Oktober 1963 in Milly-la-Forêt verstorbenen enfant terribles Jean Cocteau war. Und sich 1976, in Paris, als Besucher einer Versteigerungs-Aktion Cocteaus‘scher Wertobjekte im Bereich der beweglichen Habe, zwei der hier unter anderem angebotenen Opium-Pfeifchen zu eigen gemacht hatte. -
Oui, offenbarte sich hier nun doch eine derart beeinflußte Willenslenkung halluzinierend einwirkender Drogen? 
Trotz allem laß ich erwartungsvoll weiter:
-
„Voilà, erinnerst Du dich manchmal noch an den oftmals abwertend begutachtenden Schmähredner Jean Poueigh? „Man hat da auf die nie endende Dummheit der Menschen spekuliert“, ließ er, der bekannte Musikkritiker, sich damals derart gestreng in einigen Zeitungen über das extravagant inszenierte Bühnenereignis aus. Eventuell ist es Dir wahrhaftig nicht mehr in Erinnerung geblieben, daß Erik Satie ihm daraufhin stockwütend eine Postkarte mit dem folgenden Wortlaut geschrieben hat: „Monsieur et cher ami - vous êtes un cul, un cul sans musique!“ (Mein Herr und lieber Freund - Sie sind ein Arsch, ein Arsch ohne Musik!) -
„Am darauffolgenden Tag - Das wirst Du wohl kaum vergessen haben! Da saßen wir ja dann noch, vertieft in ein wortgewaltig gestaltetes Miteinander, bei der reizenden Madame Misia Sert im eleganten Salon ihrer Wohnung am Quai Voltaire ... - Anwesend waren - wie es nun wirklich noch erinnerlich sein müßte: Ein oft buhlerisch um Léonide Massine herumtänzelnder Serge Diaghilew. Und der spür- und sichtbar um Aufmerksamkeit bemühte Jean Cocteau. Ein dandyhaft gekleideter Marcel Proust, dessen hin und wieder durchdringend laut werdendes Lachen uns alle erschauern ließ. Und im kontemplativen Abseits ein sich angeregt mit dem Maler August Renoir unterhaltender Freund und Kumpan Toulouse Lautrec. - Oui, und um Mitternacht erschien dann auch noch der unserer Misia dereinst das Musikstück „La Valse“ gewidmet habende Komponist Maurice Ravel“. -
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„Javiero, Du hast Max Jakob, Guillaume Apollinaire und auch den damals dort anwesenden Pablo Picasso gar nicht erwähnt!“ murmelte ich, obschon noch immer recht unzugänglich gestimmt ...
Kopfschüttelnd und trotz allem nun doch auch schon schwärmerisch zwangsgesteuert in eine gefühlvoll aufleuchtende Rückschau in die reizvoll erlebte Zeit in Paris entrückt, nahm ich die bereits geöffnete Flasche Rotwein zur Hand und begab mich nebst Glas und dem Brief des Freundes auf die Terrasse meines Häuschens im Norden der griechischen Insel Lesvos. - Sanftmütig gestimmt, war ich dann gleich darauf weiterverfolgend wieder in Javieros daseinsfreudiges und wortreich zu spüren gegebenes Wunschtraum-Gebilde vertieft - in diesem erweiterten Ausmaß:
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„Verspätet kam dann, wieder einmal angetrunken, „Monsieur Pauvré“, wie er in einschlägigen Kreisen oftmals benannt wurde: der Erik Satie. - Didier, das kannst Du unmöglich vergessen haben!“ stand da zu bewegen suchend geschrieben. - „Auch eingedenk dessen, daß Du es ja warst, der dann, bereits in den beginnenden Morgenstunden, den inzwischen volltrunken wankenden, rheumatisch einherstolpernden Erik hilfreich nach Hause, in sein zellenartiges, mit allerhand Trödel, Gerümpel und Plunder vollgestopftes Kämmerlein, damals noch in der Rue Corot, stützend geleitet hast!“ -
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Par bleu! Ich versuchte mir das nun leibhaftig vor Augen zu stellen. Und dachte dabei an Platon, der einmal diesbezüglich bekundet hat: Nur die ewigen Ideen sind das eigentlich Seiende!
Ach Javiero! - Beeindruckt und nun wohl auch zunehmend beeinflußbar Wirkung gewahr werdend, las ich aufmerksam weiter:
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„Unterwegs, so hast Du es damals uns allen erzählt, warst Du ja angeblich immer wieder sehr darum bemüht, ein wenig mehr über sein der mittelalterlichen Mystik entliehenes Musik-Emfinden, dieser Rückkehr zu einer klassischen Prägung dessen zu ergründen. -
Das sollte nun doch gegenwärtig sein ... "Er sei noch immer in die Erweiterung seiner Gymnopedien vertieft und das kontinuierlich!" hat Dir der trunken einherstiefelnde Erik abwinkend zu verstehen gegeben, so hast Du uns damals darüber berichtet. - Nebenbei bemerkt, sind das die Kompositionen, die mir noch immer am besten gefallen. Nein, nicht so die einstmals erlebten Tondichtungen dieser theatralischen Aufführung „Parade“
Stimmen wir da überein?“ -
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Was das angeht: ja, dachte ich beiläufig ...
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„Im Flur seiner ärmlichen Bleibe angelangt“, berichtete Javiero schriftlich weiter, „hat er Dir - wie Du es derzeit ja stillvergnügt betont hast -, dann schlußendlich noch aufgebracht zugeraunt: "Möge dem Armseligen, der mich übersieht, die Zunge verbrennen - und auch das Trommelfell platzen!" -
Mon dieu! Wenn Du dich daran nun nicht mehr erinnern kannst, dann schöpfe ich doch den Verdacht, daß ich ab jetzt unerfreulicherweise an Deiner Merkfähigkeit zweifeln muß! - Laß es mich wissen, ruft sorgenvoll ausharrend einer der wenigen Dir aller Wahrscheinlichkeit nach wohl noch verbliebenen Freunde, im derzeit regnerisch verschnupft machendem Molloch Paris.“ -
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Unserer langjährigen Freundschaft zuliebe, galt es nun herzlich und angemessen darauf zu antworten ...
Immerhin, dem bereits genußfreudig getrunkenen Wein zur Folge, würde die Beantwortung seiner gefühlsselig formulierten Zeilen dann auch hoffentlich zusagend und erfreulich zuwege gebracht werden.
Nun ja:
„Wer ein bewußtes Leben führen will, der muß das im flüchtigen Strom seiner Erinnerungsbilder tun!“ so hatte es ja schon der in Berlin lebende Philosoph Stephan Otto dereinst konkretisiert. -
In Anbetracht dessen, griff ich bald darauf seelenvergnügt zur Feder, um gleichgestimmt, wie einstmals Schulter an Schulter, nun emotional aufgekratzt aufs Geratewohl "zurückzublicken":
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Skala Sykaminias, Lesvos, Greece, am 14. Juni, 2009 -
Mon cher Javiero,
wohl wahr, es bleibt unvergessen - und natürlich erinnere ich mich an all das von Dir urplötzlich nun so gefühlsreich erneut vor Augen geführte damalige Geschehen. - Wenn ich da zutreffend zurückschaue, dann bist Du ja damals bald darauf, im Juni 1917, nach Madrid abgereist, um Deine Mutter zu besuchen und am dortigen Konservatorium drei Jahre lang als Musiklehrer zu unterrichten. - Das ist nun durchaus erwähnenswert, mein Freund!  -
Denn in diesem beachtenswerten Zeitraum, da hat sich ja noch so einiges aufsehenerregend ereignet ...
Als Du noch in Paris anwesend warst, da sprachen wir eines Abends mit Guillaume Apollinaire über einen neuen Geist des Überrealismus - er nannte es „sur-realisme“, Du erinnerst dich daran? Gemeint war: Das Wirkliche mit dem Unwirklichen zu verknüpfen ... -
So annähernd im Unwirklichen trat dann zutage, was ich kurz nach Deiner Abreise erleben durfte:
Wir (die Redaktion) hatten in Erfahrung gebracht, daß Picasso wieder einmal die Gespielinnen ausgewechselt hatte, Olga Chochlowa war jetzt die Favoritin. Im Juli 1918 hat er die Dame dann geheiratet. - Cocteau war der Trauzeuge. Oui, und ihn habe ich dann gebeten, mir einen Termin für ein Interview zu beschaffen. - In der darauffolgenden Woche hat‘s dann auch geklappt, der Meister hatte es gönnerhaft geschehen lassen ...
