Dienstag, 2. Juni 2020

FERNSEHEN derzeit: Die "Bildschirmwelt", so rundum fragwürdig mit all dieser aufgeputzt geltungsbedürftigen Selbstbeweihräucherung:

Sich oftmals ins Bild setzend als eine zweifelhafte "Prominenz" im TV ...
Da zeigt man sich gern so ganz und gar anbetungswürdig, als "Star" oder bisher so spürbar als ein sich recht geistesarm aufplusterndes "Sternchen" ...
Quotengenötigt von einer der Fernsehanstalten eingeladen, setzt man sich dummstolz in Positur und zudem schwatzlüstern in Szene, berauscht von der selbstgefälligen Apotheose eines sich dort so inniglich offenbarenden unvergleichlichen Ichs.
Der Wolfgang Herles hat es einmal derartig charakterisiert: "Primitives wurde gesellschaftsfähig. Mit den größenwahnsinnigen Gesangsnieten, geistlosen Comedians, nebst peinlichen Expromis, sie alle tragen ihr Elend jetzt via Fernsehen zu Markte. Dort schafft es inzwischen jeder Quoten-bedingt auftauchende Depp zum Star für ein paar Sendeminuten!"
Nun denn: "Prominenz", die lateinische Benennung für hervorragende Persönlichkeiten, sowohl auch für all die zumeist selbstverliebt und geltungsbedürftig in Erscheinung tretenden Möchtegern-Berühmtheiten, nebst eines oftmals nicht spurlos zu verhindernden arrogantia et inscius ...
Tja, Arroganz ist, so sei's einmal schnippisch zu spüren gegeben, wohl gar nicht 'mal selten auch als "die Perücke geistiger Kahlheit" zu gewahren. -
"Ach, vermutlich fragt sich manch einer von Ihnen späterhin oftmals kopfschüttelnd, wie man vorab ein einigermaßen annehmbares Dasein denn überhaupt bewältigen konnte?" dermaßen bespöttelte neulich ein bekannter (prominenter) Satiriker einige der anwesenden Stars und Sternchen in einer sogenannten Talkshow. - "Nun hat sich ja alles paradiesisch vergoldet - und Sie haben doch gewiß schon ein über Ihr nunmehr so unvergleichbar schillerndes Vorhandensein Auskunft gebendes Buch dabei, also anheischig machen wollend hier in Bereitschaft!" brach es mißbilligend aus ihm heraus.
Das hatten sie selbstverständlich eilfertig parat ...
(Wie oftmals, dank eines professionellen Ghostwriters.)
Zugegen im lustvollen Miteinander der Selbstbeweihräucherung. 
"Ja, da lobt man sich, gesund und munter, stets einen nach dem anderen runter!" so hat es der Autor und Kabarettist Wolfgang Nitschke handfest und ausdrucksvoll gekennzeichnet.
Ach Wolfgang, es sei mir erlaubt, noch etwas - so mittendrin - als zutreffend hinzuzufügen: Da fragt doch so ein "Möchtegern" neulich einen Anwalt: "Dieser Nitschke, der beschreibt dort, in seiner Schundliteratur ganz hemmungslos wie WIR angeblich leibhaftig sind! Ja, darf der denn das?"- 
Der Anwalt schaut ihn daraufhin mitleidlos an - und antwortet dann zurückhaltend schmunzelnd: "Nemo ante mortem beatus!* Gute Nacht". 
 (* Niemand ist vor dem Tode glücklich!) -
Tja:          
"De nihilo nihil" (Aus nichts wird nichts). -  Nur ein "Nichts", mit einer geistlosen Darbietung dessen ...
Der Wolfgang Nitschke, er hat´s einmal derart zutreffend und fast schon beschwörend auf die simplifizierte Art und Weise (dort unbegreiflich) zum Ausdruck gebracht:
"Wenn das Pferd tot ist - steig ab!"
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Wohingegen das unaufdringlich geartete Verhalten einiger (nur wenige) - der ebenfalls in Gunst und Geneigtheit stehenden Persönlichkeiten -, erfreulicherweise all das so wichtigtuerische Gefasel hin und wieder beachtenswert ausbalancieren; offenbar ganz unbelastet von dieser Selbstverliebtheit, gefallsüchtig solch ein "unendliches Ich" (Robert Gernhardt) derart überbetont der Öffentlichkeit anpreisen zu müssen.    
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Fast schon ein wenig befürwortend, so hat's der französische Philosoph Voltaire wohl dereinst schon recht zutreffend zum Ausdruck gegeben: "Die Eigenliebe ist das Instrument der Selbsterhaltung".
Und gleichbedeutend sei darum hier noch apostelhaft hinzugefügt: Selig sind die "Armen im Geiste"*, denn ihrer ist jetzt schon auf Erden das Himmelreich.- (*zunehmend!)
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Nota bene:
Der französische Kunstkritiker Octave Mirbeau philosophierte in diesem Zusammenhang einmal über eine Art "selbstgefällige Unfähigkeit".
Und:
In seinem Buch "Seichtgebiete" gibt der Autor Michael Jürgs auch einen tiefschürfenden Einblick in das geistesarme Beisammensein "der Eitelkeit" inmitten all dieser "prominenten Nullnummern". -
"In einer hemmungslosen Verblödungsmaschine Television, die tagtäglich läuft und läuft!" Wie er es einmal recht zutreffend beschrieben hat ...
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Noch etwas kommt da nachdenklich stimmend hinzu:
In neuzeitlichen Talkshows wird uns ein Sprachverhau zugemutet, der an Flauberts Behauptung zweifeln läßt, dass "die Sprache das erste Genie eines Volkes ist", kritisierte einst Andreas Altmann das dargebotene Formulierungsgeschick in der TV-Manege Geltungssucht-Striptease.
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Und in dieser Verquickung all dessen, da bleibt mir nun doch in Erinnerung, daß mein Patenonkel seinerzeit einmal kopfschüttelnd zu spüren gegeben hat: "Mein Gott! Diese ungebildete Vielfalt!" Um dann noch schmunzelnd hinzuzufügen: "Nun ja, wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, dann werfen selbst Zwerge lange Schatten." - 
(Das hatte er - zutreffend - von Karl Kraus "ausgeliehen".) -
Als wir in den Abendstunden mit einem Glas Wein dann wieder beisammen hockten, da war er nun hinsichtlich dessen offenbar noch immer recht aufgebracht zugegen. Denn bald darauf meldete er sich tadelnd zu Wort: "Dieses geistesschwache Auftreten der Selbstherrlichkeit!" -
"Leibhaftig", stimmte ich zu. Und in Anbetracht dessen denke ich da an den römischen Satiredichter JUVENAL, der ja einmal nachdrücklich gesagt hat: "schwer ist es, keine Satire zu schreiben!"
"Ja-ja: defficile est, satiram non scribere. - Und das ist Dir, wie ich's soeben gelesen habe, wohl wieder einmal so tiefgründig zupaß gewesen", brachte ER's fast kumpelhaft zum Ausdruck. -
Gleichgesinnt damals - bedauerlicherweise ist ER nicht mehr "zugegen"...
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Der französische Philosoph André Glucksmann, er sprach in diesem Zusammenhang einmal sehr aufschlussreich über das Diktat einer Quote, so auch von der dort nun tagtäglich gezielt und wohlweislich in Szene gesetzten "Macht einer (derzeit benötigten) Dummheit" ...
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BERLIN - und diese "leibhaftige Oma Courage" ...

