Montag, 19. Oktober 2020

Der Philosoph Immanuel Kant, dereinst erregt in eine Gefühlsspannung geraten ...

Eine Beunruhigung, die dann mißgestimmt die folgende Stellungnahme zum Ausdruck gebracht hatte: Er würde diesen Unannehmlichkeiten nun verbittert entweichen - und in Kürze das Haus verlassen!
Vorab sei: 
Zurückblickend und zudem auch informativ, ein wenig Schlüssellochguckerei im einstigen Wohnsitz des Philosophen im damaligen Königsberg betrieben ...
Als es dort damals zu einer anscheinend doch bedeutungsvollen Begebenheit geraten war:
Eine über viele Jahre hinaus aufrechterhaltene, freundschaftlich gestimmte Verbundenheit, sie hatte einstmals auch einen ausdrucksvollen Briefwechsel hervorgerufen. - Und beachtenswert nicht nur das ...
Ein stichelndes „Sapere aude!" - Wage es, weise zu sein! Bzw.: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, hatte Immanuel Kant in einem der Briefe noch scherzhaft hinzugefügt, als er die von Moses Mendelsohn im Jahre 1767 im Phädon* bedeutsam zur Sprache gebrachte Darlegung einer zweifelsfrei „vernunftgemäß unabdingbaren Unsterblichkeit“ anscheinend mißbilligte - und infolgedessen zu widerlegen suchte.
„Mein Gott, dieser unermüdliche Alleszermalmer!“ soll er daraufhin kopfschüttelnd zum Ausdruck gebracht haben, der am 6. September, 1729 in Dessau geborene Philosoph und Ästhetiker Moses Mendelsohn.
„Er will es partout nicht wahrhaben wollen, starrköpfig in Abrede stellen! - Warum nur?“ soll Mendelsohn indigniert gemurmelt haben. „Ja, aber zehn Jahre lang schweigend herumdeuteln, um hernach mit dem unliebsamen und wohl kaum zu verwirklichenden Leitsatz, diesem Kategorischen Imperativ, so eigenwillig die Menschheit unter Druck setzen zu müssen!“ das habe er angeblich nörgelnd hinzugefügt, als er diese mißbilligende Bekundung damals brieflich gewahren mußte ... 
Beanstandend zu Papier gebracht, hatte das ja der am 12. Februar 1724 in Königsberg geborene Philosoph Immanuel Kant ... 
Einst heimisch geworden in einer Stadt, die er im Verlauf eines geistesmächtigen, zudem fast 80 Jahre bestehenden Erdendaseins nur hin und wieder in der Zeit von 1746 bis 1755 als Hauslehrer in ländlichen Regionen "unwillig verlassen hat". - 
„Nein-nein, das ist nicht ganz zutreffend!“ lassen uns die noch existierenden Notizen des Hausdieners Martin Lampe wissen. „Es ist Zeit!" so hätte er ihn, an einem Tag im Frühjahr 1765, wie immer früh morgens um 4.45 Uhr geweckt. "Ja, und urplötzlich sei dann sein Herr und Gebieter immerhin einhundertsiebenunddreißig Kilometer bis in die Nähe der russischen Grenze gereist, auf das einsam gelegene Gut des Generals Lossow, der ihn vor kurzem freundlicherweise eingeladen habe!“ -
Das und noch so einiges mehr, hat ja einstmals der vom ausgemusterten Soldaten hernach zum Hausdiener avancierte Martin Lampe in seinen Lebenserinnerungen vermerkt.
Ja, und unter anderem ist in diesen Aufzeichnungen auch noch notiert, daß der ihm stets wohlmeinend gesonnene Herr Kant einmal wutschnaubend bedrohlich geäußert habe: 
„Es sei wohl doch an der Zeit, nun der Stadt Königsberg enttäuscht Lebewohl sagen zu müssen!“
Aha, also doch!
"Warum - wieso?" das fragen sich viele bekannte Denker der philosophischen Wissenschaften nun schon seit Jahren ... 
Ja, möglicherweise geben die nachfolgenden Zeilen nun doch zutreffend darüber einen Aufschluß, was einstmals im Hause Kant auch noch so beunruhigend diese Abreisestimmung verursacht haben könnte:
-
Vor über zweimal hundert Jahren, lagen sie sich in den Haaren:
Die Mutter etwas schneidend grell, gekränkt durch Sohn Immanuel ...
„Zehn Jahre hab’ ich nun geschwiegen, dies auch zum Thema Stubenfliegen“,
rief, als der Gelehrte Kant, jüngst eine in der Suppe fand ...
„Denn diese Art von Beigemenge, stimmt mißvergnügt, in aller Strenge!
Bis eben hab’ ich ‘rumgefummelt, doch dieses Mistvieh hier, es tummelt
sich quietschvergnügt auf meinem Teller - 
nun mach doch ‘mal die Lampe heller!
Vernunftbetont läßt’s sich erfassen: ich muß den Fraß wohl stehenlassen!
Ob Intention und Urteilskraft, das Übel aus der Suppe schafft,
ist leider nicht mehr zu beweisen, denn morgen werde ich verreisen!
Hinzukommt, daß ich diese Bürde: Die Wirklichkeit zeigt keine Würde,
nicht länger noch ertragen mag: Lebt wohl, Frau Mutter. - Guten Tag!“ 
-
„Bitte, mein Lieber! - Nun sei er doch jetzt einmal durchaus vernunftgemäß zugänglich. - Was glaubt er denn damit letztendlich erreichen zu wollen?“ hat dann spür- und sichtbar beunruhigt, die stets warmherzig einfühlsam anteilnehmende Mutter Anna Regina den Sohn Immanuel nun besorgt um Aufschluß gebeten.
Dem Vernehmen nach soll der Immanuel daraufhin minutenlang schweigsam dagesessen sein.- 
Um jedoch gleich darauf abwinkend hinzuzufügen: „Ach, mein noch immer geliebtes Mütterlein! Was die Vernunft oftmals erkennt und was der Glaube zuweilen so hoffnungsvoll zu erfassen sucht, das sind zwei grundsätzlich verschiedene Dinge!“ -
-
Einige Tage später, als der Immanuel noch auf dem Gut des Generals Lossow zu Gast war - also aushäusig verweilte -, war dann in Königsberg, im Hause Kant, bedeutsam die folgende Beredsamkeit zur Sprache gebracht worden:
„Nun, auch in solch einer vertrackten Situation sollte man sich der Zurechnungsfähigkeit aller Handlungen bewußt werden! Zudem ist’s wieder einmal auffällig geworden und somit undenkbar, daß er sie jemals verdrängen kann, diese den Geist der Aufklärung atmenden Worte!“ das soll gerüchtweise der Moses Mendelsohn ermuntern wollend gesagt haben, als er einige Tage in Königsberg weilte, und die alte Dame ihm ratlos dreinblickend ausführlich über die vor kurzem erlebte Disharmonie berichtet hatte. -
Damals - zugespitzt auflodernd im Hause Kant ...
-
*(1767 veröffentlichte Mendelsohn, der deutsche Sokrates, "Phädon oder die Unsterblichkeit der Seele", ein seinerzeit in 10 Sprachen übersetztes, gern- und vielgelesenes Schriftwerk. - 
Inhaltlich ist's eine lehrreiche Veranschaulichung des platonischen Dialogs "Phaidon".)
-
*


Samstag, 17. Oktober 2020

Ja, berühmt und namhaft geworden - und wahrlich auch oftmals bewundert ...

