Samstag, 4. Juli 2020

Der "Onkel Alfred" - und dieser weltweit so bedeutsame NOBELPREIS ...

Ist immerhin:
Eine seit 1901 alljährlich so weltweit lobpreisende Auszeichnung.
Und hier sei nun doch einmal "entschleiernd" zur Sprache gebracht, was sich in Schweden dort hinsichtlich dessen dereinst (vermeintlich) so bedeutungsvoll zugetragen haben soll:
Ja, es ergab sich im Juni 2007; als ich auf einem Fährschiff, das uns von Frederikshavn nach Göteborg bringen sollte, rein zufällig mit einem bärtigen Mann älteren Jahrgangs in eine sich bald darauf aufschlußreich darbietende Plauderei hineingeraten war. - Per-Olof Eriksson, so nannte er sich, mein damals schon bald darauf so mitteilsam in Erscheinung tretender Gesprächspartner. -
Beeindruckt nahm ich im Laufe der Unterhaltung zur Kenntnis, daß er, "Per-Olof", als ein entfernt einzuordnender Verwandter der Familie Nobel zu gewärtigen sei. "Seine liebevoll gepflegte Zuneigung zur Spirituose Aquavit habe jedoch bewirkt, daß er den seriösen Überzeugungen dieser ehrenwerten Familie nicht mehr genügen konnte - und somit als "gesellschaftlich unmöglich" zu ächten sei. Der sich zeitlebens distinguiert in Szene setzende Familien-Clan hätte selbstherrlich als not amuset reagiert, wollte sogleich wohl auch die Spreu vom Weizen trennen - und man sei nun als "entfremdet" nicht mehr zur Kenntnis zu nehmen, so gab mir Per-Olof schmunzelnd seinen Rausschmiß aus der feinen Sippschaft zu verstehen. -
"In Lidingö sei er 1928 zur Welt gekommen. - Den Onkel Alfred habe er jedoch nicht mehr leibhaftig erlebt, da dieser bereits 1896 im italienischen Küstenort San Remo das Irdische mit dem "Abseits" habe eintauschen müssen! - Ob ich´s denn überhaupt wüßte, wer dieser "Onkel Alfred" einstmals so namhaft geworden gewesen sei?" forschte er stillvergnügt nach.
Hm? War damit etwa der Alfred Nobel, jener schwedische Ingenieur gemeint? bedachte ich's zweifelnd. Und hochtrabend hier von ihm so ungeniert in eine verwandtschaftliche Zugehörigkeit hineinprogammiert worden? Als sein Onkel Alfred! - Der am 21. Oktober 1833 in Stockholm geborene - und am 10. Dezember 1896 im damals zumeist vom Geldadel besuchten San Remo verstorbene Erfinder von einem per Zufall spleenig in Erscheinung tretenden Per-Olof selbstbesessen und schwelgerisch als Blutsverwandtschaft in Szene gesetzt? - Eine wohl doch als fragwürdig zu betrachtende Offenbarung ... -
Wenn's aber dennoch als zutreffend zu gewahren sein sollte, dann war es ja sein Onkel, der 1863, damals noch in Stockholm, das hernach oftmals welterschütternde Dynamit erfunden hatte, so zog ich's nun erst einmal aufgeschlossen in Betracht.  -
"Jou, Du wirst es vermutlich kaum glauben", meldete sich Per-Olof dann wieder zu Wort.
"Na-ja, ich hege da noch ein wenig Bedenken", gab ich verhalten zu spüren.
Was dann sogleich ein sichtbar übelnehmerisches Naserümpfen zur Folge hatte ...
"Sieh an: Er zweifelt! Ich lasse hier - nur weil Du mir anfangs als sympathisch erschienen bist -, so offenherzig meinen Gefühlen einen freien Lauf, öffne vertrauensselig die Familien-Schleusen mit all den modrigen Untiefen meiner Herkunft - und er hegt Bedenken! Zögert, ob er mir da nun Glauben schenken kann! Soll ich erst einmal eidesstattlich versichern ..."
"Nein-nein!" fiel ich ihm sogleich abwinkend ins Wort. "Verzeih mir, aber ich war wohl soeben recht unheilverkündend diesbezüglich wohl beinahe am Rande eines Abgrunds!"
"Aha! - Und was soll das so abgründig besagen?" fragte er aufhorchend nach.
"Nun, da gibt es doch weltweit einen sehr bedrohlichen Anknüpfungspunkt: Denn da hätten wir nun deinen Onkel, den Alfred Nobel - und mithin, stets unheilschwanger aufblitzend, diesen verheerenden Sprengstoff Dynamit ..."
"Hast Du's nun endlich herausgefunden? Hat sich für Dich jetzt alles zusammengereimt?" fuhr er mich spitzzüngig an. - "Vortrefflich! - Das schafft immerhin die Voraussetzung dafür, daß wir nun doch des weiteren auf den spannungsgeladenen Spuren meiner Sippschaft verbleiben können. - Also: Hättest Du es tatsächlich für möglich gehalten, daß die Erfindung des Dynamits einem sich eigenwillig zugetragenen Zufall zu verdanken ist?" betonte Per-Olof todernst den Auftakt seiner Enthüllungsgeschichte.
"Einem Zufall?" horchte ich doch erwartungsvoll auf.
"Allerdings! - Bezweifelst Du das?" knurrte er mich argwöhnend an.
"Nein-nein! Denn mancherlei ist ja wahrscheinlich doch nur rein zufällig entstanden", wandte ich denkbar ein. "Auch Du und ich, wir sind wohl der Gunst oder auch Ungunst der jeweiligen ..."
"He, Mann, Du nervst mich!" wurde ich unwirsch unterbrochen.
"Doch dieses dereinst zufällig erschaffene, hochexplosive Produkt, dessen geheimnisumwitterte Entstehung ich jetzt ausnahmsweise Dir hier entschleiern werde, hatte ja eines unguten Tages einen peinlichen Schlußakkord aufzuweisen!"
Erstaunt blickte ich auf. "Hm? Ausnahmsweise mir willst Du jetzt davon berichten, daß die Erfindung des Dynamits dereinst einer aleatorisch stattgefundenen Begebenheit zu verdanken ist?"
"Nun red' mal nicht so geschwollen daher, ja!" wurde ich angeblafft. "Mach Dich mal fix auf den Weg zum Duty-free-shop! Dort holst Du mir eine Flasche Aquavit, okay? - Als stimulierenden Beistand, damit ich dann anschaulicher zurückblicken kann." -
O heilige Birgitta von Vadstena! - Urplötzlich sollte hier nun der Alfred Nobel als abgründig düster Gestalt annehmen? -  Solch eine sensationelle Story hatte ich ganz gewiß nicht erwartet, als ich mir vor kurzem diese Reise nach Schweden zum Ziel gesetzt hatte, um vor Ort eventuell so einiges über den einstmals angeblich so selbstquälerisch empfundenen Bekenntnisdrang des schwedischen Romanciers August Strindberg zu erkunden ... -
Aufgewühlt sauste ich los, um dann zehn Minuten später mit der zuvor eingeforderten Flasche Aquavit wieder im Aufenthaltsraum des Fährdampfers zu erscheinen. "Gläser dafür waren dort leider nicht zu erwerben", gab ich Per-Olof zu verstehen.
"Gib schon her, ich brauche kein Glas!" ließ er mich wissen - riß mir die Flasche aus der Hand, öffnete den Verschluß - und gluckernd flutete der Inhalt, nun hoffentlich hilfreich für eine Geheimnisse lüftende Darlegung, trinkfreudig seine Kehle hinab. -
Nun, eingedenk dessen betrachtete ich's jedoch als gegeben, daß mir ein hochgestimmter Trunkenbold gleich eine unglaubliche Geschichte zum besten geben würde.
"Jetzt hör' mir 'mal gut zu, ja?" wurde ich vorab ermahnt: "Weltweit ruft es noch immer Bewunderung hervor, wenn wieder einmal jemand mit einem Nobelpreis ausgezeichnet worden ist! - Das leitet Prestige in die Wege und allerhand Bares auf's Konto! - Aber wie es dereinst dazu gekommen ist, daß solch eine Lobpreisung Wirklichkeit werden konnte, das weißt Du sicherlich ganz bestimmt nicht! - Denn in dieses durchaus geheimnisumwitterte Ereignis sind ja bisher nur ganz wenige, ausschließlich die vom Familienclan als absolut charakterfest und auch vertrauenswürdig einzuschätzenden Personen eingeweiht worden!"
"Oh! - Darin bist demnach auch Du willkommen geheißen worden?" horchte ich tief beeindruckt auf. - Erwartungsvoll auf meinem plastikbespannten Sitzmöbel herumrutschend, wollte ich jetzt unbedingt herausbekommen, was sich da einstmals so spektakulär ereignet hatte: "Per-Olof, ein Vorschlag zur Güte: Im Duty-free-shop sah ich vorhin noch acht Flaschen Aquavit im Regal stehen! Und ich bin unverzüglich gern bereit, für ..."
"He! Für wen oder was hältst Du mich?" raunzte er mich aufgebracht an. "Sehe ich in Deinen Augen aus wie ein erbarmungswürdiger Saufbruder?"
"Nein! - Aber ich würde doch gern herausfinden - äh - stichhaltig auf dem laufenden sein ..."