"Dergestalt" miterlebt als "Zaungast" im Garten eines Cafés, im Stadtteil Charlottenburg:
Ja, zwei Männer sitzen da plaudernd an einem der Nachbar-Tische, dem Vernehmen nach sind beide als Feuilletonisten in einem Zeitschriften-Verlag berufsaktiv. -
Einer von ihnen macht sich oftmals bisher noch rätselhafte Notizen ...
"Was schreibst Du denn da so selbstquälerisch auf?" fragt der ältere Kollege neugierig nach.
"Bejammernswertes - für eine Kurzgeschichte!"
"Interessant! - Darf man denn jetzt da einmal 'reinhören?"
"Das sei Dir erlaubt", wurde ihm kollegial zugestanden. - "Also: Vor Deinem geistigen Auge Gestalt annehmend, versucht da ein verhärmt zutage tretendes weibliches Wesen, auf einem klapprigen Planwagen sitzend, mit zwei freudlos dreinblickenden Kindern an ihrer Seite, antreibend auf eine abgemagerte Schindmähre einzuwirken."
"Aha! - Da entflieht sie gebeutelt, ich ahne es schon: Die Mutter Courage, nebst Tochter und Sohn!" deklamierte der Ältere ad hoc ironisch drauflos.
"Genau! - Brechts Mutter Courage und ihre Kinder. - Was spricht für Dich abwertend dagegen?" wurde erwartungsvoll hinterfragt.
"Mein Gott! - Das ist doch bisher schon unzählige Male so melodramatisch überbetont beschrieben worden", bekam er's mißbilligend zu spüren, der aufstrebende Neuling im reizvollen Fachbereich Feuilleton.
"Wohl wahr!" wurde bejaht. "Aber hast Du denn jetzt einen besseren Vorschlag zum Thema: Courage, Beherztheit und den Mut der Verzweiflung anzubieten?" forschte der Jüngere aufmerksam nach.
"Ja, hab' ich!" wurde bekräftigt. "Für drei Flaschen Chateauneuf du Pape hast Du sogleich alles dermaßen anbetungswürdig im Griff, daß eine Gehaltserhöhung gewiß unausbleiblich sein wird."
"Hm? - Das hört sich ja durchaus verlockend an!" wurde nun schmunzelnd eingewilligt. - "Okay, der Wein ist gebongt. Dann laß 'mal sogleich diese inspirierend aufmauzende Katze aus dem bisher noch recht fadenscheinig anmutenden Sack heraus."
Der ältere Kollege lehnte sich daraufhin bedeutsam zurück - und begann dann beispielgebend ins Bild zu setzen:
"Ja, es geschah vor einigen Tagen ... Ich saß damals auch hier im Garten. - Nichts ahnend, wurde ich aber schon bald darauf plötzlich zum Augen- und Ohrenzeugen der nun folgenden Begebenheit: An einem der benachbarten Tische saß eine schlohweiße Dame gesegneten Alters; sichtbar bemüht, sich mit den zitterigen Händen aus einem Kännchen eine Tasse Kaffee einzuschenken. - Als am Nachbartisch schlagartig drei junge Burschen, freizügig und zunehmend vulgär, sich in ein schamlos geführtes Palaver hineinsteigerten! - 
Lauthals wurde dort über ein uneheliches Zurweltkommen - und späterhin auch noch Spott treibend darüber schwadroniert, wie man (angeblich) bis jetzt doch so ein vaterloses Heranwachsen immerhin ganz cool und easy gemeistert habe."
"O Gott! Mir steht nun mitfühlend vor Augen, wie solch ein abartiges Benehmen die alte Dame sicherlich geschockt haben muß", mutmaßte der junge Kollege hinsichtlich der vorab so unverfroren laut gewordenen Heimsuchung durch das anstoßerregende Geschwafel dieser - seiner Meinung nach - "unvergorenen Spottgeburten".
"Nein-nein, anscheinend hat's die alte Frau kaum berührt!" ließ ihn der Ältere wissen. 
"Wie bitte? - Das ist nicht Dein Ernst?" wurde erstaunt hinterfragt.
"Aber ja doch!" bekam er's bestätigt. "Denn gleichgültig erscheinend, schaute die alte Lady nur kurz hoch - und hat dann am Nebentisch leidenschaftslos angefragt: "He! - Kann mir wohl einer von Euch elenden Bastarden jetzt doch 'mal freundlicherweise den Zucker herüberreichen?"
"Zugegeben, das ist ja wirklich sehr eindrucksvoll!"
"Und auch noch ganz und gar dementsprechend!" wurde betont. "D'rum schreib das jetzt auf, dann hast Du eine durchaus erfolgversprechende Story zur Hand. -
Als geistreichen Touch solltest Du abschließend noch ein Horaz und später auch Kant zugeschriebenes Zitat so geistvoll hinzufügen."
"Mit Vergnügen! - Dann gib das 'mal lehrreich kund."
"Supere aude - wage es weise zu sein ... - Wohl wahr!
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Liebe Leserin und Leser: 
Bitte bleiben Sie für einen "Augenblick" auch im folgenden noch mit mir in Berlin ...
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Donnerstag, 28. Mai 2020

Damals, so erwartungsvoll in Berlin ...

