Freitag, 22. März 2019

MALEREI, diese oftmals "brotlose" Kunst ...

Und diesbezüglich sei's mir erlaubt hier etwas auszuplaudern, was in der nachfolgenden Erzählung vorab so einiges über George Braque, den am 13. Mai, 1882 im französischen Ort Argenteuil geborenen Maler offenbart ...
Paris - und ein Tag im Juni 1918: Wütend stand er vor einer kleinen Bilder-Galerie in der Rue Vignon. - "ICH bin der der Erfinder des Kubismus! Und nicht dieses Schlitzohr Picasso!" schimpfte er aufgebracht los. Nahm sein Bild unter den Arm - und radelte grollend davon. Der Maler George Braque, dessen vor kurzem gestaltetes Oelbild - ein Stilleben auf rundem Tisch: Grau/Ocker/Schwarz, aus der Reihe der "Guéridons" (Beistelltischchen), soeben vom deutsch-jüdischen Galeristen Daniel-Henry Kahnweiler schonungsvoll abgelehnt worden war.
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"Oui, ein unzumutbarer Normanne! Mißtrauisch, listig, oftmals brutal - und tagtäglich hungrig!" so hatte Fernande Olivier, die derzeitige Lebensgefährtin von Pablo Picasso, den zuweilen bei ihnen auftauchenden Maler George Braque dereinst begutachtet. (Damals, in Paris, in der Rue Ravignan, im Atelier "Bateau Lavoir"). -
Wohl wahr! Keinen Centime in der Tasche - und somit begierig darauf, zum Essen eingeladen zu werden. Derartig motiviert, so hatte er nun auch an diesem Tag das kleine Restaurant Vernin, in der Rue Cavalotti angesteuert, der nimmersatte Maler Braque. - All seine pinselnden Mitstreiter waren dort nahezu tagtäglich anzutreffen. Denn zumeist speiste man hier auf Kredit - sofern solch ein Begehren noch erfolgreich zu handhaben war ...
Braque lehnte sein Fahrrad an die Hauswand und begab sich hinein, in das geräuschvoll schlemmende Getümmel. - Und schon bald konnte man dann die folgende Wechselrede schmunzelnd aufhorchen lassend miterleben:
Braque erreicht den ersten, köstlich gedeckten Tisch - und läßt dort sogleich schmachtend vom Stapel:
"Bonsoir, mein Freund Toulouse-Lautrec! Na, wieder 'mal bei Wurst und Speck - und auch noch edlem Weine?"
Henry T.L. blickt zu ihm auf - und erwidert genervt: "Jetzt hör mal zu, mein lieber Braque, Du gehst mir langsam auf den Sack! A revoir zieh Leine." -
"Na gut, dann geh ich zu Cezanne, und seh' mir dessen Mahlzeit an. Bon appetit, mein Guter!" ruft er versöhnlich - und trottet weiter zum nächsten Tisch. - Nachdem er auch dort seinen Gefühlen einen freien Lauf gelassen hat, bekommt er jedoch recht unverblümt zu hören:
"Cher Braque, laß mich in Ruhe jetzt; ich hab' mein letztes Hemd versetzt, für diesen zähen Puter!" -
Auch das noch! Mit knurrendem Magen zieht er nun weiter: "Saluez Picasso, Herzensfreund! Du speist verlockend, wie mir scheint. - Schaffst Du das bis zur Neige?" fragt er hoffnungsvoll nach. -
Picasso stellt daraufhin grinsend anheim: "Mon Braque, versuch's mal bei Rousseau. Doch der sitzt g'rade auf dem Klo - und übt auf seiner Geige." -
"Merde!" hört man Braque murmeln, als er hungrig zum nächsten Tisch schlendert. - Dort schnurrt er, sich einschmeicheln wollend: "Tres bien, Guillaume Apollinaire! Dich schickt ein guter Engel her. Heut' schon 'was gegessen?" - Der stets liebenswürdige Homme de lettre schaut ihn daraufhin freundlich an, gibt dann allerdings zu bedenken: "Ach, erstens kommst Du reichlich spät, und zweitens leb' ich auf Diät; hast Du das schon vergessen?" -
Tja, seither ist nun fast schon ein Jahrhundert oftmals auch spektakulär vergangen ...
Aber nicht selten warnen einige der erziehungsbewußt einwirken wollenden Eltern ihren großjährig gewordenen Nachwuchs sehr eindringlich davor, die "brotlose Kunst" so kindlich naiv und wohl auch verantwortungslos als eine zukünftige Einkommensquelle zu erwägen ... -
Tja, diese Art Warnruf in den bedeutsamen Bereichen einer sinnvoll geplanten Persönlichkeitsentwicklung, der ist auch dem Autor dieser Zeilen in Erinnerung geblieben.
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Donnerstag, 21. März 2019

"Kunst-Verzweiflung" ...

