Mittwoch, 15. Januar 2020

PARIS - und eine "theatralische Rückschau" ...

Oui, hinein in einen wahrlich Aufsehen erregenden Zeitabschnitt:
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Vorab sei bedeutsam bezeugt, daß nicht nur ein sauflustiger, bereits zügellos gewordener Alkoholkonsum - oder der anhaltende Gebrauch halluzinogener Drogen immerhin so viel bewirken kann, daß sich da etwas urplötzlich heraufbeschwört - und alsbald ichbezogen in die hernach überraschend offenbar werdenden Wege geleitet. -
Nein, denn ...
Ein psychologisches Phänomen, das einstmals französisch als „Déjà-vécu“ bezeichnete - und zuweilen bedenklich Wirklichkeit werdende „Schon erlebt“. - (auch als: déjà = bereits oder schon, vu = gesehen), das läßt hin und wieder auch ohne stimulierende Rauschmittel so einiges lebensvoll zutage treten.
Im ersten Abschnitt seines Buches „Dichtung und Wahrheit“ beschreibt Goethe eine Begebenheit, die solch einem Fausse reconnaissance, diesem „falschen Wiedererkennen“, so allerhand Ausdruck verleiht. -  
„Kokolores! Vernunftwidrige, hirnrissig gesponnene Flausen!“ räsonierte einst unbelehrbar abweisend der Freud-Schüler Sebastian Heil-Resistere, als der Großmeister der Psychoanalyse sich hinsichtlich dessen murmelnd ins Nachdenken vertieft hatte.
„Nein-nein, sie vereinsamter Nihilist! - Der Auftakt für die als Déjà-vu charakterisierten Erlebnisse, ist einzig und allein mit den verdrängten Phantasien der menschlichen Wesen präzis zu verdeutlichen!“ wurde der angehende Seelen-Voyeur sogleich eines Besseren belehrt. -
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Ja, all das gab mir nun doch zu denken, als ich vor kurzem einen mehrseitigen Brief aus Paris - geschrieben von einem Freund, dem Pianisten Javiero Garcia Sánchez - neugierig geöffnet und zunehmend beunruhigt gelesen hatte. - Javiero, ein Verwandter des 1894 in Madrid verstorbenen Musikpädagogen Francisco Asenjo Barbieri, er lebt seit seinem Studium an der Académie Royale zumeist in Paris, im Quartier Latin, im fünften Arrondissement dieser Stadt. -
Wir hatten uns 1973 in Paris kennengelernt, als ich dort einige Jahre freiberuflich als umherreisender Journalist für die bereits im Jahr 1964 von dem französischen Philosophen André Gorz dereinst in Szene gesetzten Wochenzeitung "Le Nouvel Observateur" tätig - und Javiero daselbst einige Monate als Volontär beschäftigt gewesen war. -
Da ich nun seit langem in einer norddeutschen Region und einige Monate in Griechenland ansässig geworden bin, trafen wir uns hin und wieder nur noch in Frankreich; das aber selten. -
Zurück zur soeben geöffneten Post aus Paris: Nebst einer CD mit der Klaviermusik des Komponisten Erik Satie, hielt ich vier eng-beschriebene Seiten in Händen. Und war mir - nach einem kurzen Überblick dessen - sogleich auch darüber bewußt, daß mich das Wesentliche einer brieflich anscheinend derart eindringlich beschworenen Imagination vermutlich im nachhinein wohl erst einmal nachdenklich stimmen - und sich dann, als schwer zu bewältigend, alsbald offenbaren würde:
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"Paris, 12. Juni, 2009 -
Didier cher ... Qu‘est-ce qui s‘est passé?  -  (Was ist geschehen?)
Oui, Du wirst es vermutlich gar nicht für möglich halten - und Deiner diesbezüglichen Einstellung gemäß, nur milde gestimmt lächeln. Aber die meinen Zeilen beiliegende Tondichtung des Erik Satie, sie beschwörte da neulich urplötzlich in mir einen recht melodramatisch gearteten Rückblick zutage ... Reinkarnation? Haben wir schon einmal gelebt?
Uns muß es schon 'mal gegeben haben!
Denk einen Augenblick angestrengt nach und zugleich auch inhaltsgeladen zurück - dann wird die im folgenden nun wieder auflebende Begebenheit auch Dir sogleich wahrhaft und wirklichkeitsnah vor einem geistigen Auge erscheinen:
Dieser dereinst gemeinsam erlebte Monat Mai 1917, hier, in den für uns einstmals heimatlich gewordenen, wie wohl oftmals auch desillusionierend aufblitzenden Gegebenheiten in dieser einzig benutzbaren Wüste (Camus) Paris ...
Ist das präsent? Liegt all das für Dich nun zutage? - Nein?
Dann werde ich Dir jetzt hinweisend auf die Sprünge helfen! - Eh bien:
Rauchend und Wein trinkend saßen wir damals nachdenklich gestimmt in der Feuilleton-Redaktion des Nouvel-Observateur und sprachen über die demnächst im Théâtre du Châtelet stattfindende Inszenierung von Musik, Ballett und der Malerei, dieser als „kubistisches Manifest“ bezeichneten, alsbald debütierenden Theateraufführung. 
Du erinnerst dich? - Nein, noch immer nicht?“
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Unabhängig davon, daß ich mich daran partout nicht erinnern konnte, war es erst einmal in Betracht zu ziehen, daß es den Nouvel Observateur damals noch gar nicht gegeben hat.
Denn als Erstveröffentlichung dieser bald zur meist gelesenen Zeitung gediehenen Druckschrift, ist der von Claude Bourdet 1950 in Umlauf gesetzte L‘Observateur zu erwähnen.
Da offenbarte sich in Javieros phantastisch aufblühendem Sentimentalitäts-Geschehen doch schon ein inkorrekt aufscheinendes Denkzeichen, so bedachte ich‘s kurz - um gleich darauf erwartungsvoll weiterzulesen:
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„Incroyable! (unglaublich!) Aber ein vermutlich aufsehenerregender Hinblick auf das bevorstehende Spektakel war schon vorab zu gewärtigen, als wir drei Tage vor der Uraufführung nachmittags bei der Anbahnung dessen dort dann schaulüstern zu Gast waren! 
Na, ist es nun doch gegenwärtig?
Du mußt das vor Augen haben! Den übereifrig herumwieselnden Jean Cocteau, in dem von ihm so absonderlich geplanten Szenario.
Dazu, gewöhnungsbedürftig im Hintergrund eines futuristisch erschaffenen Bühnengeschehens: Erik Saties für uns ja bis dato noch ungewohnte, von ihm extra für diese Aufführung konzertierte exzentrische Tondichtungen ... Nein, da ist noch kein Rückblick in Reichweite? Das nehme ich Dir nicht ab; gib‘s zu, Du verweigerst dich! Mußt Du jetzt alles derart ernüchternd vereiteln wollen? - Auch die Choreographie und zudem noch tänzerische Meisterschaft des Léonide Massine? Der Tänzer des Balletts Russes - und Liebhaber des Choreographen Diaghilew - der ja damals dort auch umtriebig zugegen war. Oui, schieb einmal all diese unfreundlich aufblitzende Abwehr aufnahmefähig beiseite! Dann wird sich Dir alles umgehend durchaus so malerisch offenbaren: Gewiß der übereifrig umhereilende Kostüm- und Bühnenbildner Pablo Picasso ... - Aha! Aufhorchen lassend, zeigt sich da zwingend der Malerfürst! Er setzt wohl ad hoc unter Druck und nötigt nun doch zu einem bereitwillig aufkeimenden Wiedererscheinen dieses vor Jahren ja gemeinsam so eindrucksvoll miterlebten Bühnenspektakels.
