Mittwoch, 14. Februar 2018

Liebe Leserin und Leser.

Wie wir's ja alle wissen:
Wein gibt es nicht nur zu all diesen religiösen Festivitäten - und anderen bedeutsamen Geselligkeiten.
Ein Essen ohne den Wein? -
Hinzu kommt:
Der griechische Lyriker Alkaios von Lesbos, er gab einmal hintergründig zu spüren: "In vino veritas!" im Wein liegt Wahrheit ...
Nun Ja. Selbst einem Herzinfarkt wird auch oft eine vorbeugende Wirkung zugesprochen. -
Der englische Weinkenner Hugh Johnson hat's einst mit diesen Worten fast märchenhaft manifestiert: "Weintrinker sehen gut aus, sind intelligent, sexy - und auch gesund!" - "Ach nein, da wird selbst ein Schmunzeln darüber zu einer Zwangsvorstellung!" so hätte ihm der griechische Schriftsteller Nikos Kazantzakis vermutlich dereinst Einhalt empfohlen. -
Wie oder was auch immer ...
Trotz allem sei's mir erlaubt, im folgenden zum Thema "WEIN" einiges zum Ausdruck zu geben:
Darum lesen Sie bitte weiter.
Ach ja, so weinselig ergriffen.
und
Vor dem Ableben "reinen Wein eingeschenkt".
-
In diesem Sinne: Zum Wohl!
-
*

Ach ja, so weinselig ergriffen.

Derartig könnte man´s wohl zutreffend deuten -
auch hinsichtlich dessen ...
"Bonum vinum laetificat cor hominis" - meint:
"Guter Wein erfreut des Menschen Herz", das hat auch vorzeiten, durchaus verheißungsvoll, der Herr von Goethe genußsüchtig zu spüren gegeben. -
Immerhin, schon 3500 Jahre vor Christie war sie bereits den alten Ägyptern bekannt, die Weinrebe ...
Und wurde, nachdem sie der mit nackten Füßen zermanschenden Aktivität einiger Kelterknechte zur Trennung des Saftes von Hülsen und Kernen ausgeliefert worden war, inklusive all der sonstigen Produktionsprozesse, als ein jetzt mundgerecht geschaffenes Erzeugnis nicht selten mit der Würdigung  "Göttertrank" oftmals unglaublich schwatzhaft umschmeichelt.
Das nun auch heutzutage. Als da, 'mal beispielsweise, zu lesen sein kann:
Pure Frucht, die sich im Abgang (ist in diesem Fall als "abwärts gleitend" zu verstehen.) zunehmend blumiger verdichtet und ausbalanciert all die Sinne verzaubert. - (alle?)
Da erzeugt eine sich nun mit monumentaler Kraft entfaltende, samtweiche Opulenz (meint: "Volumen", auch "Üppigkeit", wohl nicht lümmelhaft "Korpulenz" oder "Leibesfülle".) dann im Gaumen einen spannungsgeladenen, köstlichen Akkord von Harmonie und Raffinesse (Nun, das könnte ja auch als "Strategie" oder als "Taktik" verstanden werden.) - Und eine dermaßen deliziös und erlesen erschaffene Pikanterie ("Anzüglichkeit"?), sie offenbart dann in einer vollmundig ausgereiften Vollendung verlockend den Hochgenuß herausragender Weine.
Ein einleitend noch herb-würzig wahrzunehmender Anflug von Verschlossenheit (= vermutlich die Prüderie des Weines!), vollendet sich prickelnd baldigst zu einem nur noch als göttlich zu preisenden Gaumen-Verführungszauber!
Ambrosia (ist ja ursprünglich als Terminus für "Götterspeise" oder gegebenenfalls auch für das "Salböl der Unsterblichen" geprägt worden.) kriecht (!) süffig berauschend, exquisit aromatisch in jede Falte des Mundes. (Diesbezüglich ist da offenbar leider nur der innere Bereich des Mäulchens vom Glück begünstigt? Oder läßt sich darüber hinaus auch die im Alter äußerlich etwas schrumpliger werdende Hautbeschaffenheit gleichfalls ein wenig manipulieren?) -
Wie auch immer: Nach einer langdauernden Reife späterhin genial ausbalanciert, entfaltet sich im Gaumen himmlisch erhebend (!) eine superbe Fülle von Tiefe und Frische. (Amen!) -
Ach ja, uns allen, die wir nun dermaßen mundwässernd in Kenntnis gesetzt worden sind, ist zweifellos fest umrissen zu Bewußtsein gekommen, was da unglaublich schwelgerisch zu einem unvergeßlichen Gaumenerlebnis ins bisher eventuell ja leicht abgeschmackt vonstatten gegangene Erdendasein gerufen werden kann.
Voilà! - 
Einem dermaßen als Beglückung beweihräucherten Produkt, dem kann man wohl irgendwann nicht mehr mit Abneigung begegnen. - Dessen wurde ich mir, aufschlußreich auf den Geschmack kommend wohl auch bewußt, als ich dereinst, noch jung an Jahren, für Wochen und Monate in Frankreich heimisch sein durfte. -
Hernach: 
Oui - und von all den dort tagtäglich sich stets so anheischig machenden Trunkenheitsstimmung-Ermunterungen durchaus beeinflusst, bekam ich alsbald auch die (In Deutschland, nicht in Frankreich und auch nicht in Griechenland!) des öfteren wohlmeinend ausgesprochenen Ermahnungen zu hören: "Willst du den Rest deiner Erdentage nur noch trunken torkelnd umherstolpern? Anstatt aufrecht schreitend ..."
"Wohl oftmals offenbart sich Zwang, im aufrecht dargebotenen Gang", summte ich anfangs gern halblaut, etwas gereizt dagegen halten wollend. - 
Das ist lange her und war nicht von Dauer ...
Denn:
"Wo aber der Wein fehlt, da fehlt auch der Reiz des Lebens", bekundete einst schon der griechische Dichter Euripides solch ein Dasein von hervorbrechender Freudlosigkeit.
Und da "sprach ER mir aus der Seele":
-
Euripides war ein griechischer Dramatiker und Tragödiendichter.
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Vor dem ABLEBEN "reinen Wein eingeschenkt".