So könnte man´s einfühlsam benennen.
Denn:
"Ars longa, vita brevis - Die Kunst ist lang, das Leben kurz", diese einstmals vom griechischen Mediziner Hippokrates zum Ausdruck gebrachte Lebensweisheit, sie macht nun einigen dieser die Kunst in Szene setzenden Pinsel-Artisten des öfteren leidvoll zu schaffen. -
Entmutigend wird dann ein der Kunst angeblich innewohnendes Prinzip der Harmonie zuweilen doch als recht zweifelhaft empfunden. -
So beispielsweise, wenn bei Sotheby's, in der englischen Stadt London, wieder einmal die Gemälde der namhaft gewordenen Maler versteigert werden - oder worden sind.    
Diese Güte eines derartigen Geschicks war ihm bisher jedoch nicht zugänglich gemacht worden, dem inzwischen alten, grauhaarigen Maler Bartholomé Esteban Murillo.-
Etwas schwermütig gestimmt, hockte er in seiner Malerklause, als das eingeschaltete Fernsehgerät erneut eine sensationelle - ihm das derzeitige Sein vermiesende Berichterstattung offenbarte:
"Ein neuer Weltrekord! 106,4 Millionen Dollar wurden heute für das Picasso-Bild "Nu au plateau de sculpteur" ersteigert. - Und gleich darauf: 104,2 Millionen Dollar zahlte ein Amerikaner für das Gemälde "Junge mit Pfeife", so tönte es aufreizend und beunruhigend ins einstmals so heimelige Atelier hinein. - Ein aberwitzige Tücke des Geschicks, so zog es der Maler kopfschüttelnd in Frage, als es sich ihm offenbarte, daß nun die Kunst im Leben der Kapitalanleger, auf der Suche nach einem zusätzlichen Markt für ihre Investitionen, zunehmend hoffähiger wurde. -
"Felix ars!" (Glückliche Kunst!), murmelte er zähneknirschend ... 
Späterhin, nun so einigermaßen zur Ruhe gekommen, nahm er die Whisky-Flasche zur Hand - und ließ sich in einen der farbverschmierten Sessel fallen. - Eine kurze Zeit der Entspannung nur, denn schon bald darauf mußte er nun die folgende, unbarmherzig zum Ausdruck gebrachte Meldung ertragen:
"Sensationell! Ein neuer Höhepunkt ist erreicht: Denn für 104,3 Millionen Dollar ist gestern früh in London Alberto Giacomettis Skulptur "L'homme qui marche" unter den begierig zuschlagenden Auktions-Hammer geraten!" schnarrte es mitleidlos aus dem T.V.-Gerät heraus.
Empört und zunehmend verbittert, schleuderte der Maler daraufhin die sich inzwischen als leer darbietende Whisky-Flasche in die feucht schimmernde Leinwand eines vor kurzem bewältigten Gemäldes (2,10 m x 1,20 m). -
Und legte sich auf dem kunterbunt leuchtenden Fußboden schlafen ... 
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Im Atelier war noch immer das Fernsehgerät eingeschaltet, als er sich schwankend erhoben hatte. - Im TV-Kanal arte wurde soeben ergriffen plappernd ins Bild gesetzt, daß für Paul Cezannes Gemälde "Pichet et fruits sur une table" bei einer Auktion zwölf Millionen Dollar erzielt worden seien!
Bedingt durch das zur Ruhe kommen wollen auf den bunten Dielen des Ateliers, ist ihm aber dann nicht mehr zu Ohren gekommen, daß Gustav Klimts Gemälde "Adele Bloch-Bauer", inzwischen bei Christies für schlappe 135 Millionen Dollar versteigert worden war. - In diesem bei vielen Malern vermutlich Verbitterung aufkommen lassenden Zusammenhang ist's nun doch noch erwähnenswert, daß in 2006 ein Bild des amerikanischen Malers Jackson Pollock ("No.5") für weltweit Schlagzeilen machende 140 Millionen Dollar wohl "offenbar zweifellos" einem "kunstsinnigen Gemäldesammler" übereignet worden ist.   -
"Beati possidentes - glücklich die Besitzenden!" murmelte einst spöttisch der griechische Tragödiendichter Euripides bei einer Gegebenheit, die dem soeben beschriebenen Mißstand beinahe vergleichbar gewesen sein könnte.
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Ein Nachtrag im (Wonne)-Monat Mai 2015:
Und da schaut nun der Pablo Picasso grinsend "von oben herab" ...
Denn für 180 Millionen Dollar wurde da jüngst seine einstmals gemalte Szenerie "Les femmes d'Alger" aufsehenerregend auktioniert, um zweifellos einem überaus feinsinnig empfindenden, kunstverständigen Sammler die tagtäglich so kunstverliebte Lebensgestaltung zu bereichern.
So sei´s denn ...
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Dienstag, 19. März 2019

Ja, so heimisch naturverbunden ...

Unser einsam gelegenes, uraltes Bauerngehöft, umgeben von einer Park-ähnlichen Landschaft, ist auch ein Paradies für zahlreiche Fasane, eine hier dereinst "wohnhaft gewordene" Reh-"Mutter" nebst Nachwuchs - und viele der kleinen gefiederten Wirbeltiere, kurzum Vögel genannt. -
Im Herbst, Winter und im Frühjahr von Ulrike "zusätzlich" mit Futter versorgt, sind nun all diese "Mitbewohner" hier "wohnhaft" geworden, einschließlich der unzählbaren kleinen Flug-Akrobaten.
Nebst Nestbau und Aufzucht des alljährlich sich zur Schau stellenden Nachwuchses. -
Wenn ich diese beachtliche Nachkommenschaft des öfteren beim speisen beobachte, dann bin ich zuweilen doch versucht, so wohlmeinend darauf hinzuweisen:
"Nicht immer raffgierig schlingen, nein! Erst einmal vorab alles lustvoll abschmecken, zerkauen und dann bedachtsam hinunterschlucken!" -
Ein befreundeter Tier-Medikus hat mir nun wohlwollend geraten:
" Ich solle mich da nicht so unnötig einmischen!"
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Donnerstag, 14. März 2019

Diese "Heimsuchung" der Quälgeister - !

Wieder einmal - und zunehmend nervend im Hinblick dessen ...
Doch anheimelnd zuvor:
Denn ein aromatisch mundender Wein gab mir eine angenehme Art von "Geleit", als ich mich in das von Jean-Paul Sartre einstmals geschriebene Drama "Die Fliegen" (Les Mouches) lesend vertieft hatte. -
Anklingend an die griechische Mythologie, thematisiert hier der als "maître àpenser" so lobpreisend benannte "Vordenker" in dieser Lektüre unter anderem all die lebensnotwendigen Belange und wohl auch Tragweiten im Bereich "Freiheit" und "Hoffnung" ... 
Vorab nun ein "kurzum" doch anschaulich machender Überblick all dessen:
"In der antiken Stadt Argos wimmelt es fortdauernd so peinigend von Fliegen." 
Ein Leitfaden - hinsichtlich des dramatisch verlaufenden Geschehens. -
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Ach ja, nun denn, apropos Fliegen:
Wußten Sie schon, daß es so etwas tatsächlich gibt? Diese aus meiner Sicht als "hinterhältig" zu bewertenden, sogenannten "Van-der-Waals-Kräfte", also "Anziehungskräfte"; mit deren Hilfe die lästigen Viecher auch Hals über Kopf einen Halt an Zimmerdecken und spiegelglatten Oberflächen zu meistern wissen. - Bevor sie dann nervend um uns herumschwirren und alsbald die Speisen auf dem appetitlich gedeckten Abendbrottisch belagern.
Insbesondere all diese widerwärtigen "Schmeißfliegen"; wir Neolatinistiker reden da wissenschaftlich und gern etwas selbstgefällig, von einer penetrant aufdringlich attackierenden "Calliphoridae". Ein stahlblau fluoreszierender Brummer, dessen Lebensabschnittsgespielin immerhin bis zu dreihundert Eier als bedrohlichen Nachwuchs erzeugt; Initialstadien, die bereits 24 Stunden später als ekelerregende Maden ... Man mag gar nicht daran denken! -
Auch nicht daran, daß da irgendwann verträumt durch die Landschaft stolpernde Tierphysiologen so unüberlegt und verniedlichend eine der Spezies dieser Quälgeister als "Stubenfliege" benannten. - Stubenfliege!
Der Inbegriff "gute Stube", bisher ja noch immer als stets "heimelig" empfunden - als eine rundum beglückende "Wohn-Wohlfühl-Sensualität"!
Und dann (man will es nicht wahrhaben wollen!) diese vernunftwidrige Kennzeichnung derartig kontinuierlich piesackender Eindringlinge.
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Beunruhigt blickte ich nun in das vor mir stehende, sich inhaltlich noch etwa dreiviertelvoll darbietende Weinglas; in dessen Substanz eine wahrscheinlich über kurz oder lang mit dem Tode ringende Fliege jetzt hektisch eine Mitleid erregende Willenskraft offenbar werden ließ. - Hm? - Nun ja ...
"Leben, das heißt überflüssig zu sein!" ("la vie, c'est-à-être redondant") das hatte er ja dereinst so unbarmherzig zum Ausdruck gebracht, der stets nachdenklich stimmende Philosoph Sartre ...
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Samstag, 2. März 2019