"Nun beruhige Dich erst einmal - ja? - Denn alles wird - das versteht sich von selbst -, korrekt und gesittet der Reihe nach entschleiert." Und wie nach innen gerichtet, nahm er sogleich bedeutungsvoll Haltung an: "Nun ja, da denke ich jetzt geschlossenen Auges zurück ... Und finde mich ein auf dem Hintergrund einer wahrlich turbulenten Epoche!" brach es pathetisch aus ihm heraus. "Und wer ist dort wirklichkeitsnah zugegen? Fürwahr: Der unruhige Forschergeist Alfred Nobel! - Als Jüngling war mir zu Ohren gekommen, daß Onkel Alfred im März 1863 in Stockholm die fünfundzwanzig Jahre jüngere, einst bildschöne Inga Engstroem kennengelernt hatte. - Und angeblich leidenschaftlich ergriffen, soll er dieser Dame sofort einen Heiratsantrag gemacht haben!"
"Eine etwas leichtsinnig vom Stapel gelassene Gefühlsduselei!" mußte ich unbedingt anmerken.
"So kann man's wohl wahrlich bewerten", erhärtete Per-Olof meine Bedenken. "Und holterdipolter ist dieses Mädel dann wohlüberlegt bei ihm eingezogen, in sein pompöses Domizil, am exklusiven Stadtrand von Stockholm."
"Auch das noch!" konnte ich nicht umhin zu bekunden.
"Wohl wahr!" nickte Per-Olof mir zu. "Wie Du es vermutlich schon ahnst, war diese Liaison nicht von Bestand: Denn Inga entpuppte sich baldigst als einfältig, kindisch und aufsässig. - Der Onkel Alfred hatte in Kürze die Nase gestrichen voll, wie man so sagt. Und hat dann mißgestimmt versucht, dieses unleidliche Zuhause in einem berüchtigten Stockholmer Nachtlokal zumindest für einige Stunden aus dem gedemütigten Bewußtsein zu verbannen."
"Bejammernswert ... Und dann?" forschte ich sensationslüstern lauernd.
"Ist alles gescheitert - in die Brüche gegangen!" betonte er's grinsend.
Unruhig ausharrend, tippte ich ihn nun erwartungsvoll an: "Per-Olof, in etwa vierzig Minuten haben wir Göteborg erreicht! Spann mich nicht länger auf die Folter. - Was geschah dann?"
"Nun, der Onkel Alfred stand eines Abends, zu vorgerückter Stunde, angeblich leicht alkoholisiert vor der Haustür seines Palais. Die Inga war zwar im Haus; hatte aber, gereizt und zunehmend verdrossen, die Tür zum vordem doch so familiären Daheim anscheinend beinahe bollwerkartig verbarrikadiert!"
"Mein Gott! Ich ahne das Schlimmste, der Untergang des Hauses Nobel!" brach es beeinflußt aus mir heraus, da sich ein beinahe vergleichbares, dereinst von Edgar Ellen Poe beschriebenes Geschehen spontan vor meinem geistigen Auge beunruhigend verlebendigte.
"Da bist Du jetzt ziemlich nah dran!" erhärtete Per-Olof mein visionäres Empfinden. "Denn der Onkel Alfred hat daraufhin zornig kehrtgemacht, ist wutschnaubend in sein Chemielabor gestolpert - und hat dort sogleich 75% Nitroglyzerin und 24,5% Kieselgur mit 0,5% Soda zusammengemixt ..."
"Nein!!" unterbrach ich ihn aufstöhnend.
"... und ist dann gleich darauf mit diesem hochexplosiven Gemisch", erzählte er jedoch unabgelenkt weiter, "das später als sogenanntes Dynamit ja welterschütternd Furore gemacht hat, nun stockwütend zur kaltschnäuzig verrammelten Haustür marschiert!"
Mir stockte der Atem ... "Ein unbeherrscht aufloderndes Gebaren!" wandte ich baß erstaunt ein.
Kopfnickend wurde mir zugestimmt.
Bestürzt forschte ich weiter: "Mein Gott! Unglaublich ... Das hatte doch todsicher schreckliche, katastrophale Folgen?"
"Beileibe, das auch - und später ja weltenweit durchaus bedeutsame!" ließ er's gewichtig anschwellen.
"Weltweit bedeutsame?" murmelte ich, bisher noch uneingeweiht ...
"In der Tat!" nickte Per-Olof mir zu. "Denn unser an und für sich stets mildtätig zu gewärtigender Onkel Alfred, er hat ja bald darauf sein so heißblütig zum Ausdruck geratenes Handeln bitter bereut! - Und die zwangsläufig aufkeimenden Gewissensbisse haben wahrscheinlich so viel bewirkt, daß er vor seinem Ableben in San Remo noch testamentarisch angeordnet hat, daß ab 1901 ein finanziell hochdotierter Preis den wirklich herausragenden Persönlichkeiten des jeweiligen Zeitgeschehens aufhorchen lassend zur Ehre gereichen sollte!" -
Unglaublich! - Noch immer hochgradig ergriffen, schaute ich nachdenklich zu ihm auf: Der Onkel Alfred! - Und die dank seiner Existenz dereinst so beeindruckende Entstehung des ja noch immer weltweit tosenden Beifall hervorrufenden praemium Nobelianum - !          -
In der Zwischenzeit hatten wir den dichtbevölkerten, rundum mit Lärm erfüllten Aufenthaltsraum des Fährdampfers verlassen - und standen nun fröstelnd im Außenbereich an der Reling ...
Per-Olof nahm einen aufmunternden Schluck aus der inzwischen inhaltlich fast zur Neige gegangenen Aquavit-Flasche. - Kreischend und freßlüstern lauernd, begleiteten uns nun auch zahlreiche Möwen, als mein Reisegefährte sich aufs neue zu Wort meldete: "Ach ja, es gab auch schon namhafte Personen, die diesen Preis abgelehnt haben!"
"Wahrhaftig! - Und das bleibt ja auch unvergessen", pflichtete ich ihm kopfnickend bei. "Denn bereits 1964 verweigerte der französische Philosoph und Schriftsteller Jean-Paul Sartre - warum auch immer? - diese Belobigung seiner Person durch eine derartige Glorifizierung."
"Naja, vielleicht war der Franzose nicht ausreichend genug selbstverliebt?" mutmaßte Per-Olof nüchtern. - Um gleich darauf noch schelmisch hinzuzufügen, daß immerhin vor einigen Jahren dieser prominente deutsche Schriftsteller solch eine Auszeichnung als eine unzumutbare Gewissensqual demonstrativ von sich gewiesen habe!"
Diesbezüglich erstaunt, blickte ich ihn daraufhin neugierig geworden an: "Das ist eigentlich schwer vorstellbar ... Wer sollte das denn gewesen sein?"
"Den Namen des Mannes habe ich leider vergessen." rief er mir zu -  ein kraftvoller Wind beeinträchtigte unseren Plausch. "Hm? - Gleichlautend ist es in Deutschland die Bezeichnung für diese Feld- und Wiesenpflanzen!" versuchte er's zu verdeutlichen.
"Du sprichst in Rätseln, Per-Olof."
"Ernsthaft? - Vielleicht erinnerst Du dich aber daran, daß damals viele Zeitungen und Zeitschriften diese schriftlich formulierte Verweigerung des Autors ja veröffentlicht haben - nein, nicht?"
"Nee, eigentlich nicht ..."
"Das nehme ich Dir nicht ab!" wurde ich angeblafft. "Aber wenn es tatsächlich so sein sollte, dann spitz jetzt einmal sensationslüstern die Ohren! Also: Verwundert nahm unser Stockholmer-Nobelpreis-Komitee dereinst diese schriftlich übermittelte Verweigerung des besagten Romanciers zur Kenntnis; in welcher geharnischt zum Ausdruck gegeben worden war, daß solch ein Preis, derart grässlich und auch beunruhigend beseelt mit dem höllischen Brandmal einer zerstörerischen Inhumanität, für ihn bedauerlicherweise als absolut unzumutbar zu gewärtigen sei. - C'est un Désagrèment, Monseigneur! Ja, mit genau diesen Worten endete die ablehnende Aussage des Herrn G.", betonte Per-Olof den Ausklang seiner aufschlußreichen Rückschau.
"Ach, die Unannehmlichkeit war damit gemeint, kosmopolitisch verfeinert", erklärte ich's grinsend. "Der Autor ist wahrscheinlich ein Kosmopolit - die dereinst vom griechischen Philosophen Diogenes so wirkungsvoll schmückend geprägte Bezeichnung für Weltbürger."
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Wir waren gerade in Göteborg angekommen, hatten die Gangway des Schiffes soeben verlassen, als sich - auf der Anlegestelle des Fährschiffes -, Per-Olof nun überraschend fast schon bedrohlich vor mir in Stellung brachte: "Du bist - wie Du's erwähnt hast - ein freiberuflich tätiger Journalist! Und trotzdem warst Du mir durchaus sympathisch, das habe ich ja bereits zu spüren gegeben. Aber solltest Du jemals dreist und unverfroren all die von mir so offenherzig zur Sprache gebrachten familialen Begebenheiten in einer Deiner stets klatschsüchtigen Zeitschriften veröffentlichen, jou, dann mach Dich auf etwas gefaßt! - Was immer Du tust, Du wirst es bitter bereuen!" wurde ich, à la Sokrates, gleich einem Schierlingsbecher, schlußendlich noch sehr eindringlich unter Druck gesetzt. "Demonstrativ trennen sich dann unsere bisher so informativ doch gemeinsamen Wege!" gab er mir deutlich zu verstehen. -
Hernach trennten sich dann tatsächlich "diese Art" gemeinsamen Wege ...
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Postskriptum:
Nachdenklich gestimmt, lag ich jedoch noch stundenlang wach, im Bett eines zweitklassigen Hotels in der Innenstadt von Göteborg.   -
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Freitag, 3. Juli 2020