Trotz allem,
sich dennoch ein sogenanntes Pseudonym zunutze machen zu wollen, das genießt nach § 12 des BGB immerhin Rechtsschutz - und ist seit dem sechzehnten Jahrhundert weltweit wohl auch zu einer Art Tarnung der künstlerischen Ambitionen gediehen ...
Und bei allen, auf diese Art und Weise "im verborgenen" bekannt gewordenen Personen, da erinnern wir uns an: Moliere, Novalis, Lenau, Stendhal, Mark Twain, Maxim Gorkij, Arsinoe, Tarzan, Micky-Mouse als einige der namhaft gewordene Persönlichkeiten. -
Ja - und hinsichtlich dessen ist es nun doch beachtenswert, daß da in Annäherung an diese als brauchbar erwähnte Maskierung es wohl doch nicht auszuschließen ist, daß sich bereits vor etwa 235 Jahren, vermutlich 1785, ein gewisser Wolfgang Amadeus Mozart in der österreichischen Stadt Wien dereinst auch einer solchen Tarnung bedient hat, um diese verlockend köstlichen, beinahe weltweit erhältlichen Schokoladenkugeln unbedingt schon zu seiner Zeit als unendlich gewinnbringend kommerzialisieren zu können ...
Die Mozart-Kugeln!
Denkbar ist's allemal - wir wissen es aber leider nicht so verbürgt. -
"Nomen est omen“, das verdeutlichte schon einstmals bedeutungsvoll der Titus Maccius Plautus, ein römischer Lustspieldichter aus Umbrien in seinen bereits 170 Jahre v. Chr. als „Persa“ publik gewordenen Schriften. Was ja mithin besagt, daß in der Namensgebung unglücklicherweise auch eine nicht immer Erfolg versprechende Vorbedeutung mitbetroffen sein könnte.
Wie auch immer:
Aufschlußreich und informativ war es da für uns in Anbetracht dessen, daß wir in einer stadtbekannten Berliner Weinstube dort ein beachtenswertes Zwiegespräch belauschen durften: 
-
„Oh! Sie heißen wirklich Goethe?
Bringt das nicht gewisse Nöte, wenn man, trotz der späten Stunden,
noch immer keinen Reim gefunden?“
"Nein, ich kann mich nicht beklagen, denn an kühlen Sommertagen
ist mir oftmals - ungezwungen - doch ein guter Vers gelungen!
Um meinen Onkel, Karlchen Kant, der einst das Wortgefecht erfand,
wurde es, wie bei Bernd Schiller, schon seit Wochen merklich stiller.
Ja, und der Harald Hölderlin, der hatte neulich, wie mir schien,
hier, wie auch an anderen Orten, sehr viel Kummer mit den Worten!
Letztlich wird es wenig sagen, daß wir große Namen tragen ...
Erwähnt sei da auch meine Tante,
die sich einst dummdreist Puschkin nannte!
Diese Frau hat, ungehobelt, oft literarisch ‘rumgeknobelt,
ob man nicht, wie auch Fontane, Tiergeschichten und Romane ...
Summarisch ging das voll daneben, 
denn ihr textverwirrtes Streben formte keinerlei Akzente!
Und wortlos ging sie dann in Rente."
-
"Ach ja, da ist man wohl überaus geltungsbedürftig!
Hm, als bisher namenloser Mann, bin ich da bisher besser dran," das ließ er letztlich verlauten, der einem bekannten Literaturkritiker fast zum verwechseln ähnliche Weinstuben-Gast. 
- -
Erstaunt, amüsiert und ergriffen, verließen wir bald darauf schmunzelnd diese fabulierfreudig anmutende Destille. - Und urplötzlich begann nun mein Freund Gavrilos schwärmerisch trunken einen reizvollen Absatz aus Puschkins Roman in Versen „Eugen Onegin“ zu deklamieren: „Der Chor der Dichter zischt und kräht, - Gott nein, wie doch die Zeit vergeht!“ so tönte es damals - auf dem Weg zur Einkehr in den Bannkreis der "Kulturkneipe Zwiebelfisch" am Savignyplatz - laut und gewichtig in das nächtliche Berliner Treiben hinein ...
-
***

Freitag, 16. Oktober 2020

Da sind diese fliegenden Quälgeister stets lästig - und so unermüdlich nervend zugegen!

Und wieder einmal nun zunehmend verstimmend ...
Das auch im Hinblick dessen:
Denn zuvor war es anheimelnd einige Minuten ja noch ohne diese ärgerlichen Plagegeister gediehen:
Und ein aromatisch mundender Wein gab mir eine angenehme Art von "Geleit", als ich mich in das dereinst von Jean-Paul Sartre geschriebene Drama "Die Fliegen" (Les Mouches) lesend vertieft hatte. Als da dramatisch veranschaulicht wurde:
Anklingend an die griechische Mythologie, thematisiert hier der einst als "maître àpenser" lobpreisend benannte "Vordenker" in dieser Lektüre unter anderem all die lebensnotwendigen Belange und wohl auch Tragweiten im Bereich "Freiheit" und "Hoffnung" ... 
Vorab sei nun ein kurz gefaßter Überblick all dessen gegeben:
"In der antiken Stadt Argos wimmelt es fortdauernd so peinigend von Fliegen." 
Nur als ein Leitfaden - hinsichtlich des dramatisch verlaufenden Geschehens. -
Apropos dieser einstmals als "Fliegen" gekennzeichneten Landplagen:
Ja, diese aus meiner Sicht als "hinterhältig" zu bewertenden, sogenannten "Van-der-Waals-Kräfte", also "Anziehungskräfte"; mit deren Hilfe all die lästigen Viecher auch Hals über Kopf einen Halt an Zimmerdecken und spiegelglatten Oberflächen zu meistern wissen. - Bevor sie dann nervend um uns herumschwirren und alsbald die Speisen auf dem appetitlich gedeckten Abend-Brottisch belagern.
Insbesondere all diese widerwärtigen "Schmeißfliegen"; wir Neolatinistiker reden da wissenschaftlich und gern etwas selbstgefällig, von einer penetrant aufdringlich attackierenden "Calliphoridae". Ein stahlblau fluoreszierender Brummer, dessen Lebensabschnittsgespielin immerhin bis zu dreihundert Eier als bedrohlichen Nachwuchs erzeugt; Initialstadien, die bereits 24 Stunden später als ekelerregende Maden ... Man mag ja gar nicht darüber als geduldig gestimmt nachdenken! -
Auch nicht daran, daß da irgendwann verträumt durch die Landschaft stolpernde Tierphysiologen so unüberlegt und fast schon verniedlichend diese Quälgeister als "Stubenfliegen" benannten. - Stubenfliegen!
Der Inbegriff "gute Stube", bisher ja noch immer als stets "heimelig" empfunden - als eine rundum beglückende "Wohn-Wohlfühl-Sensualität"!
Und dann (man will es nicht wahrhaben wollen!) diese vernunftwidrige Kennzeichnung derartig kontinuierlich piesackender Eindringlinge.
-
Beunruhigt blickte ich nun in das vor mir stehende, sich inhaltlich noch etwa dreiviertelvoll darbietende Weinglas; in dessen Substanz eine wahrscheinlich über kurz oder lang mit dem Tode ringende Fliege jetzt hektisch eine Mitleid erregende Willenskraft offenbar werden ließ. - Hm? - Nun ja ...
"Leben, das heißt überflüssig zu sein!" ("la vie, c'est-à-être redondant") das hatte er ja dereinst - wohl diesbezüglich - so unbarmherzig zum Ausdruck gebracht, der stets nachdenklich stimmende Philosoph Sartre ...
-
***

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Der "schlitzohrige" FLOH auf dem gepeinigten HUND: Und der unglaublicher Versuch - mit ihm, dem Hund, eine Art "Zweckgemeinschaft" gestalten zu können ...