Nein, noch immer nicht?
Denk 'mal zurück: Wir waren ja damals durchaus beeindruckt ...
Nicht so der Großteil des Publikums am Abend der Premiere am 18. Mai 1917! - Lautstark geäußerte Ablehnungen brachten Tumult in den Saal - und verursachten einen Skandal! Wie Du wohl weißt.“
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Hm? - Javiero - und erneut die Beeinflussung durch Opium?
Versuchte ich‘s zu ergründen; mich auch daran erinnernd, daß er seit langem schon ein Bewunderer des am 11. Oktober 1963 in Milly-la-Forêt verstorbenen enfant terribles Jean Cocteau war. Und sich 1976, in Paris, als Besucher einer Versteigerungs-Aktion Cocteaus‘scher Wertobjekte im Bereich der beweglichen Habe, zwei der hier unter anderem angebotenen Opium-Pfeifchen zu eigen gemacht hatte. -
Oui, offenbarte sich hier nun doch eine derart beeinflußte Willenslenkung halluzinierend einwirkender Drogen? 
Trotz allem laß ich erwartungsvoll weiter:
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„Voilà, erinnerst Du dich manchmal noch an den oftmals abwertend begutachtenden Schmähredner Jean Poueigh? „Man hat da auf die nie endende Dummheit der Menschen spekuliert“, ließ er, der bekannte Musikkritiker, sich damals derart gestreng in einigen Zeitungen über das extravagant inszenierte Bühnenereignis aus. Eventuell ist es Dir wahrhaftig nicht mehr in Erinnerung geblieben, daß Erik Satie ihm daraufhin stockwütend eine Postkarte mit dem folgenden Wortlaut geschrieben hat: „Monsieur et cher ami - vous êtes un cul, un cul sans musique!“ (Mein Herr und lieber Freund - Sie sind ein Arsch, ein Arsch ohne Musik!) -
„Am darauffolgenden Tag - Das wirst Du wohl kaum vergessen haben! Da saßen wir ja dann noch, vertieft in ein wortgewaltig gestaltetes Miteinander, bei der reizenden Madame Misia Sert im eleganten Salon ihrer Wohnung am Quai Voltaire ... - Anwesend waren - wie es nun wirklich noch erinnerlich sein müßte: Ein oft buhlerisch um Léonide Massine herumtänzelnder Serge Diaghilew. Und der spür- und sichtbar um Aufmerksamkeit bemühte Jean Cocteau. Ein dandyhaft gekleideter Marcel Proust, dessen hin und wieder durchdringend laut werdendes Lachen uns alle erschauern ließ. Und im kontemplativen Abseits ein sich angeregt mit dem Maler August Renoir unterhaltender Freund und Kumpan Toulouse Lautrec. - Oui, und um Mitternacht erschien dann auch noch der unserer Misia dereinst das Musikstück „La Valse“ gewidmet habende Komponist Maurice Ravel“. -
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„Javiero, Du hast Max Jakob, Guillaume Apollinaire und auch den damals dort anwesenden Pablo Picasso gar nicht erwähnt!“ murmelte ich, obschon noch immer recht unzugänglich gestimmt ...
Kopfschüttelnd und trotz allem nun doch auch schon schwärmerisch zwangsgesteuert in eine gefühlvoll aufleuchtende Rückschau in die reizvoll erlebte Zeit in Paris entrückt, nahm ich die bereits geöffnete Flasche Rotwein zur Hand und begab mich nebst Glas und dem Brief des Freundes auf die Terrasse meines Häuschens im Norden der griechischen Insel Lesvos. - Sanftmütig gestimmt, war ich dann gleich darauf weiterverfolgend wieder in Javieros daseinsfreudiges und wortreich zu spüren gegebenes Wunschtraum-Gebilde vertieft - in diesem erweiterten Ausmaß:
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„Verspätet kam dann, wieder einmal angetrunken, „Monsieur Pauvré“, wie er in einschlägigen Kreisen oftmals benannt wurde: der Erik Satie. - Didier, das kannst Du unmöglich vergessen haben!“ stand da zu bewegen suchend geschrieben. - „Auch eingedenk dessen, daß Du es ja warst, der dann, bereits in den beginnenden Morgenstunden, den inzwischen volltrunken wankenden, rheumatisch einherstolpernden Erik hilfreich nach Hause, in sein zellenartiges, mit allerhand Trödel, Gerümpel und Plunder vollgestopftes Kämmerlein, damals noch in der Rue Corot, stützend geleitet hast!“ -
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Par bleu! Ich versuchte mir das nun leibhaftig vor Augen zu stellen. Und dachte dabei an Platon, der einmal diesbezüglich bekundet hat: Nur die ewigen Ideen sind das eigentlich Seiende!
Ach Javiero! - Beeindruckt und nun wohl auch zunehmend beeinflußbar Wirkung gewahr werdend, las ich aufmerksam weiter:
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„Unterwegs, so hast Du es damals uns allen erzählt, warst Du ja angeblich immer wieder sehr darum bemüht, ein wenig mehr über sein der mittelalterlichen Mystik entliehenes Musik-Emfinden, dieser Rückkehr zu einer klassischen Prägung dessen zu ergründen. -
Das sollte nun doch gegenwärtig sein ... "Er sei noch immer in die Erweiterung seiner Gymnopedien vertieft und das kontinuierlich!" hat Dir der trunken einherstiefelnde Erik abwinkend zu verstehen gegeben, so hast Du uns damals darüber berichtet. - Nebenbei bemerkt, sind das die Kompositionen, die mir noch immer am besten gefallen. Nein, nicht so die einstmals erlebten Tondichtungen dieser theatralischen Aufführung „Parade“
Stimmen wir da überein?“ -
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Was das angeht: ja, dachte ich beiläufig ...
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„Im Flur seiner ärmlichen Bleibe angelangt“, berichtete Javiero schriftlich weiter, „hat er Dir - wie Du es derzeit ja stillvergnügt betont hast -, dann schlußendlich noch aufgebracht zugeraunt: "Möge dem Armseligen, der mich übersieht, die Zunge verbrennen - und auch das Trommelfell platzen!" -
Mon dieu! Wenn Du dich daran nun nicht mehr erinnern kannst, dann schöpfe ich doch den Verdacht, daß ich ab jetzt unerfreulicherweise an Deiner Merkfähigkeit zweifeln muß! - Laß es mich wissen, ruft sorgenvoll ausharrend einer der wenigen Dir aller Wahrscheinlichkeit nach wohl noch verbliebenen Freunde, im derzeit regnerisch verschnupft machendem Molloch Paris.“ -