Diese wohl unliebsame Begebenheit im Lebensbereich des französischen Philosophen Jean Jacques Rousseau:

Es begab sich in "Seinerzeit" so elementar als ein Geschehen ...
"Mon dieu, er ist ja fast schon ein Heiliger, beinahe ein Erdrutsch!" riefen derzeit oftmals einige der Fürsprecher so rundum begeistert aus. -
Während die sogenannten "Anti-Rousseauisten" den Philosophen des öfteren ja leidenschaftlich gern als einen "haltlosen Psychopathen" kritisiert haben, "der allzugern zu Gefühlsduselei neigt". -
Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain hat einmal gesagt: "Es gäbe ja über manche Leute so viel Gutes zu berichten - aber das andere sei stets viel interessanter!" -
Genau! Und demnach ist auch das nachfolgend erzählte Geschehen derartig in Szene gesetzt:
Die einstmals von Rousseau schwärmerisch manifestierte Idealvorstellung, daß der Mensch von Natur aus gut - und wohl erst durch das Leben im Kulturmilieu der Gesellschaft zu einem gegebenenfalls nun doch als böse zu charakterisierenden Homo sapiens geworden sei, sie wurde dereinst, an einem sonnendurchflutet aufscheinenden Tag im Monat April des Jahres 1745, so hinterhältig in eine tiefgreifend eines "Besseren" belehrende Beunruhigung genötigt, als Monsieur Rousseau das folgende Malheur, nun verunsichert dastehend, so urplötzlich erdulden mußte:
Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau,
der morgens in der Rue Chateau dort seine Schuhe abgeholt,
die ein Schuster neu besohlt ...
Auch die abgelatschten Hacken, zeigten nunmehr keine Macken,
rief dann zu Haus, zutiefst bewegt, (die Überzeugung ist belegt!)
spontan, mit neu erwachtem Mut:
"Der Mensch ist von Natur aus gut!"
Hm? -
Denn als er am Abend, gegen achte, sich wieder auf die Socken machte,
um die Frau Thérèse * zu besuchen,
die heut mit einem Marmorkuchen ihn lustbetont bezirzen wollte,
geschah es, daß er wütend grollte.
Denn von beiden Schuhen die Sohlen,
die waren plötzlich - ganz verstohlen - von beiden Tretern abgefetzt!
Rousseau, der arg vergrätzt, den Schuster wünscht verstimmt "zum Teufel",
zog bald darauf dann doch in Zweifel, daß ALLE von Natur aus gut - ?
Zukünftig war er auf der Hut ...
Oui,
und eine anschaulich machende Anmerkung zu Rousseau und Thérèse, die sei hier noch kurzum da noch hinzugefügt:
Der im zuvor so hämisch erwähnten Mißgeschick ins Stolpern geratene frz.-schweizer. Literat und Philosoph, er wurde am 28.6.1712 in Genf geboren; am 2.7.1787 hat er in Ermenonville das Zeitliche segnen müssen. -
Im Frühjahr des Jahres 1745, lernte Monsieur einst in Südfrankreich Madame * Thérèse Levasseur kennen. 23 Jahre später, am 30. August 1768, hat er die Dame in der kleinen Ortschaft Bourgoin, "pflichtschuldig geworden", wie Monsieur es damals benannt hat, als seine Ehegemahlin dann doch noch gebilligt. - "Eine Lebensgefährtin, von der wohl kaum ein Verständnis für den geistigen Ehrgeiz und die intellektuellen Bemühungen des Jean-Jacques vorauszusetzen sei", lästerten dereinst Freunde und Bekannte in seinem geistigen Umfeld ...
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Donnerstag, 2. Juli 2020

Dieser Mißgriff einer als "Rechtschreibreform" benannten Belästigung ...

Liebe Leserinnen und Leser:
Ein Hinweis in bezug auf all meine Erzählungen, der sei hier nun verdeutlicht ...
Als darauf aufmerksam gemacht werden soll, daß nach dem durchaus verbindlichen Motto unserer Akademie der Schönen Künste: "Nein, die Sprache kennt keine Kompromisse", demnach all meine Geschichten noch immer den alten Rechtschreibregeln verpflichtet sind - und auch bleiben werden.
Dazu ist´s erwähnenswert:
Aufmüpfig gestimmt, diesbezüglich noch das Folgende hier tiefgreifend fühlen zu lassen ...
An all die sich dereinst so wichtig machen wollenden Sprach-Puristen: 
"Da hatten sich die Tiefsinnsarbeiter (Klugschwätzer, Bildungsprotze und zuhauf all die athletischen Schwerdenker) dieser (zumeist gefallsüchtig belästigenden) Hochfrequenzintelligenz  damals wieder einmal in Bausch und Bogen verausgabt, in einer Materialschlacht um die (so offenbar ja unumgängliche) Rechtschreibreform", das läßt uns ablehnend der Investigativjournalist Walter van Rossum wissen. "Diese intellektuellen Bergprediger ... Wer mit solchen (abartigen) Mächten ringt, den kann (oder muß!) dann die real existierende Realität (zwangsläufig) so frank und frei gleichgültig lassen.
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Mittwoch, 1. Juli 2020

Ja, es gab einmal eine Zeit, da hat man noch erwartungsvoll "Bücher gelesen":