Das hatte sich einstmals folgendermaßen derart "verlebendigt":
"Ach ja, wie hilfreich wäre es sicherlich, wen er mich nicht nur verstehen, sondern auch mit mir reden könnte!" rief sie mir zu, meine neulich ratlos dastehende Nachbarin. "Dann würde ich letztendlich wohl bald auch herausfinden, was den lieben Bonzo derzeit so erbarmungswürdig bedrückt", fügte sie dann noch aufseufzend hinzu.
Ganz offensichtlich war damit ihr gepeinigt umhertapsender - und daher trübsinnig dreinschauender Hund gemeint ...
In der Tat. - Und da nachbarschaftliche Hilfeleistungen in unserem Dörfchen seit Jahrhunderten immer noch selbstverständlich sind, mußte ich mich hier nun wohl doch als nützlich erweisen. -  
Nachdem ich einige Minuten die leidende Kreatur im Auge behalten hatte, war ich mir absolut sicher: 
Der Grund für die Verdrießlichkeit, lebt quietschvergnügt im Hundekleid! Und dort, vom Rücken bis zum Po, quält garstig ihn ein Hunde-Floh." 
"O Gott! - Da muß ich jetzt aber ...", stöhnte Frau Nachbarin auf. -
"Pst! Unterbrach ich sie zutiefst beeindruckt, denn ich hatte da soeben ein wütendes Geraune vernommen: "Komm zeig dich endlich, sei ein Mann! So knurrt Ihr Hund den Quälgeist an", teilte ich's der Nachbarin erstaunt und aufgewühlt mit. "Für diesen Juckreiz und dein Beißen, werd' ich dich in der Luft zerreißen! Das hat der Bonzo soeben knurrend hinzugefügt", verdeutlichte ich der alten Dame wortgetreu weiterhin diese tierisch folternde Heimsuchung. 
"Ja, liebes Hundchen! Laß dir das nicht gefallen; mach ihn kalt, bring ihn zur Strecke!" brach es beinahe unbarmherzig aus der Frau Nachbarin heraus. 
"Still, bitte beruhigen Sie sich, denn soeben hat sich tatsächlich der Floh zu Wort gemeldet! - Mir scheint, der ist zutiefst erschrocken. Doch lispelt er sogleich recht trocken:"   
"Dann tötest du, hast du den Mut? Letztendlich doch dein eigen Blut! - 
Ich liebe dich und will's vergessen, - es ist wohl auch kaum angemessen, 
wie herzlos du zu mir gesprochen. 
Das trifft mich tief, bis auf die Knochen! 
Daß ich nicht lache, alter Junge, - mir liegt da etwas auf der Zunge: 
Treibt dir vielleicht mein zartes Saugen, vor Schmerz gleich Tränen in die Augen? 
Beginnt, nach diesem kleinen Tropfen, nun ungestüm dein Herz zu klopfen? 
Okay, dann bin ich gern bereit, zur Einschränkung per Kurzarbeit. 
In jeder Woche, an zwei Tagen, wirst du mich hoffentlich ertragen! 
Das muß dann für uns beide reichen, sonst kannst du unsere Freundschaft streichen! 
Dann steig' ich aus, aus unserem Bunde, es gibt da auch noch andere Hunde!" 
"Tja, auch wenn es Ihnen nun beinahe unglaublich - vielleicht sogar als exzentrisch erscheint - aber der Floh hat das dem leidenden Bonzo soeben unmißverständlich zugeraunt!" gab ich der Nachbarin Auskunft über das schmerzhafte Martyrium ihres geliebten Vierbeiners.
Anscheinend trotz allem schon etwas beruhigt, ist die alte Dame dann in die Küche geschlurft - 
und hat uns bald darauf selbst gebackenen Kuchen und Kaffee kredenzt. -
 - 
***

Mittwoch, 14. Oktober 2020

Oui, es war hernach die Reaktion mit einer spürbar heimatverbundenen Bestimmtheit:

Patriotismus - diese Wortfindung für eine ganz und gar vaterländische Gesinnung, die stets mit einem starken Zugehörigkeitsgefühl zur Heimat verbunden ist ...
Was ich im September 1972 durchaus zu spüren bekommen habe, zutreffend in Südfrankreich:
Damals, unterwegs auf einer Landstrasse in Richtung Aix-en-Provence, um später von dort aus Paris anzusteuern. -
Das Ende der Ortschaft Roquebrussane war soeben erreicht, als ich ihn rechtsseitig stehend winken sah, einen bäuerlich wirkenden alten Mann. Bereitwillig hielt ich drum an - und öffnete die Beifahrertür des Fahrzeugs. Im Rückspiegel sah ich ihn schlurfend herannahen. Bald darauf hatte er das Auto erreicht - und bat mich darum, mitfahren zu dürfen.
Er müsse wieder einmal nach Aix-en-Provence, um dort sein allmonatlich eintreffendes Rentengeld abzuholen, gab er mir zu verstehen. - Zunehmend füllte sich die Fahrgastzelle mit einem köstlichen Knoblauch-Odeur, als mein Fahrgast nun damit begonnen hatte, mir einige Etappen aus seinen Lebenserinnerungen zu erzählen. -
Bis hin zu dem Augenblick, da ein uniformierter, gebieterisch ausgestreckter Arm uns autoritär zum Anhalten zwang: "Ausweis und Fahrzeugpapiere, bitte!" fuhr er mich an, der hochnäsig herabblickende Flic. "Haben Sie Alkohol getrunken? Wenn ja, dann hauchen Sie mich jetzt einmal nachfühlbar an", erweiterte er sein unglücklicherweise von Rechts wegen beglaubigtes Anliegen. - "Nique sa mère", (zumTeufel mit ihm!) murmelte ich mißgestimmt, mich angsterfüllt daran erinnernd, daß noch vor einigen Stunden, im nächtlichen Beisammensein mit Freunden einige Flaschen Rotwein geleert worden waren. Dann tat ich jedoch wie geheißen. -
Hm? - Ohne ein Wort der gesetzmäßig zu erwartenden Entrüstung zu bezeugen, richtete er sich intensiv nachschnüffelnd auf, machte dann zackig kehrt, um gleich darauf dem im Polizeiauto sitzenden Kollegen über die gerade vollstreckten Nachforschungen Bericht zu erstatten: "Non, pas de probleme! Irrécusable un Cote du Rhone", hörte ich ihn deutlich verkünden, da ich noch immer, ängstlich aufhorchend, bei geöffnetem Fenster die Ohren spitzte. - Ja, und nach seinem Erlebnisbericht schwenkte er seltsamerweise stillvergnügt anmutend um, und näherte sich wohlwollend grinsend wieder dem Objekt seiner vorab so entschlossen in Angriff genommenen Spekulation, dem vermutlich alkololisierten Fahrer des Automobils: "Monsieur, es ist alles in Ordnung, dann weiterhin gute Fahrt!" gab er, mir freundlich zunickend, unbegreiflicherweise zu verstehen. -
Nur das fast wiehernde Gelächter des alten Mannes übertonte das sonore Brummen des Motors, als ich den Wagen erneut gestartet hatte, um eiligst davonzufahren.
"Das darf doch nicht wahr sein! Was war das denn soeben?" ließ ich kopfschüttelnd verlauten.
"Und was hat der uniformierte Staatsdiener damit gemeint, als er seinem Kollegen unter anderem noch: Einwandfrei Cote-du-Rhone! zugeraunt hat?" - Der Alte lehnte sich schmunzelnd zurück und legte dann los: "Oui, da ging es schlicht und ergreifend um Ihre alles spezifizierende Weinfahne, Monsieur!" - "Ja, das hab' ich an sich auch begriffen." - "Sie haben bisher noch gar nichts begriffen, das sehe ich Ihnen doch an!" prustete er daraufhin los. -
"Nein, nicht? Dann erklären Sie's mir doch 'mal etwas  genauer." -
"Das will ich gern tun, also: Wir sind hier ja bisher noch immer in einem Rhone-arrondissement ..." -
"Ja-ja, das ist mir inzwischen durchaus vertraut, mein Guter", unterbrach ich ihn lauernd. -
"Oui, inmitten einer der größten und sicherlich auch ertragreichsten Weinanbaugebiete! Es gibt aber in Frankreich noch andere Winzerbereiche - und zwischen ihnen tobt schon seit Jahrhunderten ein unversöhnlicher Wettstreit", klärte er mich gestenreich auf. -
"Schon möglich", brummte ich unwirsch. "Aber was - zum Teufel! - hat das mit mir und dieser ungewöhnlich verlaufenen Polizeivisitation zu tun?" -
"Oui, sehr viel, Monsieur! Dieser Beamte hat bei Ihnen anscheinend zufriedenstellend einen vorab erlebten Cote-du-Rhone-Genuß gerochen. Wie gesagt, wir sind hier im Rhone-distrikt! Hätte er etwas anderes erschnüffelt, wie, mon dieu! so beispielsweise einen dieser Burgunder-Rotweine oder einen Bordeaux, dann wären Sie sicher fatal in Schwierigkeiten geraten! - Oui, und noch schlimmer wäre es da wohl für Sie verlaufen, wenn dieser heimatverbundene Beamte dann fassungslos einen Rotwein aus dem Elsaß hätte erschnuppern müssen. Mon dieu! Dann hätte ich nicht in Ihrer Haut stecken wollen", betonte er seine unheilschwangere Verdeutlichung. -
"Adieu! Portez-vous bien! - Vielleicht war dieses bedeutungsvolle Erlebnis ja auch eine lehrreiche Begegnung." rief er mir noch beachtenswert zu, als wir uns in Aix-en-Provence voneinander verabschiedeten ...
-
***

Dienstag, 13. Oktober 2020

Paris, im April 1971 - und dort gemeinsam in einer "Ablehnung dessen" zugegen:

Oui, ein sonnendurchflutetes Frühlingslüftchen hatte wohl damals den Ausschlag dafür gegeben, daß wir nachmittags nun schon seit langem auf der weiträumigen Terrasse des Café Flore, am Boulevard Saint-Germain, noch immer angeregt plaudernd beisammen saßen, Jacques Brel und ich. -
"Ja - und in Anbetracht der derzeitigen politischen Begebenheiten", gab er mir dort zu verstehen, "würde er jetzt gern einen Text vertonen, in welchem der oftmals aufkeimende Groll über all diese spottschlechten politischen Machenschaften als durchaus sarkastisch zum Ausdruck geraten solle. - Du und ich, wir werden das textlich konkretisieren." ...
Na denn, ein reizvolles Unterfangen, so dachte ich. -
Und bereits in der Woche darauf saßen wir wieder Seite an Seite, in Maisons-Laffitte, der nordwestlich gelegenen Vorstadt von Paris - beflügelt am sonnigen Ufer der Seine.
Vorausschauend hatte Jacques auch seine Gitarre mitgebracht, die er minutenlang gestrengen Blickes in Augenschein nahm - und angespannt zupfend gefügig zu machen suchte ...
„L'ascenseur“, der Fahrstuhl, so haben wir späterhin diese balladenartige Moritat, das in frühlingshafter Mutter Natur am Ufer der Seine erschaffene Chanson, wohlüberlegt betitelt.
Ja, und dank einer damals von Jacques musikalisch aufhorchen lassend komponierten Tonfolge, durften wir schon einige Stunden später, im Garten eines salon de thé, seelenvergnügt die folgende Lieddichtung gefühlvoll laut werden lassen:
Cäcille war zumeist, als laszive Kokotte,
in Paris sehr gern den Politikern hold.
Jüngst kam dann ein Kotzbrocken aus dieser Rotte,
doch der hat den Akt nur im Fahrstuhl gewollt.
Dabei blieb der Lift neulich stecken,
das Stromnetz war plötzlich gestört.
Sie mußten im Fahrstuhl verrecken,
Den Notruf hat niemand gehört ...
Und als Refrain:
Im Kreis der perfiden Parteigenossen,
hat keiner gerührt eine Träne vergossen. -
-
Als eine boshafte, fast schon rebellische Anspielung war dieses Chanson bald auch "in aller Munde", wie man‘s volkstümlich gern einmal leichthin benennt. - Tout le monde amüsierte sich köstlich, war mit dem Text vertraut - und auch mit der Tonrelation unseres oftmals erfolgreich ins Schwarze treffenden Kunstlied-Gestichels. -
Auch ist dazu nun noch recht befriedigend anzumerken, daß die Mehrzahl der damaligen französischen Regierungsvertreter stets wütend in Aufruhr geraten ist, wenn Jacques sich mit dem herausfordernden Chanson von neuem auf einer Bühne in Szene zu setzen verstand - oder vermittels Hörfunk ja landesweit so ausdrucksvoll aufhorchen lassen konnte.
Oui, zudem ist‘s wohl durchaus hier noch erwähnenswert, daß der damalige, französische Staatspräsident Georges Pompidou des öfteren von einigen schadenfroh grinsenden Journalisten auf diese Malice angesprochen worden ist. - Gewitzt und seit langem bereits professionell mit all den politischen Schmutz-Wassern immunisierend gewaschen, wußte er stets chevaleresk die Haltung zu wahren ...
Einstmals geschehen. - Die älteren Mitbürger unter uns werden sich jedoch daran erinnern. - 
* Oui, certainement! - Enchanté, Maddly cher ...
-
*

Freitag, 9. Oktober 2020

Wie eine ältere Dame sich letztendlich als eine "leibhaftige Oma Courage" offenbart ...