Diese oftmals noch immer - gegebenenfalls - doch beeindruckende Stadt !
Und da Sie jetzt einmal "so vor Ort" zugegen sind, liebe Leserin und Leser, bleiben Sie bitte weiterhin mit mir beisammen - und kommen Sie "auf diese Art und Weise" mit in das des öfteren so Aufsehen erregend Bühnenwerke gestaltende Schauspielhaus, das "Theater am Halleschen Ufer." -
Und dort in die wortgewaltige Vorbereitung von Shakespeares "Hamlet" ...
Im Rückblick:
Was, am Nachmittag bei dieser "Einübung" vergnügt und eigensinnig wortgewandt in Szene gesetzt worden war, das habe ich im folgenden schriftlich fixiert, somit können Sie all das nun einmal wahrhaft ergötzlich miterleben. -
Danke für Ihr Dabeisein ...
Nachfolgend der Ort der Handlung des so eigenwilligen Geschehens :
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Mittwoch, 27. Mai 2020

Shakespeares Theaterstück "HAMLET", so kunstgerecht "eigenwillig" in Szene gesetzt ...

Es war ein beeindruckender Nachmittag in Berlin: Denn dort wurde ich - ahnungslos dessen - zum Augen- und Ohren-Zeuge einer amüsanten, so originell in Szene gestalteten Begebenheit, bevor noch die ursprüngliche abendliche Aufführung hernach dann all das wohlgeformte "Drum und Dran" zu einem konkret theatralischen Ausdruck gestalten sollte. -
Yes - doch das sei vorab auch erwähnt:
"Shakespeare läßt ja alles mit sich machen. Er kann sich nicht wehren", so hat's Tobias Döring, der Präsident der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft kritisierend zum Ausdruck gebracht.
Tja, und auf diesen stets so leichtfüßig begehbaren Trampelpfaden des "hinnehmen müssen" und "heimgesucht werden", da sei auch die folgende Begebenheit als geistvoll erheiternd nachzuempfinden:
Als im Theater Am Halleschen Ufer der Hamlet einstudiert wurde, durfte ich damals ergötzlich miterleben, wie man sprachlich dort all das einmal recht übermütig und schalkhaft gelungen so eigenwillig in Szene zu setzten vermag. - Das bleibt für mich "unvergessen" - denn:
Zwei Schauspieler agierten dort seelenvergnügt blödelnd auf der Bühne herum; der eine als Dänenprinz Hamlet und der andere als dessen Freund Horatio. - Was dabei so übermütig zum Ausdruck geraten ist, das möchte ich hier noch einmal rückblickend anschaulich machen:
"Oh, seid gegrüßt, mein Prinz! - Ihr schaut recht trübe drein. - Was ist Euch heuer denn so unerfreulich widerfahren?"
"Arglistiges, Horatio! - Die Luft zieht schneidend scharf durch unsere Berliner Gassen. Und gleichfalls ist's, wie es mir scheint, outdors now empfindlich kalt geworden."
"By God, ist's schikanierend das allein, was Euch nun hier so sauertöpfisch aufmarschieren läßt, mein werter Prinz?"
"Nicht nur, Horatio! Wie ekel schal und unersprießlich, scheint mir das ganze Treiben dieser depravierten Welt! Gleich einem arg verwahrlost' Garten; in welchem binnen kurzem üppig wuchernd Unkraut wird wohl zügellos gen Himmel treiben ... Fuck of, drum laß er mich nicht länger diesbezüglich spintisieren!"
"Fürwahr, mein Prinz! - Denkbar ist's, daß Ihr da halbwegs richtigliegen könntet. - Was mich jedoch in hohem Maß befremdet, das prunkt so unvereinbar deplaciert an Eurem Arm!"
"Aha! - Was gilt es da nun uneinsichtig stur an mir zu tadeln? - So leg er ohne Zwang jetzt unverzüglich  los, gleich frank und frei heraus damit!"
"Ach, letztendlich eigentlich wohl nur das eine: So solltet Ihr jetzt schlechterdings nicht angestiefelt kommen, da solch ein Kaschmirkinder-Machwerk ja zu Williams Zeiten nie gesehen ward. Drum legt nun erst einmal die prahlerische Rolex ab. - Denn das, was prunkgesüchtig Ihr so eitel da zur Schau stellt, ist zeitbezogen hier gewiß als übermütig zu gewahren, gnädger Herr!"
"Halt ein, Horatio! Und laß Dir unumstößlich sagen: Zweifel an der Sonne Klarheit, zweifel an der Sterne Licht. Zweifel häufig an der Wahrheit, jedoch an meiner Rolex nicht! - Drum sei's nun stracks als unabänderlich, auch hier in diesem Rampenlicht besiegelt."
"Sorry, but I dont like this bracelet-watch ... Erfüllt der Geltungsdrang Euch gänzlich? - Mein Prinz, das ängstigt mich!"
"Oha, da blickt er folglich unverzüglich finster ins Spektakel! - Wohlan, dann nehme er nun possenhaft zur Kenntnis: Dies Kleinod ist mir lieb und teuer - und sein Genörgel stößt bei mir auf taube Ohren - my dear Horatio!"
"Okay, mein Fürst, let me conclude: Mit oder ohne? Das ist de facto zu erfragen. - Ob edler die Gestalt, wenn nackt der Arm sich zeiget, ohne diesen wohl als neureich zu gewahrenden Zeitbestimmer? - Nur scheint's, daß dies für Euch so ganz und gar undenkbar? - Yes, I don't like this, so wird's wohl baldigst unvereinbar prompt zu einer Last, mein edler Prinz."
"Fürwahr? - Dann schenk er mir nun flugs Gehör: Die güldene Uhr, sie war dereinst des Yoricks treuer Stundenweiser; jahraus, jahrein, als vormals er ein Günstling war bei Hofe! - And now sei außerdem hier noch per Ratio beschworen: Es gibt gar wohl mehr Ding' im Himmel und auf Erden, als all die wunderliche Schulweisheit sich's so uneinsichtig selbstbesessen oftmals gern erträumt - my stupid friend Horatio! -
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(Ach ja, für all die "Nichtkundigen": Eine ROLEX ist eine kostspielige Armbanduhr.
Man besitzt sie vermutlich nicht nur, um die derzeitige Uhrzeit in Augenschein zu nehmen.) -
Post skriptum: Ich "träumte" einmal, mit Harald Martenstein, von einer wirklich beeindruckenden Armbanduhr, aus der zur vollen Stunde ein geschnitzter Kuckuck heraushüpft und stets eine aufmunternde Melodie tremoliert. -
Vergeblich ...
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Jedoch:
Einstmals, in Berlin, im Theater Am Halleschen Ufer. -
Als Autor sei's mit erlaubt noch hinzuzufügen: Es ist immer wieder erfreulich, wie wohl auch vielversprechend: " in sich das zarte Wirken der Sprache zu vernehmen". So hat es der Philosoph und Schriftsteller NOVALIS zutreffend einmal zum Ausdruck gegeben. - Wohl wahr!
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Sonntag, 24. Mai 2020

Stets nervend, diese fliegenden Quälgeister !