Auf einem Weingut in der Toskana -
umgeben von Weinfeldern, in der Nähe eines mittelalterlichen Dörfchens in der Provinz Grosseto.
Si, und dort sind wir für einen durchaus ergreifenden Augenblick jetzt einmal aufmerksam und höflich abwartend zugegen:
Denn im alten Herrenhaus des Gutes, im Castello di grappolo du' va, liegt der bejahrte Winzer Don Carlo bleich und kraftlos auf einem aus Großvaters Zeiten mit Damast bezogenen Sterbebett. -
In Anbetracht dessen bewegt und beunruhigt, läßt er nun seine drei Söhne sogleich zu sich rufen, um ihnen ein wahrscheinlich aufsehenerregendes Betriebsgeheimnis zu offenbaren. - Die drei Stammhalter, der permanent bauernschlau auftretende Mario (mio monello), der gerissen agierende Giovanni - und der zumeist trickreich zu Werke gehende Fausto erscheinen beunruhigt ...
Mit fast schon ersterbender Stimme beginnt dann der Alte aufklärend zu flüstern: "Nun spitzt 'mal aufnahmebereit die Ohren, denn zweimal werde ich's kaum noch verdeutlichen können!" -
Neugierig geworden, beugen sich die Söhne nun über den schlaffen Mund des offenbar sterbenden Vaters, der ihnen röchelnd des weiteren zuraunt:
"Mein Großvater war ja als Winzer dereinst noch den Geboten unserer toskanischen Weinaristokratie verpflichtet! Eine Bestimmung, die euch schlitzohrigen Panschern wohl so allerhand Unliebsamkeiten bereiten würde. Denn seinerzeit wurde der Wein noch vorherrschend aus Trauben erschaffen!" - Mit einem "Nicht-wahrhaben-wollenden-Gesichtsausdruck" blicken die Söhne sich daraufhin an ...
Bis dann der Fausto abweisend anmerkt: "Da haben wir's deutlich, jetzt geht es mit ihm zu Ende, er fantasiert schon!" - Und der Mario noch selbstsicher hinzufügen mußte: "Der Alte war ja nie so ganz bibelfest, sonst hätte er glaubwürdig und gottesfürchtig die Erkenntnis erhalten, daß schon zu Urzeiten Wasser zu Wein werden konnte!" -
-
Damals - in der Toskana ...
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Donnerstag, 8. Februar 2018

Die "Windhose" ... !

Neulich,
in Washington-D.C.:
Dieser weltweit oftmals als doch recht beunruhigend in Erscheinung tretende amerikanische Präsident Trump, er zeigte sich sichtbar wenig erfreut, als im Fernsehen, nach einer eindringlich gesendeten Hurrikan-Warnung, sich der namhaft gewordene Modezar Charles Storefield via T.V. diesbezüglich so unpassend mit dem Hinweis: "Das ist ja wirklich unheilverkündend! Aber bedenken Sie bitte unbedingt, daß eine Windhose nun keinesfalls als ein sturmerprobtes Beinkleid zu gewahren sein sollte", schmunzelnd zu Wort meldete.  -
Die "Windhose" - ein Scherz?
Hm? - Darum sei hier bedeutungsvoller doch noch zu spüren gegeben:
Yes, es präsidiert da zur Zeit, sich oftmals selbstsüchtig aufplusternd, ein amerikanischer Politiker ***, der die unanzweifelbare globale Erwärmung lauthals hoffnungsvoll leugnet - und den Schutz der Natur, stets auf den eigenen Vorteil bedacht, nun rücksichtslos als ein "Affentheater" bezeichnet.
Denn das alles wirkt ja beunruhigend lästig, fast schon zugrunde richtend seinen Bereicherungs-Interessen entgegen. -
Und da wird man als Präsident wohl durchaus beeinflussen dürfen!
Ein wenig zweckentfremdet sei da hinzugefügt:
Ave trump, lucrifacturi te salutant! 
Was gleichgestimmt meint:
Sei gegrüßt Trump, (alle) die sich bereichern wollen, grüßen dich!
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*** Ach ja, in einem gleichwohl vergleichbaren Zusammenhang, da sprach der französische Journalist Octave Mirbeau dereinst einmal deutlich von einer "selbstgefälligen Unfähigkeit".
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Sonntag, 4. Februar 2018

Neues aus der "Gerüchte-Küche":

