Sonntag, 19. Mai 2019

Der "Onkel Alfred" - und dieser bedeutsame NOBELPREIS ...

Immerhin:
Eine seit 1901 alljährlich weltweit so lobpreisende Auszeichnung.
Und hier sei nun doch einmal entschleiernd zur Sprache gebracht, was sich in Schweden hinsichtlich dessen dereinst so bedeutungsvoll zugetragen haben soll:
Ja, es ergab sich im Juni 2007; als ich auf einem Fährschiff, das uns von Frederikshavn nach Göteborg bringen sollte, rein zufällig mit einem bärtigen Mann älteren Jahrgangs in eine sich bald darauf aufschlußreich darbietende Plauderei hineingeraten war. - Per-Olof Eriksson, so nannte er sich, mein damals schon bald darauf so mitteilsam in Erscheinung tretender Gesprächspartner. -
Beeindruckt nahm ich im Laufe der Unterhaltung zur Kenntnis, daß er, Per-Olof, als ein entfernt einzuordnender Verwandter der Familie Nobel zu gewärtigen sei. - "Seine liebevoll gepflegte Zuneigung zur Spirituose Aquavit habe jedoch bewirkt, daß er den seriösen Überzeugungen dieser ehrenwerten Familie nicht mehr genügen konnte - und somit als gesellschaftlich unmöglich zu ächten sei. Der sich zeitlebens distinguiert in Szene setzende Familien-Clan hätte selbstherrlich als not amuset reagiert, wollte sogleich wohl auch die Spreu vom Weizen trennen - und man sei nun entfremdet", so gab mir Per-Olof schmunzelnd seinen Rausschmiß aus der feinen Sippschaft zu verstehen. -
"In Lidingö sei er 1928 zur Welt gekommen. - Den Onkel Alfred habe er jedoch nicht mehr leibhaftig erlebt, da dieser bereits 1896 im italienischen Küstenort San Remo das Irdische mit dem Zeitlichen habe eintauschen müssen! - Ob ich denn überhaupt wüßte, wer dieser "Onkel Alfred" einstmals gewesen sei?" forschte er stillvergnügt nach. -
Hm? - War damit etwa der Alfred Nobel, jener schwedische Ingenieur gemeint? bedachte ich's zweifelnd. Und hochtrabend hier von ihm so ungeniert in eine verwandtschaftliche Zugehörigkeit hineinprogammiert worden? Als sein Onkel Alfred! - Der am 21. Oktober 1833 in Stockholm geborene - und am 10. Dezember 1896 im damals zumeist vom Geldadel besuchten San Remo verstorbene Erfinder von einem per Zufall spleenig in Erscheinung tretenden Per-Olof selbstbesessen und schwelgerisch als Blutsverwandtschaft in Szene gesetzt? - Eine wohl doch als fragwürdig zu betrachtende Offenbarung ... -
Wenn's aber dennoch als zutreffend zu gewahren sein sollte, dann war es ja sein Onkel, der 1863, damals noch in Stockholm, das hernach oftmals welterschütternde Dynamit erfunden hatte, so zog ich's nun erst einmal aufgeschlossen in Betracht.  -
"Jou, Du wirst es vermutlich kaum glauben", meldete sich Per-Olof dann wieder zu Wort.
"Na-ja, ich hege da noch Bedenken", gab ich verhalten zu spüren.
Was dann sogleich ein übelnehmerisches Naserümpfen zur Folge hatte ...
"Sieh an: Er zweifelt! Ich lasse hier - nur weil Du mir anfangs als sympathisch erschienen bist -, so offenherzig meinen Gefühlen einen freien Lauf, öffne vertrauensselig die Familien-Schleusen mit all den modrigen Untiefen meiner Herkunft - und er hegt Bedenken! Zögert, ob er mir Glauben schenken kann! Soll ich nun eidesstattlich versichern ..."
"Nein-nein!" fiel ich ihm abwinkend ins Wort. "Verzeih mir, aber ich war wohl soeben unheilverkündend beinahe am Rande eines Abgrunds!"
"Aha! - Und was soll das besagen?" fragte er nach.