Wieder einmal - und das zunehmend beunruhigend im Hinblick dessen ...
So anheimelnd war es jedoch immerhin einige Minuten zuvor - trotz allem - gediehen:
Denn ein aromatisch mundender Wein gab mir eine angenehme Art von "Geleit", als ich mich in das dereinst von Jean-Paul Sartre geschriebene Drama "Die Fliegen" (Les Mouches) lesend vertieft hatte. -
Anklingend an die griechische Mythologie, thematisiert hier der als "maître àpenser" so lobpreisend benannte "Vordenker" in dieser Lektüre unter anderem all die lebensnotwendigen Belange und wohl auch Tragweiten im Bereich "Freiheit" und "Hoffnung" ... 
Vorab nun ein "kurzum" doch anschaulich machender Überblick all dessen:
"In der antiken Stadt Argos wimmelt es fortdauernd so peinigend von Fliegen." 
Ein Leitfaden - hinsichtlich des dramatisch verlaufenden Geschehens. -
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Ach, apropos dieser einstmals als "Fliegen" gekennzeichneten Landplagen:
Wußten Sie schon, daß es so etwas tatsächlich gibt? Diese aus meiner Sicht als "hinterhältig" zu bewertenden, sogenannten "Van-der-Waals-Kräfte", also "Anziehungskräfte"; mit deren Hilfe die lästigen Viecher auch Hals über Kopf einen Halt an Zimmerdecken und spiegelglatten Oberflächen zu meistern wissen. - Bevor sie dann nervend um uns herumschwirren und alsbald die Speisen auf dem appetitlich gedeckten Abendbrottisch belagern.
Insbesondere all diese widerwärtigen "Schmeißfliegen"; wir Neolatinistiker reden da wissenschaftlich und gern etwas selbstgefällig, von einer penetrant aufdringlich attackierenden "Calliphoridae". Ein stahlblau fluoreszierender Brummer, dessen Lebensabschnittsgespielin immerhin bis zu dreihundert Eier als bedrohlichen Nachwuchs erzeugt; Initialstadien, die bereits 24 Stunden später als ekelerregende Maden ... Man mag ja gar nicht darüber als geduldig gestimmt nachdenken! -
Auch nicht daran, daß da irgendwann verträumt durch die Landschaft stolpernde Tierphysiologen so unüberlegt und verniedlichend eine der Spezies dieser Quälgeister als "Stubenfliege" benannten. - Stubenfliege!
Der Inbegriff "gute Stube", bisher ja noch immer als stets "heimelig" empfunden - als eine rundum beglückende "Wohn-Wohlfühl-Sensualität"!
Und dann (man will es nicht wahrhaben wollen!) diese vernunftwidrige Kennzeichnung derartig kontinuierlich piesackender Eindringlinge.
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Beunruhigt blickte ich nun in das vor mir stehende, sich inhaltlich noch etwa dreiviertelvoll darbietende Weinglas; in dessen Substanz eine wahrscheinlich über kurz oder lang mit dem Tode ringende Fliege jetzt hektisch eine Mitleid erregende Willenskraft offenbar werden ließ. - Hm? - Nun ja ...
"Leben, das heißt überflüssig zu sein!" ("la vie, c'est-à-être redondant") das hatte er ja dereinst - wohl diesbezüglich - so unbarmherzig zum Ausdruck gebracht, der stets nachdenklich stimmende Philosoph Sartre ...
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Donnerstag, 21. Mai 2020

Damals, als man noch "Bücher gelesen" hat:

Und oftmals wohl auch begeistert ...
Somit vorab - als einleitend - die Darlegung das "Buch an sich":
Ja, denn erst im 4. Jahrhundert nach Christi ist es so aufsehenerregend gelungen, beschriebene oder bedruckte (sauteure) Pergament-Blätter - sie ließen sich falten, um sie dann (mühsam) in Lagen zusammenzulegen und hernach kunstvoll zu binden -, zu einem (gegebenenfalls bisher noch immer) unterhaltsamen und oftmals auch lehrreichen Ganzen gestalten - man nannte es schlicht und ergreifen sollend ein: "Buch" ...
Diese seinerzeit sensationell unterhaltsame Neubildung, sie hatte jedoch zur Folge, daß man seitdem ununterbrochen bemüht sein mußte, für diese noch ungewohnten Druckwerke umtriebig Kunden zu ködern - äh - des Lesens kundige Abnehmer zu finden ...
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Der geistvolle Satiriker Georg Christoph Lichtenberg, er hat, im September 1779, einmal für einen Göttinger Buchhändler einen durchaus erfolgversprechenden Werbetext verfasst, mit dem folgenden Wortlaut:
Wer zwei paar Hosen sein eigen nennt, der mache nun neugierig werdend eine davon zu Geld! - Um sich dann unverweilt Bücher beschaffen zu können. -
Ein BUCH: Von Heranwachsenden, also der jungen Generation hin und wieder im "Bücherschrank" des Großvaters entdeckt - manchmal auch neugierig zur Hand genommen, um es dann gleich darauf kopfschüttelnd als vermutlichen "Dekorationsgegenstand" - oder altertümlichen "Krimskrams" wieder in den altmodischen Schrank zu verfrachten.
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Tja, von der einstmals so wortreich erlebten "Buch-Intelligenz" - nun in die der Versenkung entschwindende Welt all dieser ehemaligen Büchernarren.
Das Ende einer oftmals immer wieder literarischen Ergriffenheit ... - ??
Zäsur: Nein, ich muß mich nun wohl doch berichtigen!
Denn meine Titel-Zeile: "Damals, als man noch Bücher gelesen hat, sie ist ja offenbar derzeit nicht ganz korrekt ...
In Anbetracht dessen:
Die von den stets aushilfsbereiten Ghostwritern eilfertig beschriebenen Lebensbeichten von all diesen Eintags-Berühmtheiten, die geraten ja gegenwärtig zunehmend in einen Verkaufs-Erfolg! Weltweit so prahlerisch bedeutend als Bestseller-Literatur betitelt, -
So ist´s, derzeit eine betrübliche Gegebenheit ...
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Mittwoch, 20. Mai 2020