"Dergestalt" miterlebt als "Zaungast" im Garten eines Cafés, im Berliner Stadtteil Charlottenburg. -
Das sei jetzt von mir - als ein zufälliger "Augenzeuge" dessen - hier nun im folgenden veranschaulicht:
Da sitzen zwei Männer im gesprächigen Miteinander an einem der Tische. Dem derzeitigen Vernehmen nach sind beide als Feuilletonisten in einem Zeitschriften-Verlag berufsaktiv. -
Der eine von ihnen macht sich gleichzeitig so beiläufig oftmals bisher noch rätselhafte Notizen ...
"Was schreibst Du denn da so selbstquälerisch auf?" fragt der ältere Kollege dann neugierig nach.
"Ach ja, bejammernswertes - für eine Kurzgeschichte!"
"Interessant! - Darf man denn jetzt da einmal mitfühlend 'reinhören?"
"Das sei Dir erlaubt", wurde ihm kollegial zugestanden. - "Also: Vor Deinem geistigen Auge Gestalt annehmend, versucht da ein verhärmt zutage tretendes weibliches Wesen, auf einem klapprigen Planwagen sitzend, mit zwei freudlos dreinblickenden Kindern an ihrer Seite, antreibend auf eine abgemagerte Schindmähre einzuwirken."
"Aha! - Da entflieht sie gebeutelt, ich ahne es schon: Die Mutter Courage, nebst Tochter und Sohn!" deklamierte der Ältere ad hoc ironisch drauflos.
"Genau! - Brechts Mutter Courage und ihre Kinder. - Was spricht für Dich abwertend dagegen?" wurde erwartungsvoll hinterfragt.
"Mein Gott! - Das ist doch bisher schon unzählige Male so melodramatisch überbetont beschrieben worden", bekam er's mißbilligend zu spüren, der aufstrebende Neuling im reizvollen Fachbereich Feuilleton.
"Wohl wahr!" wurde bejaht. "Aber hast Du denn jetzt einen besseren Vorschlag zum Thema: Courage, Beherztheit und den Mut der Verzweiflung anzubieten?" forschte der Jüngere aufmerksam nach.
"Ja, das hab' ich!" wurde bekräftigt. "Für drei Flaschen Chateauneuf du Pape hast Du sogleich alles dermaßen anbetungswürdig im Griff, daß eine Gehaltserhöhung gewiß unausbleiblich sein wird."
"Hm? - Das hört sich ja durchaus verlockend an!" wurde nun schmunzelnd eingewilligt. - "Okay, der Wein ist gebongt. Dann laß 'mal sogleich diese inspirierend aufmauzende Katze aus dem bisher noch recht fadenscheinig anmutenden Sack heraus."
Der ältere Kollege lehnte sich daraufhin bedeutsam zurück - und begann dann beispielgebend ins Bild zu setzen:
"Ja, es geschah erst vor kurzem ... Ich saß ja schon hier im Garten, als Du noch nicht hier warst. - Nichts ahnend, wurde ich aber schon bald darauf plötzlich zum Augen- und Ohrenzeugen der nun folgenden Begebenheit: Die alte Dame, dort an dem Tisch, war vorhin sichtbar bemüht, sich mit den zitterigen Händen aus einem Kännchen eine Tasse Kaffee einzuschenken. - Als am Nachbartisch drei junge Burschen - inzwischen auf und davon - freizügig und zunehmend vulgär, sich in ein schamlos geführtes Palaver hineinsteigerten! - 
Lauthals wurde dort über ein uneheliches Zurweltkommen - und späterhin auch noch Spott treibend darüber schwadroniert, wie man (angeblich) bis jetzt doch so ein vaterloses Heranwachsen immerhin trotz allem ganz cool und easy gemeistert habe."
"O Gott! Mir steht nun mitfühlend vor Augen, wie solch ein abartiges Benehmen die alte Dame sicherlich geschockt haben muß", mutmaßte der junge Kollege hinsichtlich der vorab so unverfroren laut gewordenen Heimsuchung durch das anstoßerregende Geschwafel dieser - seiner Meinung nach - "unvergorenen Spottgeburten".
"Nein-nein, anscheinend hat all das Geplapper die alte Frau kaum berührt!" ließ ihn der Ältere - mit einem Fingerzeig auf die ja noch anwesende alte Dame - abwinkend wissen. 
"Wie bitte? - Das ist nicht Dein Ernst?" wurde erstaunt hinterfragt.
"Aber ja doch!" bekam er's bestätigt. "Denn gleichgültig erscheinend, schaute die alte Lady nur kurz hoch - und hat dann am Nebentisch leidenschaftslos angefragt: "He! - Kann mir wohl einer von Euch elenden Bastarden jetzt doch 'mal freundlicherweise den Zucker herüberreichen?"
"Zugegeben, das war und ist ja wirklich eine eindrucksvolle Begebenheit!"
"Ja, und auch noch deiner geschriebenen Erzählung entsprechend!" wurde betont. - "Darum schreib das jetzt auf, dann hast Du eine durchaus erfolgversprechende Story zur Hand. -
Ach ja, als einen geistreichen Touch solltest Du abschließend noch ein Horaz und später auch Kant zugeschriebenes Zitat so geistvoll hinzufügen."
"Mit Vergnügen! - Dann gib das 'mal lehrreich kund."
"Supere aude - wage es weise zu sein", wurde ihm anempfohlen - 
-
***

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Unglaublich - und nahezu märchenhaft ...

Hier zutreffender als durchaus "fabelhaft" zu gewahren:

-
Und das auch so ausdrucksvoll leibhaftig - !
Hinsichtlich dessen, da sei noch veranschaulicht:
Ich wohne seit sehr vielen Jahren in einer ländlichen, 
treuherzig gestimmten Abgeschiedenheit.
   Immerhin ist man dort dann manchmal auch als ein  Zeitzeuge  
 so gegenwartsnah in einer Art "Hörweite".
Und unvermutet zugegen in dieser lateinischen Wortprägung
"fabula delectat":
Die Fabel will unterhalten -
und unterhaltsam zum Ausdruck bringen,
dass Tiere durchaus menschliche Eigenschaften besitzen -
und somit auch dementsprechend zu handeln verstehen."
Das haben ja schon namhaft gewordene Poeten
informativ und beachtenswert oftmals zu spüren gegeben.
Es wird da wohl doch "Wahres daran sein" ...
-
Aber wer von uns wird das letztendlich bezweifeln?
-
***


Es ist zweifelsfrei - und oftmals auch erfolgreich: "Wissen ist Macht!"