Nachfolgend, nun eine Art "Dschungel-Präsident" - ?
Ja, das ist jetzt im Bereich des Möglichen!
Denn:
Vorgestern, auf dem überdimensional wuchernden Gelände vieler TV-Produktionen in Köln ...
Dort traf unser Chefredakteur Bernd-Martin rein zufällig den allseits beliebten Entertainer Harald S. . - Im Laufe des doch sehr aufschlußreichen Gesprächs wurde ihm dann auch noch mitgeteilt, daß man im ja hier produzierenden Fernsehsender RTL neuerlich bei der die Quoten verschlimmbessernden Doku-Soap: "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" - "Einer sich offenbarenden Mischung aus zum Gespött gemacht werden, eine Selbstdemontage, einhergehend mit nicht alltäglichen Gaumenfreuden, ein sich entmystifizieren - und der nun endgültigen Absegnung zum selbstverliebten Hanswurst, wohl inzwischen zu der Erkenntnis gekommen sei, da werde in Zukunft so allerhand neu und umgestaltet werden müssen!" gab er abfällig grinsend zu verstehen. -
"Warum? Und wie das denn?" fragte B.M. sensationslüstern nach.
"Man wolle keinen dieser dummstolzen Großtuer mehr in der Glotze zu Gesicht bekommen! Dieser geistesarme Möchtegern ist da anscheinend nicht mehr gefragt - und als zu "unvollkommen" ins Abseits geraten." wurde betont. "Wahrhaftige Kultfiguren in Fleisch und Blut seien jetzt zwingend gesucht", ließ er Bernd-Martin noch wissen. "Prominente, die einmal bedeutungsvoll und tonangebend - wie und was auch immer - von sich reden gemacht hätten!"
"Das wirft ja immerhin schon düstere Schatten voraus!" horchte B:M auf.
"Wohlweislich!" nickte der Harald ihm zu.
"Hm? - Da wäre auch dieser Italiener Berlusconi nicht unpassend", gab ihm B.M. zu bedenken.
"Ja, der ist schon gefragt worden", wurde bestätigt. "Kann aber nicht dabei sein, weil er baldigst wieder als Ministerpräsident die geliebte Heimat zu neuer Blüte gestalten will.
"Vielleicht Donald Trump?" forschte B.M. schmunzelnd nach.
"Ein durchaus vielversprechender Kandidat!" wurde bestätigt. "Nur muß man da noch so lange abwarten, bis der in Amerika endgültig zu Fall gekommen sein wird.
"Ich hab's: dieser Despot Kim Jong Un aus Nordkorea wäre dort bestimmt als ein non plus ultra zu placieren!" versuchte B.M. sich letztendlich noch hilfreich einzubringen. -
"Wohl wahr! Die Welt sei doch nach wie vor voller abartiger, pittoresk und ausdrucksvoll leicht bewußtseinsgestört oftmals zur Schau sich stellender Persönlichkeiten und auch Begebenheiten!" ließ er's schlußendlich noch spottlüstern verlauten, der Talkmaster Harald S., als sich Bernd-Martin nun kenntnisreich von ihm verabschiedete. 
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P.S.:
Nach seiner Berichterstattung all dessen, da sah man uns in der Redaktion noch eine geraume Weile doch nachdenklich gestimmt dasitzen.
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Mittwoch, 31. Januar 2018

Trotz allem - ist's unverhüllt frivole Literatur ...

"Und die gibt es zuhauf", räsonieren Literaturwissenschaftler, in einem unermüdlichen Bestreben, das Wesen und die Geschichte der Literatur wissenschaftlich tiefgreifender zu erfassen. -
Wohl wahr, da ist man seit Urzeiten darum bemüht, Text-, Stoff- und Motiverzählungen, inklusive der Lebensgeschichte des jeweiligen Dichters, Neigungen, Sinnenlust und mancherlei Regungen mehr, nun konsequent zu hinterfragen. -
Mein Gott! - Warum das?
Nun ja, weil man in diesen erhabenen Sphären der wissenschaftlichen Forschung - fast schon besorgniserregend - ja noch immer "dieses ganz offensichtlich so unverblümt die Lust betonende Poem" für eine letztlich offenbar werdende Begutachtung jahrelang vorliegen hatte.
Denn, von etlichen Zweifeln geplagt fragt man sich dort nun seit Monaten: Sind diese schlüpfrigen Zeilen eventuell schon zuzeiten des Herrn von Goethe zu Papier gebracht worden?
Insofern, als die nachfolgend bedeutsam erwähnten Ledersitze wohl auch dem einstmals gebräuchlichen Verkehrsmittel Kutsche zugeordnet werden können?
Hm?  -  
Beurteilen Sie das freundlicherweise jetzt einmal "so ganz für sich selbst".
Als da zum Ausdruck gebracht worden war:
-
Sie werden rot und rundum warm. 
Sie ruhen lustvoll Arm in Arm,
um Leidenschaften wild zu stillen, 
in unerforschten Zauberhüllen.
Erregt beginnt man bald zu schwitzen, 
mit bloßer Haut auf Ledersitzen.
Die aufgeblühte Jugendkraft, 
gleicht einem Pfirsich - voller Saft.
Verlangend suchen pralle Lippen, 
vereint am Kelch der Lust zu nippen.
Für fremde Blicke zu ertragen, 
denn alle Scheiben sind beschlagen.
Man hat dort keinerlei Bedenken,
so Leib und Seele zu verrenken.
Mit stetem Drängen, Zittern, Drücken, 
gestreckt das Bein, gekrümmt der Rücken,
gestaltet sich barockes Treiben,
als wolle man sich einverleiben!
Es sei verziehen, daß ins Kleine,
hier Liebeslust erniedrigt scheine.
Nein, Phantasie in höchsten Flügen, 
sie strengt sich an, dem zu genügen.
Spricht jemand vom Gedeihen der Sünden,
wird er solch Treiben gräßlich finden ...
Doch gilt es tunlichst zu beachten:
Enthaltsamkeit wird endlos schmachten!   -
-
Nun denn, da sei noch bemerkenswert erwähnt:
Siegmund Freud, der bekannte österreichische Neurologe, er verdeutlichte dereinst durchaus besorgniserregend: 
"Diese unausbleiblichen Folgen eines verdrängten Sexualtriebes!"
-
***  

Dienstag, 30. Januar 2018

Ja, zweifellos war's Lüsternheit ...

