Sonntag, 27. September 2020

Eine fluchtartige Reise nach ITALIEN - ?

Wahrscheinlich - ja ...
Einstmals - den Johann-Wolfgang betreffend -
denn - dem zur Folge:
Als er, der Herr von Goethe im Jahr 1775 von Herzog Karl August von Sachsen-Weimar in diese "Hochburg des deutschen Geisteslebens" dereinst berufen worden war, da lernte er dort, im Jahr 1788 das recht gutbürgerlich in Erscheinung tretende Fräulein Christiane Vulpius kennen ...
Und 1806 vollzog man den Akt einer ehelichen Bindung. -
Nun ja, daß auch in diesem Bündnis nicht immer alles so gänzlich problemlos                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    einherging, daran soll (etwas unverfroren zum Ausdruck gebracht) mit den folgenden Zeilen so annähernd wirklichkeitsnah erinnert werden ...
Und das - jetzt klatschlüstern zurückblickend in das beachtliche Zeitalter um Siebzehnhundertachtzig:
-
Der Herr von Goethe ...
Da sollte es dereinst im Garten,
wo Tisch und Stühlchen seiner harrten,
recht formvollendet wohl gelingen,
die Dichtkunst zu Papier zu bringen.
Behenden Schritt's dort angekommen,
so hatte er sich's vorgenommen,
nunmehr, wenn auch in groben Zügen,
heut' seinem Urfaust zu genügen.
Fürwahr, so gänzlich ungezwungen,
war ihm bald Reim auf Reim gelungen.
In dieser kunstverschworenen Stille,
gereifte auch sogleich der Wille,
die jüngst erdachten Textgewalten,
nun einmal lauthals zu gestalten.
Man sollte solch ein Drängen loben ...
Doch leider zeigt sich barsch von oben
fensterfüllend, voll Verdruß,
dort wütend Fräulein Vulpius:
"Sie wolle Schönheitsschlaf gestalten,
er solle jetzt die Schnauze halten!"  -
Schon war, in wenigen Sekunden,
Erhabenheit hinwegentschwunden.
Arg verstimmt, doch durchaus weise,
ging Goethe auf Italien-Reise ...
-
Zuvor war jedoch der folgende Dialog bedeutsam zutage getreten:
"Hält Er sein Tun für klug und weise? - Schon wieder die Italien-Reise!" soll dem Vernehmen nach der Herzog Karl August erstaunt hinterfragt haben, als man Seite an Seite im Schloßgarten wandelte.
"Ja, dem kalten Norden flugs entweichen! - Das soll mir als Erläuterung reichen." murmelte der Johann Wolfgang - und war sich der Unstimmigkeit seiner Aussage durchaus bewußt.
"Nein-nein, mein lieber Meister Goethe. - Ihn plagen sicher andere Nöte! - Nur heißt's, da bin ich mir im klaren: Vor allem das Gesicht zu wahren!" gab ihm der Fürst nachsichtig schmunzelnd zu verstehen. -
Für einen kurzen Augenblick war nun erst einmal Schweigen eingekehrt ...
Bis daß der Johann Wolfgang aufgebracht zu spüren gegeben haben soll:
"Kann ich zur Zweisamkeit noch sagen: Verweile doch - es war sehr schön?
Dann wird sie mich in Fesseln schlagen! - 
Drum will ich lieber vorab geh'n ..."
-
"Ach ja, wohltuend hinein, in ein harmonisches Zusammentreffen von Kunst und Leben!" so ließ er's daseinsfreudig verlauten, als er bald darauf in Rom angekommen war - und dort, in einem deutsch-römischen Künstlerkreis, lauthals bekundet haben soll: "Es sei wohl jetzt doch an der Zeit, nun endlich vom Literaten zum Maler zu gedeihen." - ***
"Speriamo di no!" (Hoffentlich nicht!) - das sei daraufhin (gerüchtweise) damals des öfteren im deutsch-römischen Künstlerkreis zu hören gewesen ...
Dereinst, im Außenbereich einer Osteria am Piazza del Popolo.
-
***  So war's gewesen, denn am 29. Oktober 1786 reiste der siebenunddreißigjährige Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe (derzeit wohl als hoffnungsvoller Maler) für viele Monate nach Italien.
-
***

Samstag, 26. September 2020

Gemeinsam nachdenklich gestimmt - und so bedeutsam nach "innen gerichtet" ...

Spürbar geworden, als wir am Strand einer griechischen Insel in ein redseliges "Miteinander" vertieft  waren. - Im Bannkreis dieser einstigen Wiege des Abendlandes .

Der Mikis Theodorakis und ich, als Didier Vaselis. -

Und als wir uns hier, in diesem Elysium, nun abermals in den inneren Dimensionen unserer Leiblichkeit so geruhsam selbst begegneten, war diese Einkehr doch wahrlich beachtenswert:

"Carpe diem - genieße den Tag", gab Mikis schmunzelnd zu spüren. -

"Wohl wahr", erwiderte ich zustimmend. "Denn in der Schlagzeile seiner Ode "An Leukone" regt der römische Dichter dazu an, die knappe Lebenszeit zu genießen". -

"Wörtlich genommen hieß es da: "Pflücke den Tag", merkte Mikis an. -

"Ja-ja: "Carpe diem, Guam minimum Credula postero": Genieße den Tag, und vertraue möglichst wenig dem folgenden, so heißt es da inhalts- und lebensgewichtig", bezeugte ich's zutreffend. "Ach ja, einer meiner bereits dahin-gegangenen Geistes-Gefährten in Deutschland, der Robert Gernhardt, er hat's mit den folgenden Worten damals deutlich gemacht: "Dein Hiersein ist ein Fenster, an dem du kurz erscheinst. Dies Fenster nur geöffnet ist, im Zeitraum einer Lebensfrist, die deinem Dasein zugedacht, dann wird es wieder zugemacht, und alles war dereinst ..." -

"Unser Hiersein auf Erden", nickte mir Mikis zu; um dann noch eindringlich hinzuzufügen: "Non exigum temporis habemus, sed multum perdidimus - meint: Nicht wenig Zeit haben wir, aber viel vergeuden wir.- Denn morgen ist das Heute bereits schon ein Gestern! - Das sollten auch wir beherzigen, Didier", fügte er als beachtenswert hinzu. -

Zudem ein Nachtrag:

Im sogenannten "Lebensherbst" angelangt, hockten wir dort Wein trinkend, so offenherzig fabulierend am Strand ... Damals, in Griechenland - auch in den Bereichen der "Islomania", der stillschweigenden Übereinstimmung. - Leider weilt ER nun nicht mehr auf Erden, der Mikis Theodorakis. - chárika pu ße ghórißa - schön dich gekannt zu haben. -

 * Theodorakis hatte ein "erweitertes" Sprachvermögen: gr. - dt. - frz. - lat. ...