Julius August Walther von Goethe:

Der etwas einfältige Sohn des Dichterfürsten.
"Das Gewöhnliche im Ausdruck", hatte Charlotte von Stein einmal das charakterisiert, was im folgenden so freiheraus nun doch ein wenig näher in Augenschein genommen werden soll ...
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Wieder einmal war man damals hoffnungsvoll angespannt und wohl auch unruhig abwartend beieinander ... Denn zuvor mußte sie den Leidensweg einiger Fehlgeburten ertragen, die Ehefrau des Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe, Christiane Vulpius. - Am 25. Dezember, 1789 war dann endlich das bereits lang ersehnte, freudige Ereignis trotz allem Wirklichkeit geworden: Ein Knäblein hatte in Weimar mühevoll das Licht der Welt erblickt. -
Heranwachsend zuvor als zumeist unauffällig beschrieben, geisterte der Filius schon bald darauf unaufhaltsam hinein, in eine aufmüpfig sich in Szene setzende Sturm-und-Drangzeit. - Nach diesen Flegeljahren jedoch achtbar zur Ruhe gekommen, ehelichte er 1817 Ottilie Freiin von Pogwisch - und avancierte, dank ihrer guten Beziehungen zum Souverän, bald auch zum Kammerherren am Hofe des Weimarer Fürsten. -
So viel informativ vorab ...
Die nachfolgende Geschichte schildert hingegen eine Situation, in welcher ein stets Gelassenheit wahrmachen wollender Vater dereinst fast an den Rand des Erträglichen getrieben wurde:
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Im Freien dringt der Sonnenschein,
schon gleißend in den Tag hinein.
Was Goethe nicht einmal entdeckt,
da er in Schwierigkeiten steckt.
Der Schluß zum Goetz von Berlichingen,
war textlich nicht in Form zu bringen.
"Was hält euch fern, ihr holden Musen? -
Ich sehne mich nach euren Busen!
Auch fühl' ich mich nicht mehr geborgen",
so klingt es klagend in den Morgen.
Als plötzlich stürmt sein Sohn herein,
der ruft: "Ach, liebster Vater mein!
Du brüllst hier laut, in edlem Zwirne,
obwohl mir derzeit dröhnt die Birne!"
Der Vater, tief noch in Gedanken,
sieht seinen August haltlos schwanken.
Sagt dann, mit zornentbranntem Schnaufen:
"Er sollte tunlichst nicht mehr saufen!"
Der Sohn - da ihn die Rüge traf -
erwidert kühl, ein wenig scharf:
"Mein lieber, wortgewandter Vater!
Kaum Alkohol bewirkt den Kater.
Nicht nur der Suff ist's wohl, mitnichten!
Auch Du trägst Schuld - Dein Drang zum dichten! -
Ich komm' nach Haus - ja, oftmals spät,
und Du bist, eh der Hahn noch kräht,
zu tierisch-frühen Morgenstunden,
schon aufgedreht dem Bett entschwunden!
Und während Du ein Frühstück kaust,
grölst Du zugleich auch Deinen Faust.
Wie soll man dabei noch entspannen? -
Ich mache mich demnächst von dannen!
Möcht' nicht als Geistesgröße leben,
im Intellektuellen schweben ...
Auch mag ich keinen Klotz am Bein,
wie Du ihn spürst, durch Frau von Stein!
Schlürf weiter Deine kluge Tinte,
nur laß mich zieh'n, in meine Pinte.
Schreib Deine RÄUBER - und dergleichen,
ich werde diesem Haus entfleuchen!"
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Der Vater wurde merklich stiller ...
"Die Räuber fabulierte Schiller!" brummelte er daraufhin verstimmt noch kopfschüttelnd vor sich hin. -
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Anmerkung:
Behauptet wird, daß letztendlich Goethes Beziehung zu Charlotte von Stein den Johann Wolfgang zum klassischen Dichter reifen ließ; nun einzig die Klarheit der Form, zudem die Mäßigung all der Leidenschaften und eine organische Selbstentfaltung anstrebend. -
Wohl abweichend davon, erlebnishungrig und unkonventionell, gedachte Ottilie von Pogwisch ihr Dasein zu gestalten. - Sie war die Herausgeberin einer Zeitschrift, die sich spitzbübisch "CHAOS" nannte - und führte ein dementsprechendes, recht ungebändigtes Leben ...
Tja, warum wohl auch nicht?
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Donnerstag, 21. Februar 2019

Fernsehen: Die "Bildschirmwelt" mit all dieser geltungsbedürftigen Selbstbeweihräucherung:

Sich oftmals ins Bild setzend als recht fragwürdige "Prominenz" im TV ...
Da zeigt man sich gern so ganz und gar anbetungswürdig, als "Star" oder bisher so spürbar als ein sich recht geistesarm aufplusterndes "Sternchen" ...
Quotengenötigt von einer der Fernsehanstalten eingeladen, setzt man sich dummstolz in Positur und zudem schwatzlüstern in Szene, berauscht von der Apotheose eines schier unvergleichlichen Ichs.
Nun denn: "Prominenz", die lateinische Benennung für hervorragende Persönlichkeiten, sowohl auch für all die zumeist selbstverliebt und geltungsbedürftig in Erscheinung tretenden Möchtegern-Berühmtheiten, nebst eines oftmals nicht spurlos zu verhindernden arrogantia et inscius ...
Tja, Arroganz ist, so sei's einmal schnippisch zu spüren gegeben, wohl gar nicht 'mal selten auch als "die Perücke geistiger Kahlheit" zu gewahren. -
"Ach, vermutlich fragt sich manch einer von Ihnen späterhin oftmals kopfschüttelnd, wie man vorab ein einigermaßen annehmbares Dasein denn überhaupt bewältigen konnte?" dermaßen bespöttelte neulich ein bekannter (prominenter) Satiriker einige der anwesenden Stars und Sternchen in einer sogenannten Talkshow. - "Nun hat sich ja alles paradiesisch vergoldet - und Sie haben doch gewiß schon ein über Ihr nunmehr so unvergleichbar schillerndes Vorhandensein Auskunft gebendes Buch dabei, also anheischig machen wollend hier in Bereitschaft!" brach es mißbilligend aus ihm heraus.
Das hatten sie selbstverständlich eilfertig parat ...
(Wie oftmals, dank eines professionellen Ghostwriters.)
Zugegen im lustvollen Miteinander der Selbstbeweihräucherung. 
"Ja, da lobt man sich, gesund und munter, stets einen nach dem anderen runter!" so hat es der Autor und Kabarettist Wolfgang Nitschke handfest und ausdrucksvoll gekennzeichnet.
Wohingegen das unaufdringlich geartete Verhalten einiger (nur wenige) - der ebenfalls in Gunst und Geneigtheit stehenden Persönlichkeiten -, erfreulicherweise all das so wichtigtuerische Gefasel hin und wieder beachtenswert ausbalancieren; offenbar ganz unbelastet von dieser Selbstverliebtheit, gefallsüchtig solch ein "unendliches Ich" (Robert Gernhardt) derart überbetont der Öffentlichkeit anpreisen zu müssen.    
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Fast schon ein wenig befürwortend, so hat's der französische Philosoph Voltaire wohl dereinst schon recht zutreffend zum Ausdruck gegeben: "Die Eigenliebe ist das Instrument der Selbsterhaltung".
Und gleichbedeutend sei darum hier noch apostelhaft hinzugefügt: Selig sind die "Armen im Geiste", denn ihrer ist jetzt schon auf Erden das Himmelreich.
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Nota bene:
Der französische Kunstkritiker Octave Mirbeau philosophierte in diesem Zusammenhang einmal über eine Art "selbstgefällige Unfähigkeit".
Und:
In seinem Buch "Seichtgebiete" gibt der Autor Michael Jürgs auch einen tiefschürfenden Einblick in das geistesarme Beisammensein "der Eitelkeit" inmitten all dieser "prominenten Nullnummern".
Der Michael Jürgs, als Journalist derzeit wohl einer der Besten! Nun ist ER leider so demaskierend nicht mehr zugegen. -
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Noch etwas kommt da nachdenklich stimmend hinzu:
In neuzeitlichen Talkshows wird uns ein Sprachverhau zugemutet, der an Flauberts Behauptung zweifeln läßt, dass "die Sprache das erste Genie eines Volkes ist", kritisierte einst Andreas Altmann das dargebotene Formulierungsgeschick in der TV-Manege Geltungssucht-Striptease.
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Und in dieser Verquickung all dessen, da bleibt mir nun doch in Erinnerung, daß mein Patenonkel seinerzeit einmal kopfschüttelnd zu spüren gegeben hat: "Mein Gott! Diese ungebildete Vielfalt!" Um dann noch schmunzelnd hinzuzufügen: "Nun ja, wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, dann werfen selbst Zwerge lange Schatten." - 
(Das hatte er - zutreffend - von Karl Kraus "ausgeliehen".) -
Als wir in den Abendstunden mit einem Glas Wein dann wieder beisammen hockten, da war er nun hinsichtlich dessen offenbar noch immer recht aufgebracht zugegen. Denn bald darauf meldete er sich tadelnd zu Wort: "Dieses geistesschwache Auftreten der Selbstherrlichkeit!" -
"Leibhaftig", stimmte ich zu. Und in Anbetracht dessen denke ich da an den römischen Satiredichter JUVENAL, der ja einmal nachdrücklich gesagt hat: "schwer ist es, keine Satire zu schreiben!"
"Ja-ja: defficile est, satiram non scribere. - Und das ist Dir, wie ich's soeben gelesen habe, wohl wieder einmal so tiefgründig zupaß gewesen", brachte ER's fast kumpelhaft zum Ausdruck. -
Gleichgesinnt damals - bedauerlicherweise ist ER nicht mehr "zugegen"...
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Donnerstag, 7. Februar 2019

Wohl wahr: Liebe Leserin und Leser ...

Eben jetzt hier wieder einmal zugegen, möchte ich Sie im folgenden ein wenig für GRIECHENLAND zu bewegen versuchen:
Beglückend und informativ hinein in den Bannkreis der einstigen Wiege des Abendlandes. -
Einmal abgesehen von der Begegnung mit dem griechischen Festland, gibt es dort etwa 1400 Inseln, von denen 166 Eilande "bevölkert" sind. -
Der griechische Schriftsteller Nikos Kazantzakis ("Alexis Sorbas" u.a.) hat's hinsichtlich dessen einmal so formuliert:
"Welch andere Freude auf Erden kann besser im Einklang mit dem Körper und der Seele stehen, als Griechenland zu bereisen". -
Der Zauber der griechischen Landschaften ...
Und Friedrich Hölderlin, der deutsche Dichter, er gab seine diesbezügliche Gemütsstimmung seinerzeit einmal doch sehr inbrünstig zum Ausdruck: "Ich liebe dieses Griechenland überall. Es trägt die Farbe meines Herzens!"
Ach ja ...
Mit einem fast heimatlichen Empfindungsvermögen sei's mir erlaubt, nun gleichfalls mancherlei über dieses Elysium zu erzählen ...
Nicht ohne darüber hinaus auch eine kritisierende Stellungnahme zur überschatteten "Jetztzeit" zu verdeutlichen. -
"Allerdings, das sei nun wohl auch diesbezüglich (leider) vonnöten - zudem auch eingedenk unserer Bürgerbewegung "Spitha" (der Funke)!" So hat mir der Mikis Theodorakis, in Anbetracht dessen, derzeit wohlmeinend ein wenig "Vorhaltungen gemacht".
Trotz allem: Kaló taxidhi! (Gute Reise!)
Falls Sie des weiteren neugierig werdend dabei bleiben wollen.
Wenn ja, dann "klicken" Sie bitte rechtsseitig im Bereich der "Stichworte" GRIECHENLAND an.
Noch etwas sei hier fast konkretisiert:
Denn der Herr von Goethe hat's einstmals schwärmerisch mit diesen Worten bekundet: "Unter allen Völkern haben die Griechen den Traum des Lebens am schönsten geträumt!"
"Ja, das einzige Paradies in Europa" so benannte es einst ein weltbekannter Schriftsteller. "Dort füllt sich mein Herz wieder mit Licht - und öffnet sich dann wie eine Blume".
Wahrlich! -
Und appetitanregend sei noch hinzugefügt:
In Griechenland gibt es viele vorzügliche Weine - "Jassas". -
Und die griechische "Kochkunst" offenbart sich in all der Zubereitung köstlicher Speisen doch oftmals als eine der besten auf diesem Erdenrund. - Nun ja, dort, wo man sie noch "derart" erleben darf. - Wohl nicht in der "dem Tourismus zur Liebe" als ausreichend "vereinfachten" Darbietung dessen. -
Nichts spricht dagegen ... Jedoch: Wenn Sie als Griechenland-Reisende "wirklichkeitsnah" zu speisen gedenken, dann ist's durchaus empfehlenswert, wie griechisch auch gang und gäbe, in der Küche mit dem Koch darüber erwartungsgemäß diesbezüglich zu "verhandeln"...
kali órexi! meint: Guten Appetit! -
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Und auch hinsichtlich dessen:
Hier noch mein Dank für Ihr augenblickliches "Dabeisein".
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Mittwoch, 6. Februar 2019