Wohlan - und somit zurück ins damalige "Geschehen":
Picasso war ja inzwischen nicht nur berühmt, sondern auch wohlhabend geworden. Als ich die neue Wohnung in der Rue la Boétie betreten hatte, stand mir ein auffallend bürgerlich sichtbar werdender Maler gegenüber: Im maßgeschneiderten Anzug, mit einem Ziertuch in der oberen Jackentasche und einer auffällig hervorleuchtenden goldenen Uhrkette am Knopfloch. - Es verschlug mir die Sprache, als ich die luxuriös ausgestatteten Räume näher in Augenschein nehmen konnte: Olgas strategische Einflußnahme, so bedachte ich‘s, als mich der Meister überraschend freundlich dazu aufforderte, nun ihm gegenüber Platz zu nehmen. - Kurz zusammengefaßt: Im Laufe des einseitig stattfindenden Gesprächs wurde mir deutlich gemacht, daß ich ein Interview nur bekommen könnte, wenn ich schon morgen früh als Chauffeur zur Verfügung stehen würde. - Er habe sich gestern ein Automobil gekauft, einen Hispano-Suiza; weder er noch Madame Olga hätten jedoch eine notwendige Fahrerlaubnis. Auch der Freund Erik, Monsieur Satie nicht, der ja morgen dabeisein würde ...
„Wo man denn so übereilt hinfahren wolle?“ habe ich, offensichtlich total überrumpelt, nachgefragt.
„Nach Antibes, um dort, am La Garoupe benannten Strand im Kreis der feinen Gesellschaft ein wenig mitmischen zu wollen!“ gab mir Picasso abfällig grinsend zu verstehen. -
Ich hatte begriffen: Le High Life - das Treiben der Prominenten - und Madame Olgas offenbar lebenswichtiges Begehren, daselbst nun beachtet werdend mithalten zu können. -
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Am Morgen darauf klingelte ich, repräsentabel gekleidet - ich hatte mir am Abend zuvor von Max Jakob noch einen Anzug geliehen -, abreisebereit dastehend, an der Wohnungstür der Familie Picasso.
Olga öffnete mir - und nahm mich mißbilligend in Augenschein: „Nein-nein, so geht das nicht!“ fuhr sie mich an. „Das werden wir jetzt sofort passend umgestalten!“ ließ sie mich wissen, rauschte davon und schon wenige Minuten später hielt sie mir die vollständige, komödienhafte Montur eines Chauffeurs unter die Nase! - „Keine Widerrede, Sie ziehen das nun sofort an!“ wurde bestimmt. -
Javiero, Du kannst dir vielleicht mitfühlend deutlich vor Augen führen, wie mir damals zumute war ...
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Trotz allem gestalteten sich diese dereinst erlebten Tage wahrhaft zu einem unvergeßlichen Reisegeschehen. Am ersten Tag fuhren wir bis hin nach Lyon - es gab ja damals noch keine Autobahn -, und am zweiten Tag erreichten wir dann gut gelaunt schließlich das Städtchen Antibes. -
Fürwahr: Eine anstrengend verlaufene Autofahrt ...
Andererseits sich ausreichend ergebende Stunden, um hernach wirklich ein aufschlußreiches und bemerkenswertes Interview konzipieren zu können. -
Javiero, derart inhaltsgeladen nun so überraschend zurückblickend, ist da noch etwas erwähnenswert: Als der Erik Satie am 1. Juli, 1925 in Paris verstorben war, da fanden wir - Max Jakob und ich - in seiner Wohnung noch die inzwischen weltweit bekannt gewordene Komposition „Vexations“ - „Quälereien für ein Soloklavier“, wie er die Tondichtung ja scherzhaft benannt hatte. -
So viel erst einmal für heute, mon ami; auch hinsichtlich eines hin und wieder aufblühenden Erinnerungsvermögens, - salut, à bientôt - ton Didier. -
*
Post Skriptum: 
Wissenschaftliche Untersuchungen haben aufsehenerregend erkundet, daß 50 bis 90 Prozent der auf diesem Globus gern lustbetont weilenden Menschen derartig traumhafte Erscheinungen dieser beunruhigend phantasievollen Beschaffenheit bereits oftmals durchlebt haben - und gegebenenfalls auch uneingeschränkt beurkunden können.  
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Samstag, 11. Januar 2020