Griechenland - eine Art "Insichgehen" bereits anno dazumal:

Und das so nachdenklich gestimmt einstmals ...
Vor einem schon arg verfinsterten Himmel begann es derzeit ganz überraschend zu wetterleuchten.
Und ein weitreichend rollender Donner kündete dann von einer wohl scheinbar unausbleiblichen, schwermütig stimmenden Disharmonie.
Als ein versonnen gestimmter Aristoteles seinem Lehrherrn Platon süffisant grinsend anschaulich zu machen suchte, daß er nun inmitten eines wohl leuchtkräftigen Denkprozesses so urplötzlich zu einer signifikanten Einsicht gekommen sei: "In diesem offenbar endlosen Weltraum", so gab er's damals bedeutungsvoll zum Ausdruck, "da ist unsere Erde im Vergleich zum umfassenden All doch nur als ein einzigartiges Nichts zu erkunden. Und somit sei es nun wohl eindringlich vonnöten, alsbald wahrhaftig dieser Endaimonia, dem Glücksempfinden jetzt zunehmend mehr Raum und Zeit zu gewähren." Und solches dann bis hinein in das Füllhorn einer beglückenden"Ataraxie", die dann auch zu unseren Lebzeiten eine Art vollendete Seelenruhe aufkommen lassen kann. (Epikur).
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Kali idhéa - eine gute Idee ...
Und sie ist wohl nicht nur bedeutsam für mich, in einem heimatlichen Empfindungsvermögen ...
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Wie bereits schon erwähnt: Des weiteren finden Sie einige Griechenland-Erzählungen bereits im folgenden, oder mit einem "Klick" im Bereich der "Stichworte" auf Griechenland - rechtsseitig.  >
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Dienstag, 19. Mai 2020

Trotz allem, für immer ist´s bleibend: Mein heimatliches Griechenland ...

Denn: íne polí oréa chóra. (ist ein sehr schönes Land.) -
Hm?
"Ja, so schön, daß seine Schönheit auf der Seele der Griechen lastet wie der Schatten der Ahnen", mit diesen Worten gab uns der griechische Philosoph Nikos Dimous dereinst einen oftmals "im Abseitigen" veranschaulichenden Einblick bedenklich hinzu ...
Als da - derzeit bedeutsam so einiges zutage gefördert worden war:
"Macht Blinde sehend!" - war dieses unerklärlich erscheinende Geschehnis nicht ursprünglich nur auf einer göttlichen Hochebene in ausschließlich biblischen Sphären zu gewärtigen? -
Wie auch immer ... Tatsache ist, daß auf der kleinen, griechischen Insel Zakynthos siebenhundert angeblich derartig Betroffene seit Jahren im Finstern nur noch blicklos dahinleben ...
Bisher! - Denn eine staatliche Willkür hat es nun wundersam möglich gemacht, daß fast alle Leidtragenden urplötzlich wieder sehen "können", zwangsläufig sehen "müssen" - hosianna! 
Diese anscheinend mitleidlos zuschlagende Obrigkeit will jetzt auch den 240.000 in Griechenland elend und wohl auch erbarmungswürdig sich durchschlagen müssenden "Behinderten" die ihnen seit Urzeiten zustehende Unterstützung streichen! - "peraßtiká" (gute Besserung).
Folgenreich wird es sich abspielen, wenn demnächst auch den rund 4500 seit Jahren verstorbenen Griechen das Jenseits verdüstert wird: Denn man will ihnen von jetzt an das bisher vertraute, anstandslos ausgezahlte "Ruhegeld" nun zukünftig (man höre und staune!) nicht mehr so ungeprüft zukommen lassen. - (das sind 16 Millionen Euro jährlich).
> Nachtrag im Oktober 2012: Erneut in Griechenland erfolgte Kontrollen haben zutage treten lassen, daß 90.000 Angehörige verstorbener Griechen weiterhin deren "Rentengeld" einsacken - das ist immerhin eine Milliarde jährlich!
Eventuell doch ein stets rituell zu gewahrendes Totengedenken?
(Memorialwesen, lat. memoria "Gedächtnis").
Wohl eine in vielgestaltiger Ausprägung zum Totenkult der bürgerlichen Gesellschaft gehörende Ergriffenheit in Griechenland. Denn dort ist es offenbar hochherzig zur Gewohnheit geworden, daß man den Toten weiterhin das Rentengeld zahlt.
In diesem gegebenenfalls todtraurig stimmenden Zusammenhang ergibt sich nun  postum die Frage:
Braucht man denn im "Jenseits" noch Geld? -
"Ja, selbstverständlich, für diverse, wohl all die unumgänglichen Fakelaki-Aufwendungen!" wurde uns von einem griechischen Finanzbeamten das ernsthaft bestätigt.
("Fakelaki" = eine griechische Wortfindung für "Schmiergeld").
Ach - und wo soll das nun alles noch hinführen?
Nicht selten oftmals recht schlitzohrig ins Ausland ...
Beispielsweise: Ein Bauer in Griechenland, der gewitzt nur 497 Euro als Einkommen im Jahr gemeldet hatte, er wurde vor kurzem mit 12.587,84 ins Ausland überwiesenen Euros ertappt. Und ein griechischer Gärtner hatte 2011 sein Jahreseinkommen mit 2275 Euro bekundet, tatsächlich jedoch sicherheitshalber 610 000 Scheinchen ins Ausland verlagert - !
Wohl wahr - jedoch:
Aber nicht sehr viel anders geschieht das doch so unverblümt auch bei uns, hier in Deutschland!
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Post Skriptum:
Da wir, die Ulrike und ich, seit immerhin 30 Jahren für Wochen und Monate auch in Griechenland liebend gern heimisch geworden sind, da ergibt sich alsbald so unausbleiblich auch eine Art von "Vertrautheit in all diese Lebensgestaltungen".
D'rum sei's auch erlaubt, nun diesbezüglich ´mal ein wenig "Anstoß zu nehmen"...
Tja, würde die beträchtliche Anzahl der als superreich einzuordnenden Hellenen (Reeder u.a.) in Griechenland steuerliche Abgaben entrichten, dann wäre der  Staatshaushalt umgehend im Plus! -
Wenn ... Aber das ist eine andere, wohl prähistorisch zu bewertende Geschichte.
Und leider:
Mit den oftmals zur Folge habenden Auswirkungen eines "corriger la fortune" (das Glück verbessern ...)
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Nun denn:
"Speramus meliora" - (Wir hoffen auf Besseres)
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*

Sonntag, 17. Mai 2020

Griechenland: Auf der Suche nach "Wahrheit" - im Wesentlichen ...