Yes, beachtlich als ein "knowledge is power", so verdeutlichte der englische Renaissancephilosoph Francis Bacon schon dereinst diese wahrhaftige Erkenntnis. 
Jedoch - ?
"Scio me nihil scire. - Ich weiß, das ich nichts weiß". ließ er einstmals verlauten, der griechische Philosoph Sokrates - und er formte damit den Leitsatz seiner beharrlich aufgebotenen Bestrebungen, die Mehrheit der Menschen von einem vermeintlich vorhandenen Wissen ab - und hoffnungsvoll zu echtem Wissensbemühen hinzubringen ...
Ja: "Wir wissen nichts. Macht nichts", das ist in Zeiten der jugendlichen Persönlichkeitsentwicklung eine oftmals so nonchalant zum Ausdruck gegebene Randbemerkung. - 
Mit dem deutsch/französischen Gelehrten Didier Vaselis begeben wir uns nun einmal informativ hinein, in eine wohl auch aufschlußreiche Erweiterung unseres (derzeitigen) Wissens:
Denn, wußten Sie's tatsächlich schon - daß?
*Ein dereinst namentlich als eine "Pampelmuse" benanntes Gebilde, indes zweifelsfrei als keine dieser "griechischen Gottheiten" geschichtlich erwähnt worden ist!
*Eine "Putzmacherin" zumeist nicht als eine "streitsüchtige Frau" ihr Dasein bestreitet!
*Ja auch im "Abendland", dem Okzident, der Tagesanbruch nun noch immer mit diesem "Morgengrauen" zu Tage tritt!
*"Undank zwar der Welt Lohn", dafür aber als "absolut steuerfrei" zu gewärtigen sein darf!
*Mit der Bezeichnung "Sprachschatz" eigentlich nicht die pausenlos "quasselnde Freundin" charakterisiert worden ist!
*Manche Menschen nur dann noch "erträglich" sind, wenn man sie so recht freundschaftlich gesinnt "auf den Arm nimmt"!
*Ein "Bettelstab" als "Gehhilfe" sicherlich vollkommen ungeeignet ist!
*Es in einem nordischen Erdkreis diese "Lappen" seit Urzeiten als männliche und weibliche Erdenbürger gibt!
*Wenn es einem weltfreudig danach gelüstet - man einen "Engländer" problemlos in jedem Baumarkt ja "käuflich erwerben" kann!
*Ein "Slowfox" strenggenommen nicht als ein stets so "gemächlich dahintrottelnder Hund" zu gewahren ist!
*Dieser Fachausdruck "Blütenstand" schon von Rechts wegen niemals als eine "Börsennotierung für Falschgeld" verdeutlicht werden kann! 
*Das als "Wasserpfeifen" arg "schlechte Schwimmer" vom Trainer zuweilen zusammengestaucht werden!
*Man in professionellen Ganovenkreisen das "Fluchtauto" salopp als eine "Abdampfturbine" bezeichnet hat! 
*"Geisterfahrer" immerhin als (zuvor) sichtbar "entgegenkommend" wahrzunehmen sind!
*Man "Haftschalen" tatsächlich noch immer ganz und gar problemlos auch ohne ein vorab gefälltes "Gerichtsurteil" bekommen kann!
Wie auch immer ...
Trotz allem sei schlußendlich hier nun doch noch zur Sprache gebracht:
*Daß der Terminus "Television" inhaltlich mehr oder weniger nur als der trügerische Glaube an eine geist- und einfallsreiche "Fernseh-Unterhaltung" zu ermessen sein kann! 
Denn: Ultra posse nemo obligatur - über das Können hinaus ist niemand verpflichtet ... 
Das ist man ja nur noch der leidigen "Quoten-Abhängigkeit" in all den Fernsehsender-Laboratorien der privaten Verblödungs-TV-Anstalten.
Wohl wahr ...
-
***

Dienstag, 6. Oktober 2020

Da zeigt sich derzeit (noch!) rundum ein amerikanischer Politiker so ungezügelt in all seiner "selbstgefälligen Unfähigkeit" ...

Dieser oftmals als doch recht beunruhigend in Erscheinung tretende amerikanische Präsident Plump - äh  -Trump. -
Tagtäglich gegenwärtig als so rücksichtslos ichbezogen!
Das sei hier nun doch einmal bedeutungsvoll zu spüren gegeben:
Denn es präsidiert dort zur Zeit, sich oftmals selbstsüchtig aufplusternd, ein amerikanischer Politiker, der die unanzweifelbare globale Erwärmung lauthals hoffnungsvoll leugnet - und den Schutz der Natur, stets auf den eigenen Vorteil bedacht, nun unbarmherzig als ein "Affentheater" bezeichnet.
Denn das alles bewirkt ja zunehmend beunruhigend lästig - und all seinen Bereicherungs-Interessen so verlustbringend entgegen. -
Und da wird man als Präsident wohl durchaus beeinflussen dürfen!
Hinzugefügt sei daher als angemessen:
Ave trump, lucrifacturi te salutant! 
Was gleichgestimmt meint:
Sei gegrüßt Trump, (alle) die sich bereichern wollen, grüßen dich!
Yes:
Dieser derzeit (2020) noch immer amtierende amerikanische Präsident, er hat ja auch das neulich wieder einmal bezeugt: Warum die Politik-Verdrossenheit so ganz offensichtlich im Steigen begriffen ist. -
-
Quousque tandem ? - Wie lange noch ...
-
*

Montag, 5. Oktober 2020

Der Schriftsteller Thomas Mann - und diese recht übelgesinnte Nachrede:

Ja - und solch eine Demütigung gab es zu allen Zeiten ...
Die Medisance, bzw. Schmähsucht - oder auch üble Nachrede wider besseren Wissens, all diese oftmals so derart heimtückisch in Szene gesetzten Verleumdungen. 
Aus wohl übelwollenden Beweggründen wurde da diesbezüglich noch ahnungslos dahinlebenden Personen beachtlich boshaft verlästernd nun so lustvoll "am Zeuge geflickt". - 
Als demütigend, wie auch als Nichtachtung einer bereits namhaft gewordenen Persönlichkeit kann und muß man's wohl doch beurteilen, was da einstmals klatschlüstern publik gemacht worden ist. Nachfolgend enthüllt in Bezug auf einen bedeutenden Romancier, dessen Schaffen - so wird es im Lexikon beschrieben -, sich aus den mannigfaltigen Spannungen zwischen Geist und Leben, der Kunst und dem Bürgertum, einer Todessehnsucht, wie auch der Lebenspflicht schlußendlich in all seinen Werken stets in einer kühnen sprachlichen Artistik anschaulich zu machen versteht ...
-
In der Mitte des Monats April, im Jahr 1953 hatte sich seinerzeit folgendes zugetragen:
Thomas Mann war seinem Zwangs-Umsiedlungs-Erdendasein in Amerika damals bereits entwichen und hatte sich nun in der Schweiz angesiedelt, als er schon bald darauf einige Tage in der Hauptstadt des süd-französischen Departements Alpes-Maritimes, in Nizza verweilte ...
Dort war er dann eines Nachmittags zufällig mit dem oftmals als überbetont Aufsehen erregenden Schriftsteller Jean Cocteau  zusammengetroffen. -
Bevor Thomas Mann wieder zurück in die Schweiz reisen wollte, traf man sich unbeabsichtigt noch einmal, dort am derzeit noch menschenleer sichtbar aufscheinenden Strand ...
Und angeblich soll sich im Laufe der Unterhaltung bald auch der folgende, poetisch zum Ausdruck gebrachte Dialog so nonchalant ergeben haben:
Begeistert fragt ihn derzeit Jean Cocteau:
"Wie finden Sie das Städtchen - so?"
Darauf erwidert Thomas Mann:
"Als Wohnstadt macht's mich gar nicht an.
Nur des Atlantiks wildes Treiben,
gereicht, um länger zu verbleiben! -
D'rum werde ich, in einigen Tagen,
in Lübeck wieder Wurzeln schlagen."
-
Hm?
"Unglaublich: Diese norddeutsche Stadt Lübeck - und dort der Atlantik?", werden Sie jetzt möglicherweise kopfschüttelnd murmeln. -
Nun denn: 
Tja, aber wie es hinsichtlich dessen  - bereits hier oben - doch so bedeutsam erwähnt worden ist ...
-
***

Sonntag, 4. Oktober 2020

Der Absturz - sowohl hier auch "poetisch" ...