Das "Dschungelcamp" - personenbezogen demnächst so ganz und gar neubelebt ...

Das hatte Bernd-Martin in Erfahrung gebracht, als er auf dem Gelände vieler TV-Produktionen in Köln dem bekannten Entertainer Harald S. begegnet war ...
Im Laufe dieses recht aufschlußreichen Gesprächs wurde ihm schmunzelnd mitgeteilt, daß der Fernsehsender RTL wohl in Zukunft bei der allerorten so beliebten Doku-Soap: "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" nun doch allerhand neu gestalten werde. 
"Hm? Warum - und wie das denn?" versuchte Bernd-Martin zu ergründen.
"Achdiese sich dort bisher so schwachköpfig offenbarende Mischung aus dem zum Gespött gemacht werden, einer Art Selbstdemontage, immerhin einhergehend mit nicht alltäglichen Gaumenfreuden! - Nun sei man inzwischen aber zu der Erkenntnis gekommen, daß namhaftere, wie wohl gern auch berüchtigte Persönlichkeiten dem Schauplatz ein ganz neuartiges Gepräge gewahr werden lassen." gab er abfällig grinsend zu verstehen. -
"Man wolle keinen dieser dummstolzen Großtuer mehr in der Glotze zu Gesicht bekommen! Dieser geistesarme Möchtegern ist da anscheinend nicht mehr gefragt - und als zu "unvollkommen" ins Abseits geraten." wurde betont. "Wahrhaftige Kultfiguren in Fleisch und Blut seien jetzt zwingend gesucht", ließ er Bernd-Martin noch wissen.
"Das wirft ja immerhin düstere Schatten voraus!" horchte B:M auf.
"Wohlweislich!" nickte der Harald ihm zu.
"Hm? - Da wäre doch auch dieser Italiener Berlusconi nicht unpassend", gab ihm B.M. zu bedenken.
"Ja, der ist schon gefragt worden", wurde bestätigt. "Kann aber nicht dabei sein, weil er baldigst wieder als Ministerpräsident die geliebte Heimat zu neuer Blüte gestalten will.
"Vielleicht dieser weltweit oftmals doch so verwirrend selbstgefällig in Erscheinung tretende Donald Trump?" forschte B.M. schmunzelnd nach.
"Wohl wahr, ein durchaus vielversprechender Kandidat!" wurde bestätigt. "Nur muß man da noch so lange abwarten, bis der in Amerika endgültig zu Fall gekommen sein wird.
"Ich hab's: dieser Despot Kim Jong Un aus Nordkorea wäre dort bestimmt als ein non plus ultra zu placieren!" versuchte B.M. sich letztendlich noch hilfreich einzubringen. -
"Einen dieser deutschen Politiker hatten die neulich dort schon ... Aber die Welt sei doch nach wie vor voller abartiger, pittoresk und ausdrucksvoll leicht bewußtseinsgestört oftmals so abartig zur Schau sich stellen wollender Persönlichkeiten!" ließ er's schlußendlich dann noch spottlüstern verlauten, der Talkmaster Harald S., als sich Bernd-Martin nun kopfschüttelnd, jedoch kenntnisreich von ihm verabschiedete. -
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Ein diesbezüglicher Hinweis:
Der Journalist Wolfgang Herles, er hat auch das konkretisiert in seinem Buch "Die Gefallsüchtigen" einmal umfassend sehr deutlich zum Ausdruck gegeben. -
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Montag, 6. Januar 2020