-

***

Donnerstag, 24. September 2020

HUND und FLOH: Eine "Zweckgemeinschafts-Kraftprobe" ...

"Ach ja, wie hilfreich wäre es sicherlich, wen er mich nicht nur verstehen, sondern auch mit mir reden könnte!" rief sie mir zu, meine neulich ratlos dastehende Nachbarin. "Dann würde ich letztendlich wohl bald auch herausfinden, was den lieben Bonzo derzeit so erbarmungswürdig bedrückt", fügte sie dann noch aufseufzend hinzu.
Ganz offensichtlich war damit ihr gepeinigt umhertapsender - und daher trübsinnig dreinschauender Hund gemeint ...
In der Tat. - Und da nachbarschaftliche Hilfeleistungen in unserem Dörfchen seit Jahrhunderten immer noch selbstverständlich sind, mußte ich mich hier nun wohl doch als nützlich erweisen. -  
Nachdem ich einige Minuten die leidende Kreatur im Auge behalten hatte, war ich mir absolut sicher: 
Der Grund für die Verdrießlichkeit, lebt quietschvergnügt im Hundekleid! Und dort, vom Rücken bis zum Po, quält garstig ihn ein Hunde-Floh." 
"O Gott! - Da muß ich jetzt aber ...", stöhnte Frau Nachbarin auf. -
"Pst! Unterbrach ich sie zutiefst beeindruckt, denn ich hatte da soeben ein wütendes Geraune vernommen: "Komm zeig dich endlich, sei ein Mann! So knurrt Ihr Hund den Quälgeist an", teilte ich's der Nachbarin erstaunt und aufgewühlt mit. "Für diesen Juckreiz und dein Beißen, werd' ich dich in der Luft zerreißen! Das hat der Bonzo soeben knurrend hinzugefügt", verdeutlichte ich der alten Dame wortgetreu weiterhin diese tierisch folternde Heimsuchung. 
"Ja, liebes Hundchen! Laß dir das nicht gefallen; mach ihn kalt, bring ihn zur Strecke!" brach es beinahe unbarmherzig aus der Frau Nachbarin heraus. 
"Hm? Soeben hat sich überraschenderweise der Floh zu Wort gemeldet! - 
Mir scheint, der ist zutiefst erschrocken. Doch lispelt er sogleich recht trocken:"   
"Dann tötest du, hast du den Mut? Letztendlich doch dein eigen Blut! - 
Ich liebe dich und will's vergessen, - es ist wohl auch kaum angemessen, 
wie herzlos du zu mir gesprochen. 
Das trifft mich tief, bis auf die Knochen! 
Daß ich nicht lache, alter Junge, - mir liegt da etwas auf der Zunge: 
Treibt dir vielleicht mein zartes Saugen, vor Schmerz gleich Tränen in die Augen? 
Beginnt, nach diesem kleinen Tropfen, nun ungestüm dein Herz zu klopfen? 
Okay, dann bin ich gern bereit, zur Einschränkung per Kurzarbeit. 
In jeder Woche, an zwei Tagen, wirst du mich hoffentlich ertragen! 
Das muß dann für uns beide reichen, sonst kannst du unsere Freundschaft streichen! 
Dann steig' ich aus, aus unserem Bunde, es gibt da auch noch andere Hunde!" 
"Tja, auch wenn es Ihnen nun beinahe unglaublich - vielleicht sogar als exzentrisch erscheint - aber der Floh hat das dem leidenden Bonzo soeben unmißverständlich zugeraunt!" gab ich der Nachbarin Auskunft über das schmerzhafte Martyrium ihres geliebten Vierbeiners.
Anscheinend trotz allem schon etwas beruhigt, ist die alte Dame dann gleich in die Küche geschlurft - 
und hat uns schon bald darauf einen echten Bohnenkaffee herbeigezaubert ... 
Beiläufig erlebte Annehmlichkeiten, wie sie wohl nunmehr nur noch in all den ländlichen Regionen zu gewahren sind. -
 - 
***

Mittwoch, 23. September 2020

Da war meine "Katze" wohl hernach so ganz offensichtlich "betrunken" ...

Mein Kater "Emil" - unglaublich?
Nein, anscheinend doch! Denn als ich eines Nachmittags auf der Terrasse meines Häuschens, auf der griechischen Insel Lesbos saß - und dort zum erstaunten Augenzeugen der folgenden Begebenheit geworden bin, war's dann sicht- und spürbar zutage getreten ...
-
Vorab:
Da hockte er gespannt im Garten,
auf Mäuse-fang wohl dort zu warten.
Ja aber - eine Vermutung:
Die hatten sich im Rausch verloren,
vom Fallobst, das schon stark gegoren.
Das ähnelte schon Saufereien, 
benommen hockte man im Freien.
Weil dort die Mäuse, stockbesoffen
sich wohl vom Tageslicht erhoffen,
daß nun gezielt die Sonnenstrahlen, 
solch bisher unbekannte Qualen
zumindest etwas unterdrücken ... 
D'rum scheint mein Kater jetzt zu hoffen, 
daß all die Mäuse, sturzbesoffen,
ihm bald das Mittagsmahl bereichern ...
Später dann:
Doch leider wogen in den Schleichern 
pro Maus noch drei bis vier Promille! -
Bedingt durch diese Überfülle, 
die Kater "Emil" nicht bewußt,
geschah, was bald auch folgen mußt' ...
Nachdem er bis zum Platzen satt, 
sich folgendes ergeben hat:
Trunken sah man ihn nun schwanken -
und taumelnd durch den Garten wanken.
-
Dereinst - anno dazumal:
"Vestigia terrent ...  - Die Spuren (der von dir getöteten Tiere!) schrecken mich", hatte schon dereinst der römische Dichter Horaz seinen struppigen Kater Lorenzo wutentbrannt angeschnauzt, als er wieder einmal im Flur seines Landhauses in Rom, frühmorgens noch barfüßig so unvorhersehbar in den halb verspeisten, sich ekelerregend darbietenden Kadaver einer Maus hineingeraten war.
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Sonntag, 20. September 2020

Es bleibt die Hoffnung, zukünftig erwartungsvoll auf Reisen gehen zu können ...