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Unserer langjährigen Freundschaft zuliebe, galt es nun herzlich und angemessen darauf zu antworten ...
Immerhin, dem bereits genußfreudig getrunkenen Wein zur Folge, würde die Beantwortung seiner gefühlsselig formulierten Zeilen dann auch hoffentlich zusagend und erfreulich zuwege gebracht werden.
Nun ja:
„Wer ein bewußtes Leben führen will, der muß das im flüchtigen Strom seiner Erinnerungsbilder tun!“ so hatte es ja schon der in Berlin lebende Philosoph Stephan Otto dereinst konkretisiert. -
In Anbetracht dessen, griff ich bald darauf seelenvergnügt zur Feder, um gleichgestimmt, wie einstmals Schulter an Schulter, nun emotional aufgekratzt aufs Geratewohl "zurückzublicken":
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Skala Scamia, Lesvos, Greece, am 14. Juni, 2009 -
Mon cher Javiero,
wohl wahr, es bleibt unvergessen - und natürlich erinnere ich mich an all das von Dir urplötzlich nun so gefühlsreich erneut vor Augen geführte damalige Geschehen. - Wenn ich da zutreffend zurückschaue, dann bist Du ja damals bald darauf, im Juni 1917, nach Madrid abgereist, um Deine Mutter zu besuchen und am dortigen Konservatorium drei Jahre lang als Musiklehrer zu unterrichten. - Das ist nun durchaus erwähnenswert, mein Freund!  -
Denn in diesem beachtenswerten Zeitraum, da hat sich ja noch so einiges aufsehenerregend ereignet ...
Als Du noch in Paris anwesend warst, da sprachen wir eines Abends mit Guillaume Apollinaire über einen neuen Geist des Überrealismus - er nannte es „sur-realisme“, Du erinnerst dich daran? Gemeint war: Das Wirkliche mit dem Unwirklichen zu verknüpfen ... -
So annähernd im Unwirklichen trat dann zutage, was ich kurz nach Deiner Abreise erleben durfte:
Wir (die Redaktion) hatten in Erfahrung gebracht, daß Picasso wieder einmal die Gespielinnen ausgewechselt hatte, Olga Chochlowa war jetzt die Favoritin. Im Juli 1918 hat er die Dame dann geheiratet. - Cocteau war der Trauzeuge. Oui, und ihn habe ich dann gebeten, mir einen Termin für ein Interview zu beschaffen. - In der darauffolgenden Woche hat‘s dann auch geklappt, der Meister hatte es gönnerhaft geschehen lassen ...
Wohlan - und somit zurück ins damalige "Geschehen":
Picasso war ja inzwischen nicht nur berühmt, sondern auch wohlhabend geworden. Als ich die neue Wohnung in der Rue la Boétie betreten hatte, stand mir ein auffallend bürgerlich sichtbar werdender Maler gegenüber: Im maßgeschneiderten Anzug, mit einem Ziertuch in der oberen Jackentasche und einer auffällig hervorleuchtenden goldenen Uhrkette am Knopfloch. - Es verschlug mir die Sprache, als ich die luxuriös ausgestatteten Räume näher in Augenschein nehmen konnte: Olgas strategische Einflußnahme, so bedachte ich‘s, als mich der Meister überraschend freundlich dazu aufforderte, nun ihm gegenüber Platz zu nehmen. - Kurz zusammengefaßt: Im Laufe des einseitig stattfindenden Gesprächs wurde mir deutlich gemacht, daß ich ein Interview nur bekommen könnte, wenn ich schon morgen früh als Chauffeur zur Verfügung stehen würde. - Er habe sich gestern ein Automobil gekauft, einen Hispano-Suiza; weder er noch Madame Olga hätten jedoch eine notwendige Fahrerlaubnis. Auch der Freund Erik, Monsieur Satie nicht, der ja morgen dabeisein würde ...
„Wo man denn so übereilt hinfahren wolle?“ habe ich, offensichtlich total überrumpelt, nachgefragt.
„Nach Antibes, um dort, am La Garoupe benannten Strand im Kreis der feinen Gesellschaft ein wenig mitmischen zu wollen!“ gab mir Picasso abfällig grinsend zu verstehen. -
Ich hatte begriffen: Le High Life - das Treiben der Prominenten - und Madame Olgas offenbar lebenswichtiges Begehren, daselbst nun beachtet werdend mithalten zu können. -
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Am Morgen darauf klingelte ich, repräsentabel gekleidet - ich hatte mir am Abend zuvor von Max Jakob noch einen Anzug geliehen -, abreisebereit dastehend, an der Wohnungstür der Familie Picasso.
Olga öffnete mir - und nahm mich mißbilligend in Augenschein: „Nein-nein, so geht das nicht!“ fuhr sie mich an. „Das werden wir jetzt sofort passend umgestalten!“ ließ sie mich wissen, rauschte davon und schon wenige Minuten später hielt sie mir die vollständige, komödienhafte Montur eines Chauffeurs unter die Nase! - „Keine Widerrede, Sie ziehen das nun sofort an!“ wurde bestimmt. -
Javiero, Du kannst dir vielleicht mitfühlend deutlich vor Augen führen, wie mir damals zumute war ...
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Trotz allem gestalteten sich diese dereinst erlebten Tage wahrhaft zu einem unvergeßlichen Reisegeschehen. Am ersten Tag fuhren wir bis hin nach Lyon - es gab ja damals noch keine Autobahn -, und am zweiten Tag erreichten wir dann gut gelaunt schließlich das Städtchen Antibes. -
Fürwahr: Eine anstrengend verlaufene Autofahrt ...
Andererseits sich ausreichend ergebende Stunden, um hernach wirklich ein aufschlußreiches und bemerkenswertes Interview konzipieren zu können. -
Javiero, derart inhaltsgeladen nun so überraschend zurückblickend, ist da noch etwas erwähnenswert: Als der Erik Satie am 1. Juli, 1925 in Paris verstorben war, da fanden wir - Max Jakob und ich - in seiner Wohnung noch die inzwischen weltweit bekannt gewordene Komposition „Vexations“ - „Quälereien für ein Soloklavier“, wie er die Tondichtung ja scherzhaft benannt hatte. -
So viel erst einmal für heute, mon ami; auch hinsichtlich eines hin und wieder aufblühenden Erinnerungsvermögens, - salut, à bientôt - ton Didier. -
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Post Skriptum: 
Wissenschaftliche Untersuchungen haben aufsehenerregend erkundet, daß 50 bis 90 Prozent der auf diesem Globus gern lustbetont weilenden Menschen derartig traumhafte Erscheinungen dieser beunruhigend phantasievollen Beschaffenheit bereits oftmals durchlebt haben - und gegebenenfalls auch uneingeschränkt beurkunden können.  
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Samstag, 11. Januar 2020