Liebe - erwartungsvolle Weltenbummler ...

Wohl dem - in 2020:
Nun ja, falls Sie (auch) in diesem Jahr vorhaben zu verreisen, dann möchte ich jetzt verheißungsvoll versuchen, Sie für GRIECHENLAND zu begeistern:
Beglückend und informativ hinein in den Bannkreis der einstigen Wiege des Abendlandes. -
Einmal abgesehen von der Begegnung mit dem griechischen Festland, gibt es dort etwa 1400 Inseln, von denen 166 dieser Eilande nun schon seit Urzeiten "bevölkert" sind. -
Der griechische Schriftsteller Nikos Kazantzakis ("Alexis Sorbas" u.a.) hat's hinsichtlich dessen einmal so formuliert:
"Welch andere Freude auf Erden kann besser im Einklang mit dem Körper und der Seele stehen, als Griechenland zu bereisen". -
Der Zauber der griechischen Landschaften ...
Und Friedrich Hölderlin, der deutsche Dichter, er gab seine diesbezügliche Gemütsstimmung seinerzeit einmal doch sehr inbrünstig zum Ausdruck: "Ich liebe dieses Griechenland überall. Es trägt die Farbe meines Herzens!"
Ach ja ...
Herzlich willkommen - kalóß órißeß/orißate!
Und mit einem oftmals beseelenden - heimatlichen Empfindungsvermögen, da sei's mir hier nun erlaubt, so mancherlei über dieses beglückende Elysium zu erzählen:
Allerdings nicht ohne - auch darüber hinaus - hier eine kritisierende Stellungnahme zur derzeit oftmals überschatteten "Jetztzeit" ein wenig verdeutlichen zu müssen. -
"Das sei nun wohl diesbezüglich (leider) vonnöten - zudem auch eingedenk unserer humanitären Bürgerbewegung "Spitha" (der Funke)!" So hat mir der Mikis Theodorakis, in Anbetracht dessen, derzeit wohlmeinend ein wenig "Vorhaltungen gemacht".
Trotz allem: Kaló taxidhi! (Gute Reise!)
Falls Sie des weiteren neugierig werdend dabei bleiben wollen:
Wenn ja, dann "klicken" Sie bitte rechtsseitig im Bereich der "Stichworte" GRIECHENLAND an.
Noch etwas sei hier fast konkretisiert:
Denn der Herr von Goethe hat's einstmals schwärmerisch mit diesen Worten bekundet: "Unter allen Völkern haben die Griechen den Traum des Lebens am schönsten geträumt!"
"Ja, das einzige Paradies in Europa" so benannte es einst ein weltbekannter Schriftsteller. "Dort füllt sich mein Herz wieder zunehmend mit Licht - und öffnet sich hernach dann oftmals wie eine Blume".
Wie kann man´s noch inbrünstiger zum Ausdruck geben ...
Und appetitanregend sei da noch hinzugefügt:
In Griechenland gibt es viele vorzügliche Weine - "Jassas". -
Und die griechische "Kochkunst" offenbart sich in all der Zubereitung köstlicher Speisen doch oftmals als eine der besten auf diesem Erdenrund. - Nun ja, dort, wo man sie noch "derart" erleben darf. - Wohl nicht in der "dem Tourismus zur Liebe" als ausreichend "vereinfachten" Darbietung all dessen. -
Nein (óchi), nichts spricht dagegen ... Jedoch: Wenn Sie als Griechenland-Reisende "wirklichkeitsnah" zu speisen gedenken, dann ist's durchaus empfehlenswert, wie griechisch auch gang und gäbe, in der Küche mit dem Koch darüber erwartungsgemäß diesbezüglich zu "verhandeln"...
Denn auch dort ist man zumeist "sprachgewandt" zugegen. -
kali órexi! meint: Guten Appetit! -
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Da sei nun doch noch erläuternd nachgetragen:
Ulrike und ich, wir haben bisher, so innerhalb von 30 Jahren viele dieser griechischen Inseln bereist. - Allerdings stets eigensinnig in einem Abseits all der touristisch organisierten Infrastrukturen. -
Wie das? Problemlos: Ein sogenannter "Nur-Flug" nach Griechenland (auch Insel direkt), dort ein Auto mieten und ein annehmbares Quartier suchen ...
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Freitag, 3. Januar 2020