Ja, derzeit ist´s noch problematisch: Diese weltweit garstige Corona-Krise!
Falls Sie (hernach) dann vorhaben zu verreisen, dann möchte ich jetzt verheißungsvoll versuchen, Sie für GRIECHENLAND zu begeistern:
Somit beglückend und zudem auch informativ hinein, in diesen Bannkreis der einstigen Wiege des Abendlandes. -
Einmal abgesehen von der Begegnung mit dem griechischen Festland, gibt es dort etwa 1400 Inseln, von denen 166 dieser Eilande nun schon seit Urzeiten "bevölkert" sind. -
Der griechische Schriftsteller Nikos Kazantzakis ("Alexis Sorbas" u.a.) hat's hinsichtlich dessen einmal so formuliert:
"Welch andere Freude auf Erden kann besser im Einklang mit dem Körper und der Seele stehen, als Griechenland zu bereisen". -
Der Zauber der griechischen Landschaften ...
Und Friedrich Hölderlin, der deutsche Dichter, er gab seine diesbezügliche Gemütsstimmung seinerzeit einmal doch sehr inbrünstig zum Ausdruck: "Ich liebe dieses Griechenland überall. Es trägt die Farbe meines Herzens!"
Ach ja ...
Herzlich willkommen - kalóß órißeß/orißate!
Und mit einem oftmals beseelenden - heimatlichen Empfindungsvermögen, da sei's mir hier nun erlaubt, so mancherlei über dieses beglückende Elysium zu erzählen:
Allerdings nicht ohne - auch darüber hinaus - hier eine kritisierende Stellungnahme zur derzeit oftmals überschatteten "Jetztzeit" ein wenig verdeutlichen zu müssen. -
"Das sei nun wohl diesbezüglich (leider) vonnöten - zudem auch eingedenk unserer humanitären Bürgerbewegung "Spitha" (der Funke)!" So hat mir der Mikis Theodorakis, in Anbetracht dessen, derzeit wohlmeinend ein wenig "Vorhaltungen gemacht".
Trotz allem: Kaló taxidhi! (Gute Reise!) - hernach ...
Falls Sie des weiteren neugierig werdend dabei bleiben wollen:
Wenn ja, dann "klicken" Sie bitte rechtsseitig im Bereich der "Stichworte" GRIECHENLAND an.
Noch etwas sei hier fast konkretisiert:
Denn der Herr von Goethe hat's einstmals schwärmerisch mit diesen Worten bekundet: "Unter allen Völkern haben die Griechen den Traum des Lebens am schönsten geträumt!"
"Ja, das einzige Paradies in Europa" so benannte es einst ein weltbekannter Schriftsteller. "Dort füllt sich mein Herz wieder zunehmend mit Licht - und öffnet sich hernach dann oftmals wie eine Blume".
Wie kann man´s noch inbrünstiger zum Ausdruck geben ...
Und appetitanregend sei da noch hinzugefügt:
In Griechenland gibt es viele vorzügliche Weine - "Jassas". -
Und die griechische "Kochkunst" offenbart sich in all der Zubereitung köstlicher Speisen doch oftmals als eine der besten auf diesem Erdenrund. - Nun ja, dort, wo man sie noch "derart" erleben darf. - Wohl nicht in der "dem Tourismus zur Liebe" als ausreichend "vereinfachten" Darbietung all dessen. -
Nein (óchi), nichts spricht dagegen ... Jedoch: Wenn Sie als Griechenland-Reisende "wirklichkeitsnah" zu speisen gedenken, dann ist's durchaus empfehlenswert, wie griechisch auch gang und gäbe, in der Küche mit dem Koch darüber erwartungsgemäß diesbezüglich zu "verhandeln"...
Denn auch dort ist man zumeist "sprachgewandt" zugegen. -
kali órexi! meint: Guten Appetit! -
-
Da sei nun - als durchaus erwägenswert - für Sie noch unaufdringlich hinzugefügt:
Ulrike und ich, wir haben bisher, so innerhalb von 30 Jahren viele dieser griechischen Inseln bereist. - Allerdings stets eigensinnig in einem Abseits all der touristisch organisierten Infrastrukturen. -
Wie das? Problemlos: Ein sogenannter "Nur-Flug" nach Griechenland (auch Insel direkt), dort ein Auto mieten und ein annehmbares Quartier suchen ...
Empfehlenswert - und in einem Nachhinein noch oftmals als beseligend gegenwärtig. - *

Hund und Herrchen - im "Zwiegespräch":

Seit anno 7000 vor Christi ist er nun schon das älteste Haustier des Menschen: Der Haushund - oder: Canis familiaris, wie ihn die Lateiner dereinst schon liebevoll kumpelhaft benannt haben.
Und möglicherweise ist die in der nachfolgenden, beinahe unglaublichen Geschichte zutage tretende Mißstimmung demnächst "ein gefundenes Fressen" für all die komplexen Betrachtungen in den unendlichen Reichweiten der Kynologie, dieser aufschlußreich deutlich machenden Wissenschaft von den zumeist so warmherzig umsorgten Haushunden. -
Trotz allem gab es dereinst eine problematische Situation ...
Denn:
Da hatte er, seit knapp zwei Wochen,
mit seinem Hund kein Wort gesprochen.
Trotz vieler Tränen und auch betteln,
verständigt wurde sich mit Zetteln.
Er schrieb dem Hund auf einem Blatt: 
Ich hab' das alles hier so satt!
Auf einem anderen stand geschrieben:
Wie konnte ich dich jemals lieben?
Am Mittwochmorgen dann der Bogen: 
Du hast mich pausenlos belogen!
So ging das weiter, viele Tage -
bis daß der Hund dann diese Frage:
Kannst Du mir aus zwei Rinderknochen,
eine starke Brühe kochen?
beherzt auf einen Zettel fetzte.
Was Herrchen wiederum verletzte. -
Er sei als Mensch ein Erbsenzähler,
so selbstverliebt und ohne Fehler.
Das war noch deutlich unterstrichen -
dann ist er still davongeschlichen ...
Der derzeit verstimmte "Canis familiaris".
-
Tja, und vorstellbar ist's ja doch, daß da nun irgend jemand fast schon bemitleidenswert schwermütig dasitzt, weil er urplötzlich in eine ähnlich schwerwiegende Situation hineingeraten ist. -
-
***