Und oftmals wohl auch begeistert ...
Somit vorab - als einleitend - die Darlegung das "Buch an sich":
Ja, denn erst im 4. Jahrhundert nach Christi ist es so aufsehenerregend gelungen, beschriebene oder bedruckte (sauteure) Pergament-Blätter - sie ließen sich falten, um sie dann (mühsam) in Lagen zusammenzulegen und hernach kunstvoll zu binden -, zu einem (gegebenenfalls bisher noch immer) unterhaltsamen und oftmals auch lehrreichen Ganzen gestalten - man nannte es schlicht und ergreifen sollend ein: "Buch" ...
Diese seinerzeit sensationell unterhaltsame Neubildung, sie hatte jedoch zur Folge, daß man seitdem ununterbrochen bemüht sein mußte, für diese noch ungewohnten Druckwerke umtriebig Kunden zu ködern - äh - des Lesens kundige Abnehmer zu finden ...
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Der geistvolle Satiriker Georg Christoph Lichtenberg, er hat, im September 1779, einmal für einen Göttinger Buchhändler einen durchaus erfolgversprechenden Werbetext verfasst, mit dem folgenden Wortlaut:
Wer zwei paar Hosen sein eigen nennt, der mache nun neugierig werdend eine davon zu Geld! - Um sich dann unverweilt Bücher beschaffen zu können. -
Ein BUCH: Von Heranwachsenden, also der jungen Generation hin und wieder im "Bücherschrank" des Großvaters entdeckt - manchmal auch neugierig zur Hand genommen, um es dann gleich darauf kopfschüttelnd als vermutlichen "Dekorationsgegenstand" - oder altertümlichen "Krimskrams" wieder in den altmodischen Schrank zu verfrachten.
-
Tja, von der einstmals so wortreich erlebten "Buch-Intelligenz" - nun in die der Versenkung entschwindende Welt all dieser ehemaligen Büchernarren.
Das Ende einer oftmals immer wieder literarischen Ergriffenheit ... - ??
Ach nein, ich muß nun wohl doch die "Jetztzeit" in einen sich verändernden Augenschein nehmen!
Denn meine Titel-Zeile: "Damals, als man noch Bücher gelesen hat, sie ist ja offenbar derzeit nicht mehr so ganz korrekt ...
Und  das nun in Anbetracht dessen:
Die von den stets aushilfsbereiten Ghostwritern eilfertig beschriebenen Lebensbeichten von all diesen Eintags-Berühmtheiten, die geraten ja gegenwärtig zunehmend in einen Verkaufs-Erfolg! Weltweit so prahlerisch bedeutend als Bestseller-Literatur betitelt, -
So ist´s, eine derzeit betrübliche Gegebenheit ...
-
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Montag, 29. Juni 2020

GRIECHENLAND: Diese Ablenkungsmanöver und wehleidigen Lippenbekenntnisse ...

Derzeit weltweit noch oftmals in einen neugierig werdenden Augenschein genommen ...
Tja, wenn dem so ist, dann sollte jedoch erst einmal ein "angesichts dessen" nun lebensnah zum Ausdruck geraten:
Denn -
das zügellose Tun der Banken,
ließ die Finanzwelt übel schwanken.
Schon kam auch in den Euro-Landen
der Wert des Geldes arg zuschanden.
Weltweit gab's auch kein Unterfangen,
die Bänker dafür zu belangen.
Verniedlichend das Wörtchen "schlimm",
gemünzt auf die vom Stamme "Nimm".
-
Seit Jahren ist ein Teil der Welt,
gebunden an das Eurogeld ...
Ein überstürzt vollstrecktes Handeln,
ließ Länder bald am Abgrund wandeln.
Folglich:
Schaut halb Europa ganz gebannt,
beklommen hin nach Griechenland ...
-
"Aha, warum?" fragt leicht befremdet der Hellene.
"Naja! Ein wenig schlitzohrig, wurde bei der Anbahnung zum Euro von den griechischen Politikern die Defizitstatistik schöngezeichnet."
"Mein Gott! Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein."
"Späterhin, dann das wiederholt nicht eingehaltene Versprechen, jetzt umgehend all die dringend notwendigen Reformen doch endlich einmal Wirklichkeit werden zu lassen."
"Wir verwahren uns gegen diese aufdringliche Einmischung in unsere politischen Gegebenheiten! - Das ergibt sich doch irgendwann gänzlich von selbst. - Panta rhei, alles fließt. Da muß man nicht uneingeweiht so taktlos eingreifen. -  Und? Was gibt es da noch unangebracht zu bemängeln?"
"Beunruhigend ist da die Wahrnehmung des im Wahlkampf gegen die EU hetzenden Radikallinken ..."
"Ach, diese lautstark hinausposaunte Ohrenbläserei des kírioß Tsipras! - Vergiß ihn! Er ist ein Unfrieden stiftender Klugschwätzer und Möchtegern. In einer doch nur ephemerisch aufflackernden Zeitspanne ... " 
"Hoffentlich! - Gleichwohl keimt da noch immer Besorgnis auf."
"Wir verbitten uns solch eine dreiste Art von Einmischung in unsere angeblich Staub aufwirbelnden Probleme und Begebenheiten!"
"All das könnte ein böses Ende nehmen ..."
"Was soll das so angriffslustig besagen?"
"Nun, die griechische Grundeinstellung ist offenbar nicht imstande, jetzt notwendigerweise endlich einmal Selbstkritik und auch Selbsterkenntnis Wahrheit werden zu lassen."
 "Na und? Nemo ante mortem beatus, mein Lieber!"
(Niemand ist vor dem Tode glücklich) 
"Das mag sein ... Aber schon hat sich's ja leider auch folgenreich ergeben, daß die Population arg dezimiert wird:
Da zeigt sich für die jungen Leute, beängstigend das Hier und Heute.
Führt hoffnungslos dann der Verdruß, enttäuscht zuhauf zum Exodus."
-
Offenbar die griechische, recht eigendynamische Wesensart: Das Dasein mit allen Freuden und Katastrophen nehmen, wie es ist - auch die Niederlagen. - Und schon steht er uns lebhaft vor Augen: Der Grieche Alexis Sorbas, dieser von Nikos Katzantzakis geschaffene "Philosoph des einfachen Herzens".
Ja, wir erinnern uns an das von ihm dereinst so heimatverbunden beschriebene Geschehen: Als schlußendlich dann am Hang des alten Kohlebergwerks alles ohrenbetäubend zu Bruch geht, da hört man Alexis Sorbas* ungetrübt rufen: "He, Boss! Hast du jemals erlebt, daß etwas so bildschön zusammenkracht?"  
(*Der Schauspieler Anthony Quinn als Alexis Sorbas). -
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Nun denn: "Glück auf!" - mein Griechenland. - "Griechenland lieben und doch auch an ihm verzagen", so hat es der Philosoph Nikos Dimou einst bedeutsam zum Ausdruck gebracht. -
(ßighnómi Mikis: Wunderschön, diese wahrscheinlich weltweit bekannte, von Dir (tha élinaß Theodorakis) dereinst meisterlich geschaffene musikalische Untermalung des so beeindruckend und wohl auch unvergeßlich in Szene gesetzten Filmgeschehens.)
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Eine durchaus beziehungsreiche Anmerkung zum "coolen Haudegen", dem kurzum disqualifizierten griechischen Finanzminister Giannis Varoufakis:
In seiner "Odyssee" spricht der griechische Dichter Homer immerhin auch schon über die "polytropos", die "Durchtriebenheit" des "Vielgewandten" oder "Verschlagenen" ...
Eine seit Jahrhunderten in Szene gesetzte Strategie.
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Da sei es nun doch einmal hinzugefügt: 
Ulrike und ich, wir haben so innerhalb von 3o Jahren oftmals " rundum" ein heimisch gewordenes Griechenland bereist. - 
Das allerdings stets im "Abseits" all dieser touristisch angebotenen "Empfehlungen".
Denn - trotz allem:
"i eládha ine poli oréa chóra!" Griechenland ist ein sehr schönes Land! - 
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***

Sonntag, 28. Juni 2020

Beweggründe für eine stets zunehmende Politikverdrossenheit:

Ja, nachweislich wohl auch hinsichtlich dessen:
"Herrschen ist Unsinn.
Regieren ist Weisheit.
Man herrscht also, weil man nicht regieren kann!" 
so hat's der Johann Gottfried Seume zutreffend in Worte gefaßt.
-
Und folglich war man damals zumeist noch recht erfreut,
als im Internet der Kabarettist Dieter Hildebrandt in seiner als
"Störsender-TV" benannten "an den Pranger stellenden" Aktivität
so auf- und wachrüttelnd derzeit zugegen gewesen ist ...
Wohl wahr, denn bedauerlicherweise
verstarb ER leider schon am 20. November 2013.
-
Diese zur Zeit so rundum nur als inaktiv agierenden Regierungsvertreter:
Da zeigt sich in der Bundesrepublik doch zunehmend eine Art von Ernüchterung!
Und zudem auch das,
warum die Wahlbeteiligung jetzt daraufhin nun immer geringer wird:
Tja:
Wohl angesichts dessen:
Da hat man vollauf nun genug,
von Reden, die als Selbstbetrug
nur Schall und Rauch verbreiten.
Da wird die Phrasendrescherei,
im staatsgelenkten Einerlei
doch nur Verdruß bereiten.
Begreiflich, daß des Bürgers Frust -
bei Wahlen zeitigt oft den Verlust.
Hm?
"Die Schwerenöter, sie ändern sich nie!
Interessenvertreter der Großindustrie",
so hört man's im Hintergrund murmeln.
-
Diesbezüglich soll noch ein Nachsatz klarstellend hinzugefügt werden:
Politikverdrossenheit ist es nicht, die hier hin und wieder schon zum Ausdruck gerät.
Nein, bekunden wir's zutreffender als "Politikerverdrossenheit",
wie es der Volker Pispers so angemessen zur Sprache gebracht hat.
Verdeutlicht wird dieser zunehmender Grimm durch eine oftmals zutage tretende unsympathische Melange aus der politischen Heuchelei, der Feigheit, dem Geltungsbedürfnis und dieser professionellen Unzulänglichkeit der Damen und Herren, durchtränkt von der anhaltenden Sorge abdanken zu müssen - und somit den Abmarsch in eine unerträgliche Bedeutungslosigkeit zu gewahren.
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Bald kennt man die Weise und kennt auch den Text.
Man kennt ohnehin die Verfasser ...
Man weiß, sie trinken stets heimlich den Wein,
jedoch predigen öffentlich Wasser.
Wiederbelebt sind hier die einstmals von Heinrich Heine fabulierten Zeilen
"Deutschland. Ein Wintermärchen".
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Ein gewisser Wolfgang Neskovic hat´s einmal (zutreffend) sehr deutlich zum Ausdruck gegeben:
"Ein wesentliches Element der Politik ist die Täuschung. Das (haltlose) Streben nach Macht wird stets mit dem verführerischen Begriff der Verantwortung ummantelt."
*
*

Samstag, 27. Juni 2020

Der Pablo Picasso - einst offenbar so nachhaltig verstimmt ...

Damals, geschehen in Mougins, der nordöstlich von Cannes gelegenen südostfranzösischen Kleinstadt in der Provence. -
Denn dort lernte der Maler sie 1953 kennen, die Porzellanverkäuferin Jacqueline Roque; eine Cousine von Mme. Ramié - der alteingesessenen Töpferin im Ort Vallauris. -
Im Jahr 1958 hat der derzeit bereits zur Legende gewordene Künstler sie dann geheiratet, die um etliche Jahre jüngere Jacqueline. -
So viel vorab - und nun zum bereits oben erwähnten Ereignis:
Schon in all seinen Pariser Ateliers hatte Monsieur Picasso einst konsequent eingefordert, daß niemand hereinplatzen dürfe, wenn er zur Zeit wieder einmal hochkonzentriert in eine schöpferisch aufwallende Impulsivität eingetaucht sei ...
Vermutlich hatte sie das jedoch nicht als zwingend für wahr genommen, als sie dann einige Tage später in die benachbarte Ortschaft Mougins übersiedelte - und sich dort, im einstmalig bewohnten Picasso-Palais Notre Dame de Vie, gerüchtweise nun unverzüglich hingebungsvoll einzunisten gedachte; die derzeit hoffnungsvoll auflebende Jacqueline. -
Oui, und bald darauf ergab es sich dann, daß man klatschlüstern das folgende Desaster notieren konnte:
In seinem Atelier steht schwankend,
farbfreudig auch den Musen dankend,
Picasso an der Staffelei; von all den Ismen völlig frei.
Mit Farben und mit Formen spielend,
nicht 'mal nach anderen Malern schielend ...
Schon krallt er eine Tube Ocker
steigt damit flugs auf einen Hocker;
quetscht auf die Leinwand breite Striemen,
reißt sich sehr malerisch am Riemen.
Greift fingertief ins Preußischblau
die Hose sieht schon aus wie Sau.
Mon dieu! Durch zuviel Kadmium
dreht sich gequält sein Magen um.
Gottlob, kraft leicht getöntem Flieder
erholt sich dann der Meister wieder.
Doch ungelenk tüncht gleich Zinnober
das Bild im ganzen deutlich grober.
Jedoch dank reichlich Sepia
ist schnell der Zauber wieder da.
Noch intensiv Parisergrün
voll Inbrunst auf die Leinwand zieh'n.
Partiell natürlich auch Bordeaux
das stimmt die Galeristen froh.
Gekonnt, mit reichlich Kaltgrauhell
beendet er das Mal-Duell.
Kratzt dann Farbe wieder runter - 
das neue Hemd ward rundum bunter.
Hustet aus verqualmten Lungen, 
fühlt sich dennoch ungezwungen.
Bis Jacqueline ins Studio schlurfte, 
obwohl sie ihn nicht stören durfte!
So können unfolgsame Frauen, 
partout ein Meisterwerk versauen ... -
- - -
Oui, ein wenig entfernt, zweifellos aber noch immer in einem malerisch-orientierten Zusammenhang wahrnehmbar, kann man wohl auch der folgenden Begebenheit Beachtung schenken:
Im französischen Örtchen Giverny, besuchte einst Paul Cezanne seinen dort im Garten malenden Kollegen Claude Monet. - 
Ein zufällig in der Nähe herumlungernder Besucher, er notierte im Juni 1902 den ihm dort zu Ohren gekommenen Dialog:
Cezanne, bemäkelnd zu Monet: "Dein Rosenfeld sieht aus wie Klee!"
Monet, verärgert zu Cezanne: "Ein jeder schaut so gut er kann!" -
-
"Ex ungue leonem - an der Klaue erkennt man den Löwen", rief einst der griechische Lyriker Alcäus, als er auf der Insel Lesbos rein zufällig einer vergleichbaren Situation teilhaftig wurde. -
-
Fürwahr ...
-
***

Freitag, 26. Juni 2020

Ein Dasein - mit einem wohl unerträglichen Sprachvermögen ...