Und das wird sich nun unverblümt offenbaren:
Einige der Goethe-Verehrer werden da wohl empört in Aufruhr geraten, da hier der zuweilen recht lustvolle "Impetus" des Dichterfürsten einmal klatschlüstern nun doch in einen näheren Augenschein geraten ist.  -
Als "Paralipomena" - "das Übergangene", bezeichneten die alten Griechen dereinst solche "Nachträge und Ergänzungen". -
Tja, da begab es sich einst, daß der 21-jährige Jurastudent Johann W. Goethe (das adelnde von gereichte erst Jahre später zur Ehre!) in seiner "Straßburger Zeit" in Sesenheim, der Stadt im französischen Bas Rhins, eines Tages der damals 18-jährigen Pastorentochter Friederike Brion lustvoll und hartnäckig nachstellend Avancen machte ...
Dem Vernehmen nach jedoch ohne den erwünschten Erfolg zu erzielen. - 
Zurückblickend noch immer sinnlich bezaubert, verweilte er anno dazumal, an einem sommerlich durchwärmten Herbstabend, im Garten eines Darmstädter Weinhauses mit seinem Freund, dem Schriftsteller Johann Heinrich Merck angeregt plaudernd beisammen.
(Einzelne Züge des von Goethe getexteten Mephisto erinnerten derzeit auffallend an seinen am 27.6.1791 durch Selbstmord zu Tode gekommenen Geistes- und Wahlverwandten, den J. H. Merck). -
Trinkfreudig saß man da einst vereint, in einer wohl sprachgewaltig geprägten Redseligkeit; in welcher dann angeblich der folgende Dialog tiefgreifend vom Stapel gelassen worden ist:
"Nein-nein, ich kann das nicht verwinden! Ein jeder Trost ist niederträchtig. - Und nur Verzweiflung wird wohl hier zu Pflicht!" winkte der Johann Wolfgang aufgewühlt ab, als Freund Merck aufmerksam lauschte - und wohl auch mitfühlend Anteilnahme zum Ausdruck zu geben gewillt war. -
Goethe von neuem:
"Ach ja, da träumte ich vor kurzem noch von buhlerischen Stunden ungemischter Lust. - 
Hatte faunisch trunken hernach wohl allzuoft ihr zauberhaftes Bild empfunden, figürlich nahezu an meine Brust gegeben!" fügte er trübsinnig aufblickend hinzu.
"O weh, mein Guter! - Mir scheint, daß nur die Lüsternheit sich hier sehr sinnenfreudig offenbart!" gab daraufhin der vertraute Weggenosse Merck stillvergnügt zu spüren.
"Das unbestreitbar - ja", pflichtete Goethe ihm sofort bei.
"In lustbetonten Zauberhüllen, gilt's wonnig Leidenschaft zu stillen. 
Und solchermaßen ungemein bemüht, gedeihet sie erwartungsvoll, 
diese göttliche Freilassung eines rauschhaft belebten Fleisches, 
sich unverzüglich entfaltend zu einer wahren Himmelfahrt innigst empfundener Sinnenlust!"
"Hm? - Das alles tönt nun doch ein wenig animalisch - so triebhaft angeschwollen", gab daraufhin krittelig der Johann Heinrich Merck anmahnend zu bedenken.
Nachsichtig schmunzelnd, soll daraufhin der Johann Wolfgang zunächst etwas zurückhaltend reagiert haben ...
Um bald darauf gefühlswarm und wohl auch bedeutungsvoll den folgenden Schlußakkord in diesem Diskurs zum Ausdruck zu geben:
"Wohl wahr, 
wie schmeichelt's mir unendlich, wenn jemand meine Triebkraft preist! - 
Sie ist für mich so selbstverständlich, wie gleichfalls souveräner Geist." 
-
"Naturalia non sunt turpia - alles Natürliche ist keine Schande", so hätte der griechische Dichter Euripides schon zu seiner Zeit all diese Genierlichkeiten wohl lächelnd "entkrampft".
-
Postskriptum: Die einstmals so leidenschaftlich umworbene Friederike Brion, sie blieb Zeit ihres Lebens unverheiratet. - Späterhin heimisch geworden im Badischen, ist die am 3. April 1813 Verstorbene dort auch zu Grabe getragen worden. - "Ein Strahl der Dichtersonne fiel auf sie, so reich, daß er Unsterblichkeit ihr lieh." so kann man's - eingemeißelt in ihren Grabstein auf dem Friedhof der Ortschaft Meißenheim bei Lahr - jederzeit kontemplativ in Augenschein nehmen. -
-
***

Mittwoch, 24. Januar 2018

Liebe Leserin und Leser:

Da verbleiben Sie bitte mit mir für einen Augenblick in der noch immer stets beeindruckenden Stadt Berlin:
Als eine Art Teilnehmer dessen, was da damals so wortgewandt in Szene gesetzt worden war. -
Danke.
Nachfolgend:
Eine leibhaftige "Oma Courage".
und
William Shakespeare: "Hamlet" hingebungsvoll spleenig ...
-
*

Eine leibhaftige "Oma Courage" ...