Das war nun - so rundum das Jahr 2019 ...

"Die Kirchturmglocke macht zwölfmal Bumm -
und schon ist so'n Jahr dann wieder mal um! "
So hat's der Herr Ringelnatz dereinst bekundet.
-
-
Lustbetont, mit sehr viel "Schwein", *
geht´s nun ins neue Jahr hinein ...
* ("Schwein", gleichbedeutend mit "Glück").
-
Hier nun, auf dieser Ebene einer möglichen Fühlungnahme: 
"Ein erfolgreiches, zuweilen auch aufregendes Erleben in den nächsten zwölf Monaten des neuen Jahres, beziffert als 2020, das sei Ihnen herzlichst gewünscht!"
-
Danke für das Interesse an meinen Erzählungen,
bekundet
        Dieter Schäfer, gebürtig benannt als Didier Vaselis - 
und damals auch als    
"ARSINOE" sehr gefühlswarm bemuttert.
        -   
        *   

Donnerstag, 2. Januar 2020

Ist's märchenhaft - unglaublich?

Nein, wohl absolut fabelhaft:

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Und das so sichtbar leibhaftig.
Zur Verdeutlichung dessen sei hier bezeugt:
Ich wohne seit vielen Jahren
in einer ländlichen, treuherzig gestimmten Abgeschiedenheit.
Immerhin ist man dort hin und wieder -
so unwirklich überwältigend -
auch Zeuge dessen, dass in der lateinischen Wortprägung
"fabula delectat":
Die Fabel will unterhalten -
und unterhaltsam zum Ausdruck bringen,
dass Tiere durchaus menschliche Eigenschaften besitzen -
und somit auch dementsprechend zu handeln verstehen."
Das haben ja schon namhaft gewordene Poeten
informativ und beachtenswert zu spüren gegeben.
Es wird da wohl Wahres daran sein ...
-
Aber wer von uns wird das letztendlich bezweifeln?
-
***


Sonntag, 29. Dezember 2019

SILVESTER - gefühllos und unbarmherzig ...

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So darf man das oben abgebildete Geschehen doch wohl bezeichnen!
Veranstaltet am letzten Tag des Jahres: 
Denn derart gefühlskalt hatte der Rentner Karl-Theodor G.,
seit Jahren wohnhaft in einem Vorort der Hansestadt Bremen,
in der Silvesternacht mit einem alkoholischen Gesöff eine alsbald zu verantwortende Hemmungslosigkeit dort so zynisch deutlich werden lassen!
-
Ja, ich bin mir dessen bewußt, daß einige meiner Leser diese Begebenheit bereits zur Kenntnis genommen haben. Trotz allem habe ich das als frevlerisch zu beurteilende Geschehnis noch einmal als durchaus bedenklich stimmend offenbar werden lassen. -
Die oben genannte Person wurde für diese Peinigung vom Bremer Tierschutzverein e.V. dann doch noch zur Rechenschaft gezogen. -
Die beiden abgebildeten Zierfische Anton und Bartholomäus, sie sind nun inzwischen sichtbar wieder wohlauf
Denn sie haben im Bremerhavener Zoo, im Aquarium am Meer jetzt glücklicherweise ein neues, weiträumig und fischfreundlich verfeinertes Zuhause bekommen.
-
***

Freitag, 27. Dezember 2019

WEIHNACHTEN - nun wieder einmal so schicksalhaft ...