Samstag, 19. September 2020

Da landeten sie dereinst - gezwungen - vor der Insel Madagaskar -

denn sie hatten (angeblich) die PEST an Bord!
Vorab sei´s nun ausdrucksvoll anschaulich gemacht:
Angeheuert auf unterschiedlichen Schiffstypen, hatte er einstmals vier Jahre lang - unter nicht immer erfreulichen Bedingungen -, viele der Weltmeere "befahren", der 1883 in Würzen bei Leipzig geborene Hans Bötticher. -
Populär geworden als Joachim Ringelnatz - oder auch Kuttel Daddeldu, als der er sich später, bereits bühnenaktiv, herz- und scherzhaft in Szene zu setzen verstand.
-
In einer Art Rückschau auf das damalige Seemannsleben, sei hier nun die folgende Begebenheit uns allen noch einmal illustrativ vor Augen geführt:
Nachweislich war es im April 1903, als man anwesend an Bord eines arg heruntergekommenen Frachters, der vor kurzem den Indischen Ozean durchquert hatte, hernach in die sogenannte Straße von Mocambique gedampft - und schon bald darauf in der Hafenstadt Majunga (auf der Insel Madagaskar) dort dann vor Anker gegangen war, nun endlich ein wenig zur Ruhe kommen durfte.
Genußfreudig Wein trinkend - und dabei unbewegt auf das hektische Treiben der Hafenarbeiter starrend, hockten dereinst der Seemann Hans Bötticher (Joachim Ringelnatz) und sein langjähriger Seeweggenosse Emil Kallotschke auf zusammengerollten Schiffstauen draußen im hinteren Oberdecksbereich des rostigen Seelenverkäufers ...
Ein belebender und zunehmend auffrischender Wind verdrängte die nun seit einigen Stunden aufgestaute Sonnenglut und wohl auch andere Bedrängnisse, als sich dort oben irgendwann der folgende Dialog entfaltete:
-
„Hm? - Was wohl mein Trinchen bei uns daheim gerade so alles veranstaltet?“ brach es hinterfragend aus dem Gefährten Emil heraus.
„Wer is’n Trinchen?“ horchte der Hans daraufhin auf.
„Meine Verlobte - bei uns, in Berlin!“ ließ ihn der Emil wissen.
„Vergiß sie! - Wahrscheinlich hat die schon längst ‘n Anderen.“ bekam er leidenschaftslos zu hören.
„Mensch, spinnst Du, Hannes? - Die is’ mir doch treu ergeben!“ war Emil jedoch davon überzeugt.
„Na bitte, dann is’ doch für Dich noch alles bürgerlich bestens.“ wurde ihm unberührt zugeraunt.
„Hoffentlich - na ja, ich muß ihr wohl doch ‘mal schreiben.“ bedachte es Emil.
„Klar - ist ‘ne gute Idee, Emil!“ daraufhin achselzuckend Hans.
„Nee, kann ich aber nich’ - denn mir fällt da partout nix ein!“ brach es hilfebedürftig aus Emil heraus.
„Dann laß es doch bleiben, Du Simpel!“ wurde ihm fast wegwerfend erwidert.
„Nee - aber Du bist doch so’n Dichterling! Da kannste mir doch für sie ein paar warmherzige Zeilen aufkritzeln.“ flehte ihn Emil daraufhin an.
„Hm, was willst Du dem vergötterten Mädel denn unbedingt mitteilen?“ wurde kameradschaftlich hinterfragt.
„Na ja, nur so ‘n freundlichen Gruß aus der Ferne. Einfach so ‘ne Art Lebenszeichen - verstehste?“ gab Emil nun grinsend zum Ausdruck.
„Na gut, ich schreib’ Dir nachher dafür 'n mittelprächtig passenden Text.“ wurde sein Wunsch erhört.
„Toll, da bin ich Dir wirklich dankbar - und werd’ mich dafür auch demnächst erkenntlich  zeigen!“ strahlte ihn Emil hocherfreut an.
-
Dem inhaltsreichen Archiv einer Berliner Kleinkunstbühne ist‘s zu verdanken, daß auch die folgenden Zeilen, einst handgeschrieben notiert auf einer inzwischen schon arg verblichenen Postkarte, gottseidank lesbar erhalten geblieben sind:
-
Mein liebes Trinchen!
Wenn die Sonne netzt die Fresse,
hebt das mein Sein - und tilgt die Blässe.
Ein Wohlgefühl verschafft der Wein,
belebt sogar das "dritte" Bein.
Schon stehst Du mir entblößt vor Augen,
auf ewig mein - in treuem Glauben.
Das hofft - zur Zeit am Arsch der Welt -,
Dein Emil, der stets zu Dir hält.
-
Tja, der nicht selten so spitzzüngig textende "Joachim Ringelnatz", schon einstmals im Knabenalter als ein "Schulrüpel ersten Ranges" apostrophiert.
-
***

Dienstag, 15. September 2020

Da formt sich mannigfaltig Leben, ist eine OMA noch zugegen ...

Ich hätte meine gereimte Erzählung auch derart zum Ausdruck bringen können:
"D`rum mach dich stets auf  `was gefaßt, wenn du solch eine OMA hast".
Vorab begeben wir uns jedoch erst einmal - analog - erwartungsvoll hinein, in diese beunruhigenden Sphären des schon seit Urzeiten geheimnisumwitterten "Erlkönigs":
Einstmals dichterisch zum Ausdruck gebracht als eine Fehlübersetzung der Poesie des dänischen "ellekonge" (Elfenkönig). -
Und eine veranschaulichende Darlegung dieser dänischen Ballade durch den Kulturphilosophen Johann Gottfried Herder, die machte die Verserzählung dann auch in Deutschland publik ...
Was dem Vernehmen nach bald darauf dann wohl zur Folge hatte, daß der Johann Wolfgang von Goethe eiligst die Feder zur Hand nahm, um all das poetisch zum Ausdruck zu geben, was seither als "Erlkönig" benannt, fast jedem Pennäler geläufig werden durfte. -
Möglicherweise ein wenig ungestüm, dafür jedoch wesentlich zeitgemäßer, ist nun freundlicherweise die nachfolgende Variation dieser tragikomischen Geschichte zur Kenntnis zu nehmen. -
Hier nun inhaltlich mich - als Jüngling betreffend:
-
Da rast sie vergnügt durch das nächtliche Moor.
Es ist meine Oma! - Was hat sie jetzt vor?
Zuhinterst sitz' ich, als der hilflose Enkel.
Sie ruft: "Halt Dich fest! Geh' mir nicht auf den Senkel."
Das Moped ist mein, und d'rum bin ich sauer.
Nun fängt's an zu regnen, ein bedrohlicher Schauer.
"Mein Sohn, was birgst Du so bang Dein Gesicht?"
"Siehst Oma, Du die Kurve da nicht?
Und in meinem Antlitz die tödliche Blässe!"
"Ach Söhnchen, halt's Maul, sonst gibt's auf die Fresse!"
"Mensch Oma, da vorn der König der Erlen!"
"Ich seh' nix, es ist schon ein Kreuz mit euch Kerlen."
"Oma, fahr' langsam, da naht eine Pfütze.
Du verlierst die Balance - und ich meine Mütze!" 
"Jetzt reiß Dich zusammen - und hör' auf zu plärren!
Und schwachmütig an mir herumzuzerren."
"He, Oma, gib acht! Denn siehst Du nicht dort,
den Nebel, den Schmodder an düsterem Ort?"
"Klaro, mein Söhnchen, ich seh' das genau,
nur zeigt's sich mir reizvoll - ich bin etwas blau."
O Gott, auch das noch! Ich halt's nicht mehr aus.
"Oma, mach kehrt! - Du formst Dich zum Graus."
Doch sie dreht sich um, ihre Stimme eiskalt:
"Wenn Du bist nicht willig, dann setzt es Gewalt!"
Und schon gibt sie Vollgas, rast wild durch die Nacht.
Nimmt keinerlei Rücksicht, genießt nur und lacht.
Erreicht unseren Hof dann mit Mühe und Not -
ich rutsch' hinten 'runter, vor Angst schon halbtot ...
-
"Ach Söhnchen, wart's ab! Denn alsbald wird eine Kraft von mir ausgehen, die Dich schleunigst wieder beleben wird!" hat sie mir zugeraunt, als ich hernach unsicheren Schrittes ins Haus stolperte. -
"Nee, Oma, laß' gut sein. - Du schwafelst im Tran, noch voll des süßen Weines!" fuhr ich sie daraufhin tadelnd an. -
"Mit Freuden, mein Milchbart. - Trunken sollten wir alle sein. Die Jugend ist Trunkenheit ohne Wein. Trinkt sich das Alter dann wieder zur Jugend, so ist das wohl reizvoll, wird traumhaft zur Tugend!" gab sie mir hochtrabend zu verstehen - meine noch immer verschmitzt dreinblickende Oma. -
-
Ach - meine herzliche Oma Ida, nun bist Du - einschließlich dieser oftmals bewundernswerten Multikultur -, seit langem verblichen - dahin, in einem unergründlichen Abseits.
Ja - doch ...
Du bleibst mir - mit allem - wohl stets als bedeutungsvoll in der Erinnerung.
-
*** 