 Denn:

Verschämt sei`s somit nicht verschwiegen: 

Man kann auch simple Verse schmieden ... (euphemistisch).

So beispielsweise: "Schicksalhaft" ...

Da saß ein Huhn auf einer Stange, doch bald darauf nicht allzu lange. 

Denn in dem Holz, da bohrte munter, ein Wurm gefräßig rauf und runter. - 

Das Huhn hat solches nicht vernommen, ist dadurch wohl zu Fall gekommen .

So ist's bestürzend oft im Leben: Weil mancherlei geht stets "daneben". -

***


Samstag, 3. Oktober 2020

Doch! - Es gab einmal eine (vergangene) Zeit, da hat man noch anspruchsvoll "Bücher gelesen":

Und oftmals wohl auch begeistert ...
Somit vorab - als einleitend - die Darlegung das "Buch an sich":
Ja, denn erst im 4. Jahrhundert nach Christi ist es so aufsehenerregend gelungen, beschriebene oder bedruckte (sauteure) Pergament-Blätter - sie ließen sich falten, um sie dann (mühsam) in Lagen zusammenzulegen und hernach kunstvoll zu binden -, zu einem (gegebenenfalls bisher noch immer) unterhaltsamen und oftmals auch lehrreichen Ganzen gestalten - man nannte es schlicht und ergreifen sollend ein: "Buch" ...
Diese seinerzeit sensationell unterhaltsame Neubildung, sie hatte jedoch zur Folge, daß man seitdem ununterbrochen bemüht sein mußte, für diese noch ungewohnten Druckwerke umtriebig Kunden zu ködern - äh - des Lesens kundige Abnehmer zu finden ...
-
Der geistvolle Satiriker Georg Christoph Lichtenberg, er hat, im September 1779, einmal für einen Göttinger Buchhändler einen durchaus erfolgversprechenden Werbetext verfasst, mit dem folgenden Wortlaut:
Wer zwei paar Hosen sein eigen nennt, der mache nun neugierig werdend eine davon zu Geld! - Um sich dann unverweilt Bücher beschaffen zu können. -
Ein BUCH: Von Heranwachsenden, also der jungen Generation hin und wieder im "Bücherschrank" des Großvaters entdeckt - manchmal auch neugierig zur Hand genommen, um es dann gleich darauf kopfschüttelnd als vermutlichen "Dekorationsgegenstand" - oder altertümlichen "Krimskrams" wieder in den altmodischen Schrank zu verfrachten.
-
Tja, von der einstmals so wortreich erlebten "Buch-Intelligenz" - nun in die der Versenkung entschwindende Welt all dieser ehemaligen Büchernarren.
Das Ende einer oftmals immer wieder literarischen Ergriffenheit ... - ??
Ach nein, ich muß nun wohl doch die "Jetztzeit" in einen sich verändernden Augenschein nehmen!
Denn meine Titel-Zeile: "Damals, als man noch Bücher gelesen hat, sie ist ja offenbar derzeit nicht mehr so ganz korrekt ...
Und  das nun in Anbetracht dessen:
Die von den stets aushilfsbereiten Ghostwritern eilfertig beschriebenen Lebensbeichten von all diesen Eintags-Berühmtheiten, die geraten ja gegenwärtig zunehmend in einen Verkaufs-Erfolg! Weltweit so prahlerisch bedeutend als Bestseller-Literatur betitelt, -
So ist´s zu gewärtigen, eine derzeitige Gegebenheit ...
-
*

Freitag, 2. Oktober 2020

Wohl doch: Das Optimum einer Zweisamkeit - die "diamantene Hochzeit" ...

Offenbarte nun auch ein so langjähriges Miteinander. -
Denn: 
Seit sechzig Jahre waren sie nun schon ein Ehepaar, die Frau Marthe und der Herr Bernhard S. - wohnhaft in einem malerischen Dorf in der als "Nordheide" volkstümlich benannten Landschaft. -
Ja, und hinsichtlich eines festlichen Beisammenseins anläßlich dieser "diamantenen Hochzeit", da sollte am kommenden Wochenende eine bedeutsame gesellige Festivität veranstaltet werden; so hatten es die Kinder und Enkelkinder bereits seit Tagen so aufwendig in eine Vorbereitung genommen. -
Jedoch dann:
"Mein Gott! - Wie soll ich altersschwach auftretendes Frauchen jetzt das noch bewältigen? Ich bin sterbensmüde, andauernd schachmatt! Und eigentlich ja schon halbtot", klagte sie’s willensschwach ein, als man am Vortag der Festivität frühmorgens erwacht war - und apathisch am Rande der Bettstatt nachdenklich gestimmt ausharrte.
Still leidend schaute sie auf - und war nun wieder einmal der Meinung, daß ein mitleidlos wegschauender Herrgott ihr tagtäglich zu Leibe gehendes Martyrium anscheinend verantwortungslos nicht mehr bewußt zur Kenntnis nehmen wollte.
-
"Ach, Marthe-Schätzchen, dann geh doch bitte noch heute zum Arzt!" meldete sich gleich darauf Ehemann Bernhard fürsorgend zu Wort.
"Das kann ich ja leider nicht! Denn der gute, alte Doktor hat doch Feierabend gemacht - sein ärztliches Wirken beendet. - Und da ist jetzt so’n neuer Doktor, ein Milchbart der darauf beharrt, daß allein diese Naturheilkunde ein gesundheitsförderliches Resultat ohne unerfreuliche Spätfolgen bewirken kann", bemängelte Marthe die Anregung ihres so einfühlsam zu bewegen suchenden Gatten.
"Aha! Demnach ein vis mediatrix", horchte der einstmals als Lateinlehrer werktätige Bernhard sogleich offenbar gutheißend auf.
"Ein was, bitte?" bat sie mißtrauisch um Aufschluß.
"Gemeint ist damit die unseren Körpern ja innewohnende Naturheilkraft, der innere Arzt, wie es der Erneuerer der Medizin, der Medikus und Philosoph Paracelsus seinerzeit einmal recht aufschlußreich bezeichnet hat!" erläuterte nun Bernhard seiner jedoch ablehnend dreinblickenden Gattin ratsam die Möglichkeiten eines naturverbundenen Heilverfahrens.
"Nein-nein, nie und nimmer, das ist für mich unannehmbar!" winkte Marthe sofort beinahe fluchtartig zurückschreckend ab.
-
Ein entscheidender Anlaß für diese geäußerte Abneigung war wohl darauf zurückzuführen, daß Marthe nun schon seit etlichen Jahren den fast freundschaftlich gewordenen Kontakt zum vormals aktiven Doktor sehr oft nutzbar zu machen wußte. -
Dazu ist aber folgendes umfassender anschaulich zu machen:
Jahraus und jahrein, hatten die stets so umtriebig ihre Aufwartung in die Wege leitenden Handelsvertreter all der so weltweit Medikamente fabrizierenden Pharmahersteller dem ehemals aktiven Doktor in seiner Praxis immer die neuesten - und ihrer Meinung nach wirkungsvollsten Arzneimittel als Warenprobe, so eine Art Tauglichkeitsprüfung zukommen lassen. -
Der einstmals hilfsbereit praktizierende Arzt hatte diese Präparate allerdings unentgeltlich seinen Patienten überlassen ...
So auch Marthe, die’s sich inzwischen zur Gewohnheit gemacht hatte, all ihren Leiden auf diese Art und Weise fortschrittsgläubig Kontra zu geben ... - Bis jetzt! - Neuerdings war aber nun, unerfreulicherweise, nur dieser naturheilkundlich eingeschworene Doktor dynamisch zugegen.
-
Der kurzfristig zu verschmerzenden Not gehorchend, gab dann Marthe aufseufzend klein bei - und saß schon zwei Stunden später dem noch jugendlich erscheinenden Arzt gegenüber:
"Hallo, guten Tag, was führt Sie denn leidend zu mir?“ erkundigte der Doktor sich altgewohnt.
"Meine Müdigkeit!" gab ihm Frau Marthe weinerlich zu verstehen. "Ich bin leider von morgens früh bis spät in die Nacht hinein vollkommen schachmatt", fügte sie aufstöhnend hinzu.
"Ach ja, das ist dann tagtäglich eine unangenehme Begleiterscheinung! - Wie alt sind Sie denn - bitte?"
"Nächste Woche werde ich neunundachtzig Jahre alt!" ließ sie ihn wissen.
"Hm? - Ich werde Sie erst einmal gründlich untersuchen. Machen Sie sich darum jetzt bitte frei", gab er ihr sachlich zu verstehen. -
Auch das noch! horchte sie beinahe entgeistert auf. - Mein Gott! Wo bin ich denn hier jetzt gelandet? dachte sie kopfschüttelnd - und zog dann unwillig nur ihre Bluse aus.
-
Etwa fünfzehn Minuten später hatte der Doktor dann all die notwendigen Untersuchungen beendet. - Wohlmeinend sprach er nun Marthe an: "Alle Achtung! Somatisch betrachtet, ist bei Ihnen an und für sich alles noch recht zuversichtlich im Lot. - Ihre andauernde Müdigkeit wird organisch durch einen Eisenmangelzustand hervorgerufen!"
"Wie bitte? Eisenmangel?" horchte Marthe zutiefst erschrocken auf.
"Allerdings, eine sich körperlich verifizierende Verminderung des absolut lebensnotwendigen Eisengehalts im leistungsfähigen Organismus! -
Eine ungenügende Eisenzufuhr im gesamten Bereich der Beschaffenheit Ihrer Ernährung. - Diese allzuoft ja doch als mangelhaft zu bewertende Eisenaufsaugung in den feinnervigen Reichweiten des Magendarmkanals", fügte der Doktor noch veranschaulich machend freundlich hinzu ...
- -
Verstrickt in eine Mischung aus Ungläubigkeit, Empörung und wohl auch Erstaunen, sah man bald darauf Marthe abfällig murmelnd den Heimweg beschreiten. - Und sichtbar entrüstet, brachte sie dort auch all ihren Unmut mißgestimmt grollend zum Ausdruck:
"Ja-ja, ich hab’s doch zuvor schon befürchtet: Ein Quacksalber doktort da neuerdings offenbar unwissend herum! - Herr im Himmel, das ist ja alles unglaublich! Ich mag gar nicht darüber nachdenken!" kam es verdrießlich dreinblickend zum Ausdruck. - "Jetzt auch noch obendrein Eisen verzehren müssen! Das ist doch absolut unzumutbar - und wirklich des Guten zu viel. Ich kann ja kaum noch frühmorgens das Brot ausreichend beißen!" beklagte sie weinerlich schluchzend ihre derzeitige Gestimmtheit. -
Ach Marthe ...
-
***