"Nun, zwangsläufig gibt es da einen bedrohlichen Anknüpfungspunkt: Da hätten wir nun den Onkel Alfred Nobel - und mithin, unheilschwanger aufblitzend, diesen verheerenden Sprengstoff Dynamit ..."
"Hast Du's nun endlich herausgefunden? Hat sich für Dich jetzt alles zusammengereimt?" fuhr er mich spitzzüngig an. - "Vortrefflich! - Das schafft immerhin die Voraussetzung dafür, daß wir nun doch des weiteren auf den spannungsgeladenen Spuren meiner Sippschaft verbleiben können. - Also: Hättest Du es tatsächlich für möglich gehalten, daß die Erfindung des Dynamits einem sich eigenwillig zugetragenen Zufall zu verdanken ist?" betonte Per-Olof todernst den Auftakt seiner Enthüllungsgeschichte.
"Einem Zufall?" horchte ich erwartungsvoll auf.
"Allerdings! - Bezweifelst Du das?" knurrte er mich argwöhnend an.
"Nein-nein! Denn mancherlei ist ja wahrscheinlich doch nur rein zufällig entstanden", wandte ich denkbar ein. "Auch Du und ich, wir sind wohl der Gunst oder auch Ungunst der jeweiligen ..."
"He, Mann, Du nervst mich!" wurde ich unwirsch unterbrochen.
"Doch dieses dereinst zufällig erschaffene, hochexplosive Produkt, dessen geheimnisumwitterte Entstehung ich jetzt ausnahmsweise Dir hier entschleiern werde, hatte ja eines unguten Tages einen peinlichen Schlußakkord aufzuweisen!"
Erstaunt blickte ich auf. "Hm? Ausnahmsweise mir willst Du jetzt davon berichten, daß die Erfindung des Dynamits dereinst einer aleatorisch stattgefundenen Begebenheit zu verdanken ist?"
"Nun red' mal nicht so geschwollen daher, ja!" wurde ich angeblafft. "Mach Dich mal fix auf den Weg zum Duty-free-shop! Dort holst Du mir eine Flasche Aquavit, okay? - Als stimulierenden Beistand, damit ich dann anschaulicher zurückblicken kann." -
O heilige Birgitta von Vadstena! - Urplötzlich sollte hier nun der Alfred Nobel als abgründig düster Gestalt annehmen? -  Solch eine sensationelle Story hatte ich ganz gewiß nicht erwartet, als ich mir vor kurzem diese Reise nach Schweden zum Ziel gesetzt hatte, um vor Ort eventuell so einiges über den einstmals angeblich so selbstquälerisch empfundenen Bekenntnisdrang des schwedischen Romanciers August Strindberg zu erkunden ... -
Aufgewühlt sauste ich los, um dann zehn Minuten später mit der zuvor eingeforderten Flasche Aquavit wieder im Aufenthaltsraum des Fährdampfers zu erscheinen. "Gläser dafür waren dort leider nicht zu erwerben", gab ich Per-Olof zu verstehen.
"Gib schon her, ich brauche kein Glas!" ließ er mich wissen - riß mir die Flasche aus der Hand, öffnete den Verschluß - und gluckernd flutete der Inhalt, nun hoffentlich hilfreich für eine Geheimnisse lüftende Darlegung, trinkfreudig seine Kehle hinab. -
Nun, eingedenk dessen betrachtete ich's jedoch als gegeben, daß mir ein hochgestimmter Trunkenbold gleich eine unglaubliche Geschichte zum besten geben würde.
"Jetzt hör' mir 'mal gut zu, ja?" wurde ich vorab ermahnt: "Weltweit ruft es noch immer Bewunderung hervor, wenn wieder einmal jemand mit einem Nobelpreis ausgezeichnet worden ist! - Das leitet Prestige in die Wege und allerhand Bares auf's Konto! - Aber wie es dereinst dazu gekommen ist, daß solch eine Lobpreisung Wirklichkeit werden konnte, das weißt Du sicherlich ganz bestimmt nicht! - Denn in dieses durchaus geheimnisumwitterte Ereignis sind ja bisher nur ganz wenige, ausschließlich die vom Familienclan als absolut charakterfest und auch vertrauenswürdig einzuschätzenden Personen eingeweiht worden!"