Sonntag, 13. September 2020

Der Poet Joachim Ringelnatz - einstmals auch als "Kuttel Daddeldu" namhaft geworden ...

Nun denn:
Ringelnatz - und ein "Einblick" in einige seiner Gedichte,
in die heiteren, die besinnlichen - und wohl auch recht freizügigen. -

Als da derzeit gereimt worden war:
"Ein kerniges Hamburger Weibsbild besucht -
und über die lästigen Folgen geflucht!"

Des Weiteren:
"Da sei doch, wie er es untrüglich glaube:
Ein Nagel verliebt in eine Schraube".
In diesem Zusammenhang habe ich die nachfolgenden Verse liebevoll neubelebt und eigenmächtig zum Ausdruck gegeben:
"Und seit Tagen habe er's schon belauscht,
wie der sich am Anblick der Schraube berauscht.
So lüsternen Blicks ihr Gepräge anstierte -
und neidvoll erregt das Gewinde fixierte.
Die Schraube schien aber mitnichten bereit,
ihr Ausdruck war Leidenschaftslosigkeit.
Und solch ein Gebaren verdeutlichte ihm:
Wir beide werden wohl niemals intim.
Blasiert und gefühllos entfernte sie sich,
ließ stahlhart den lüsternen Nagel im Stich.
Er, der die Leiden der Liebe gekostet,
ist bald darauf voller Kummer verrostet.
-

-
Joachim Ringelnatz, Poet - und hier wohl auch mit einem "Erkenntnisdrang" zugegen ... 
Somit derzeit mit einer fast schon wissenschaftlich zu wertenden Erkenntnis: 
Denn recht bedeutungsvoll war's, als er 'mal beschrieb:
"Das Entscheidende sind ja die Löcher im Sieb!"
Nun ja, auch das sei noch erheiternd beigefügt:
"Da ging einst im Bett eine Wanze,
bei 'nem älteren Herrn gleich aufs Ganze!"
Und:
"Im Bereich der Erkenntnis erhellt sich auch das:
Selbst Vegetarier beißen nur ungern ins Gras!"
Verzweifelt:
"Ein Meerschweinchen rannte nervös hin und her,
instinktiv mit der Frage: Wo ist denn das Meer?"
Festlich gemeint:
"Wenn der Osterhase wieder da hinten presst,
dann ist es im Anmarsch, das Osterfest!"
Daddelduristisch:
"Saß auf 'ner Bank 'ne alte Schrulle,
die so etwa sechzehn war.
In der Hand 'ne Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war."
Und nun der "Kuttel" so höchstpersönlich:
"Einst war ich verliebt, in eine Maid in Berlin.
Die Liebe war aufrichtig, wie's mir erschien.
Und darum wollte ich ihr - ohne Bedenken -
eine Kachel aus meinem Ofen schenken."
-
Joachim Ringelnatz: Seemann, Artist und Poet.
1934 im Alter von einundfünfzig Jahren verstorben.
-
***

Samstag, 12. September 2020

Edgar Allen Poe - und dieses plötzlich so unheilvolle "geisterhafte Pochen".

Dereinst war diese Geräuschkulisse wohl offenbar so unheilverkündend zu hören gewesen - in der Bücherstube des amerikanischen Schriftstellers:
Der Edgar Allen Poe ...
Als ein "Virtuose des Grauens" - und "Meister-Poet der Horrorvisionen".
Zugleich jedoch als der "Typus eines Quartalssäufers", so wurde er einstmals ausdrucksvoll charakterisiert ...
„Oui, seine Persönlichkeit war gewiß einzigartig - und in einer wohl undefinierbaren Wesentsart mit Melancholie gezeichnet“, so beschrieb der französische Dichter Charles Baudelaire dereinst diesen amerikanischen Poeten. - Baudelaire, der als ein Lyriker von höchstem Formgefühl und äußerster Sensibilität (wir erinnern uns an: „Les Fleurs du mal - Die Blumen des Bösen“), seinerzeit bereits bedeutungsvoll Achtung genießen durfte, er war bis zum als "selbstzerstörerisch" bezeichneten Ableben (am 7.Oktober 1849) mit ihm in Freundschaft verbunden. -
„Mon dieu! So unglückselig dahingerafft durch ein Delirium tremens“, hat  Baudelaire dieses Hinscheiden damals aufseufzend diagnostiziert.
"Of course: Auf keinen, der bereits vor dem Frühstück Alkohol trinkt, ist dann leider auch hinfort Verlaß!" hatte damals jedoch Thomas W. White, der Herausgeber der Zeitschrift Southern Literary Messenger diesbezüglich mäkelig Anstoß genommen.
-
Die nachfolgenden Zeilen sind eine Analogie zum von Edgar Allen Poe einst so dramatisch geformten Gedicht "Der Rabe": Ein mysteriöser, mitternächtlicher Besuch "zeigt sich da" spukhaft und furchterregend dem Romancier: 
-
Nächtens war’s, zumeist wie immer ...
Er saß in seinem Bücherzimmer.
Gezielt, zum wonnigen Vergessen, schien Alkohol oft angemessen.
Und einstmals, etwas angetrunken, gebannt in Literatur versunken,
so buchvertieft in stiller Bleibe, klopft’s plötzlich an die Fensterscheibe!
„Wer mag das sein, wer will da stören?“ -
Hernach herrscht Ruhe, nichts zu hören ...
„Was geht da vor? Und wer - warum - ? 
treibt sich vor meinem Fenster ‘rum?
Und wer bezeigt, um diese Zeit, derartig Unverfrorenheit?
Mein Gott! Ich sehe schon Gespenster“, 
das murmelt er, mit Blick zum Fenster.
„Jedoch ... Dies geisterhafte Pochen, es tönt, als wär’s ein bleicher Knochen!
Letztendlich gar der Sensenmann, klopft dumpf an meiner Wohnstatt an?“
Erhitzt spitzt er besorgt die Ohren.
Der Angstschweiß bricht aus allen Poren.
Nun schreckensbleich zurückgetreten,
begann er angsterfüllt zu beten.
Im Hinblick schon auf Staub und Asche,
greift er verstört zur Whisky-Flasche.
Und angelangt beim letzten Tropfen,
vernimmt er wieder dieses Klopfen!
„Was soll’s, ich tauge nicht zum Helden, 
da wird sich irgendwer schon melden ...“
-
Obwohl vom Rausch schon leicht benommen,
ist er zur Einsicht dann gekommen,
daß, trotz geistesmächtiger Fülle, vergänglich diese Leibeshülle. -
Bis dann die ersten Zweifel kamen ...
D’rum öffnet’ er den Fensterrahmen,
nachsehen, daß sich’s ihm erklär’: Ist’s nur der Wind, nichts weiter mehr?
Sein Blick schweift suchend in die Nacht,
bis sich’s beschämend deutlich macht,
daß diese düstere Hinterlist
als Hirngespinst zu deuten ist ...
-
Edgar Allen Poe:
Geboren am 19. Januar 1809 in Boston, Massachusetts, am 7.10.1849 in Baltimore verstorben. - Ansteigend verehrt und geachtet, wurde er bald als der erste bedeutende Literaturkritiker Amerikas benannt. Doch zunehmend der Trunksucht verfallen, endete der geniale Erzähler bereits im vierzigsten Lebensjahr leidvoll im Elend. -
-
(Hm? Eine mich hin und wieder doch nachdenklich stimmende Art von Abgesang ...)
-
***