Das so alles enthüllende "Dschungelcamp" - demnächst ganz und gar neubelebt im TV - !!

In Erfahrung gebracht an einem beachtlichen Nachmittag auf dem überdimensionalen Gelände vieler TV-Produktionen in Köln ...
Denn dort traf unser Chefredakteur Bernd-Martin rein zufällig den allseits bekannten Entertainer Harald S.
Im Laufe des aufschlußreichen Gesprächs wurde ihm dann mitgeteilt, daß im hier produzierenden Fernsehsender RTL wohl in Zukunft bei der allerorten beliebten ereignisreichen Doku-Soap: "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" doch so allerhand neu und umgestaltet werden müsse. 
"Hm? Warum - und wie das denn?" versuchte Bernd-Martin zu ergründen.
"Achdiese sich dort bisher so schwachköpfig offenbarende Mischung aus dem zum Gespött gemacht werden, einer Art Selbstdemontage, immerhin einhergehend mit nicht alltäglichen Gaumenfreuden! - Nun sei man inzwischen aber zu der Erkenntnis gekommen, daß namhaftere, wie wohl gern auch berüchtigte Persönlichkeiten dem Schauplatz ein ganz neuartiges Gepräge gewahr werden lassen." gab er abfällig grinsend zu verstehen. -
"Man wolle keinen dieser dummstolzen Großtuer mehr in der Glotze zu Gesicht bekommen! Dieser geistesarme Möchtegern ist da anscheinend nicht mehr gefragt - und als zu "unvollkommen" ins Abseits geraten." wurde betont. "Wahrhaftige Kultfiguren in Fleisch und Blut seien jetzt zwingend gesucht", ließ er Bernd-Martin noch wissen.
"Das wirft ja immerhin düstere Schatten voraus!" horchte B:M auf.
"Wohlweislich!" nickte der Harald ihm zu.
"Hm? - Da wäre doch auch dieser Italiener Berlusconi nicht unpassend", gab ihm B.M. zu bedenken.
"Ja, der ist schon gefragt worden", wurde bestätigt. "Kann aber nicht dabei sein, weil er baldigst wieder als Ministerpräsident die geliebte Heimat zu neuer Blüte gestalten will.
"Vielleicht dieser weltweit oftmals doch so verwirrend selbstgefällig in Erscheinung tretende Donald Trump?" forschte B.M. schmunzelnd nach.
"Wohl wahr, ein durchaus vielversprechender Kandidat!" wurde bestätigt. "Nur muß man da noch so lange abwarten, bis der in Amerika endgültig zu Fall gekommen sein wird.
"Ich hab's: dieser Despot Kim Jong Un aus Nordkorea wäre dort bestimmt als ein non plus ultra zu placieren!" versuchte B.M. sich letztendlich noch hilfreich einzubringen. -
"Einen deutschen Politiker hatten die neulich dort schon. Aber die Welt sei doch nach wie vor voller abartiger, pittoresk und ausdrucksvoll leicht bewußtseinsgestört oftmals so abartig zur Schau sich stellen wollender Persönlichkeiten!" ließ er's schlußendlich dann noch spottlüstern verlauten, der Talkmaster Harald S., als sich Bernd-Martin nun kopfschüttelnd, jedoch kenntnisreich von ihm verabschiedete ... 
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Ein diesbezüglicher Hinweis:
Der Journalist Wolfgang Herles, er hat auch das konkretisiert in seinem Buch "Die Gefallsüchtigen" einmal umfassend sehr deutlich zum Ausdruck gegeben. -
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Montag, 6. Januar 2020

Liebe - erwartungsvolle Weltenbummler ...