"Oh! - Darin bist demnach auch Du willkommen geheißen worden?" horchte ich tief beeindruckt auf. - Erwartungsvoll auf meinem plastikbespannten Sitzmöbel herumrutschend, wollte ich jetzt unbedingt herausbekommen, was sich da einstmals so spektakulär ereignet hatte: "Per-Olof, ein Vorschlag zur Güte: Im Duty-free-shop sah ich vorhin noch acht Flaschen Aquavit im Regal stehen! Und ich bin unverzüglich gern bereit, für ..."
"He! Für wen oder was hältst Du mich?" raunzte er mich aufgebracht an. "Sehe ich in Deinen Augen aus wie ein erbarmungswürdiger Saufbruder?"
"Nein! - Aber ich würde doch gern herausfinden - äh - stichhaltig auf dem laufenden sein ..."
"Nun beruhige Dich erst einmal - ja? - Denn alles wird - das versteht sich von selbst -, korrekt und gesittet der Reihe nach entschleiert." Und wie nach innen gerichtet, nahm er sogleich bedeutungsvoll Haltung an: "Nun ja, da denke ich jetzt geschlossenen Auges zurück ... Und finde mich ein auf dem Hintergrund einer wahrlich turbulenten Epoche!" brach es pathetisch aus ihm heraus. "Und wer ist dort wirklichkeitsnah zugegen? Fürwahr: Der unruhige Forschergeist Alfred Nobel! - Als Jüngling war mir zu Ohren gekommen, daß Onkel Alfred im März 1863 in Stockholm die fünfundzwanzig Jahre jüngere, einst bildschöne Inga Engstroem kennengelernt hatte. - Und angeblich leidenschaftlich ergriffen, soll er dieser Dame sofort einen Heiratsantrag gemacht haben!"
"Eine etwas leichtsinnig vom Stapel gelassene Gefühlsduselei!" mußte ich unbedingt anmerken.
"So kann man's wohl wahrlich bewerten", erhärtete Per-Olof meine Bedenken. "Und holterdipolter ist dieses Mädel dann wohlüberlegt bei ihm eingezogen, in sein pompöses Domizil, am exklusiven Stadtrand von Stockholm."
"Auch das noch!" konnte ich nicht umhin zu bekunden.
"Wohl wahr!" nickte Per-Olof mir zu. "Wie Du es vermutlich schon ahnst, war diese Liaison nicht von Bestand: Denn Inga entpuppte sich baldigst als einfältig, kindisch und aufsässig. - Der Onkel Alfred hatte in Kürze die Nase gestrichen voll, wie man so sagt. Und hat dann mißgestimmt versucht, dieses unleidliche Zuhause in einem berüchtigten Stockholmer Nachtlokal zumindest für einige Stunden aus dem gedemütigten Bewußtsein zu verbannen."
"Bejammernswert ... Und dann?" forschte ich sensationslüstern lauernd.
"Ist alles gescheitert - in die Brüche gegangen!" betonte er's grinsend.
Unruhig ausharrend, tippte ich ihn nun erwartungsvoll an: "Per-Olof, in etwa vierzig Minuten haben wir Göteborg erreicht! Spann mich nicht länger auf die Folter. - Was geschah dann?"
"Nun, der Onkel Alfred stand eines Abends, zu vorgerückter Stunde, angeblich leicht alkoholisiert vor der Haustür seines Palais. Die Inga war zwar im Haus; hatte aber, gereizt und zunehmend verdrossen, die Tür zum vordem doch so familiären Daheim anscheinend beinahe bollwerkartig verbarrikadiert!"
"Mein Gott! Ich ahne das Schlimmste, der Untergang des Hauses Nobel!" brach es beeinflußt aus mir heraus, da sich ein beinahe vergleichbares, dereinst von Edgar Ellen Poe beschriebenes Geschehen spontan vor meinem geistigen Auge beunruhigend verlebendigte.