Ja, ich bin mir durchaus darüber bewußt, daß die nachfolgende Erzählung ein Naserümpfen bis hin zur Nichtbeachtung bewirken kann.
Trotz allem sei es hier zur Sprache gebracht ...
Und das rückblickend - hinsichtlich dessen:
Zweiundvierzig der zur Zeit kränkelnden Dorfbewohner in der kleinen Ortschaft am Rande der Stadt Karlsruhe hatte er heute bereits ärztlich versorgt, der allseits beliebte Doktor Waldemar S. -
Inzwischen war es spätabends, und letztlich mußten noch einige Hausbesuche fürsorglich gehandhabt werden.
„Ist denn noch jemand im Warteraum?“ erkundigte er sich bei seiner im Vorzimmer nun schon seit zwei Jahrzehnten Beistand leistend zur Verfügung stehenden Assistentin.
„Ja, aber nur noch dieser Dysarthria-syllabaris-Betroffene!“ gab sie ihm fachkundig Auskunft über den letzten Behandlungsbedürftigen.
„Wohlan, dann flugs herein mit ihm!“ rief ihr der Doktor langmütig zu.
Gleich darauf begrüßte der Arzt nun den siebzehnjährigen Sohn des ortsansässigen Fleischermeisters:
„Sieh an, der Kevin! - Na, wie geht’s uns denn heute?“
„Schei... - äh - sch-schlecht! Ich hab chr d-d-die Schn-Schna-Schnauze i-in-zwischen ges-gn-gestr-gestrichen v-v-voll!“ stöhnte Kevin gepeinigt auf.
„Ja-ja, das kann ich gut nachvollziehen“, nickte der Doktor ihm kenntnisreich zu. - „Da erleiden wir nun seit langem tagtäglich diese hervorbrechenden Angstzustände, unangenehm einhergehend mit all den unausbleiblichen Minderwertigkeitsgefühlen!“
„So isses! U-und dann no-noch d-diese be-beschi... - äh - a-andauernde Schla-schlappe bei den Weib- äh - Mä-Mädchen ...“
„Ja, auch das noch!“ fiel ihm der Doktor lächelnd ins Wort. „Ich weiß doch, was man sich in Deinem Alter oftmals so lustvoll erträumt.“
Heftig errötend, schaute Kevin nun peinlich berührt zur Seite.
„Nun beruhige Dich erst einmal. Ich werde jetzt gleich mit einer Praxis für Logopädie telefonieren und einen Termin vereinbaren. Dort wird man Dich gewiß sinnvoll durchdacht therapieren!“ bekam Kevin abschließend noch trostreich zu hören.
-
Gesagt - und bald dann auch glückverheißend getan:
Denn bereits drei Tage später saß Kevin angespannt dem so lobend erwähnten Therapeuten gegenüber: „Ich k-ko-komme ...“
„Ja, Sie kommen zu mir, um eine krampfartige Sprachstörung bewältigen zu können!“ ließ ihn der Heiler gar nicht erst ausreden. 
Genau! - Woher wissen Sie das denn? wollte Kevin noch unüberlegt nachfragen, wurde sich dann aber seines derzeitigen Zugegenseins grämlich bewußt.
„Sehr lästig, dieses hochnotpeinliche Hängenbleiben an einigen Lauten, auch Logospasmus benannt! - So unangenehm einhergehend mit dem Wiederholen von Lauten und Silben! Als Logoklonus ist‘s ja seit Menschengedenken ein unerträgliches Gebrechen!“ gab der Heiler fachkundig Aufschluß über das chronische Leiden seines derzeitigen Patienten. „Wenn Sie da intensiv mitwirken, junger Mann, dann werden wir diese Sprachstörung wohl bald wieder einigermaßen beseitigen können."
"Ng - d-das w-wäre d-dann echt su-super!" horchte Kevin hoffnungsvoll auf.
"Tja, um ein auskömmliches Sprechen erreichen zu können, benötigen wir zwangsläufig die Atmung! Und wenn dann hier, im notwendigen Zusammenwirken, sabotierend eine Störung einwirkt, dann gerät man sogleich hilflos ins Stottern.“ fügte der Doktor anschaulich machend hinzu.
Folglich wurde dem erwartungsvoll ausharrenden Kevin jetzt erst einmal sinnfällig beigebracht, wie man Atmung und Sprache harmonisch in Einklang zu bringen hatte.
Abschließend bekam er noch einen beschriebenen Zettel mit dem Hinweis überreicht, das sei nun als ein oftmalig laut zum Ausdruck zu bringender Lernstoff zu betrachten!
„Unausweichlich! - In drei Wochen sehen wir uns dann hier wieder. Bis dahin gilt es aber heilsam zu beachten: Schnurstracks schöpferisch skandieren, schult sattelfest Selbstsicherheit!“ rief ihm der Logopäde noch schmunzelnd zu, als Kevin bereits unruhig im Vorzimmer stand, um baldigst den Bus für die Heimfahrt zu erreichen.
-
Hernach, an der Busstation angekommen, entfaltete er neugierig den Zettel, mit der als ein Lernstoff bezeichneten Lektion: Fette Finger fiedeln falsch und furchterregend formlos Violine, stand da tatsächlich geschrieben. Und des weiteren noch: Furchtbar fröstelnd flüchten fehlgeleitet Forscher fluchend finster ins Verderben. - Und solch ein Gefasel sollte er nun mehrmals am Tage laut werden lassen! - Halblaut fluchend, stotterte Kevin nun seine Mißbilligung in die um ihn herum wartend dastehende Menschenmenge. - War sich jedoch gleich darauf durchaus darüber bewußt, daß es wohl unumgänglich sein würde der Anleitung Folge zu leisten, um irgendwann eine Besserung dieser Höllenpein endlich erreichen zu können. 
-
Drei Wochen lang setzte Kevin nun Tag für Tag immer wieder lautstark das von dem Therapeuten angeordnete Sprechtheater in Szene. - Auch seine Freunde im örtlichen Fußballverein hatten sich inzwischen daran gewöhnt, daß er hin und wieder lauthals: „Fluchende Forscher fröstelnd ins Verderben flüchten ließ“.
-
Dann war es so weit: Kevin stand erneut dem Arzt in der Sprachheilkunde-Praxis gegenüber: „Feuchte, fette Finger fiedeln falsch und flopsig auf ‘ner Violine!“ begrüßte er gut aufgelegt den erstaunt aufhorchenden Therapeuten.
„Na bitte, es klappt doch schon einigermaßen!“ ließ der nun zukunftsgläubig verlauten.
„Da-das da schon“, antwortete Kevin altgewohnt. „A-aber lei-leider flu-flutscht das ni-nicht bei d-den Mä-mädchen! - Da bi-bin ich mit die-diesen sau-ko-komischen Sprüchen ü-überhaupt ni-ni-nicht gelandet, die ha-haben mich ngn nur a-andauernd au-au-ausgelacht - ja!“
-
***


Mittwoch, 24. Juni 2020

Damals, als Hildegard Knef etwas angeheitert intonierte: "Ich hab´ mich so daran gewöhnt" ...

Geneigte Leserinnen und Leser werden sich daran erinnern, daß ich in einer Erzählung einmal beschrieben habe, wie wir (mon beau-frère Walter und ich), 1994, am späten Abend in seiner heimeligen Weinstube* als angenehm überraschend so unvergeßliche Nachtstunden miterleben durften.
(siehe, dazu vor Augen führend die Erzählung: "Ach Hildchen"). -
Einige Monate später - wir waren wieder einmal mit der Motoryacht "Popeye" reiselustig auf vielen holländischen Wasserwegen unterwegs -, erzählte mir Walter, daß damals, in diesen so feuchtfröhlich und unterhaltsam erlebten Stunden, noch so einiges vielsagend zum Ausdruck geraten sei. "Leider warst du ja später dermaßen weinselig im Abseits, daß wir dich - der junge Gefährte der Hilde und ich - gemeinsam hinter dem großen Weinregal schlafen gelegt hatten", wurde ich nachträglich hinsichtlich dessen in Kenntnis gesetzt.
Neugierig geworden, bat ich (verständlicherweise!) d'rum nachvollziehbar um eine "kein Blatt vor dem Mund nehmende" Auskunft. -
"Ach, erinnerst Du dich noch an Bulli Buhlan, einen Schlagersänger, der vor einigen Jahrzehnten deutschlandweit sehr erfolgreich gewesen ist?" wollte er von mir wissen. - "Ja-ja, das schon, aber warum?" horchte ich Achsel zuckend auf. - "Nun, der hat 'mal ein Lied gesungen, das binnen kurzem in aller Munde war und sich baldigst zu einem Evergreen offenbarte!" so wurde es bedeutungsvoll rückblickend hervorgehoben.
Und gleich darauf bekam ich dann summend zu hören: "Ich hab' mich so an dich gewöhnt ... An die Art, wie du beim Küssen deine Augen schließt ..." - "Hinterrücks doch meinen Wein flugs in den Ausguß gießt", erweiterte ich plump (und beinahe schon bösartig) die von Walter so einfühlsam dargebrachte Verdeutlichung. -
"Na-ja, nicht so ganz unangebracht, Deine etwas eigenwillig laut werdende Liedtext-Entfaltung! Denn damals, im Verlauf dieser sich weiterhin amüsant anreichernden Nachtstunden, da zog der junge Begleiter spontan eine Mundharmonika aus seiner Kaschmirjackentasche, führte sie an die Lippen - und sogleich erklang, authentisch gespielt, die Melodie des einstmaligen Gassenhauers "Ich hab' mich so an dich gewöhnt ..." -
Das war für die verträumt dasitzende Hilde offenbar eine Art Ansporn!
Vom Barhocker gleitend, rief sie ihm zu: "Halt ein! Fang bitte noch einmal von vorne an, ich werde dich diesbezüglich stimmungsvoll aufhorchen lassend begleiten."
Ja, und dabei ist dann folgendes so unverhüllt viel- und eindeutig zum Ausdruck geraten:
Ich hab' mich so an dich gewöhnt - 
hab' mich so sehr an dich gewöhnt ...
An die Art, wie du mir morgens die Leviten liest,
was mir unentrinnbar dann den ganzen Tag vermiest.
Wie das ein Miteinander krönt, 
daran hab' ich mich doch gewöhnt ...
Auch an die Art, wie du beim Essen mit den Lippen schmatzt,
und dir zudem noch unmanierlich deine Glatze kratzt.
Daran hab' ich mich längst gewöhnt, 
wie mein Gemahl dem lustvoll frönt ...
An die Gestalt, die da des abends vor der Glotze sitzt,
und so übel riechend oftmals aus den Poren schwitzt.
Damit bin ich doch längst vertraut, 
auch wenn's mein Dasein arg versaut ...
Auch an den Typ, der oft geräuschvoll kalte Würstchen frißt,
und um Mitternacht 'mal wieder sturzbesoffen ist.
Ich seh' das immer noch verklärt, 
weil's sich seit Jahren längst "bewährt" ...
-
Ach ja:
Sie bleibt unvergeßlich, die sich einstmals beeindruckend personifizierende Hildegard Knef.
-
* = Walters Weinstube in Gießen, Steinstrasse.
-
***

Dienstag, 23. Juni 2020

Wohl wahr: Ein klatschsüchtiges Amüsement ...