Griechenland - anno dazumal:

Ja - einstmals ...
Vor einem schon arg verfinsterten Himmel begann es ganz überraschend zu wetterleuchten.
Und ein weitreichend rollender Donner kündete dann von einer scheinbar unausbleiblichen Disharmonie.
Als ein nachdenklich gestimmter Aristoteles seinem Lehrherrn Platon süffisant grinsend anschaulich zu machen suchte, daß er nun inmitten eines wohl leuchtkräftigen Denkprozesses so urplötzlich zu einer signifikanten Einsicht gekommen sei: "In diesem offenbar endlosen Weltraum", so gab er's damals bedeutungsvoll zum Ausdruck, "da ist unsere Erde im Vergleich zum All doch nur als ein einzigartiges Nichts zu erkunden. Und somit sei es nun eindringlich vonnöten, alsbald wahrhaftig der Endaimonia, dem Glücksempfinden zunehmend mehr Raum und Zeit zu gewähren." - Nun ja, bis hin zur "Ataraxie", die dann zu Lebzeiten eine vollendete Seelenruhe aufkommen lassen kann. (Epikur).
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Kali idhéa - eine gute Idee ...
All das wohl bedeutsam - auch durch ein oftmals beseelendes heimatliches Empfindungsvermögen.
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Wie bereits schon erwähnt: Des weiteren finden Sie einige Griechenland-Erzählungen mit einem "Klick" im Bereich der "Stichworte" auf Griechenland - rechtsseitig.  >
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Samstag, 2. Februar 2019

Mein Kater - "betrunken" - ?

Unglaublich?
Nein, anscheinend doch! Denn als ich eines Nachmittags auf der Terrasse meines Häuschens, auf der griechischen Insel Lesbos saß - und dort zum erstaunten Augenzeugen der folgenden Begebenheit geworden bin, war's dann sicht- und spürbar zutage getreten ...
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Vorab:
Da hockte er gespannt im Garten,
auf Mäuse-fang wohl dort zu warten.
Ja aber - eine Vermutung:
Die hatten sich im Rausch verloren,
vom Fallobst, das schon stark gegoren.
Das ähnelte schon Saufereien, 
benommen hockte man im Freien.
Weil dort die Mäuse, stockbesoffen
sich wohl vom Tageslicht erhoffen,
daß nun gezielt die Sonnenstrahlen, 
solch bisher unbekannte Qualen
zumindest etwas unterdrücken ... 
D'rum scheint mein Kater jetzt zu hoffen, 
daß all die Mäuse, sturzbesoffen,
ihm bald das Mittagsmahl bereichern ...
Später dann:
Doch leider wogen in den Schleichern 
pro Maus noch drei bis vier Promille! -
Bedingt durch diese Überfülle, 
die Kater "Emil" nicht bewußt,
geschah, was bald auch folgen mußt' ...
Nachdem er bis zum Platzen satt, 
sich folgendes ergeben hat:
Trunken sah man ihn nun schwanken -
und taumelnd durch den Garten wanken.
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Dereinst - anno dazumal:
"Vestigia terrent ...  - Die Spuren (der von dir getöteten Tiere!) schrecken mich", hatte schon dereinst der römische Dichter Horaz seinen struppigen Kater Lorenzo wutentbrannt angeschnauzt, als er wieder einmal im Flur seines Landhauses in Rom, frühmorgens noch barfüßig so unvorhersehbar in den halb verspeisten, sich ekelerregend darbietenden Kadaver einer Maus hineingeraten war.
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Donnerstag, 24. Januar 2019

Oui, so ganz und gar heimatverbunden:

Patriotismus - einst die französische Wortfindung für eine vaterländische Gesinnung, die stets auf einem starken Zugehörigkeitsgefühl zur Heimat ruht, tja - und gegebenenfalls bis zur Hingabe an ...
Was ich im September 1972 recht eigenwillig zu spüren bekommen habe, in Südfrankreich:
Damals, unterwegs auf einer Landstrasse in Richtung Aix-en-Provence, um später von dort aus Paris anzusteuern. -
Das Ende der Ortschaft Roquebrussane war soeben erreicht, als ich ihn rechtsseitig stehend winken sah, einen bäuerlich wirkenden alten Mann. Bereitwillig hielt ich drum an - und öffnete die Beifahrertür des Fahrzeugs. Im Rückspiegel sah ich ihn schlurfend herannahen. Bald darauf hatte er das Auto erreicht - und bat mich darum, mitfahren zu dürfen.
Er müsse wieder einmal nach Aix-en-Provence, um dort sein allmonatlich eintreffendes Rentengeld abzuholen, gab er mir zu verstehen. - Zunehmend füllte sich die Fahrgastzelle mit einem köstlichen Knoblauch-Odeur, als mein Fahrgast nun damit begonnen hatte, mir einige Etappen aus seinen Lebenserinnerungen zu erzählen. -
Bis hin zu dem Augenblick, da ein uniformierter, gebieterisch ausgestreckter Arm uns autoritär zum Anhalten zwang: "Ausweis und Fahrzeugpapiere, bitte!" fuhr er mich an, der hochnäsig herabblickende Flic. "Haben Sie Alkohol getrunken? Wenn ja, dann hauchen Sie mich jetzt einmal nachfühlbar an", erweiterte er sein unglücklicherweise von Rechts wegen beglaubigtes Anliegen. - "Nique sa mère", (zumTeufel mit ihm!) murmelte ich mißgestimmt, mich angsterfüllt daran erinnernd, daß noch vor einigen Stunden, im nächtlichen Beisammensein mit Freunden einige Flaschen Rotwein geleert worden waren. Dann tat ich jedoch wie geheißen. -
Hm? - Ohne ein Wort der gesetzmäßig zu erwartenden Entrüstung zu bezeugen, richtete er sich intensiv nachschnüffelnd auf, machte dann zackig kehrt, um gleich darauf dem im Polizeiauto sitzenden Kollegen über die gerade vollstreckten Nachforschungen Bericht zu erstatten: "Non, pas de probleme! Irrécusable un Cote du Rhone", hörte ich ihn deutlich verkünden, da ich noch immer, ängstlich aufhorchend, bei geöffnetem Fenster die Ohren spitzte. - Ja, und nach seinem Erlebnisbericht schwenkte er seltsamerweise stillvergnügt anmutend um, und näherte sich wohlwollend grinsend wieder dem Objekt seiner vorab so entschlossen in Angriff genommenen Spekulation, dem vermutlich alkololisierten Fahrer des Automobils: "Monsieur, es ist alles in Ordnung, dann weiterhin gute Fahrt!" gab er, mir freundlich zunickend, unbegreiflicherweise zu verstehen. -
Nur das fast wiehernde Gelächter des alten Mannes übertonte das sonore Brummen des Motors, als ich den Wagen erneut gestartet hatte, um eiligst davonzufahren.
"Das darf doch nicht wahr sein! Was war das denn soeben?" ließ ich kopfschüttelnd verlauten.
"Und was hat der uniformierte Staatsdiener damit gemeint, als er seinem Kollegen unter anderem noch: Einwandfrei Cote-du-Rhone! zugeraunt hat?" - Der Alte lehnte sich schmunzelnd zurück und legte dann los: "Oui, da ging es schlicht und ergreifend um Ihre alles spezifizierende Weinfahne, Monsieur!" - "Ja, das hab' ich an sich auch begriffen." - "Sie haben bisher noch gar nichts begriffen, das sehe ich Ihnen doch an!" prustete er daraufhin los. -
"Nein, nicht? Dann erklären Sie's mir doch 'mal etwas  genauer." -
"Das will ich gern tun, also: Wir sind hier ja bisher noch immer in einem Rhone-arrondissement ..." -
"Ja-ja, das ist mir inzwischen durchaus vertraut, mein Guter", unterbrach ich ihn lauernd. -
"Oui, inmitten einer der größten und sicherlich auch ertragreichsten Weinanbaugebiete! Es gibt aber in Frankreich noch andere Winzerbereiche - und zwischen ihnen tobt schon seit Jahrhunderten ein unversöhnlicher Wettstreit", klärte er mich gestenreich auf. -
"Schon möglich", brummte ich unwirsch. "Aber was - zum Teufel! - hat das mit mir und dieser ungewöhnlich verlaufenen Polizeivisitation zu tun?" -
"Oui, sehr viel, Monsieur! Dieser Beamte hat bei Ihnen anscheinend zufriedenstellend einen vorab erlebten Cote-du-Rhone-Genuß gerochen. Wie gesagt, wir sind hier im Rhone-distrikt! Hätte er etwas anderes erschnüffelt, wie, mon dieu! so beispielsweise einen Burgunder-Rotwein oder einen Bordeaux, dann wären Sie sicher fatal in Schwierigkeiten geraten! - Und noch schlimmer wäre es wohl für Sie verlaufen, wenn dieser heimatverbundene Beamte dann fassungslos einen Rotwein aus dem Elsaß hätte erschnuppern müssen. Mon dieu! Dann hätte ich nicht in Ihrer Haut stecken wollen", betonte er seine unheilschwangere Verdeutlichung. -
"Adieu! Portez-vous bien! - Vielleicht war dieses bedeutungsvolle Erlebnis ja auch eine lehrreiche Begegnung." rief er mir noch beachtenswert zu, als wir uns in Aix-en-Provence voneinander verabschiedeten ...
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Sonntag, 20. Januar 2019

BERLIN - und eine leibhaftige "Oma Courage" ...

So zutreffend miterlebt als "Zaungast" im Garten eines Cafés, im Stadtteil Charlottenburg:
Ja, zwei Männer sitzen da plaudernd an einem der Nachbar-Tische, dem Vernehmen nach sind beide als Feuilletonisten in einem Zeitschriften-Verlag berufsaktiv. -
Einer von ihnen macht sich oftmals bisher noch rätselhafte Notizen ...
"Was schreibst Du denn da so selbstquälerisch auf?" fragt der ältere Kollege neugierig nach.
"Bejammernswertes - für eine Kurzgeschichte!"
"Interessant! - Darf man denn jetzt da einmal 'reinhören?"
"Das sei Dir erlaubt", wurde ihm kollegial zugestanden. - "Also: Vor Deinem geistigen Auge Gestalt annehmend, versucht da ein verhärmt zutage tretendes weibliches Wesen, auf einem klapprigen Planwagen sitzend, mit zwei freudlos dreinblickenden Kindern an ihrer Seite, antreibend auf eine abgemagerte Schindmähre einzuwirken."
"Aha! - Da entflieht sie gebeutelt, ich ahne es schon: Die Mutter Courage, nebst Tochter und Sohn!" deklamierte der Ältere ad hoc ironisch drauflos.
"Genau! - Brechts Mutter Courage und ihre Kinder. - Was spricht für Dich abwertend dagegen?" wurde erwartungsvoll hinterfragt.
"Mein Gott! - Das ist doch bisher schon unzählige Male so melodramatisch überbetont beschrieben worden", bekam er's mißbilligend zu spüren, der aufstrebende Neuling im reizvollen Fachbereich Feuilleton.
"Wohl wahr!" wurde bejaht. "Aber hast Du denn jetzt einen besseren Vorschlag zum Thema: Courage, Beherztheit und den Mut der Verzweiflung anzubieten?" forschte der Jüngere aufmerksam nach.
"Ja, hab' ich!" wurde bekräftigt. "Für drei Flaschen Chateauneuf du Pape hast Du sogleich alles dermaßen anbetungswürdig im Griff, daß eine Gehaltserhöhung gewiß unausbleiblich sein wird."
"Hm? - Das hört sich ja durchaus verlockend an!" wurde nun schmunzelnd eingewilligt. - "Okay, der Wein ist gebongt. Dann laß 'mal sogleich diese inspirierend aufmauzende Katze aus dem bisher noch recht fadenscheinig anmutenden Sack heraus."
Der ältere Kollege lehnte sich daraufhin bedeutsam zurück - und begann dann beispielgebend ins Bild zu setzen:
"Ja, es geschah vor einigen Tagen ... Ich saß damals auch hier im Garten. - Nichts ahnend, wurde ich aber schon bald darauf plötzlich zum Augen- und Ohrenzeugen der nun folgenden Begebenheit: An einem der benachbarten Tische saß eine schlohweiße Dame gesegneten Alters; sichtbar bemüht, sich mit den zitterigen Händen aus einem Kännchen eine Tasse Kaffee einzuschenken. - Als am Nachbartisch schlagartig drei junge Burschen, freizügig und zunehmend vulgär, sich in ein schamlos geführtes Palaver hineinsteigerten! - 
Lauthals wurde dort über ein uneheliches Zurweltkommen - und späterhin auch noch Spott treibend darüber schwadroniert, wie man (angeblich) bis jetzt doch so ein vaterloses Heranwachsen immerhin ganz cool und easy gemeistert habe."
"O Gott! Mir steht nun mitfühlend vor Augen, wie solch ein abartiges Benehmen die alte Dame sicherlich geschockt haben muß", mutmaßte der junge Kollege hinsichtlich der vorab so unverfroren laut gewordenen Heimsuchung durch das anstoßerregende Geschwafel dieser - seiner Meinung nach - "unvergorenen Spottgeburten".
"Nein-nein, anscheinend hat's die alte Frau kaum berührt!" ließ ihn der Ältere wissen. 
"Wie bitte? - Das ist nicht Dein Ernst?" wurde erstaunt hinterfragt.
"Aber ja doch!" bekam er's bestätigt. "Denn gleichgültig erscheinend, schaute die alte Lady nur kurz hoch - und hat dann am Nebentisch leidenschaftslos angefragt: "He! - Kann mir wohl einer von Euch elenden Bastarden jetzt doch 'mal freundlicherweise den Zucker herüberreichen?"
"Zugegeben, das ist ja wirklich sehr eindrucksvoll!"
"Und auch noch ganz und gar dementsprechend!" wurde betont. "D'rum schreib das jetzt auf, dann hast Du eine durchaus erfolgversprechende Story zur Hand. -
Als geistreichen Touch solltest Du abschließend noch ein Horaz und später auch Kant zugeschriebenes Zitat so geistvoll hinzufügen."
"Mit Vergnügen! - Dann gib das 'mal lehrreich kund."
"Supere aude - wage es weise zu sein ... - Wohl wahr!
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Donnerstag, 17. Januar 2019