"Da bist Du jetzt ziemlich nah dran!" erhärtete Per-Olof mein visionäres Empfinden. "Denn der Onkel Alfred hat daraufhin zornig kehrtgemacht, ist wutschnaubend in sein Chemielabor gestolpert - und hat dort sogleich 75% Nitroglyzerin und 24,5% Kieselgur mit 0,5% Soda zusammengemixt ..."
"Nein!!" unterbrach ich ihn aufstöhnend.
"... und ist dann gleich darauf mit diesem hochexplosiven Gemisch", erzählte er jedoch unabgelenkt weiter, "das später als sogenanntes Dynamit ja welterschütternd Furore gemacht hat, nun stockwütend zur kaltschnäuzig verrammelten Haustür marschiert!"
Mir stockte der Atem ... "Ein unbeherrscht aufloderndes Gebaren!" wandte ich baß erstaunt ein.
Kopfnickend wurde mir zugestimmt.
Bestürzt forschte ich weiter: "Mein Gott! Unglaublich ... Das hatte doch todsicher schreckliche, katastrophale Folgen?"
"Beileibe, das auch - und später ja weltenweit durchaus bedeutsame!" ließ er's gewichtig anschwellen.
"Weltweit bedeutsame?" murmelte ich, bisher noch uneingeweiht ...
"In der Tat!" nickte Per-Olof mir zu. "Denn unser an und für sich stets mildtätig zu gewärtigender Onkel Alfred, er hat ja bald darauf sein so heißblütig zum Ausdruck geratenes Handeln bitter bereut! - Und die zwangsläufig aufkeimenden Gewissensbisse haben wahrscheinlich so viel bewirkt, daß er vor seinem Ableben in San Remo noch testamentarisch angeordnet hat, daß ab 1901 ein finanziell hochdotierter Preis den wirklich herausragenden Persönlichkeiten des jeweiligen Zeitgeschehens aufhorchen lassend zur Ehre gereichen sollte!" -
Unglaublich! - Noch immer hochgradig ergriffen, schaute ich nachdenklich zu ihm auf: Der Onkel Alfred! - Und die dank seiner Existenz dereinst so beeindruckende Entstehung des ja noch immer weltweit tosenden Beifall hervorrufenden praemium Nobelianum - !          -
In der Zwischenzeit hatten wir den dichtbevölkerten, rundum mit Lärm erfüllten Aufenthaltsraum des Fährdampfers verlassen - und standen nun fröstelnd im Außenbereich an der Reling ...
Per-Olof nahm einen aufmunternden Schluck aus der inzwischen inhaltlich fast zur Neige gegangenen Aquavit-Flasche. - Kreischend und freßlüstern lauernd, begleiteten uns nun auch zahlreiche Möwen, als mein Reisegefährte sich aufs neue zu Wort meldete: "Ach ja, es gab auch schon namhafte Personen, die diesen Preis abgelehnt haben!"
"Wahrhaftig! - Und das bleibt ja auch unvergessen", pflichtete ich ihm kopfnickend bei. "Denn bereits 1964 verweigerte der französische Philosoph und Schriftsteller Jean-Paul Sartre - warum auch immer? - diese Belobigung seiner Person durch eine derartige Glorifizierung."
"Naja, vielleicht war der Franzose nicht ausreichend genug selbstverliebt?" mutmaßte Per-Olof nüchtern. - Um gleich darauf noch schelmisch hinzuzufügen, daß immerhin vor einigen Jahren dieser prominente deutsche Schriftsteller solch eine Auszeichnung als eine unzumutbare Gewissensqual demonstrativ von sich gewiesen habe!"
Diesbezüglich erstaunt, blickte ich ihn daraufhin neugierig geworden an: "Das ist eigentlich schwer vorstellbar ... Wer sollte das denn gewesen sein?"
"Den Namen des Mannes habe ich leider vergessen." rief er mir zu -  ein kraftvoller Wind beeinträchtigte unseren Plausch. "Hm? - Gleichlautend ist es in Deutschland die Bezeichnung für diese Feld- und Wiesenpflanzen!" versuchte er's zu verdeutlichen.
"Du sprichst in Rätseln, Per-Olof."