Liebe Leserin - und Leser.
Wir haben, nur für einen kurzen, jedoch erkennen lassende wollenden Einblick, jetzt einmal fundamental das Jahr 600 vor Christi so coram publico vor Augen - und befinden uns indiskret lauschend im Garten des griechischen Lyrikers Alkaios - in Mytilene, nun vor Jahr und Tag auf der zauberhaften, bisher noch immer recht ursprünglichen Insel Lesbos:
-
Nebst reimen und dem Drang zu dichten,
da wollte er sich einst verpflichten,
nun zielbewußt, wenn auch verschwommen,
der Wahrheit* "auf die Spur" zu  kommen.
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Falls sie von Wert und auch vonnöten,
dann wird sie wohl zutage treten.
So dachte er, noch ungetrübt -
und hoffnungsvoll erwartet schiebt
sich auch Erkenntnis ins Gemüte -
doch leider reift sie nicht zur Blüte ...
-
Schon hat sich, was er nicht bedacht,
die "Innere Stimme" breitgemacht ...
Als da nun zu vernehmen war:
Alkaios, mach dir endlich klar,
die Wahrheit steckt stets voller Zweifel!
Von allen Seiten anfechtbar,
ein Für und Wider, hol's der Teufel!
Allein "in vino veritas"***
ruht sie okkult, erkenne das!
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***  Eine aufschlußreiche Bekundung des griechischen Lyrikers Alkaios.
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"Glaube denen, die die Wahrheit suchen, zweifle jedoch an denen, die sie (angeblich!) gefunden haben", so hat sich der Dichter und "ästhetische Immoralist" André Gide dereinst dazu anmahnend geäußert.
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* Wahrheit - griechisch: alithja.
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Ach ja, in der Jetztzeit auch das noch:
Da hat doch, vor einigen Jahren ein namhafter Professor der idiographischen (= einzelbeschreibende) Wissenschaft diese bemerkenswerte Erkenntnis zum Ausdruck gebracht:
"Im Wein (ist) Wahrheit", dann seinem kopflastigen Formulierungsgeschick gemäß das nun folgendermaßen in Worte gefaßt: "Die organische Verbindung mit einer oder auch mehreren Hydroxylgruppen aus der Gattung Vitis Vinifera impliziert eine tiefenpsychologische Kognition." 
 Hm?
Wer dergestalt das Wort ergreift,
wohl selbstverliebt im Diesseits schweift.
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Freitag, 15. Mai 2020

Griechenland: Ist´s nun ein Tanz in einen Abgrund - ?

Nein, dermaßen reißerisch betitelt, kann man es wohl doch offenkundig in Frage ziehen ... Darum sei hier jetzt - im folgenden - etwas doch als bedeutungsvoll offenbart, wenn wir einmal mitfühlend ins momentan von mancherlei Beeinträchtigungen in einer Art Untergangsstimmung außer Kurs geratene Land der Griechen hineinschauen. -
Denn der Tanz ist dort ein urwüchsiges und wohl althergebrachtes Ausdrucksmittel der Menschen, so freiheraus all den im Körper wieder einmal aufgestauten, seelisch-geistigen Beklommenheiten vermittels der leidenschaftlich in Szene gesetzten Bewegungen jetzt hoffnungsvoll einen Garaus machen zu wollen ...
"Ein Wunschziel der Tanzkunst, das sei offenbar auch die deutlich erkennbare Veranschaulichung von Empfindungen", betonte schon einstmals der aus Syrien nach Athen übersiedelte Philosoph Lucian. -
Nun ja, wenn dem leibhaftig so ist, dann wird da in Griechenland vermutlich (aufs neue) nun doch so einiges offenbar:
Beispielsweise, wenn wir abermals neugierig zugegen sind bei der Darbietung eines pidiktos choros, dem "gesprungenen Tanz". Schon seit Urzeiten, im 2/4 Takt "lang-kurz-kurz", stets daseinsfreudig in Szene gesetzt; jedoch zu Zeiten, als man in Griechenland noch so uneingeschränkt lebensbejahend Sprünge zu machen wagte, allabendlich kurzweilig vereint, im offenen Kreis hingebungsvoll beisammen ...
Bis hin zu der europaweit so unüberlegt inszenierten Zwangsfixierung einer sich im Laufe der Jahre (logischerweise!) als unrealisierbar und katastrophal offenbarenden Euro-Abhängigkeit. -
Da zeigt sich für all die tanzfreudig zueinanderfindenden Griechen schon allerorten desillusionierend, freudlos und niedergeschlagen dreinblickend, nur noch die tänzelnde Flucht in einen sirtos choros, einstmals namhaft geworden als "der schleppende Tanz".
Das "Ende vom Lied" ist ein nicht aus der Reihe tanzen dürfen aus diesem zuweilen schonungslos malträtierenden Rhythmus des Chasapiko, dem "Tanz der Schlachter", freudlos  im nunmehr eingeschränkt geselligen Beisammensein im dahinschwindenden Licht des Tages inmitten einer gottverlassen wirkenden póliß. (Stadt, Ortschaft) -
Was jetzt einmal sinnbildlich betrachtet meint: Hilflos und zunehmend eingeschüchtert, kriecht nun der griechische "Durchschnittsbürger" verarmt vor einem eiskalt gleißenden Euro-Altar preisgegeben zu Kreuze.
"Beati pauperes spiritu!" (Selig die Armen im Geiste!) hört man da oftmals Kirchturmpolitiker aufmuntern wollend unsinnig rufen. -
"óchi efcharißtó!" ("nein danke!") - Mit derartig frommen Sprüchen, ist wohl letztendlich nichts mehr wirksam ins reine zu bringen ...
Wohingegen trostbringend, als eine die Lebensgefühle aufrechterhaltende Art von Verdrängung, diese im Jahr 1964 vom griechischen Komponisten Mikis Theodorakis choreographierte Tonschöpfung sirtaki eventuell doch ein wenig von Nutzen sein kann - "íßoß" (vielleicht).
"ßighnómi" - (Entschuldigung): Aber um einigermaßen glaubhaft bleiben zu können, in bezug auf die naßforsch gewählte Titelzeile, muß ich die folgende Begebenheit hier noch hinzufügen dürfen, es sei mir erlaubt ...
Efcharißtó: Der fast neunzig Jahre alt gewordene Tragödiendichter Sophokles, er tanzte angeblich gern nackt - allerdings, hinsichtlich dessen dann Scham empfindend, zumeist nur allein - im Verborgenen.
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"jiá chará! ta léme ßíndoma" - ("Tschüs! Bis bald")  -
Vermutlich werden wir uns ja irgendwann einmal in diesen traumhaften Gefilden begegnen ...
Denn dort füllt sich das Herz noch immer mit Licht - und öffnet sich bald darauf wie eine Blume. -
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Donnerstag, 14. Mai 2020