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Ja doch, es geschah an diesem 24. Dezember:  
Die alte Standuhr im kleinen Häuschen am Rande des Waldes hatte soeben achtmal dumpf tönend die abendliche 20-Uhr-Zeit hörbar erkennen lassen. - Die Bewohner des einsam gelegenen Häuschens, Wilma und Heinrich M., sie saßen bereits in der Dorfkirche des Ortes am Rande des Fichtelgebirges, um - wie ja schon in all den Jahren vorab geschehen - wieder einmal den weihnachtlichen, so christentümlichen Erläuterungen zu lauschen ... 
Als sich daheim, etwa zwei Kilometer entfernt, der folgende Vorfall ereignete:
Da hatten sie, trotz einer sich bald darauf überdeutlich als aussichtslos darbietenden Gegebenheit, die Abwesenheit der menschlichen Wesen genutzt, um eilfertig durch ein (gottseidank) offenes Fenster ins Haus einzudringen! - Am Tag zuvor war er im Hausgarten noch ahnungslos schnatternd dahingewatschelt, der urplötzlich der Gemeinschaft brutal entrissene Ganter, zeit seines Lebens "Bruno" gerufen. - Ohne sich darüber auch nur annähernd bewußt zu sein, daß dessen derzeitige Leiblichkeit eine Rekonvaleszenz als absolut hoffnungslos offenbar werden ließ, wollten sie jedoch umgehend eine wie auch immer zu meisternde Art Wiederbelebung versuchen.
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*** 

Dienstag, 24. Dezember 2019

Weihnachten: "kein Heiligabend- Empfinden"...

Nein - eigentlich so nicht!
Das sei im Voraus konkretisiert ...
-
Mondschein bleicht der Engel Schwingen,
als heisere Stimmen Chorus singen.
Fast wächsern blinkt der Abendstern,
ein Glockenton nervt laut von fern.
Stoisch, schon fast gottergeben,
zwingt festlich orientiertes Leben
sich grell in jeden Ort hinein -
willkommen trüber Dämmerschein!
Mit lausig kalter Abendluft,
mischt sich der Spekulatiusduft.
Beschwingt, gleich einem Wonnegraus,
zieht Festlichkeit in jedes Haus.
Wo stets ein Baum mit vielen Kerzen,
geschmückt von hoffnungsschweren Herzen,
still nadelnd, später pflichtbesungen,
von Eltern, Mädchen und auch Jungen,
so ausdrucksvoll den Raum betont.
Noch zeigt sich alles altgewohnt -
bis daß der Vater dann die "Blagen",  *
ermuntert zum Gedichtaufsagen ...
-
Was sich ab dann zusammenbraut,
hat stimmungsvoll das Fest versaut.
-
* Die etwas abfällig geartete Benennung der Sprößlinge sei mir im nachhinein verziehen, aber der leibliche Vater der oben erwähnten Nachkommenschaft hatte sich mir gegenüber ja dergestalt offenbart.
-
 Tja, und diesbezüglich sei noch erwähnt:
"Du solltest dich schämen, derart kratzbürstige Reime zu gestalten!" wurde mir schon bald darauf zu spüren gegeben. - Reumütig, habe ich hernach die erhitzte Stirn noch langdauernd an die eiskalte Statur einer sich im Garten zur Schau stellenden Schneemann-Figur gepresst.
-
***