Wohl dem - in 2020:
Nun ja, falls Sie (auch) in diesem Jahr vorhaben zu verreisen, dann möchte ich jetzt verheißungsvoll versuchen, Sie für GRIECHENLAND zu begeistern:
Beglückend und informativ hinein in den Bannkreis der einstigen Wiege des Abendlandes. -
Einmal abgesehen von der Begegnung mit dem griechischen Festland, gibt es dort etwa 1400 Inseln, von denen 166 dieser Eilande nun schon seit Urzeiten "bevölkert" sind. -
Der griechische Schriftsteller Nikos Kazantzakis ("Alexis Sorbas" u.a.) hat's hinsichtlich dessen einmal so formuliert:
"Welch andere Freude auf Erden kann besser im Einklang mit dem Körper und der Seele stehen, als Griechenland zu bereisen". -
Der Zauber der griechischen Landschaften ...
Und Friedrich Hölderlin, der deutsche Dichter, er gab seine diesbezügliche Gemütsstimmung seinerzeit einmal doch sehr inbrünstig zum Ausdruck: "Ich liebe dieses Griechenland überall. Es trägt die Farbe meines Herzens!"
Ach ja ...
Herzlich willkommen - kalóß órißeß/orißate!
Und mit einem oftmals beseelenden - heimatlichen Empfindungsvermögen, da sei's mir hier nun erlaubt, so mancherlei über dieses beglückende Elysium zu erzählen:
Allerdings nicht ohne - auch darüber hinaus - hier eine kritisierende Stellungnahme zur derzeit oftmals überschatteten "Jetztzeit" ein wenig verdeutlichen zu muessen. -
"Das sei nun wohl diesbezüglich (leider) vonnöten - zudem auch eingedenk unserer humanitären Bürgerbewegung "Spitha" (der Funke)!" So hat mir der Mikis Theodorakis, in Anbetracht dessen, derzeit wohlmeinend ein wenig "Vorhaltungen gemacht".
Trotz allem: Kaló taxidhi! (Gute Reise!)
Falls Sie des weiteren neugierig werdend dabei bleiben wollen:
Wenn ja, dann "klicken" Sie bitte rechtsseitig im Bereich der "Stichworte" GRIECHENLAND an.
Noch etwas sei hier fast konkretisiert:
Denn der Herr von Goethe hat's einstmals schwärmerisch mit diesen Worten bekundet: "Unter allen Völkern haben die Griechen den Traum des Lebens am schönsten geträumt!"
"Ja, das einzige Paradies in Europa" so benannte es einst ein weltbekannter Schriftsteller. "Dort füllt sich mein Herz wieder zunehmend mit Licht - und öffnet sich hernach dann oftmals wie eine Blume".
Wie kann man´s noch inbrünstiger zum Ausdruck geben ...
Und appetitanregend sei da noch hinzugefügt:
In Griechenland gibt es viele vorzügliche Weine - "Jassas". -
Und die griechische "Kochkunst" offenbart sich in all der Zubereitung köstlicher Speisen doch oftmals als eine der besten auf diesem Erdenrund. - Nun ja, dort, wo man sie noch "derart" erleben darf. - Wohl nicht in der "dem Tourismus zur Liebe" als ausreichend "vereinfachten" Darbietung all dessen. -
Nein (óchi), nichts spricht dagegen ... Jedoch: Wenn Sie als Griechenland-Reisende "wirklichkeitsnah" zu speisen gedenken, dann ist's durchaus empfehlenswert, wie griechisch auch gang und gäbe, in der Küche mit dem Koch darüber erwartungsgemäß diesbezüglich zu "verhandeln"...
Denn auch dort ist man zumeist "sprachgewandt" zugegen. -
kali órexi! meint: Guten Appetit! -
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Da sei nun doch noch erläuternd nachgetragen:
Ulrike und ich, wir haben bisher, so innerhalb von 30 Jahren viele dieser griechischen Inseln bereist. - Allerdings stets eigensinnig in einem Abseits all der touristisch organisierten Infrastrukturen. -
Wie das? Problemlos: Ein sogenannter "Nur-Flug" nach Griechenland (auch Insel direkt), dort ein Auto mieten und ein annehmbares Quartier suchen ...
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Freitag, 3. Januar 2020

Das war nun - so rundum das Jahr 2019 ...

"Die Kirchturmglocke macht zwölfmal Bumm -
und schon ist so'n Jahr dann wieder mal um! "
So hat's der Herr Ringelnatz dereinst bekundet.
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Lustbetont, mit sehr viel "Schwein", *
geht´s nun ins neue Jahr hinein ...
* ("Schwein", gleichbedeutend mit "Glück").
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Hier nun, auf dieser Ebene einer möglichen Fühlungnahme: 
"Ein erfolgreiches, zuweilen auch aufregendes Erleben in den nächsten zwölf Monaten des neuen Jahres, beziffert als 2020, das sei Ihnen herzlichst gewünscht!"
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Danke für das Interesse an meinen Erzählungen,
bekundet
        Dieter Schäfer, gebürtig benannt als Didier Vaselis - 
und damals auch als    
"ARSINOE" sehr gefühlswarm bemuttert.
        -   
        *   

Donnerstag, 2. Januar 2020

Ist's märchenhaft - unglaublich?

Nein, wohl absolut fabelhaft:

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Und das so sichtbar leibhaftig.
Zur Verdeutlichung dessen sei hier bezeugt:
Ich wohne seit vielen Jahren
in einer ländlichen, treuherzig gestimmten Abgeschiedenheit.
Immerhin ist man dort hin und wieder -
so unwirklich überwältigend -
auch Zeuge dessen, dass in der lateinischen Wortprägung
"fabula delectat":
Die Fabel will unterhalten -
und unterhaltsam zum Ausdruck bringen,
dass Tiere durchaus menschliche Eigenschaften besitzen -
und somit auch dementsprechend zu handeln verstehen."
Das haben ja schon namhaft gewordene Poeten
informativ und beachtenswert zu spüren gegeben.
Es wird da wohl Wahres daran sein ...
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Aber wer von uns wird das letztendlich bezweifeln?
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Sonntag, 29. Dezember 2019

SILVESTER - gefühllos und unbarmherzig ...

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So darf man das oben abgebildete Geschehen doch wohl bezeichnen!
Veranstaltet am letzten Tag des Jahres: 
Denn derart gefühlskalt hatte der Rentner Karl-Theodor G.,
seit Jahren wohnhaft in einem Vorort der Hansestadt Bremen,
in der Silvesternacht mit einem alkoholischen Gesöff eine alsbald zu verantwortende Hemmungslosigkeit dort so zynisch deutlich werden lassen!
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Ja, ich bin mir dessen bewußt, daß einige meiner Leser diese Begebenheit bereits zur Kenntnis genommen haben. Trotz allem habe ich das als frevlerisch zu beurteilende Geschehnis noch einmal als durchaus bedenklich stimmend offenbar werden lassen. -
Die oben genannte Person wurde für diese Peinigung vom Bremer Tierschutzverein e.V. dann doch noch zur Rechenschaft gezogen. -
Die beiden abgebildeten Zierfische Anton und Bartholomäus, sie sind nun inzwischen sichtbar wieder wohlauf
Denn sie haben im Bremerhavener Zoo, im Aquarium am Meer jetzt glücklicherweise ein neues, weiträumig und fischfreundlich verfeinertes Zuhause bekommen.
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Freitag, 27. Dezember 2019

WEIHNACHTEN - nun wieder einmal so schicksalhaft ...