Mittwoch, 9. September 2020

Ein tagtägliches Dasein in einer zwanghaften Überempfindlichkeit ...

Derzeitig oft wahrnehmbar in dieser Zwangsfixierung: "Hypochondrie":
Eine griechische Wortprägung für eine krankhaft übersteigerte und zumeist andauernde Kontrolle der tagtäglichen Befindlichkeit des eigenen Körpers. -
So viel vorab - zur nachfolgend miterlebten Begebenheit ...
Ein Freund von mir ist Musiker - und als solcher ein oftmals beeindruckend musizierender Pianist!
Jedoch - unglücklicherweise - auch ein wiederholt hypochondrisch zu leiden habender Schwarzseher.
Nun denn:
Wir wohnen seit langem in ländlicher "Mutter Natur", in einer minimal besiedelten Ortschaft, das soll nun nicht nur als anheimelnd angemerkt werden. Nein, hier wird oft getuschelt, getratscht und gern auch "in aller Munde gebracht". - Ja, und um eine möglicherweise zum Gespött machende Entschleierung seiner Person unbedingt zu verhindern, nennen wir ihn, den Protagonisten in diesem angstbesessen ablaufenden Geschehen, schlicht und verschleiernd "Harald". -
Seine nun schicksalhaft zwingenden, nicht selten allwöchentlich erfolgenden Besuche in der ortsansässigen Praxis des nun schon seit langem geduldig Aufnahmebereitschaft erkennen lassenden Mediziners (Blutproben, Haut- und Gewebe-Checks, Darmspiegelung - das ganze Programm!) all das hatte vor kurzem leidvoll zur Folge, daß der Doktor anscheinend entnervt reagiert hatte ...
Das wurde "bemitleidenswert" erkennbar als neulich, um drei Uhr nachts, mein Telefon wiederholt eine Art Notruf signalisierte. Es war "Harald", der mich unbedingt über seinen derzeitigen Zustand des Leidens in Kenntnis zu setzen gedachte - und das dann folgendermaßen:
"Jetzt hör' mir 'mal zu - ja! Du wirst es nicht glauben, was ich da gestern erlebt habe!"
"Hm? - Das kommt darauf an ..." murmelte ich schlaftrunken.
"Du kennst mich - und weißt darum auch, daß ich beachtlich selten als wehleidig oder zartbesaitet in Erscheinung zu treten gedenke! Sich meine Anfälligkeits-Beschaffenheit wohl durchaus in Grenzen hält - ja!"
"Beinahe grenzenlos", hörte ich mich leise brummeln.
"Unglaublich!" schwadronierte er weiter. "Da hatte ich neulich Notenblätter in Händen - und wußte gleich darauf nicht mehr warum und wozu? - Mein Gott, auch das noch: Morbus Alzheimer! - Dermaßen angstgesteuert, stand mir mein Dasein sofort niederschmetternd vor Augen! - Vorsorglich bin ich dann doch unverzüglich zum Arzt gefahren, um diesem unheilvollen Schicksalsschlag zukünftig noch so  einigermaßen begegnen zu können."
"Verständlicherweise", merkte ich gähnend an. "Und, was hast Du erfreulich dort nun erreicht?"
"An der verschlossenen Tür zur Praxis hing ein Schild mit dem Hinweis: HEUTE RUHETAG."
"Tja, auch das noch!"
"Nein, nicht für mich! Da ich wohl sichtbar verzweifelt als Notfall zugegen war, habe ich so lange geklopft und geklingelt, bis sich im Haus etwas regte - und der Doktor dann mißgestimmt ..."
"Nachfühlbar, so steht's mir jetzt überdeutlich vor Augen", unterbrach ich ihn anteilnehmend. "Und was geschah dann?"
"Anscheinend widerwillig, hat er mich dennoch von Kopf bis Fuß untersucht, um mir letztendlich dann Schlammbäder als ein vielversprechendes Heilmittel zu verschreiben! - Als ich leicht irritiert hinterfragt habe, was das denn tatsächlich bewirken solle, da hat er mir wahrhaftig zu verstehen gegeben, das sei dringend notwendig, denn er wolle mir schlußendlich dahingehend behilflich sein, daß ich demnächst nicht so völlig unvorbereitet mit dem modrig-feuchten Erdreich in Berührung geraten würde. Und das alles in einem Tonfall, der mich erschrocken dastehen ließ."
Ich mußte mir nun mein Lachen verkneifen ...
"Nun ja, wie Du wohl weißt, bin ich weder nachtragend oder so krankhaft verzweifelt überempfindlich! Aber ich werde wohl zukünftig doch den Arzt wechseln müssen!" -
Ja, das hat er dann auch (hoffnungsvoll) in Szene gesetzt - der, trotz allem, liebenswürdige Harald.
-
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Dienstag, 8. September 2020

Lüstern - und so wollüstig ergriffen - ?