"Ernsthaft? - Vielleicht erinnerst Du dich aber daran, daß damals viele Zeitungen und Zeitschriften diese schriftlich formulierte Verweigerung des Autors ja veröffentlicht haben - nein, nicht?"
"Nee, eigentlich nicht ..."
"Das nehme ich Dir nicht ab!" wurde ich angeblafft. "Aber wenn es tatsächlich so sein sollte, dann spitz jetzt einmal sensationslüstern die Ohren! Also: Verwundert nahm unser Stockholmer-Nobelpreis-Komitee dereinst diese schriftlich übermittelte Verweigerung des besagten Romanciers zur Kenntnis; in welcher geharnischt zum Ausdruck gegeben worden war, daß solch ein Preis, derart grässlich und auch beunruhigend beseelt mit dem höllischen Brandmal einer zerstörerischen Inhumanität, für ihn bedauerlicherweise als absolut unzumutbar zu gewärtigen sei. - C'est un Désagrèment, Monseigneur! Ja, mit genau diesen Worten endete die ablehnende Aussage des Herrn G.", betonte Per-Olof den Ausklang seiner aufschlußreichen Rückschau.
"Ach, die Unannehmlichkeit war damit gemeint, kosmopolitisch verfeinert", erklärte ich's grinsend. "Der Autor ist wahrscheinlich ein Kosmopolit - die dereinst vom griechischen Philosophen Diogenes so wirkungsvoll schmückend geprägte Bezeichnung für Weltbürger."
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Wir waren gerade in Göteborg angekommen, hatten die Gangway des Schiffes soeben verlassen, als sich - auf der Anlegestelle des Fährschiffes -, Per-Olof nun überraschend fast schon bedrohlich vor mir in Stellung brachte: "Du bist - wie Du's erwähnt hast - ein freiberuflich tätiger Journalist! Und trotzdem warst Du mir durchaus sympathisch, das habe ich ja bereits zu spüren gegeben. Aber solltest Du jemals dreist und unverfroren all die von mir so offenherzig zur Sprache gebrachten familialen Begebenheiten in einer Deiner stets klatschsüchtigen Zeitschriften veröffentlichen, jou, dann mach Dich auf etwas gefaßt! - Was immer Du tust, Du wirst es bitter bereuen!" wurde ich, à la Sokrates, gleich einem Schierlingsbecher, schlußendlich noch sehr eindringlich unter Druck gesetzt. "Zumindest trennen sich dann endgültig unsere Wege!" gab er mir auch noch deutlich zu verstehen. -
Hernach trennten sich dann tatsächlich unsere Wege ...
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Postskriptum:
Nachdenklich gestimmt, lag ich jedoch noch stundenlang wach, im Bett eines zweitklassigen Hotels in der Innenstadt von Göteborg.   -
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Mittwoch, 8. Mai 2019

So bildhaft-lebensnah auf Reisen sein ...

Ja, mit auf große Fahrt gehen - als Augenzeuge und Weltenbummler.
Ergötzlich, all das mögen die nachfolgend veranschaulicht gemachten "Dokumentationen" jetzt doch einmal bedeutsam vermitteln:
Danke für Ihr "Dabeisein". -
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Im Wohnmobil unterwegs ...

In einer "wildfremden" Kultur.
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"Nein-nein, du mußt hier gar nichts befürchten! Denn Afrika ist heutzutage eine überwältigende, allerdings auch rundum zivilisierte Wunderwelt", hatte der Sohn Hagen-Stephan seiner Mutter noch zugerufen, bevor er mit dem Auto davongefahren war, um in der kleinen, unweit gelegenen Ortschaft Lebensmittel einzukaufen. - Und Reinhold, der Vater und Ehemann der noch immer ängstlich dreinblickenden Frau Eleonore, er hatte sich inzwischen für die von ihm anfangs lauthals gemachte Anmerkung vom noch Vorhandensein umtriebiger Kannibalen entschuldigt - und gleich darauf begonnen, einen diesbezüglich aufschlußreich geschriebenen Artikel besänftigen wollend vorzulesen ...