Eine fluchtartige Reise nach ITALIEN ?

Einstmals - den Johann-Wolfgang betreffend ...
Zweifelsfrei:
Denn -
als er, der Herr von Goethe im Jahr 1775 von Herzog Karl August von Sachsen-Weimar in diese "Hochburg des deutschen Geisteslebens" dereinst berufen worden war, da lernte er dort, im Jahr 1788 das recht gutbürgerlich in Erscheinung tretende Fräulein Christiane Vulpius kennen ...
Und 1806 vollzog man den Akt einer ehelichen Bindung. -
Nun ja, daß auch in diesem Bündnis nicht immer alles so gänzlich problemlos einherging, daran soll (etwas unverfroren zum Ausdruck gebracht) mit den folgenden Zeilen so annähernd wirklichkeitsnah erinnert werden ...
Und das - jetzt klatschlüstern zurückblickend in das beachtliche Zeitalter um Siebzehnhundertachtzig:
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Der Herr von Goethe ...
Da sollte es dereinst im Garten,
wo Tisch und Stühlchen seiner harrten,
recht formvollendet wohl gelingen,
die Dichtkunst zu Papier zu bringen.
Behenden Schritt's dort angekommen,
so hatte er sich's vorgenommen,
nunmehr, wenn auch in groben Zügen,
heut' seinem Urfaust zu genügen.
Fürwahr, so gänzlich ungezwungen,
war ihm bald Reim auf Reim gelungen.
In dieser kunstverschworenen Stille,
gereifte auch sogleich der Wille,
die jüngst erdachten Textgewalten,
nun einmal lauthals zu gestalten.
Man sollte solch ein Drängen loben ...
Doch leider zeigt sich barsch von oben
fensterfüllend, voll Verdruß,
dort wütend Fräulein Vulpius:
"Sie wolle Schönheitsschlaf gestalten,
er solle jetzt die Schnauze halten!"  -
Schon war, in wenigen Sekunden,
Erhabenheit hinwegentschwunden.
Arg verstimmt, doch durchaus weise,
ging Goethe auf Italien-Reise ...
-
Zuvor war jedoch der folgende Dialog bedeutsam zutage getreten:
"Hält Er sein Tun für klug und weise? - Schon wieder die Italien-Reise!" soll dem Vernehmen nach der Herzog Karl August erstaunt hinterfragt haben, als man Seite an Seite im Schloßgarten wandelte.
"Ja, dem kalten Norden flugs entweichen! - Das soll mir als Erläuterung reichen." murmelte der Johann Wolfgang - und war sich der Unstimmigkeit seiner Aussage durchaus bewußt.
"Nein-nein, mein lieber Meister Goethe. - Ihn plagen sicher andere Nöte! - Nur heißt's, da bin ich mir im klaren: Vor allem das Gesicht zu wahren!" gab ihm der Fürst nachsichtig schmunzelnd zu verstehen. -
Für einen kurzen Augenblick war nun erst einmal Schweigen eingekehrt ...
Bis daß der Johann Wolfgang aufgebracht zu spüren gegeben haben soll:
"Kann ich zur Zweisamkeit noch sagen: Verweile doch - es war sehr schön?
Dann wird sie mich in Fesseln schlagen! - 
Drum will ich lieber vorab geh'n ..."
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"Ach ja, wohltuend hinein, in ein harmonisches Zusammentreffen von Kunst und Leben!" so ließ er's daseinsfreudig verlauten, als er bald darauf in Rom angekommen war - und dort, in einem deutsch-römischen Künstlerkreis, lauthals bekundet haben soll: "Es sei wohl jetzt doch an der Zeit, nun endlich vom Literaten zum Maler zu gedeihen." - ***
"Speriamo di no!" (Hoffentlich nicht!) - das sei daraufhin (gerüchtweise) damals des öfteren im deutsch-römischen Künstlerkreis zu hören gewesen ...
Dereinst, im Außenbereich einer Osteria am Piazza del Popolo.
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***  So war's gewesen, denn am 29. Oktober 1786 reiste der siebenunddreißigjährige Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe (derzeit wohl als hoffnungsvoller Maler) für viele Monate nach Italien.
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Mittwoch, 16. Januar 2019

Eine Nachricht "aus heiterem Himmel" ...