Eine im nachhinein so Aufsehen erregende Erzählung:

Da wurde ich von der italienischen WEIN-Industrie neulich kurz und bündig ermahnt:
"Bei mir werde demnächst die MAFIA auftauchen - und ich würde dann reumütig zu Kreuze kriechen, wenn ich weiterhin derartig destruierende Artikel in Umlauf zu setzen beabsichtige!"
Nachfolgend nun der Anlaß dessen:
Ort des Geschehens: Ein alteingesessenes Weingut in der Toskana ...
Umgeben von Weinfeldern, in der Nähe eines mittelalterlichen Dörfchens in der Provinz Grosseto.
Denn dort war ich ja - per Zufall - für einen durchaus ergreifenden Augenblick einmal aufmerksam und höflich abwartend zugegen:
Im alten Herrenhaus des Gutes, im Castello di grappolo du' va, lag der bejahrte Winzer Don Carlo bleich und kraftlos auf einem aus Großvaters Zeiten mit Damast bezogenen Sterbebett. -
In Anbetracht dessen bewegt und beunruhigt, läßt er nun seine drei Söhne sogleich zu sich rufen, um ihnen ein wahrscheinlich aufsehenerregendes Betriebsgeheimnis zu offenbaren. - Die drei Stammhalter, der permanent bauernschlau auftretende Mario (mio monello), der gerissen agierende Giovanni - und der zumeist trickreich zu Werke gehende Fausto erscheinen beunruhigt ...
Mit fast schon ersterbender Stimme beginnt dann der Alte aufklärend zu flüstern: "Nun spitzt 'mal aufnahmebereit die Ohren, denn zweimal werde ich's kaum noch verdeutlichen können!" -
Neugierig geworden, beugen sich die Söhne nun über den schlaffen Mund des offenbar sterbenden Vaters, der ihnen röchelnd des weiteren zuraunt:
"Mein Großvater war ja als Winzer dereinst noch den Geboten unserer toskanischen Weinaristokratie verpflichtet! Eine Bestimmung, die euch schlitzohrigen Panschern wohl so allerhand Unliebsamkeiten bereiten würde. Denn seinerzeit wurde der Wein noch vorherrschend aus Trauben erschaffen!" - Mit einem "Nicht-wahrhaben-wollenden-Gesichtsausdruck" blicken die Söhne sich daraufhin an ...
Bis dann der Fausto abweisend anmerkt: "Da haben wir's deutlich, jetzt geht es mit ihm zu Ende, er fantasiert schon!" - Und der Mario noch selbstsicher hinzufügen mußte: "Der Alte war ja nie so ganz bibelfest, sonst hätte er glaubwürdig und gottesfürchtig die Erkenntnis erhalten, daß schon zu Urzeiten Wasser zu Wein werden konnte!" -
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Damals - so aufschlußreich auf einem Weingut in der Toskana ...
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Mittwoch, 13. Mai 2020

Wohl wahr: Ein Dasein so heimisch und auch naturverbunden ...

Ja, unser einsam gelegenes, uraltes Bauerngehöft, umgeben von einer Park-ähnlichen Landschaft, ist auch ein Paradies für zahlreiche Fasane, eine hier dereinst "wohnhaft gewordene" Reh-"Mutter" nebst Nachwuchs. Eine Igel-Familie, deren Schlafenszeit auch mit Schnarch-Tönen zu gewahren ist. -
Und viele der kleinen gefiederten Wirbeltiere, kurzum Vögel genannt. -
Im Herbst, Winter und im Frühjahr von Ulrike "zusätzlich" mit Futter versorgt, sind nun all diese "Mitbewohner" hier "wohnhaft" geworden, einschließlich der unzählbaren kleinen Flug-Akrobaten.
Das, inklusive Nestbau und der Aufzucht des alljährlich sich zur Schau stellenden Nachwuchses. -
Für uns alle ein domicilium amandus - (liebenswerter Wohnsitz.)  -
Infolgedessen:
Wenn ich diese beachtliche Nachkommenschaft des öfteren beim speisen beobachte, dann bin ich zuweilen doch versucht, wohlmeinend - als gut verträglich, informativ darauf hinzuweisen:
"Nicht immer so raffgierig schlingen, nein! Erst einmal vorab alles lustvoll abschmecken, hernach zerkauen und dann bedachtsam und gefühlvoll hinunterschlucken!" -
Ein befreundeter Tier-Medikus, er hat mich nun sachkundig darauf aufmerksam gemacht:
"Ich solle mich da nicht, wenn auch recht liebevoll, jedoch so unnötig angebracht einmischen!"
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Traumhaft, all diesen derzeitigen Bedrängnissen zu entfliehen ...