"Oha, da hätten wir dann ja `mal einen homo impudicus in all seiner ausdrucksvollen inneren Aufruhr recht deutlich vor Augen!" horchte nun augenzwinkernd unser Chefredakteur offenbar erwartungsvoll auf, als wir neulich mitteilungsbedürftig begonnen hatten, ihm von einer unlängst schriftlich bezeugten Begebenheit zu berichten.
Ein "Homo impudicus"? Der so genannte "Lustmolch" war damit gemeint, wurde uns späterhin klar, als wir aufgeregt blätternd im Lexikon nachschauten. -
"Ja-ja, das ist absolut druckreif, astrein als eine gute Story - oberaffengeil!" hatte er im Laufe unserer Schilderung noch etwas unprätentiös hinzugefügt, als wir ihn dann noch Einblick in diesen handgeschriebenen Beleg lasziven Begehrens gewähren ließen ...
Folgendes durfte er dann schmunzelnd zur Kenntnis nehmen:
-
Ach Mutzi-Putzi ...
Aus meinem Auge rinnt die Träne, nur deinetwegen, Anna-Lene!
Ja, vorgestern lief alles schief, d'rum melde ich mich jetzt per Brief.
Und frage mich auch währenddessen:
Hast Du es wirklich schon vergessen, daß jüngst noch unser beider Streben,
bald wild und hemmungslos zu leben verschworen obenan gestanden?
Weil wir uns so sympathisch fanden! - 
So gleichgestimmt in Dur und Moll ...
Hast Du bereits die Schnauze voll?
Das frag' ich mich in meiner Bleibe, in der ich diese Zeilen schreibe.
Erst neulich hab' ich stumm gelitten, als wir dort auf dem Markt inmitten
dieser tumben Rentner standen; die Dein Erscheinen sexy fanden.
Schatz, mit Deinen achtzig Jahren, hast Du's doch schon oft erfahren,
daß jetzt, im Frühlingsflug der Pollen, ja alle nur das eine wollen ...
Bedenke das!
Gemahnt Dein Schnurli-Burli.
-
"Okay, aber was habt ihr denn wieder einmal angestellt, um diese lüstern vom Stapel gelassene Zügellosigkeit dann letztendlich so informativ zu ergattern?" wollte unser Chefredakteur hernach Verdacht schöpfend wissen.
"Ach, nichts von einem finanziellen Belang, es war keine derartige Einflußnahme! - Wir haben uns dort nur wohlüberlegt einige Informationen beschafft."
"Aha! Wo das denn?" horchte er sensationslüstern auf.
"In einem Seniorenheim ..."
"Wie bitte? Im Altersheim? - Was ist Euch denn dort widerfahren?" horchte er sichtbar verblüfft auf.
"Als wir daselbst einige Erkundigungen einziehen wollten, hat man uns kurz und bündig erklärt, daß: Die höheren Grade im Bereich dieser senilen Demenz in der Mehrzahl der Fälle nur zu Verwirrtheitszuständen und unsinnigen Handlungen führen - so wurde es anmaßend dargestellt, als wir uns in diesem offenbar puritanisch geführten Altenheim nach einem einundneunzigjährigen Herrn, dem Verfasser dieser lüsternen Zeilen erkundigten. - Ja, und derart aufdringlich umworben wurde damit eine Dame gesegneten Alters. -
Entrüstet aufblickend, erzählte sie uns später, daß sie dem sexhungrigen Opa demnächst ..."
"Demnächst? - Das heißt ja doch wohl, daß wir in Bälde bestimmt noch so einiges sensationell auflagensteigernd gewärtigen dürfen!" brach es euphorisch aus unserem Chefredakteur heraus.
"Möglicherweise", pflichtete mein Kollege ihm bei. - Um dann jedoch grinsend noch anzüglich hinzuzufügen: "Wo fast schon die Gebeine modern, scheint Sinnenlust erneut zu lodern".
Nachsichtig die Blicke gen Himmel gerichtet, sah man uns daraufhin erst einmal schweigsam dahocken ...
-
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Montag, 7. September 2020

Ja, es entwickelte sich dann zu einer Gewöhnungs-bedürftigen TV-Talkshow:

Und einer in Hamburg beheimateten Fernsehanstalt ist es zu verdanken, daß wir all das nun jetzt noch einmal miterleben können, mit dem etwas eigenwilligen Lyriker Lambert-Jodocus R. -
In einem Frage-und-Antwort-Plausch dort der Moderatorin abwartend gegenüber sitzend, brachte er binnen kurzem all die verfügbaren Versschmiedehebel in Bewegung, um die Beantwortung ihrer zumeist recht indiskreten Ausfragerei dennoch poetisch in Einklang zu bringen. - Während die angespannt aufhorchende TV-Dame sichtbar angestrengt versuchte, diese gereimten Entgegnungen nun in einem schlüssigen Zusammenhang zu begreifen. - Denn zunehmend wurde das beredsame Miteinander in eine  dramatisch geformte Sprachregelung hineingesteigert. -
Und das folgendermaßen:
"Verzeihung!" begann die Moderatorin süffisant lächelnd ihren Einstieg in die Ausfragerei zu gestalten, "Aber Sie haben einmal erstaunlich offenherzig erwähnt, daß Ihre Mutter Sie gleich nach der Geburt ..." -
"Ja-ja, sie hat den Blick auf mich gerichtet - und auf das Mutterglück verzichtet!" fiel er ihr losprustend ins Wort. -
"Tatsächlich?" horchte sie auf. "Nun, das klingt ja beinahe schon etwas ressentimentgeladen. - So könnte man's unverhüllt meinen." -
"Mag sein - ein wenig Bitterkeit, wird manchmal laut, von Zeit zu Zeit", ließ er's als allzumenschlich verlauten. -
"Verständlicherweise", stimmte sie zu. "Aber wie hat denn der leibliche Vater auf dieses eigentlich doch freudige Ereignis reagiert?" -
"Wohl nicht erpicht auf schwangere Frauen, ist der ins Ausland abgehauen!" winkte Lambert-Jodocus wegwerfend ab. -
"Auch das noch!" nahm sie's erstaunt zur Kenntnis. "Gottseidank wurden Sie ja später liebevoll von der Großmutter aufgenommen. Aber wie hat sich denn Ihre - äh - Selbstfindung in diesem nun zwangsweise großmütterlichen Lebensbereich konstituieren können?" -
"Ich kann's auch heute kaum noch fassen: Sie hat mich stets gewähren lassen!" teilte er mit. -
"Hm? Eine außergewöhnliche Erziehungsmethode - meinen Sie nicht?" -
"Sie hatte zweifellos auch Macken, doch nie den Fuß in meinem Nacken!" betonte er's grinsend. -
"Oh! - Darf ich das jetzt immerhin als eine fröhlich gestimmte Ermunterung dafür verstehen, daß man die Persönlichkeitsentwicklung der ja ans Herz gewachsenen Nachkommenschaft demnächst wohl erfolgversprechender den Großmüttern überlassen sollte?" -
"Das möchte ich hier nicht beschwören! Was kümmern mich die anderen Gören?" wehrte er's ab. -
"Die Oma als alleinerziehende Bezugsperson! Das hört sich - zumindest aus Ihrem Mund -, nun doch sehr vielversprechend an. - Aber gab es in dieser so unbeschwert aufleuchtenden Gestimmtheit nicht ab und zu doch einmal diese oder jene Beunruhigung?" -
"Natürlich!" räumte er's ein. "Auch die hat's hie und da gegeben. Präsent war ja das wahre Leben!" -
"Also doch! - Können Sie uns diesbezüglich 'mal freiheraus etwas erzählen?" bedrängte sie ihn. -
"Warum nicht?" stimmte er bei: "D'rum mach dich stets auf 'was gefaßt, wenn du noch eine Oma hast! Denn oftmals fallen die alten Damen, ganz ungezügelt aus dem Rahmen." -
"Interessant! Wenn es für Sie noch gegenwärtig ist, dann sollten Sie es jetzt bitte mir und unseren fünfzehn Millionen Zuschauern doch etwas näher veranschaulichen!" -
"Wohlan: Was einstmals durft' ich miterleben, das will ich gern zum besten geben", willigte Lambert-Jodocus ein - und legte dann eindrucksvoll los:
"Dunkel war's, der Mond schien helle, ringsumher döst die Natur.
Als meine Oma, äußerst schnelle, Skateboard auf der Straße fuhr!
Staunend sahen das Polizisten, die auf Streife 'rumkutschiert.
Und vermutlich gerne wüßten, wann sie die Balance verliert ...
Doch Oma hat mit letzter Kraft, trotz etwa dreieinhalb Promille,
dann auch den Heimweg noch geschafft.
Entscheidend war ihr starker Wille." -
"Hahaha! Sehr belustigend. - Lieber Lambert-Jodocus, ich danke Ihnen für diesen so aufschlußreichen Gedankenaustausch." -
-
Hernach - der Lyriker hatte bereits das Studio verlassen ...
"O Gott!" stöhnte die Moderatorin auf. "Heute reicht es mir voll und ganz! Denn dieser nervtötende Dichterling hat mich mit seiner reimsüchtigen Beantwortung vollkommen geschafft, schier um den Verstand gebracht!" rief sie wutentbrannt dem Aufnahmeleiter zu; als Lambert-Jodocus, sichtbar gelangweilt, bereits in den endlosen Weiten des Studios entschwunden war. -
"Ach ja, ich kann das gut verstehen! - Wollen wir noch beide essen gehen?" getraute sich der die schöne TV-Dame seit einigen Wochen liebeshungrig anhimmelnde Aufnahmeleiter hoffnungsvoll zu erfragen. -
Vor kurzem, in einem der großräumigen Studios eines norddeutschen Fernsehsenders. -
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Sonntag, 6. September 2020

Es war einmal ein "Miteinander": Uli Stein ...

Ach lieber Uli - nun da "OBEN", hier "UNTEN" tönt es - Dich zu loben ...
Verbundenheit einst hier auf Erden, sie wird wohl nicht vergessen werden.
Da wir gemeinsam viel agierten, bei Zeitschriften und Illustrierten. -
Und auch vergnügt auf Reisen waren; dereinst, als wir noch jung an Jahren.
Nun denn: Tschüss! - jiá chará ...

Freitag, 4. September 2020

Der Physiker Albert Einstein - einstmals recht "liebevoll" simplifiziert auf eine "Fußpflege" ...

Vorab sei diesbezüglich veranschaulicht:
Schon anno 1905 war es die sogenannte spezielle, 1915 dann die allgemeine Relativitätstheorie, diese von ihm einst geschaffene und bis heute noch immer als Grundpfeiler der modernen Physik zu bewertende Urheberschaft.
Zeit und Raum, relative Begriffe - je nach den Umständen ...
Und die waren seinerzeit für ihn nicht unbedingt zum besten geraten, als er noch in Deutschland beheimatet war.
Infolgedessen übersiedelte er 1933 in die amerikanische Stadt Princeton, der am 14. März 1879 in Ulm geborene Albert Einstein. - (1934 entzieht ihm die einstmals als "Reichsinnenministerium" benannte - und fortlaufend allerhand Unheil bewirkende Institution die deutsche Staatsbürgerschaft).
In Princeton, dem als "Mikrokosmos der modernen Forschung" benannten Ort in New Yersey heimisch geworden, war er auch dort weiterhin unermüdlich vertieft in die faszinierenden Reichweiten dieser ihn weltbekannt werden lassenden Relativitätstheorie.
Eines Tages - unverdrossen wissenschaftlich aktiv im Institute for Advanced Study - sei es jedoch des Guten ein wenig zuviel gewesen, und er habe darum Zuflucht gesucht im entfernt gelegenen Haus zweier als anverwandt dort lebender, als schon etwas ältlich zu gewahrender Damen. - Dort soll sich dann angeblich die folgende Begebenheit vergnüglich endend ereignet haben:
-
Einstein dort zu seinen Tanten:
„Ich widme mich nun meinen Quanten. *
Sinn und Zweck der Theorie, erkläre ich euch morgen früh.“
Die Tanten fingen an zu kichern
und Albert schmunzelnd zu versichern,
daß sie natürlich nicht im Wege, wenn er sich seiner Körperpflege ...
Einstein, meistens sehr galant, der nun gar nichts mehr verstand,
war vermutlich voll der Zweifel.
Sagte leise: „Hol’s der Teufel!“
Doch nach einigen Sekunden, hatte er’s herausgefunden:
„Ihr seid köstlich, meine Süßen.
Ich rede nicht von meinen Füßen!
* (die Wortfindung "Quanten" wird oftmals auch für unsere Füße benutzt.)
-
Später - man saß nun friedlich vereint bei einem ihm zuliebe vegetarisch arrangierten Abendessen beisammen -, hat er, ernsthaft dreinblickend, dann doch noch anschaulich machen wollend zu spüren gegeben:
"Ja, diese Quantenmechanik ist durchaus sehr achtunggebietend! Aber eine innere Stimme sagt mir, daß das nun doch nicht der wahre Jakob ist. Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis des Alten (Gott) bringt sie uns wahrlich kaum näher. - Jedenfalls bin ich überzeugt davon - haha! - daß der Alte nicht würfelt!"
"Ach Albert, Dein Humor ist ja stets vom Feinsten! Du bist immer wieder bewundernswert", ließen die beiden alten Damen noch kichernd verlauten, als man sich gleich darauf seelenvergnügt zur Ruhe begeben wollte ...
Damals, so bedeutsam in Princeton.
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