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Ja doch, es geschah an diesem 24. Dezember:  
Die alte Standuhr im kleinen Häuschen am Rande des Waldes hatte soeben achtmal dumpf tönend die abendliche 20-Uhr-Zeit hörbar erkennen lassen. - Die Bewohner des einsam gelegenen Häuschens, Wilma und Heinrich M., sie saßen bereits in der Dorfkirche des Ortes am Rande des Fichtelgebirges, um - wie ja schon in all den Jahren vorab geschehen - wieder einmal den weihnachtlichen, so christentümlichen Erläuterungen zu lauschen ... 
Als sich daheim, etwa zwei Kilometer entfernt, der folgende Vorfall ereignete:
Da hatten sie, trotz einer sich bald darauf überdeutlich als aussichtslos darbietenden Gegebenheit, die Abwesenheit der menschlichen Wesen genutzt, um eilfertig durch ein (gottseidank) offenes Fenster ins Haus einzudringen! - Am Tag zuvor war er im Hausgarten noch ahnungslos schnatternd dahingewatschelt, der urplötzlich der Gemeinschaft brutal entrissene Ganter, zeit seines Lebens "Bruno" gerufen. - Ohne sich darüber auch nur annähernd bewußt zu sein, daß dessen derzeitige Leiblichkeit eine Rekonvaleszenz als absolut hoffnungslos offenbar werden ließ, wollten sie jedoch umgehend eine wie auch immer zu meisternde Art Wiederbelebung versuchen.
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Dienstag, 24. Dezember 2019

Weihnachten: "kein Heiligabend- Empfinden"...

Nein - eigentlich so nicht!
Das sei im Voraus konkretisiert ...
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Mondschein bleicht der Engel Schwingen,
als heisere Stimmen Chorus singen.
Fast wächsern blinkt der Abendstern,
ein Glockenton nervt laut von fern.
Stoisch, schon fast gottergeben,
zwingt festlich orientiertes Leben
sich grell in jeden Ort hinein -
willkommen trüber Dämmerschein!
Mit lausig kalter Abendluft,
mischt sich der Spekulatiusduft.
Beschwingt, gleich einem Wonnegraus,
zieht Festlichkeit in jedes Haus.
Wo stets ein Baum mit vielen Kerzen,
geschmückt von hoffnungsschweren Herzen,
still nadelnd, später pflichtbesungen,
von Eltern, Mädchen und auch Jungen,
so ausdrucksvoll den Raum betont.
Noch zeigt sich alles altgewohnt -
bis daß der Vater dann die "Blagen",  *
ermuntert zum Gedichtaufsagen ...
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Was sich ab dann zusammenbraut,
hat stimmungsvoll das Fest versaut.
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* Die etwas abfällig geartete Benennung der Sprößlinge sei mir im nachhinein verziehen, aber der leibliche Vater der oben erwähnten Nachkommenschaft hatte sich mir gegenüber ja dergestalt offenbart.
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 Tja, und diesbezüglich sei noch erwähnt:
"Du solltest dich schämen, derart kratzbürstige Reime zu gestalten!" wurde mir schon bald darauf zu spüren gegeben. - Reumütig, habe ich hernach die erhitzte Stirn noch langdauernd an die eiskalte Statur einer sich im Garten zur Schau stellenden Schneemann-Figur gepresst.
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Mittwoch, 18. Dezember 2019

Der von Zweifeln geplagte Weihnachtsmann ...

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Anteilnehmend, blickte er anfangs sekundenlang noch nachdenklich gestimmt drein, der namhaft gewordene Psychoanalytiker Gotthold-Emmerich Fr. - Dann war er sich umfassend darüber im klaren: "Tja, im Grunde genommen hätten wir es hier mit den psychogen sich entfaltenden Dimensionen eines Minderwertigkeitskomplexes zu tun, diesem durchaus belastenden Gefühl einer Unvollkommenheit. - 
Mein hochgeschätzter Kollege, der Psychologe Alfred Adler, er hat diese Befangenheit dereinst als einen zentralen Begriff in den Bereichen der Individualpsychologie konkretisiert ... Nun ja, in Anbetracht auf eine alljährlich nur zur Weihnachtszeit sich einfindende Personifizierung - ich meine jetzt Sie! - komme ich da zu einer gänzlich anderen Erkenntnis: Das ist ein Affentheater, alles Mumpitz! Ein hinterhältiger Trick, um anmaßend auf sich aufmerksam zu machen, sie Weihnachtsmann!" - 
Bald darauf hatte er sich jedoch wieder beruhigt ... 
Und mit einem "Sein oder Nichtsein, das ist des öfteren die Frage", setzte er Shakespeare zitierend dann einen Schlußpunkt zur derzeit vorhandenen Zwangsbefürchtung, der mit all den Untiefen menschlicher Bedrängnisse vertraute Seelenbeschwörer Gotthold-Emmerich Fr. -
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Freitag, 13. Dezember 2019

In einer liebevollen Vorbereitung auf das festliche Weihnachten 2019:

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Da hatten wohl all die herzensguten Zielsetzungen:
"Was schenke ich meinen Lieben?"
wieder einmal so einiges an Kopfzerbrechen bereitet.
Geschenke basteln? - Ein gangbarer Weg ...
Wochenlang hatte sich auch die 11-jährige Rebecca
schon anhaltend darüber Gedanken gemacht. -
Schwesterlich zugetan alles nur möglich zu machende in Betracht gezogen. 
Wohlmeinend ein Für und Wieder dessen erwogen, was als ein wahrlich
herzerfreuendes Weihnachtsgeschenk den vierjährigen Bruder Kevin
am festlichen Abend jauchzen und jubilieren lassen würde. -
Glücklicherweise war dann bald darauf
alles als durchaus gelungen - so greifbar zur Hand. 
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Montag, 9. Dezember 2019

Damals, als man noch "Bücher gelesen" hat:

Oftmals begeistert ...
Und somit vorab einleitend die Darlegung "Buch an sich":
Ja, denn erst im 4. Jahrhundert nach Christi ist es so aufsehenerregend gelungen, beschriebene oder bedruckte (sauteure) Pergament-Blätter - sie ließen sich falten, um sie dann (mühsam) in Lagen zusammenzulegen und hernach kunstvoll zu binden -, zu einem (gegebenenfalls bisher noch immer) unterhaltsamen und oftmals auch lehrreichen Ganzen formen - man nannte es schlicht und als neu zu entdeckend das Buch ... ***
Diese sensationell unterhaltsame Neubildung hatte jedoch auch zur Folge, daß man seitdem ununterbrochen bemüht sein mußte, für diese noch ungewohnten Druckwerke umtriebig Kunden zu ködern - äh - des Lesens kundige Abnehmer zu finden ...
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So einstmals auch im Monat September des Jahres 1779, als in einem Göttinger Buchladen der dort zufällig anwesende Schriftsteller und geistvolle Satiriker Georg Christoph Lichtenberg unvorhersehbar von dem plötzlich um ihn herumtänzelnden Buchhändler beinahe kniefällig mit dem folgenden Ansinnen bestürmt worden war: "Er, der anbetungswürdige Meister des Aphorismus, er möge ihm doch bitte - koste es denn, was es da ergo wolle - liebenswürdigerweise ein wahrlich werbewirksames Sprüchlein für seine Schaufensterauslage wirkungsvoll gestalten. -
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Tatsächlich hat sich der Autor Lichtenberg dereinst "breitschlagen lassen" - und schon einige Tage später dem Göttinger Buchhändler einen durchaus erfolgversprechenden Werbetext überreicht, mit dem folgenden Wortlaut:
Ach ja, wer zwei paar Hosen sein eigen nennt, der mache nun selbstkritisch und neugierig werdend die eine davon zu Geld! - Um sich dann unverweilt Bücher beschaffen zu können. -
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*** Ein BUCH: Von Heranwachsenden, also der jungen Generation hin und wieder im "Bücherschrank" des Großvaters entdeckt - manchmal auch neugierig zur Hand genommen, um es dann gleich darauf kopfschüttelnd als vermutlichen "Dekorationsgegenstand" - oder altertümlichen "Krimskrams" wieder in den altmodischen Schrank zu verfrachten.
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Tja, von der "Buchfläche" nun in der Versenkung entschwindende Welt all dieser Büchernarren.
Das Ende einer oftmals immer wieder literarischen Ergriffenheit ...
? - ?
Nein-nein, das nicht so ganz, denn:
"Die von den stets aushilfsbereiten Ghostwritern eilfertig beschriebenen Lebensbeichten von all diesen Eintags-Berühmtheiten, die geraten jedoch derzeit noch zunehmend bestens! Weltweit so prahlerisch bedeutend als Bestseller-Literatur betitelt", derart umfassend bezeugte es einst die Schriftstellerin Erica Jong. -
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Donnerstag, 5. Dezember 2019

Ist' s ein beunruhigendes Reisen - in bisher noch unbekannte Länder - ?


So neulich, im sagenhaften Riesengebirge:
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Nun ja, darum sei es fast "entmystifizierend" deutlich gemacht ...
In dem Landschafts-Bereich dieser Sudeten. - Geographisch jetzt so korrekt betrachtet: im polnisch-tschechoslowakisches Grenzgebiet.
Und prähistorisch benannt nach einem einstmals dort heimischen und seit langem angeblich ausgestorbenen Geschlecht sehr großer und massiger Gestalten - in vorwiegend männlicher, jedoch hin und wieder auch sichtbar gewordener weiblicher Beschaffenheit. 
Im Hintergrund des oben verdeutlichten Geschehens, da präsentiert sich die 1600 Meter hohe, als "Schneekoppe" benannte Gebirgslandschaft. -
So viel entfaltend vorab ...
Die in der veranschaulichten Szenerie von der männlichen Person so leichthin und unerschrocken in Abrede gestellten Teufel, sie sind wohl im dortigen Moor tatsächlich nicht mehr präsent, wie es vor kurzem der in Worpswede lebende 96-jährige Ethnologe Horst-Eberhardt W. auf unsere diesbezügliche Anfrage glaubhaft versichert hat. - Der letzte Vertreter dieser "Verderbtheit" oder auch "Verkörperung des Bösen" sei ein harmloser und friedfertiger Sonderling gewesen - und bereits 1945, noch kurz vor Beendigung der Flächenbombardements im "Zweiten Weltkrieg", durch eine offenbar fehlgeleitete Bombe der diese ländliche Region anhaltend überfliegenden britischen Kampfflugzeuge, am Rande des Teufelsmoores todbringend verletzt - und dort bis zur Unkenntlichkeit zuschanden gekommen. Schon bald darauf jedoch von einem in dieser Gemarkung lustwandelnden Worpsweder Maler erschrocken haltmachend aufgefunden worden ... 
Da sei als Schlußfolgerung nun doch noch weitherzig hinzugefügt: 
"De mortuis nil nisi bene" - (Über die Toten nur Gutes), rief, in einer zeitgemäß vergleichbaren Situation, dereinst so gutgesinnt der griechische Denker Diogenes Laertius.
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Freitag, 29. November 2019

Nervend: Diese fliegenden - so unangenehm belästigenden Quälgeister !

Wieder einmal - und zunehmend verstimmend im Hinblick dessen ...
Jedoch war es ja anheimelnd geeignet zuvor:
Denn ein aromatisch mundender Wein gab mir eine angenehme Art von "Geleit", als ich mich in das von Jean-Paul Sartre einstmals geschriebene Drama "Die Fliegen" (Les Mouches) lesend vertieft hatte. -
Anklingend an die griechische Mythologie, thematisiert hier der als "maître àpenser" so lobpreisend benannte "Vordenker" in dieser Lektüre unter anderem all die lebensnotwendigen Belange und wohl auch Tragweiten im Bereich "Freiheit" und "Hoffnung" ... 
Vorab nun ein "kurzum" doch anschaulich machender Überblick all dessen:
"In der antiken Stadt Argos wimmelt es fortdauernd so peinigend von Fliegen." 
Ein Leitfaden - hinsichtlich des dramatisch verlaufenden Geschehens. -
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Ach ja, nun denn, apropos Fliegen:
Wußten Sie schon, daß es so etwas tatsächlich gibt? Diese aus meiner Sicht als "hinterhältig" zu bewertenden, sogenannten "Van-der-Waals-Kräfte", also "Anziehungskräfte"; mit deren Hilfe die lästigen Viecher auch Hals über Kopf einen Halt an Zimmerdecken und spiegelglatten Oberflächen zu meistern wissen. - Bevor sie dann nervend um uns herumschwirren und alsbald die Speisen auf dem appetitlich gedeckten Abendbrottisch belagern.
Insbesondere all diese widerwärtigen "Schmeißfliegen"; wir Neolatinistiker reden da wissenschaftlich und gern etwas selbstgefällig, von einer penetrant aufdringlich attackierenden "Calliphoridae". Ein stahlblau fluoreszierender Brummer, dessen Lebensabschnittsgespielin immerhin bis zu dreihundert Eier als bedrohlichen Nachwuchs erzeugt; Initialstadien, die bereits 24 Stunden später als ekelerregende Maden ... Man mag gar nicht daran denken! -
Auch nicht daran, daß da irgendwann verträumt durch die Landschaft stolpernde Tierphysiologen so unüberlegt und verniedlichend eine der Spezies dieser Quälgeister als "Stubenfliege" benannten. - Stubenfliege!
Der Inbegriff "gute Stube", bisher ja noch immer als stets "heimelig" empfunden - als eine rundum beglückende "Wohn-Wohlfühl-Sensualität"!
Und dann (man will es nicht wahrhaben wollen!) diese vernunftwidrige Kennzeichnung derartig kontinuierlich piesackender Eindringlinge.
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Beunruhigt blickte ich nun in das vor mir stehende, sich inhaltlich noch etwa dreiviertelvoll darbietende Weinglas; in dessen Substanz eine wahrscheinlich über kurz oder lang mit dem Tode ringende Fliege jetzt hektisch eine Mitleid erregende Willenskraft offenbar werden ließ. - Hm? - Nun ja ...
"Leben, das heißt überflüssig zu sein!" ("la vie, c'est-à-être redondant") das hatte er ja dereinst - wohl diesbezüglich - so unbarmherzig zum Ausdruck gebracht, der stets nachdenklich stimmende Philosoph Sartre ...
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Donnerstag, 28. November 2019