Mit dem folgenden Wortlaut:
"Die anno dazumal wissenschaftlich todernst, beinahe besorgniserregend als Anthropophagie benannte Menschenfresserei, sie ist ein zu Urzeiten aus mystischen, dereinst so völkisch geheimnisumwitterten Beweggründen entstandenes, heute jedoch nahezu ausgemerztes Brauchtum!"
Der Gattin Eleonore war trotz allem ein wenig mulmig zumute ...
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Reisen - in unbekannte Länder ...


Neulich, im Riesengebirge:
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Nun ja ...
Im Landschafts-Bereich der Sudeten. - Geographisch betrachtet, im polnisch-tschechoslowakisches Grenzgebiet.
Und prähistorisch benannt nach einem einstmals dort heimischen und seit langem angeblich ausgestorbenen Geschlecht sehr großer und massiger Gestalten - in vorwiegend männlicher, jedoch hin und wieder auch sichtbar gewordener weiblicher Beschaffenheit. 
Im Hintergrund des oben verdeutlichten Geschehens, da präsentiert sich die 1600 Meter hohe, als "Schneekoppe" benannte Gebirgslandschaft. -
So viel entfaltend vorab ...
Die in der veranschaulichten Szenerie von der männlichen Person so leichthin und unerschrocken in Abrede gestellten Teufel, sie sind wohl im dortigen Moor tatsächlich nicht mehr präsent, wie es vor kurzem der in Worpswede lebende 96-jährige Ethnologe Horst-Eberhardt W. auf unsere diesbezügliche Anfrage glaubhaft versichert hat. - Der letzte Vertreter dieser "Verderbtheit" oder auch "Verkörperung des Bösen" sei ein harmloser und friedfertiger Sonderling gewesen - und bereits 1945, noch kurz vor Beendigung der Flächenbombardements im "Zweiten Weltkrieg", durch eine offenbar fehlgeleitete Bombe der diese ländliche Region anhaltend überfliegenden britischen Kampfflugzeuge, am Rande des Teufelsmoores todbringend verletzt - und dort bis zur Unkenntlichkeit zuschanden gekommen. Schon bald darauf jedoch von einem in dieser Gemarkung lustwandelnden Worpsweder Maler erschrocken haltmachend aufgefunden worden ... 
Da sei als Schlußfolgerung nun doch noch weitherzig hinzugefügt: 
"De mortuis nil nisi bene" - (Über die Toten nur Gutes), rief, in einer zeitgemäß vergleichbaren Situation, dereinst so gutgesinnt der griechische Denker Diogenes Laertius.
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Das "auf und ab" von Ebbe und Flut ...

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Der "Tidenhub" - im stets beachtenswerten Rhythmus der Gezeiten:*
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Und nun die Zuspitzung all dessen:
Da hatten sie, schon bereits zwei Monate zuvor, auf der Müritz, einem Wasserweg im Herzen der Mecklenburgischen Seenplatte, sich wieder einmal für einige reizvolle Tage ein Hausboot gemietet: Die Ingelore und der Karl-Heinz aus Wanne-Eickel ... 
Als ein unvergessenes Reise-Erlebnis. - 
Jedoch offenbar dermaßen anregend Spuren hinterlassend, daß der Karl-Heinz rückblendend träumerisch in diese vor kurzem erlebte Boots-Beglückung hinein recht wirklichkeitsfremd entfleuchte ...  
Und das (unglücklicherweise) inmitten eines noch schläfrigen, sich so gedankenverloren entfaltendem Erwachen am ersten Urlaubstag - an der ja dem Tidenhub seit Urzeiten naturverbunden preisgegebenen Nordseeküste im nördlichen Dänemark. -
* In Dänemark darf man mit dem Auto an den Stränden der Nordseeküste entlang fahren. -
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"Auch können plötzlich die Gezeiten, ganz unverhofft Verdruß bereiten", hatte schon Schiller gemutmaßt, als der Freund Goethe eine Reise in nordische Küstenregionen zu tun gedachte. 
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Die idyllische griechische Insel TINOS ...

Dort ist auch die "Vergangenheit" sichtbar geworden:

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Sagenhaft - !