Wohl wahr!
So nachdenklich gestimmt ergriffen,
steht mir im Verlauf dieser aufkommenden Besinnlichkeit
sogleich ein beglückendes Traumbild für diese restlichen Tage auf Erden
nun malerisch harmonisierend so wirklichkeitsnah vor Augen.
Und das beseligend folgendermaßen:
Nachmittage an einer südlichen Meeresküste. 
"Mein Geist gibt sich den Wogen hin - und schmiegt sich
dem Rhythmus des Meeres an." So hat's schon dereinst der griechische 
Schriftsteller Kazantzakis ergreifend zu spüren gegeben. -
Und die hüllenlos inaktiven Füße ruhen entspannt im warmen Sand. 
Auf einem hölzernen, kunstlosen Tisch schimmert - fast goldfarben -
die Fülle einer aromatischen Flasche Weißwein.  *
Nun ja, so daseinsfreudig verweilen zu dürfen,
"das wird dann zum Prachtvollsten, was die Welt zu geben hat,"
derart - fast schon paradiesisch - so hat's der
 französische Schriftsteller Albert Camus dereinst bekundet.
*
Eine Erkenntnis ...
Ja, da wird es nun wieder einmal spürbar akzentuiert:
Mein wahrscheinlich mediterran geartetes Lebensethos verweilt wohl doch zeitlebens
recht untalentiert im leistungs- und karrierebetonten Arbeitsethos
einer derart ambitionierten Lebensgestaltung.
*
Wohlan, schon keimt da - aufs neue - ein "gnothi seauton". *
* "Erkenne dich selbst"
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Ein (tadelnder) Nachtrag:
"ti krama!" (Wie schade!)
Fast schon betroffen machend ruft sie's mir auf der Insel Lesbos zu,
die griechische Lyrikerin Sappho:
"Um nach dem Tod ruhmlos umherzuirren -
als Schatten im Schwarm nichtiger Toten?"
Ach ...
"Ultra posse nemo obligatur", so habe ich's damals abweisend bekundet.
(Über das Können hinaus ist niemand verpflichtet.)
óchi ... (nein)
-
Erwähnt sei in diesem Gefühlstiefen-Zusammenhang nun doch noch
die in Griechenland oftmals und gerne in Anspruch genommene
Wortprägung "sophrosyne" - die "Selbstbeherrschung, Gelassenheit".
"Wie's ja gegebenenfalls nur schwerlich in Szene zu setzen ist", 
gab mir Theodorakis einstmals grinsend zu denken. -
Später, obwohl wir schon inhaltlich
einige Flaschen mit griechischem Wein "begutachtet" hatten.
-
***

Dienstag, 12. Mai 2020

Ein derzeitiges POLITIK - Empfinden ...

Weil da ja jetzt wieder einmal dieses oftmals abschreckende und zumeist drumherum redende Politik-Theater im Umlauf ist, sei's mir erlaubt, ein wenig darüber zu nörgeln und zu mißbilligen ...
So hatte ich's - kritisierend - zu tun gedacht.
Jedoch ...
"Politiker, diese nicht selten beunruhigenden Regierungsstrategen! -
Von denen immer einer schlechter ist als der andere, wie's schon der Schriftsteller Gottfried Seume einstmals als unzumutbar beschrieben hat. -
Mußt Du da nun unbedingt abkanzeln wollen - und schreibend erfolglose Vorhaltungen machen?"
Hinterfragte mein Patenonkel - damals ...
"Ja - leider, das ist doch - auch uns betreffend - zunehmend alles recht beunruhigend" so hielt ich aufmüpfig dagegen. -
"Mein Gott!" winkte ER kopfschüttelnd ab. "Wir sind ja doch vielmals jetzt leider unerfreulicherweise Zeitzeugen dessen, das dort, in einem oftmalig intellektuellen Minimum all diese selbstverliebt-ehrgeizigen Bestrebungen in einer Ichbezogenheit so exzessiv aufflackern!"
"Ja, so ist es wohl zu gewahren!" pflichtete ich bei. "speramus meliora"
(wir hoffen auf Besseres) ...
"Du vielleicht noch? Nein, ich nicht, ja wohlweislich nicht, mein Lieber" bekam ich's gleich darauf ablehnend zu hören -
seinerzeit, als ER noch kritisierend zugegen war ...
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Postskriptum:
Der französische Philosoph André Glucksmann verdeutlichte in diesem tagtäglichen "Geschehen" einmal sehr "hintergründig" diese Quoten-bedingte-Harmonisierung im derzeit gern und oftmals gebräuchlichen Bereich "Die Macht der Dummheit" ...
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Noch etwas sei da demaskierend hinzugefügt:
"Man gab fortdauernd Versprechen aus wie Falschgeld und webte dabei ein so dichtes Netz aus Lügen, daß es als Programm einer politischen Partei gewichtig sein müsse!" So präzisiert und wohl auch folgenreich hat´s einmal der Schriftsteller T.C. Boyle sehr deutlich gemacht. -
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Beweggründe für die deutlich zunehmende Politikverdrossenheit:

Nachweislich auch hinsichtlich dessen:
"Herrschen ist Unsinn.
Regieren ist Weisheit.
Man herrscht also, weil man nicht regieren kann!" 
so hat's der Johann Gottfried Seume zutreffend in Worte gefaßt.
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Folglich war man damals zumeist recht erfreut,
als im Internet der Dieter Hildebrandt in einer
als "Störsender-TV" benannten Entlarvungs-Aktivität
so auf- und wachrüttelnd zugegen war ... -
ER verstarb leider schon am 20. November 2013.
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Ja, unsere derzeitigen Regierungsvertreter:
Nun ...
Da zeigt sich in der Bundesrepublik eine zunehmende Ernüchterung!
Und zudem auch,
warum die Wahlbeteiligung jetzt immer geringer wird:
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Wohl angesichts dessen:
Da hat man vollauf nun genug,
von Reden, die als Selbstbetrug
nur Schall und Rauch verbreiten.
Da wird die Phrasendrescherei,
im staatsgelenkten Einerlei
doch nur Verdruß bereiten.
Begreiflich, daß des Bürgers Frust -
bei Wahlen zeitigt oft Verlust.
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"Die Schwerenöter, sie ändern sich nie!
Interessenvertreter der Großindustrie",
so hört man's im Hintergrund murmeln.
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Diesbezüglich soll noch ein Nachsatz klarstellend hinzugefügt werden:
Politikverdrossenheit ist es nicht, die hier hin und wieder schon zum Ausdruck gerät.
Nein, bekunden wir's zutreffender als "Politikerverdrossenheit",
wie es der Volker Pispers so angemessen zur Sprache gebracht hat.
Verdeutlicht wird dieser zunehmender Grimm durch eine oftmals zutage tretende unsympathische Melange aus der politischen Heuchelei, der Feigheit, dem Geltungsbedürfnis und dieser professionellen Unzulänglichkeit der Damen und Herren, durchtränkt von der anhaltenden Sorge abdanken zu müssen - und somit den Abmarsch in eine unerträgliche Bedeutungslosigkeit zu gewahren.
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Bald kennt man die Weise und kennt auch den Text.
Man kennt ohnehin die Verfasser ...
Man weiß, sie trinken stets heimlich den Wein,
jedoch predigen öffentlich Wasser.
Wiederbelebt sind hier die einstmals von Heinrich Heine fabulierten Zeilen
"Deutschland. Ein Wintermärchen".
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Ein gewisser Wolfgang Neskovic hat´s einmal (zutreffend) sehr deutlich zum Ausdruck gegeben:
"Ein wesentliches Element der Politik ist die Täuschung. Das (haltlose) Streben nach Macht wird stets mit dem verführerischen Begriff der Verantwortung ummantelt."
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