Neulich, so zutreffend miterlebt - !
Als "Zaungast" im Garten eines Berliner Cafés, im Stadtteil Charlottenburg:
Zwei Männer sitzen dort plaudernd an einem der Nachbar-Tische, beide anscheinend als Feuilletonisten in einem Zeitschriften-Verlag berufsaktiv. -
Einer von ihnen macht sich oftmals bisher noch rätselhafte Notizen ...
"Was schreibst Du denn da so selbstquälerisch auf?" fragt der ältere Kollege neugierig nach.
"Bejammernswertes - für eine Kurzgeschichte!"
"Interessant! - Darf man denn da einmal 'reinhören?"
"Das sei Dir erlaubt", wurde ihm kollegial zugestanden. - "Also: Vor Deinem geistigen Auge Gestalt annehmend, versucht da ein verhärmt zutage tretendes weibliches Wesen, auf einem klapprigen Planwagen sitzend, mit zwei freudlos dreinblickenden Kindern an ihrer Seite, antreibend auf eine abgemagerte Schindmähre einzuwirken."
"Aha! - Da entflieht sie gebeutelt, ich ahne es schon: Die Mutter Courage, nebst Tochter und Sohn!" deklamierte der Ältere ad hoc ironisch drauflos.
"Genau! - Brechts Mutter Courage und ihre Kinder. - Was spricht für Dich abwertend dagegen?" wurde erwartungsvoll hinterfragt.
"Mein Gott! - Das ist doch bisher schon unzählige Male so melodramatisch überbetont beschrieben worden", bekam er's mißbilligend zu spüren, der aufstrebende Neuling im reizvollen Fachbereich Feuilleton.
"Wohl wahr!" wurde bejaht. "Aber hast Du denn jetzt einen besseren Vorschlag zum Thema: Courage, Beherztheit und den Mut der Verzweiflung anzubieten?" forschte der Jüngere aufmerksam nach.
"Ja, hab' ich!" wurde bekräftigt. "Für drei Flaschen Chateauneuf du Pape hast Du sogleich alles dermaßen anbetungswürdig im Griff, daß eine Gehaltserhöhung gewiß unausbleiblich sein wird."
"Hm? - Das hört sich ja durchaus verlockend an!" wurde nun schmunzelnd eingewilligt. - "Okay, der Wein ist gebongt. Dann laß 'mal sogleich diese inspirierend aufmauzende Katze aus dem bisher noch recht fadenscheinig anmutenden Sack heraus."
Der ältere Kollege lehnte sich daraufhin bedeutsam zurück - und begann dann beispielgebend ins Bild zu setzen:
"Ja, es geschah vor einigen Tagen ... Ich saß damals auch hier im Garten. - Nichts ahnend, wurde ich aber schon bald darauf plötzlich zum Augen- und Ohrenzeugen der nun folgenden Begebenheit: An einem der benachbarten Tische saß eine schlohweiße Dame gesegneten Alters; sichtbar bemüht, sich mit den zitterigen Händen aus einem Kännchen eine Tasse Kaffee einzuschenken. - Als am Nachbartisch schlagartig drei junge Burschen, freizügig und zunehmend vulgär, sich in ein schamlos geführtes Palaver hineinsteigerten! - 
Lauthals wurde dort über ein uneheliches Zurweltkommen - und späterhin auch noch Spott treibend darüber schwadroniert, wie man (angeblich) bis jetzt doch so ein vaterloses Heranwachsen immerhin ganz cool und easy gemeistert habe."
"O Gott! Mir steht nun mitfühlend vor Augen, wie solch ein abartiges Benehmen die alte Dame sicherlich geschockt haben muß", mutmaßte der junge Kollege hinsichtlich der vorab so unverfroren laut gewordenen Heimsuchung durch das anstoßerregende Geschwafel dieser - seiner Meinung nach - "unvergorenen Spottgeburten".
"Nein-nein, anscheinend hat's die alte Frau kaum berührt!" ließ ihn der Ältere wissen. 
"Wie bitte? - Das ist nicht Dein Ernst?" wurde erstaunt hinterfragt.
"Aber ja doch!" bekam er's bestätigt. "Denn gleichgültig erscheinend, schaute die alte Lady nur kurz hoch - und hat dann am Nebentisch leidenschaftslos angefragt: "He! - Kann mir wohl einer von Euch elenden Bastarden doch 'mal  freundlicherweise den Zucker herüberreichen?"
"Zugegeben, das ist ja wirklich sehr eindrucksvoll!"
"Und auch noch ganz und gar entsprechend!" wurde betont. "D'rum schreib das jetzt auf, dann hast Du eine erfolgversprechende Story zur Hand. - Als geistreichen Touch solltest Du abschließend noch ein Horaz und später auch Kant zugeschriebenes Zitat hinzufügen."
"Mit Vergnügen! - Dann gib das 'mal lehrreich kund."
"Supere aude -wage es weise zu sein. - Okay, mein Freund? - Dann sind da alsbald jedoch vier Flaschen Chateauneuf du Pape wohl eine durchaus angemessene Vergütung." -
-
***

William Shakespeare: "Hamlet" hingebungsvoll spleenig in Szene gesetzt.