So ganz und gar märchenhaft! - (?)

Wohl nur gegebenenfalls ...
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"Hören Sie 'mal: Ich nehme sonst keine Anhalter mit. Nur weil's da draußen saukalt ist - und Sie völlig verfroren dagestanden haben ... Jetzt frage ich Sie nach ihrem Namen - und Sie sagen: Schneewittchen! - Wollen Sie mich auf den Arm nehmen?"
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Seltsam ...
Tja, denn da wird eine bisher größtenteils lust- und leidenschaftslos vonstatten gegangene Alltagswelt so urplötzlich und unvorhersehbar in als übernatürlich zu bemessenen Einflußbereichen märchenhaft aus der Fassung gebracht.
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So auch damals, im Monat Januar des Jahres 2007, als dem Göttinger Wohnmobil- Handelsreisenden Horst-Michael W., auf einer beruflich bewerkstelligten Fahrt von Münden nach Bebra, die oben abgebildete Begebenheit widerfahren ist. -
Unglaublich ...
Beinahe. - Aber anstatt die sich so wunderlich darbietende Chance auch zu nutzen - und die Schöne damals (zweckgerichtet) folgendermaßen anzusprechen: "Da du nun greifbar zugegen bist! Willst du ab jetzt meinen Haushalt versehen? Dort tagtäglich wohlschmeckend kochen - und hernach mit mir lustbetont betten? - Wie wohl auch waschen, kehren und putzen (Autos?). Des weiteren mancherlei nähen, knüpfen und stricken (Schonbezüge für Wohnmobilsitze?). Ja, und bist du auch willens, all das erfreulicherweise reinlich zu halten? - Weder aufmüpfig noch rechthaberisch auftretend zugegen sein? - Auflodernden Widerspruch vorab stets im Keim ersticken? - Dann kannst du liebend gern bei mir bleiben, und es wird dir hinfort an nichts fehlen", hatte er ganz offenbar unüberlegt Fühlung genommen - und allzu ungeschickt die sich überraschend darbietenden Möglichkeiten deutlich erkennbar verspielt.
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Um (wie vermutlich des öfteren) geringfügig Eindruck schinden zu wollen, sei mir nun doch noch eine geistvolle Anmerkung erlaubt:
"Utile dulci - das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden," wie es dereinst schon Horaz in seiner "ars poetica" verdeutlichen wollte, das wäre, hinsichtlich der zuvor geschilderten Begebenheit, wohl lebensbejahend  empfehlenswert gewesen ...
Ja, ich verspreche hier meine absolute Verschwiegenheit! Aber wie würden Sie sich diesbezüglich so derart unempfindlich gegebenenfalls verhalten haben? -
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Donnerstag, 21. November 2019

Ach ja, diese feinfühligen "Pflanzenflüsterer" ...

Gefühlswarm anzutreffen im wild-wuchernden Bannkreis der Vegetation:
All diese, zum Gewächsreich organischer Wesen gehörenden Gebilde haben ja angeblich auch ein Empfindungsvermögen zu eigen, dessen ist sich nicht nur der englische Thronfolger Charles bewußt. Nein, auch der 1883 in Würzen geborene Hans Bötticher, besser bekannt als der lyrische Humorist Joachim Ringelnatz, er hat sich schon seinerzeit - als Eisenbahnwaggons ja noch von rußigen, Dampfwolken ausstoßenden Lokomotiven auf den Geleisen transportiert worden sind -, ja auch über die Gemütstiefen und Empfindungsfähigkeiten im Reich der Flora mitfühlend Gedanken gemacht. Als da - einschließlich Joachims diesbezüglicher Konkretisierung* - solches nun doch einmal zur Sprache gebracht sein soll:
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Der Herzenswunsch eines gepeinigten Rumex acetosa - (Sauerampfer):
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Tagtäglich war es oftmals Qualm, 
den er erdulden mußte.  >      ***
Verrußt war'n Blätter und auch Halm mit einer schwarzen Kruste.
So mochte er nicht mehr bestehen, er wollte "Wasserwege" sehen. -
Denn:
 *Der arme Sauerampfer ...
Sah immer nur die Eisenbahn,
doch niemals einen Dampfer.  - !
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*** Und in diesem gesundheitswidrigen Zusammenhang, da sei hier noch ergriffen nachdenklich stimmend an die in England schon vor Urzeiten von einem obskuren Geschöpf, diesem heiligen Nikolaus ins Leben gerufene obligatorische Art und Weise, dem "Old Father Christmas" am Weihnachtsabend stets nur durch den (versifften, rußsudeligen) Kamin (Schornstein) Zugang in die festlich geschmückte Stube zu gewähren. - Dieser unbarmherzigen Bestimmung zur Folge sind, angeblich auch im letzten Jahr, etliche als Weihnachtsmänner für eine kärgliche Entlohnung herhalten müssende Studenten hernach dann mit schmerzhaften Hautabschürfungen, Blutergüssen und Lungenödemen in Kliniken befördert worden. -
Wie oder was auch immer ... Wahrhaftig sind demnächst auch die festlichen Tage wieder einmal - trotz all dieser Hochstimmung - gegenwartsnah und nachdenklich stimmend zugegen. -
"Damnable, I don´t like that, ther is something rotten in the state of Britannia!" so hat es schon dereinst der William Shakespeare kritisiert. -
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