So rundum simplifiziert kann man es hier zur Kenntnis nehmen, was da dereinst namhaft gewordene Geistesgrößen bisweilen derartig vielsagend zur Sprache gebracht haben sollen. -
Bedeutungsvoll als "Anekdoten" charakterisiert, sei hier nun dies und das einmal recht hemmungslos zum Ausdruck gegeben:
-
Shakespeare wütend einst zur Mutter:
"In meiner Jacke fehlt das Futter!"
Wagner lauthals in Bayreuth:
"Die Götterdämmerung droht erneut!"
Balzac verfälscht zu Baudelaire:
"Le Fleurs du mal est un malheur!"
Einst Sokrates zu Epikur:
"Der Mensch ist wider die Natur!"
Schliemann, als er bei den Griechen:
"Ich kann den Ouzo nicht mehr riechen!"
Adorno tadelnd zu Ernst Jünger:
"Deinen Blumen fehlt der Dünger!"
Nietzsche zu formellen Pflichten:
"Darauf kann ich recht gut verzichten!"
Tucholsky über die Krämerseelen:
"Der Mief mag sie zu Tode quälen!"
Goethe aufmerksam zu Schiller:
"Euch läuft die Tinte aus dem Füller!"
George Sand aufseufzend zu Flaubert:
"Wenn nur dein Mundgeruch nicht wär'!"
Euklid im Kreis der Philosophen:
"Ihr nervt mich jetzt, d'rum geh' ich schwofen!"
Kleist dereinst zu Hölderlin:
"Ihr solltet vor mir niederknien!"
Hölderlin darauf zu Kleist.
"Er ist mir heut ein wenig dreist!"
-
Etwas blumiger geprägt, jedoch auf dem zuvor vollmundig beschrittenen trivialen, wie wohl auch im rundum Geistlosen durchaus harmonisierenden Redseligkeits-Flachland, da sei noch schalkhaft hinzugefügt:
-
Hindemith zum Löwenmaul:
"Sag Du zu mir, ich heiße Paul!"
Tolstoi zu seinen Gladiolen:
"Soll ich jetzt 'mal die Bienchen holen?"
Kant besorgt zum Seidelbast:
"Ist Dir der Blumentopf verhaßt?"
Helene Weigel zu Bert Brecht:
"Dein Rittersporn steht gar nicht schlecht!"
Freud erbost zur Gerbera:
"Jetzt wird geblüht! - Ist euch das klar?"
Ringelnatz zum Sauerampfer:
"Hier siehst Du niemals einen Dampfer!"
Hemingway - im Komposthaufen:
"Hab' mich wohl nachts im Suff verlaufen!"
-
Ach ja, all das sei nun freundlicherweise analog der einstmals geäußerten Bekundung des geistreichen römischen Poeten Horaz zu begutachten, der einmal gesagt hat: "Aut prodesse volunt aut delectare poetae! - entweder verfolgen die Dichter einen nützlichen Zweck, oder sie wollen bloß unterhalten!"
So war´s recht eigennützig gedacht ...
-
***

Samstag, 20. Juni 2020

Maulhelden und tagtäglich nur Wichtigtuer ...

Nachfolgend - unsere Damen und Herren "Politiker" betreffend:
Die wohl diesbezüglich oftmals als fragwürdige Staatsrepräsentanten und Regierungsstrategen amtieren!
Zumeist auch als Interessenvertreter von Banken und der Grossindustrie in ihrer derzeitigen "Anwesenheit" ...
Infolgedessen sei hier - mit einem zunutze gemachten Sprachgefühl des Wolfgang von Goethe - nun doch einmal eine kritisierende Stellungnahme deutlich zum Ausdruck gegeben:
-
Das Schwadronieren der politischen Gestalten, 
derart es sich tagtäglich via Fernsehsender zeigt.
Schon regt's mich an euch von mir fern zuhalten,
da ich längst ahne was ihr wieder 'mal vergeigt.
Ihr drängt euch auf! Wohlan, so mögt ihr walten!
Doch dergestalt, daß nicht nur heiße Luft aufsteigt.
Zumeist bin ich von diesem Treiben tief erschüttert,
von Stümperei, die euer Sein gehäuft umwittert.
-
Ihr suggeriert da gern die Bilder froher Tage,
mir steigen sofort böse Schatten dabei auf.
Auch eingedenk der allzuviel erlebten Plage,
zieht Grabesdunkel leider unverweilt herauf.
Die Qual wird neu, gebiert die alte Klage,
daß Politik oft geist- und phantasielos im Verlauf.
Da dient enthemmt und karrieristisch selbstvergessen,
die "Staatskunst" erst einmal den eigenen Interessen.
-
Und mich ergreift ein längst entwöhntes Sehnen
nach ohne Falsch politisch waltenden Gestalten ...
Schwärmerei, solch einen Anspruch zu erwähnen,
denn letztlich bleibt es wie gehabt: beim alten.
Zwecklos auch, sich protestierend aufzulehnen,
aussichtslos, sich dementsprechend zu verhalten.
Man wird, wie in den kaum verschmerzten Zeiten,
uns weiterhin wohl unzumutbar schlecht geleiten.
-
Fast immer belanglos salbadernd in den zügig verwehenden Sphären rhetorischer Kumuluswolken ...
Und um eine deutlicher werdende "Erweiterung all dessen" gewahren zu können, da sei nun auf Georg Schramm und Volker Pispers hingewiesen!
-
"Die Arbeit all dieser politisch-pathologischen Volksverführer ist fast uneingeschränkt, Rauch zu machen und eilfertig darin Gespenster und Schreckgestalten zu zeigen, damit man sich an ihre Heilande halten soll, von denen immer einer schlechter ist als der andere", so anmahnend hat schon der Johann Gottfried Seume anno dazumal darauf aufmerksam gemacht.
-
Und etwas volksmundiger verbalisiert, sei diesbezüglich hier noch so klarsichtig hinzugefügt:
"Ja-ja, viel Geld einsacken, alle nur möglichen Vergünstigungen so selbstverliebt in Anspruch nehmen - und dann so volks-verdummend
all diesen Blödsinn zu quasseln!" derart zutreffend hörte ich schon einstmals meine 93-jährige Oma abwertend murmeln, als sie zuvor im Fernsehen ein politisches Drumherum-Reden betrachtet hatte ...
Meine stets vorausschauende Oma Ida, die leider nicht mehr "zugegen" ist. -
-
*

Mittwoch, 17. Juni 2020

Sie sind wohl oftmals recht fragwürdig, diese jetzigen Bundesregierungs-Strategen ...