Damals - in Berlin.
Yes ...
Vor 450 Jahren wurde er dereinst geboren, der englische Dramatiker ...
"Shakespeare läßt ja alles mit sich machen. Er kann sich nicht wehren", so hat's Tobias Döring, der Präsident der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft kritisierend zum Ausdruck gebracht.
Tja, und auf diesen stets so leichtfüßig begehbaren Trampelpfaden des "hinnehmen müssen" und "heimgesucht werden", da sei auch die folgende Begebenheit als erheiternd nachzuempfinden:
Well: In all seinen Bühnenwerken verknüpfen sich ja dichterische Einbildungskraft, Bildhaftigkeit und zudem eine großartige Vielfalt der theatralischen Rhetorik - bis hin zur grotesken Komik ...
An einem Nachmittag im Oktober 1982, als im Theater Am Halleschen Ufer der Hamlet einstudiert wurde, durfte ich nun ergötzlich miterleben, wie man sprachlich all das `mal recht übermütig und schalkhaft gelungen so eigenwillig in Szene zu setzten vermag.
Zwei Schauspieler agierten dort blödelnd auf der Bühne herum; der eine als Dänenprinz Hamlet und der andere als dessen Freund Horatio. - Was dabei so übermütig zum Ausdruck geraten ist, das möchte ich hier noch einmal rückblickend anschaulich machen:
"Oh, seid gegrüßt, mein Prinz! - Ihr schaut recht trübe drein. - Was ist Euch heuer denn so unerfreulich widerfahren?"
"Arglistiges, Horatio! - Die Luft zieht schneidend scharf durch unsere Berliner Gassen. Und gleichfalls ist's, wie es mir scheint, outdors now empfindlich kalt geworden."
"By God, ist's schikanierend das allein, was Euch nun hier so sauertöpfisch aufmarschieren läßt, mein werter Prinz?"
"Nicht nur, Horatio! Wie ekel schal und unersprießlich, scheint mir das ganze Treiben dieser depravierten Welt! Gleich einem arg verwahrlost' Garten; in welchem binnen kurzem üppig wuchernd Unkraut wird wohl zügellos gen Himmel treiben ... Fuck of, drum laß er mich nicht länger diesbezüglich spintisieren!"
"Fürwahr, mein Prinz! - Denkbar ist's, daß Ihr da halbwegs richtigliegen könntet. - Was mich jedoch in hohem Maß befremdet, das prunkt so unvereinbar deplaciert an Eurem Arm!"
"Aha! - Was gilt es da nun uneinsichtig stur an mir zu tadeln? - So leg er ohne Zwang jetzt unverzüglich  los, gleich frank und frei heraus damit!"
"Ach, letztendlich eigentlich wohl nur das eine: So solltet Ihr jetzt schlechterdings nicht angestiefelt kommen, da solch ein Kaschmirkinder-Machwerk ja zu Williams Zeiten nie gesehen ward. Drum legt nun erst einmal die prahlerische Rolex ab. - Denn das, was prunkgesüchtig Ihr so eitel da zur Schau stellt, ist zeitbezogen hier gewiß als übermütig zu gewahren, gnädger Herr!"
"Halt ein, Horatio! Und laß Dir unumstößlich sagen: Zweifel an der Sonne Klarheit, zweifel an der Sterne Licht. Zweifel häufig an der Wahrheit, jedoch an meiner Rolex nicht! - Drum sei's nun stracks als unabänderlich, auch hier in diesem Rampenlicht besiegelt."
"Sorry, but I dont like this bracelet-watch ... Erfüllt der Geltungsdrang Euch gänzlich? - Mein Prinz, das ängstigt mich!"
"Oha, da blickt er folglich unverzüglich finster ins Spektakel! - Wohlan, dann nehme er nun possenhaft zur Kenntnis: Dies Kleinod ist mir lieb und teuer - und sein Genörgel stößt bei mir auf taube Ohren - my dear Horatio!"
"Okay, mein Fürst, let me conclude: Mit oder ohne? Das ist de facto zu erfragen. - Ob edler die Gestalt, wenn nackt der Arm sich zeiget, ganz ohne diesen Zeitbestimmer? - Nur scheint's, daß dies für Euch undenkbar? - Yes, so wird's wohl baldigst unvereinbar prompt zu einer Last, mein edler Prinz."
"Fürwahr? - Dann schenk er mir nun flugs Gehör: Die güldene Uhr, sie war dereinst des Yoricks treuer Stundenweiser; jahraus, jahrein, als vormals er ein Günstling war bei Hofe! - And now sei außerdem hier noch per Ratio beschworen: Es gibt gar wohl mehr Ding' im Himmel und auf Erden, als all die wunderliche Schulweisheit sich's so uneinsichtig selbstbesessen oftmals gern erträumt - my stupid friend Horatio!" - 
-
Leider wurde der kurzweilige, dermaßen vergnüglich und geistreich ins Unreine getriebene Dialog dann durch den urplötzlich auftauchenden - und freundlich protestierenden Regisseur Klaus Michael G. Einhalt gebietend beendet ...
Damals, in Berlin, im Theater Am Halleschen Ufer. -
- -
Auch das noch!
Den neuesten Erkenntnissen gemäß, William Shakespeare betreffend, hat man jetzt aufschlußreich und letztendlich auch Grab schaufelnd herausgefunden, daß bei all den William Shakespeare zuzuordnenden Schriftwerken tatsächlich ein anderer "Mann der Feder", nämlich der über Phantasie und packende Darstellungskraft genial verfügbare englische Bühnendichter Christopher Marlowe maßgebend gewesen sein soll. - Der als vermögend in der englischen Ortschaft Stratford upon Avon lebende William, er sei genaugenommen als ein "genialer Geschäftsmann" zu betrachten. -
Eine "homerische Frage" ...
Wie oder was auch immer ... Nil admirari.
-
***

Samstag, 20. Januar 2018

Ein POLITIK - Empfinden ...

Weil da ja "derzeit" wieder einmal dieses oftmals abschreckende und zumeist drumherum redende Politik-Theater im Umlauf ist, sei's mir erlaubt, ein wenig darüber zu nörgeln und zu mißbilligen ...
Nun denn, im Ablauf - des weiteren:

Politiker - eine Art "Wertschätzung" ...