Denn da ermöglicht ein wahrhaft gigantisches Fossil 
einen ungewöhnlichen, wie wohl auch beachtenswerten Einblick 
in die orakelhaften Sphären der griechischen Mythologie:
Dieser im Laufe der Zeit versteinerte Backenzahn
 des einstigen Titanen Kronos,
Sohn des einstmals gebieterisch in Erscheinung tretenden Uranos 
und seiner stets gottergeben zu ihm aufschauenden Gemahlin Gäa - 
Allmächtige des ältesten, griechischen Göttergeschlechts ...
Der Zahn:
Anno dazumal (noch immer unübersehbar!) von fauligem Karies
befallen, bleibt da ein schmerzhaftes Nachempfinden
 für so manche Betrachter wohl doch nicht aus.
Und schon wird das zeitlos Ewige im Mythos postum
zu einer heimgesucht werdenden Wirklichkeit.
Greif- fühl- und wahrnehmbar auf der griechischen Insel TINOS.
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"Und unter Toben und Gebraus
geschah es dann: Er fiel heraus!"
mutmaßte einst, diesbezüglich,
schmunzelnd
der Wilhelm Busch.
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Foto: Ulrike Schäfer.
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Ein verhängnisvoller Wetterbericht ...

"Wer von euch tauben Nüssen hat denn gestern von Windstille und ruhiger See gesprochen?!!"
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Liebe Leserin-(er), mit den nachfolgenden Zeilen werde ich hier und jetzt eine leidvoll verlaufene Begebenheit aus den wohl oftmals waghalsigen Lebensbereichen der "Freundschaftsbande" zum besten geben. -
Es geschah im August 2001, unweit von Cuxhaven-Duhnen ...
Vorab ist es erwähnenswert, daß der Großvater mütterlicherseits ihm einstmals diese alte, hölzerne Segelyacht hinterlassen hatte, dem inzwischen leider verstorbenen Marburger Arzt Wolfgang Süß. - *
Und schon tagelang hatte er sich damals, gemeinsam mit seinem Freund, dem Weingutsbesitzer und Landesverweser Uli Pfeiffer darauf gefreut, wieder einmal nach Norddeich (dem Liegeplatz der Yacht) zu fahren, um dort reiselustig das Boot zu besteigen und eilends die Segel zu hissen. -
Ja, und das Wetter schien ihnen anfangs so ganz und gar dienlich zu sein, als sie den Hafen verlassen hatten, um nun daseinsfreudig Kurs auf die Insel Helgoland zu nehmen.
Bis daß der Himmel sich dann urplötzlich verdüsterte, ein kalter, heftig die Segel zerfetzender Sturm von Nord-West aufkam - und die erste Sturzwelle krachend das Boot erreichte ...
Als das unaufhörlich stürmisch zugrunde richtende Wetter sich bald darauf gottseidank endlich beruhigt hatte, ließen "glückliche Umstände" sie und das Boot (s. Blick aus dem Fenster der Wetterwarte) am Strand von Cuxhaven so unfreiwillig auflaufen und deutlich erkennbar dort auch vor Anker gehen.
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In der oben gezeigten Abbildung sind da von links zu gewahren:
Uli Pfeiffer und die Meteorologen Dr. Matthias Krummbügel, zudem auch der über all die Wettergrenzen hinaus bekannte Professor Adalbert Lüttgenstein. -
Der Bootseigner Wolfgang Süß - ?
Er hatte sich inzwischen einen harmonisierenden Rausch angetrunken - und besänftigend kam ihm eine Einstellung Nietzsches in den Sinn, der einmal aufmunternd gesagt hatte: "Das Leben besteht aus raren einzelnen Momenten von höchster Bedeutsamkeit und unzähligen Intervallen, in denen uns bestenfalls die Schattenbilder jener Momente umschweben: Die Lust und die Liebe, wohlklingende Musik, wie auch die Urgewalten der Meere - alles redet nur einmal ganz zum Herzen; wenn es überhaupt je zu Worte kommt."
Dann hatte er sich in den Dünen schlafen gelegt.
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Post Skriptum: In "Walters Weinstube" in Gießen, Steinstrasse, wird hin und wieder - nebst eines zuprostenden Angedenkens an den Wein-Weggenossen Wolfgang -, noch immer einträchtig darüber geschmunzelt.