Donnerstag, 1. Oktober 2020

Was man uns bisher - vermutlich als "abwertend" - immer verschwiegen hat - !

Den Johann Wolfgang von Goethe betreffend:
Damals - anno 1806 ...
Denn zu der Zeit war er offenbar in einem Rausch seiner Sinne. -
Als da - nachweislich - dementsprechend zum Ausdruck gekommen war:
"Es steht Dir auf die Stirn geschrieben,
daß Du mich wirst für immer lieben,
Du wundersames Weibsbild du -
da schnürt's mir fast die Kehle zu!
Schon lieg' ich wohl in Deinem Arm,
so frei, so hingegeben warm" ...
Mit diesen Worten, spürbar so leidenschaftlich bezeugt, soll seinerzeit der 1782 vom Kaiser geadelte Legationsrat Johann Wolfgang von Goethe zu einer gewissen Christiane Vulpius fast schon beschwörend auf Tuchfühlung gegangen sein, als er 1788 in Weimar der vorab genannten Dame beharrlich den Hof zu machen gedachte.
-
Hm? - Bereits einige Jahre später soll der Großmeister der Dichtkunst angeblich nachdenklich gestimmt des öfteren kritisch gemurmelt haben:
"Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
ob sich nicht doch 'was Besseres findet."
Ach ja:                                                                                             
Diese traumhafte Zweisamkeit. Vermutlich zu allen Zeiten ein oftmals sich problematisch entblößendes Zusammenwirken menschlicher Polarität ... 
-
So auch dereinst, in einem teilnahmsvoll als "Genie und Einfalt" belächelten Ehebund. -
Wir erinnern uns: 1775 war er von Herzog Karl August von Sachsen-Weimar nach Weimar berufen worden. Und 1788 lernte er sie dort kennen, der Herr von Goethe die sechzehn Jahre jüngere Frau Vulpius, Christiane genannt - und 1806 als Gemahlin zu Ehren gekommen. 
Ein Ehebündnis, das im freundschaftlich beiwohnenden Umkreis des Dichterfürsten damals nicht selten ein Unverständnis und somit auch Kopfschütteln ausgelöst haben soll. - Offenbar war die etwas schlicht orientierte Christiane im Forum der ausschließlich schöngeistig empfinden wollenden feinen Gesellschaft wohl binnen kurzem als nicht unbedingt standesgemäß eingeordnet worden. - Möglicherweise zutreffend ... 
Denn eindringlich und ungekünstelt, gab sie dem Ehegemahl ab und zu ihr eigensinnig geprägtes, gegenwärtiges Einfühlungsvermögen zu verstehen. - Derartiges sei (angeblich) gleichfalls an einem Nachmittag im Monat August geschehen, als der Gemahl einen finanziellen Engpaß offenbart haben soll. - Wenn die erhalten gebliebenen Aufzeichnungen des einstigen Hausdieners Friedrich denn überhaupt als glaubwürdig zu betrachten sind, dann sei im trauten Zuhause der Familie Goethe der folgende Wortwechsel seinerzeit unüberhörbar in Szene gesetzt worden:
"Christiane!" rüffelt Herr von Goethe
gebeutelt die Frau Vulpius.
"Mich plagen finanzielle Nöte,
und mit dem Luxus ist jetzt Schluß!"
"Dann solltest Du", keift sie verwegen,
"solch Ungemach nun eiligst richten!
Beim Schreiben doch ´mal überlegen,
so aufgeplustert nicht zu dichten!"
Dank Friedrich wird da für jedermann zugänglich, daß im Hause Goethe auch nicht immer alles zum besten geraten war ... "Es kann wohl sein, daß der Mensch durch häusliches Geschick zu Zeiten auch ziemlich gedroschen wird", so Goethe damals - vermutlich infolgedessen. -
-
*