-

-
Ja, damit ist doch eigentlich alles gesagt ...
Nee, nicht?
-
*

Maulhelden und tagtäglich Wichtigtuer ...

Politiker:
Als Staatsrepräsentanten und Regierungsstrategen!
Interessenvertreter der Banken und Grossindustrie ...
Infolgedessen sei jetzt - mit einem zunutze gemachten Sprachgefühl des Herrn von Goethe -, nun doch einmal ein fast schon vernichtendes Urteil recht kratzbürstig zum Ausdruck gegeben:
-
Das Schwadronieren der politischen Gestalten, **
derart es sich tagtäglich via Fernsehsender zeigt.
Schon regt's mich an euch von mir fernzuhalten,
da ich längst ahne was ihr wieder 'mal vergeigt.
Ihr drängt euch auf! Wohlan, so mögt ihr walten!
Doch dergestalt, daß nicht nur heiße Luft aufsteigt.
Zumeist bin ich von diesem Treiben tief erschüttert,
von Stümperei, die euer Sein gehäuft umwittert.
-
Ihr suggeriert da gern die Bilder froher Tage,
mir steigen sofort böse Schatten dabei auf.
Auch eingedenk der allzuoft erlebten Plage,
zieht Grabesdunkel leider unverweilt herauf.
Die Qual wird neu, gebiert die alte Klage,
daß Politik oft geist- und phantasielos im Verlauf.
Da dient enthemmt und karrieristisch selbstvergessen,
die "Staatskunst" erst einmal den eigenen Interessen.
-
Und mich ergreift ein längst entwöhntes Sehnen
nach ohne Falsch politisch waltenden Gestalten ...
Schwärmerei, solch einen Anspruch zu erwähnen,
denn letztlich bleibt es wie gehabt: beim alten.
Zwecklos auch, sich protestierend aufzulehnen,
aussichtslos, sich dementsprechend zu verhalten.
Man wird, wie in den kaum verschmerzten Zeiten,
uns weiterhin wohl unzumutbar schlecht geleiten.
-
** belanglos salbadernd in den zügig verwehenden Sphären rhetorischer Kumuluswolken ...
Und in einer deutlicher werdenden "Erweiterung all dessen", da sei auch auf Georg Schramm und Volker Pispers hingewiesen!
-
"Die Arbeit all dieser politisch-pathologischen Volksverführer ist fast uneingeschränkt, Rauch zu machen und eilfertig darin Gespenster und Schreckgestalten zu zeigen, damit man sich an ihre Heilande halten soll, von denen immer einer schlechter ist als der andere", so anmahnend hat schon der Johann Gottfried Seume anno dazumal darauf aufmerksam gemacht.
-
Und etwas volksmundig sei noch hinzugefügt:
"Ja-ja, viel Geld einsacken, alle nur möglichen Vergünstigungen in Anspruch nehmen - und fast immer nur Blödsinn quasseln!" hörte ich neulich meine 93-jährige Oma murmeln, als sie zuvor im Fernsehen ein politisches Drumherum-Reden betrachtet hatte.
-
#

Faustisch - so trickreich verlogen:

Diese politischen Machenschaften ...
Vorab sei beachtenswert erwähnt, daß - wohlmeinend und vordem auch verheißungsvoll - bereits einige Jahrhunderte vor Christi Geburt die alten Griechen über eine Gemeinschaftsgestaltung mit sich zu Rate gingen, die auf eine Durchsetzung von Vorstellungen zur Ordnung sozialer Gemeinwesen und der Verwirklichung von Zielen und Werten gerichtet sein sollte: Eine sich bald darauf in Szene setzende Staatskunst - poesielos bezeichnet als POLITIK. -
Unsegen, Last und Bevormundung nahmen seitdem ihren Verlauf ...
Gleichermaßen wohl auch im Monat November des Jahres 1836, als der österreichische Popularphilosoph Ernst Freiherr von Feuchtersleben in einem Essay - darin auch Goethe betreffend - mit diesen Worten seine damaligen Recherchen zum Abschluß brachte: Und sein Auftreten als Dichter fiel in eine Zeit der Aufregung und der Krise in Deutschland! -
Die gesetzfreudig amtierenden Regierungsstrategen - Optimisten sprechen da anscheinend unaufgeklärt von "Volksvertretern" -, waren wie immer eifrig bemüht, all die verdrießlichen Folgeerscheinungen für die gegängelte bürgerliche Gesellschaft schlechterdings aufrechtzuerhalten. -
Besorgniserregend ist's, daß, nahezu 240 Jahre nach diesem von Herrn von Feuchtersleben erwähnten Goethe-Zeitraum, vieles sich hierzulande nicht unbedingt eines Besseren offenbart. Das von (unnötig vielen) Politikern oftmals verstümmelte Gestaltungsobjekt "Staat", es zeigt sich hernach zunehmend faustisch verlottert. - Rundum verwahrlost, nebst dem enorm verschuldeten Staatshaushalt ... ***
Stimmt: Zeit seines Lebens begleitete sie ihn abwägend und wohl auch vervollkommnen wollend, diese inhaltsgeladene Tragödie "Faust"; deren Urfassung bereits im Jahr 1771 zur ersten literarischen Thematisierung gediehen war. - Nicht so ganz auszuschließen ist es, daß Goethe, würde er Zeitzeuge solch einer politischen Insuffizienz sein können, mit etwa den folgenden Zeilen seine Verdrossenheit annähernd so in Worte gefaßt hätte:
Habe nun ach! Heuchelei, Arglist und Tücke,
zugleich auch Korruptsein durchaus studiert
mit heißem Bemühen.
So zeig' ich mich grinsend und schlitzohrig smart
stets listig, in Wortbruch und Lüge vernarrt.
Mann nennt mich Minister und Doktor auch,
das kommt mir zugute, ist stets in Gebrauch.
Durchtrieben, trickreich und ausgekocht,
habe ich's bisher noch immer vermocht,
zur Wahlzeit das Volk für mich zu bewegen -
und nichtssagend labernd auf's Kreuz zu legen.
Bin weitaus gescheiter, als all diese Laffen,
die pseudo-gelehrt aus dem Maßanzug gaffen.
Bisher kannte ich weder Skrupel noch Zweifel,
gefürchtet waren nicht einmal Hölle nebst Teufel ...
Nur hat sich's da zunehmend konkretisiert,
daß meine Reputation schon an Geltung verliert.
So beeinträchtigt es leider auch das Vergnügen,
das einstmals entflammt beim Kitzel betrügen.
Da entschädigt auch kein Bestechungsgeld,
wenn seelisch mein Dasein ins Schattenreich fällt.
Respektlos läßt mich der Mob draußen wissen:
Ich werde mich deutlicher äußern müssen.
Als phrasenhaft wurde ich neulich beschrieben!
Was soll das? - Der Pöbel muß mich nicht lieben.
Mein Lebensziel werde ich trotzdem erreichen;
mich hält niemand auf, ich geh' über Leichen!
Zudem mag das Wahlvolk trostbringend schnallen:
Man kann ja letztendlich nicht jedem gefallen ...
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*** "Jede Staatsschuld ist eine Krücke, und Krücken sind nur für Lahme", das hat dereinst schon als durchaus beachtenswert der Schriftsteller und Publizist Johann Gottfried Seume zu spüren gegeben.
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Und in einer Erweiterung dessen, da sei noch "vervollständigt":
Denn der Schriftsteller und Freigeist Andreas Altmann, ein unverblümt entmystifizierender Zeitgenosse, er beschrieb einst so zutreffend: "Politiker, die Medien und auch die Religionen, sie alle bemühen sich tagtäglich um das Einschläfern unserer Vernunft."
-
Ach ja: Ein weiser Mann hat einmal deutlich anschaulich machend gesagt:
"Politikern treuherzig Vertrauen zu schenken, das sei wohl letztendlich damit vergleichbar, als würde man den Würger von Boston zuversichtlich um eine Halsmassage ersuchen."
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Das sollte nun doch etwas nachdenklich stimmen.
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***

Weshalb Politikverdrossenheit - ?

Hinsichtlich dessen:
"Herrschen ist Unsinn.
Regieren ist Weisheit.
Man herrscht also, weil man nicht regieren kann!" **
so hat's der Johann Gottfried Seume zutreffend in Worte gefaßt.
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Und eingedenk dessen war ich vor kurzem erfreut,
als da im Internet die auflodernde "Kontraproduktivität"
des anderen Dieters*** in einer "Störsender-TV"
benannten Entlarvungs-Aktivität
auf- und wachrüttelnd zugegen war ... 
Als deutlich machender Hinweis auf all die substanzlos
versumpften Leerlauf- und Geltungsbereiche
in Willkürherrschaft betreibender Staatsgewalt.
-
*** Dieter Hildebrandt, er starb am 20. November 2013.
"Das hätte er nicht tun sollen!"
Derart verdeutlichte Roger Willemsen ad hoc
diese Schreckensnachricht.
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Regierungsvertreter:
Nun zeigt sich zunehmend Ernüchterung ...
Und zudem auch,
warum die Wahlbeteiligung immer geringer wird:
-
Da hat man vollauf nun genug,
von Reden, die als Selbstbetrug
nur Schall und Rauch verbreiten.
Da wird die Phrasendrescherei,
im staatsgelenkten Einerlei
doch nur Verdruß bereiten.
Begreiflich, daß des Bürgers Frust -
bei Wahlen zeitigt oft Verlust.
-
"Die Schwerenöter, sie ändern sich nie!
Interessenvertreter der Großindustrie",
so hört man's im Hintergrund murmeln.
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** Femina regnat, sed non gubernat.
Frau herrscht, aber regiert nicht. ***
Quousque tandem ? 
Wie lange noch?
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Diesbezüglich muß noch ein Nachsatz hinzugefügt werden:
Politikverdrossenheit ist's nicht, die hier hin und wieder zum Ausdruck gerät.
Nein, bekunden wir's zutreffender als "Politikerverdrossenheit",
wie es der Volker Pisper so angemessen zur Sprache gebracht hat.
Verdeutlicht wird dieser zunehmender Grimm durch eine oftmals zutage tretende unsympathische Melange aus der politischen Heuchelei, der Feigheit, dem Geltungsbedürfnis und dieser professionellen Unzulänglichkeit der Damen und Herren, durchtränkt von der anhaltenden Sorge abdanken zu müssen - und somit den Abmarsch in eine unerträgliche Bedeutungslosigkeit zu gewahren.
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Bald kennt man die Weise und kennt auch den Text.
Man kennt ohnehin die Verfasser ...
Man weiß, sie trinken stets heimlich den Wein,
jedoch predigen öffentlich Wasser.
Wiederbelebt sind hier die einstmals von Heinrich Heine fabulierten Zeilen
"Deutschland. Ein Wintermärchen".
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*** Die "Worthülsen-Mutti".
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