Denn:
In der Tat, die vor kurzem von einigen, vermutlich beeindrucken wollenden, namentlich leider bisher aber noch unbekannten Regierungsvertretern eingebrachte Forderung: "Politiker fortan nur noch nach einer sinnvoll erbrachten Leistung zu bezahlen", das wurde in einer sofort eingeleiteten Sitzung im Bundestag  jedoch vehement abgelehnt! 
Mit der folgenden, lauthals (im hinteren "Abseits") geäußerten Begründung: "Nein! Man könne uns allen, den Damen und Herren dieser doch alltäglich so gewichtigen Entscheidungen wohl kaum zumuten, zukünftig hernach ein Dasein in recht ärmlichen Verhältnissen fristen zu müssen!"
Apropos: diese ach so "ärmlichen Gegebenheiten"...
Die Mehrheit von uns, die wir in dieser Bundesrepublik als sogenannte "Normalbürger" oftmals mehr oder weniger nur noch "von der Hand in den Mund leben", wir haben diese so nassforsch und wirklichkeitsblind (angeblich) zutage getretene Forderung jedoch sofort gutgeheißen. Das auch in Anbetracht dessen: Wenn man so 20.000 bis 30.000 Euro als eine Monats-"Gage" einsackt - und hernach - ohne zuvor dafür etwas eingezahlt zu haben - ein Rentendasein zeitlebens gesichert sein wird, dann ist das nur noch kopfschüttelnd als anzweifelnd beachtenswert. -
Sehr ratsam:
Ein Zuruf an all diese sattsam agierenden Politiker: Nun doch einmal aufnahmewillig hinuntergehen in die von Platon erwähnten Höhlen des Psiloritis, (ein Berg auf der Insel Kreta) damit SIE dort eine Art Nachschulung in Bezug auf die richtige Staatsführung dann - den Bürgern gerecht - derzeit ein wenig vergeistigen können. -
Ein wohl unzumutbares Ansinnen?
Wahrscheinlich ...
Tja, einige dieser Regierungsvertreter wandern wohl oftmals in einer Traumwolke ihrer Handlungen, deren Sinn ihnen aber irgendwie entgeht, so hat es der Schriftsteller Lawrence Durrell seinerzeit zutreffend zum Ausdruck gebracht.
-
*

Montag, 15. Juni 2020

Diese fliegenden Quälgeister, stets lästig und so unermüdlich nervend!

Und das wieder einmal - zunehmend beunruhigend im Hinblick dessen ...
Zuvor war es anheimelnd einige Minuten ja noch ohne diese ärgerlichen Plagegeister gediehen:
Denn ein aromatisch mundender Wein gab mir eine angenehme Art von "Geleit", als ich mich in das dereinst von Jean-Paul Sartre geschriebene Drama "Die Fliegen" (Les Mouches) lesend vertieft hatte. -
Anklingend an die griechische Mythologie, thematisiert hier der als "maître àpenser" so lobpreisend benannte "Vordenker" in dieser Lektüre unter anderem all die lebensnotwendigen Belange und wohl auch Tragweiten im Bereich "Freiheit" und "Hoffnung" ... 
Vorab nun ein "kurzum" doch anschaulich machender Überblick all dessen:
"In der antiken Stadt Argos wimmelt es fortdauernd so peinigend von Fliegen." 
Ein Leitfaden - hinsichtlich des dramatisch verlaufenden Geschehens. -
-
Ach, apropos dieser einstmals als "Fliegen" gekennzeichneten Landplagen:
Wußten Sie schon, daß es so etwas tatsächlich gibt? Diese aus meiner Sicht als "hinterhältig" zu bewertenden, sogenannten "Van-der-Waals-Kräfte", also "Anziehungskräfte"; mit deren Hilfe die lästigen Viecher auch Hals über Kopf einen Halt an Zimmerdecken und spiegelglatten Oberflächen zu meistern wissen. - Bevor sie dann nervend um uns herumschwirren und alsbald die Speisen auf dem appetitlich gedeckten Abendbrottisch belagern.
Insbesondere all diese widerwärtigen "Schmeißfliegen"; wir Neolatinistiker reden da wissenschaftlich und gern etwas selbstgefällig, von einer penetrant aufdringlich attackierenden "Calliphoridae". Ein stahlblau fluoreszierender Brummer, dessen Lebensabschnittsgespielin immerhin bis zu dreihundert Eier als bedrohlichen Nachwuchs erzeugt; Initialstadien, die bereits 24 Stunden später als ekelerregende Maden ... Man mag ja gar nicht darüber als geduldig gestimmt nachdenken! -
Auch nicht daran, daß da irgendwann verträumt durch die Landschaft stolpernde Tierphysiologen so unüberlegt und fast schon verniedlichend diese Quälgeister als "Stubenfliegen" benannten. - Stubenfliegen!
Der Inbegriff "gute Stube", bisher ja noch immer als stets "heimelig" empfunden - als eine rundum beglückende "Wohn-Wohlfühl-Sensualität"!
Und dann (man will es nicht wahrhaben wollen!) diese vernunftwidrige Kennzeichnung derartig kontinuierlich piesackender Eindringlinge.
-
Beunruhigt blickte ich nun in das vor mir stehende, sich inhaltlich noch etwa dreiviertelvoll darbietende Weinglas; in dessen Substanz eine wahrscheinlich über kurz oder lang mit dem Tode ringende Fliege jetzt hektisch eine Mitleid erregende Willenskraft offenbar werden ließ. - Hm? - Nun ja ...
"Leben, das heißt überflüssig zu sein!" ("la vie, c'est-à-être redondant") das hatte er ja dereinst - wohl diesbezüglich - so unbarmherzig zum Ausdruck gebracht, der stets nachdenklich stimmende Philosoph Sartre ...
-
***

Samstag, 13. Juni 2020

Traumhaft, all diesen derzeitigen Bedrängnissen zu entfliehen ...

Derartig nachdenklich gestimmt ergriffen,
steht mir im Verlauf dieser aufkommenden Besinnlichkeit
sogleich ein beglückendes Traumbild für all die noch restlichen Tage auf Erden nun so malerisch harmonisierend wirklichkeitsnah vor Augen.
Und das beseligend folgendermaßen:
Nachmittage an einer südlichen Meeresküste. 
"Mein Geist gibt sich den Wogen hin - und schmiegt sich
dem Rhythmus des Meeres an." So hat's schon dereinst der griechische 
Schriftsteller Kazantzakis ergreifend zu spüren gegeben. -
Und die hüllenlos inaktiven Füße ruhen entspannt im warmen Sand. 
Auf einem hölzernen, kunstlosen Tisch schimmert - fast goldfarben -
die Fülle einer aromatischen Flasche Weißwein.  *
Nun ja, so daseinsfreudig verweilen zu dürfen,
"das wird dann zum Prachtvollsten, was die Welt zu geben hat,"
derart - fast schon paradiesisch - so hat's der
 französische Schriftsteller Albert Camus dereinst bekundet.
*
Eine Erkenntnis dessen ...
Ja, da wird es nun wieder einmal so spürbar akzentuiert:
Mein wahrscheinlich mediterran geartetes Lebensethos verweilt wohl doch zeitlebens recht untalentiert im leistungs- und karrierebetonten Arbeitsethos einer derart ambitionierten Lebensgestaltung.
*
Wohlan, schon keimt da - aufs neue - ein "gnothi seauton". *
* "Erkenne dich selbst"
-
Zur Folge hatte all das jedoch bald darauf eine Art tadelnden Nachtrag:
"ti krama!" (Wie schade!)
Fast schon betroffen machend ruft sie's mir auf der Insel Lesbos zu,
die griechische Lyrikerin Sappho:
"Um nach dem Tod ruhmlos umherzuirren -
als Schatten im Schwarm nichtiger Toten?"
Ach ...
"Ultra posse nemo obligatur", so habe ich's damals abweisend bekundet.
(Über das Können hinaus ist niemand verpflichtet.)
óchi ... (nein)
-
Erwähnt sei in diesem Gefühlstiefen-Zusammenhang nun doch noch
die in Griechenland oftmals und gerne in Anspruch genommene
Wortprägung "sophrosyne" - die "Selbstbeherrschung, Gelassenheit".
"Wie's ja gegebenenfalls nur schwerlich in Szene zu setzen ist", 
gab mir Mikis Theodorakis einstmals grinsend zu denken. -
Später, obwohl wir schon inhaltlich
einige Flaschen mit griechischem Wein "begutachtet" hatten.
So bleibt´s in Erinnerung ...
-
***

Ist es nur märchenhaft? - Denkbar unglaublich?

Nein, hier wohl doch sichtbar zutreffend fabelhaft:

-
Und das so ausdrucksvoll leibhaftig.
Zur Verdeutlichung dessen sei noch veranschaulicht:
Ich wohne seit sehr vielen Jahren
in einer ländlichen, treuherzig gestimmten Abgeschiedenheit.
Immerhin ist man dort hin und wieder -
so unwirklich überwältigend -
auch Zeuge dessen, dass in der lateinischen Wortprägung
"fabula delectat":
Die Fabel will unterhalten -
und unterhaltsam zum Ausdruck bringen,
dass Tiere durchaus menschliche Eigenschaften besitzen -
und somit auch dementsprechend zu handeln verstehen."
Das haben ja schon namhaft gewordene Poeten
informativ und beachtenswert zu spüren gegeben.
Es wird da wohl doch Wahres daran sein ...
-
Aber wer von uns wird das letztendlich bezweifeln?
-
***