Lieber Robert,   *
was Dich betrifft, ich hab's vernommen,
die Nachricht traf heut' bei mir ein.
Die Zeilen waren leicht verschwommen,
der Astronebel feuchtet' drein ...
Ein wolkenzarter Büttenbogen,
den links ein Tropfen Manna ziert -
ach Robert, danke, ungelogen,
ich hab' mich köstlich amüsiert.
Laß Engel dazu Chorus singen,
ich möchte das in Umlauf bringen.
Wie folgt:
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An Dieter-Didier.
wohlweislich ...
Da wirst Du nun - dir sei es gewünscht! 
Auch dann, wenn erst in einigen Jahren,
von dem Erlebnis auch erfahren,
das jüngst in einer Nacht geschah,
als ich den Herrn von Goethe sah!
Doch so viel sei schon jetzt verraten:
Wir speisten lüstern Schweinebraten
und tranken dazu edlen Wein -
der Meister rief: "So soll es sein!"
Als dann urplötzlich - Gott erbarme -
der Wolfgang hob entsetzt die Arme,
denn auf des Raumes Türenschwelle,
rechts in der Hand die Soßenkelle,
stand wutentbrannt die Frau von Stein,
starrt mißgestimmt ins Zimmer 'rein.
Tja, mir und Goethe war dann klar,
daß unser Schmaus dem Ende nah ...
-
Auffällig war - zu guter Letzt:
Der Meister wirkte leicht vergrätzt.
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Das sei für heut´ von hier berichtet;
was immer da sich noch so lichtet.
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(* Gernhardt - er starb, bedauerlicherweise, am 20. Juni 2006).
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Donnerstag, 10. Januar 2019

So ganz und gar märchenhaft! - (?)

Wohl nur gegebenenfalls ...
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"Hören Sie 'mal: Ich nehme sonst keine Anhalter mit. Nur weil's da draußen saukalt ist - und Sie völlig verfroren dagestanden haben ... Jetzt frage ich Sie nach ihrem Namen - und Sie sagen: Schneewittchen! - Wollen Sie mich auf den Arm nehmen?"
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Seltsam ...
Tja, denn da wird eine bisher größtenteils lust- und leidenschaftslos vonstatten gegangene Alltagswelt so urplötzlich und unvorhersehbar in als übernatürlich zu bemessenen Einflußbereichen märchenhaft aus der Fassung gebracht.
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So auch damals, im Monat Januar des Jahres 2007, als dem Göttinger Wohnmobil- Handelsreisenden Horst-Michael W., auf einer beruflich bewerkstelligten Fahrt von Münden nach Bebra, die oben abgebildete Begebenheit widerfahren ist. -
Unglaublich ...
Beinahe. - Aber anstatt die sich so wunderlich darbietende Chance auch zu nutzen - und die Schöne damals (zweckgerichtet) folgendermaßen anzusprechen: "Da du nun greifbar zugegen bist! Willst du ab jetzt meinen Haushalt versehen? Dort tagtäglich wohlschmeckend kochen - und hernach mit mir lustbetont betten? - Wie wohl auch waschen, kehren und putzen (Autos?). Des weiteren mancherlei nähen, knüpfen und stricken (Schonbezüge für Wohnmobilsitze?). Ja, und bist du auch willens, all das erfreulicherweise reinlich zu halten? - Weder aufmüpfig noch rechthaberisch auftretend zugegen sein? - Auflodernden Widerspruch vorab stets im Keim ersticken? - Dann kannst du liebend gern bei mir bleiben, und es wird dir hinfort an nichts fehlen", hatte er ganz offenbar unüberlegt Fühlung genommen - und allzu ungeschickt die sich überraschend darbietenden Möglichkeiten deutlich erkennbar verspielt.
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Um (wie vermutlich des öfteren) geringfügig Eindruck schinden zu wollen, sei mir nun doch noch eine geistvolle Anmerkung erlaubt:
"Utile dulci - das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden," wie es dereinst schon Horaz in seiner "ars poetica" verdeutlichen wollte, das wäre, hinsichtlich der zuvor geschilderten Begebenheit, wohl lebensbejahend  empfehlenswert gewesen ...
Ja, ich verspreche hier meine absolute Verschwiegenheit! Aber wie würden Sie sich diesbezüglich so derart unempfindlich gegebenenfalls verhalten haben? -
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Sonntag, 6. Januar 2019

So nachdenklich gestimmt - bedeutsam nach "innen gerichtet" ...

Wieder einmal spürbar geworden
auf einer Insel - am Strand.
Wie oftmals in Griechenland - im Bannkreis der einstigen
Wiege des Abendlandes. -
Und als ich mir hier, in diesem Elysium, nun abermals
in den inneren Dimensionen meiner Leiblichkeit
so gleichmütig selbst begegnete,
war diese Einkehr doch wahrlich beachtenswert:
Carpe diem -
genieße den Tag.
Denn:
In der Schlußzeile seiner Ode "An Leukone"
 regt der römische Dichter Horaz dazu an,
die knappe Lebenszeit zu genießen.
Wörtlich genommen:
"Pflücke den Tag" ...
Carpe diem, quam minimum Credula postero:
Genieße den Tag, und vertraue möglichst wenig dem folgenden,
so heißt es da inhalts- und lebensgewichtig.
Ach ja -
und in Erinnerung an den bereits dahingegangenen Geistes-Gefährten
  Robert Gernhardt,
da sei nun mit durchweg seinen Worten
noch als beachtlich hinzugefügt:
Dein Hiersein ist ein Fenster,
an dem du kurz erscheinst.
Dies Fenster nun geöffnet ist,
im Zeitraum einer Lebensfrist,
die deinem Dasein zugedacht,
dann wird es wieder zugemacht,
und alles war dereinst.
-
Non exiguum temporis habemus,
sed multum perdidimus.
Nicht wenig Zeit haben wir,
 aber viel vergeuden wir.
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Tja,
denn morgen ist das Heute bereits schon ein Gestern,
so sollte man's oftmals bedenken.
-
Ein aufklärender Nachtrag:
Als ein 1937 geborener Homo sapiens
wohl doch von romantischer Schwermut ergriffen, 

saß ich dort schreibend am Strand.
Mein "Carpe-diem-Gelüst" wurde fast schulmeisterlich 
von einem "Et respice consequentiam" 
(und bedenke die Konsequenzen) 
so zunehmend leicht demotiviert.
Ja -
und der Wein in der Flasche war inzwischen auch zur Neige gegangen.
Damals - bisweilen auf einer der griechischen Inseln.

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