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* (Ach Wolfgang, Du bleibst uns stets in Erinnerung!)
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Neulich, auf der nordfriesischen Insel Sylt:

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Weltweit würde die in der oben abgebildeten Begebenheit so beeindruckend zur Schau gestellte Angler-Trophäe wohl lauthals mit nicht enden wollenden "Petri-Heil-Rufen" bekundet werden ... 
Wenn man's nicht anzweifelnd sogleich auch als "Anglerlatein" bezichtigen könnte. -
Folgendes war da überraschend geschehen: 
Ein stattlicher, achtunggebietend großer Kabeljau, ein "Gadus morhua", wie er lateinisch ja gern benannt wird, war aller Wahrscheinlichkeit nach aus nördlichen Meeresbreiten (Lofoten) im Norden der Insel Sylt aufgetaucht - und dort dann anscheinend hilflos gestrandet. - 
Ein früh morgens aus der Stadt Eckernförde angereister - und mit einer Angelgerätschaft zufällig am Strand ausharrender Besucher, er hatte das baß erstaunt miterlebt ... 
Schon bald darauf dann jedoch, freudig erregt, dank der spontanen Hilfsbereitschaft einiger am Strand herumstreunender Youngster das fischblütige Ungetüm - trotz unverzüglich auflodernder Verdrossenheit der Gattin -, kraftvoll vereint auf das Wohnmobil gehievt, um hochgestimmt schleunigst die Heimfahrt nach Eckernförde zu gestalten.   
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Sonntag, 28. April 2019

Hm? - So schlitzohrig schmuggeln ...

Das war vor Jahr und Tag ja noch ab und zu möglich. -
Wie damals, miterlebt an einer der derzeitigen Zollstationen:
Oui, und unüberhörbar offenbarte sich dabei wohl auch der Anreiz eines "Corriger la fortune" - was meint: (Das Glück verbessern, d.h. mogeln).
Zuvor sei da noch folgendes anschaulich machend erwähnt: Wenn ein Franzose in Paris recht unbekümmert erkennen läßt, daß er dereinst in der Gascogne das Licht der Welt erblickt hat, dann wird er oftmals bespöttelt - man macht sich gern über ihn lustig. -
Solch ein "der Lächerlichkeit preisgeben" sollte zwar stets als engstirnig und taktlos zu gewärtigen sein - jedoch aufhorchen lassend durfte ich im Juni 1972 miterleben, daß da gegebenenfalls ein Schmunzeln kaum noch zu unterdrücken ist. - Aus der spanischen Stadt Barcelona kommend, habe ich damals am dereinst noch grenzgebieterisch installierten Schlagbaum bei Irun haltmachen müssen. Und bald darauf, nun auf dem französischen Hoheitsgebiet angelangt, standen jetzt, Auto an Auto in Folge, all die dort als motorisiert Anwesenden im gleißenden Sonnenlicht abwartend hintereinander aufgereiht da. -  
Im geöffneten Cabriolet sitzend, gewahrte ich vor mir stehend einen alten, klapprigen Citroen-2-CV-Kleinlastwagen. - Und erkennbar wurden sogleich: Ein Hinweis gebendes Nummernschild auf die Gascogne - und ein schon älterer, allerdings untrüglich zutage tretender Bauer (paysan) aus diesem reizvollen, südfranzösischen Landesteil ...
Unübersehbar mißtrauisch dreinblickend, sprach nun der Zöllner den etwas unruhig dastehenden habitant de gascogne an: „Na, Monsieur, was haben wir denn heute gesetzmäßig zu verzollen?“
„Rien, pas-de-value de l'objet!“ (Nichts, keinerlei Wertsachen!) antwortete achselzuckend ein abwinkend gestikulierender Landmann.
„Merveilleux! (wunderbar!) - Dann können wir, immerhin ganz und gar problemlos, alles etwas näher in Augenschein nehmen“, wurde ihm schmunzelnd bedeutet.
Deutlich bemerkbar beunruhigt stand er jetzt da, der anscheinend nun doch in die Enge getriebene Gascogner.
„Oui, dann öffnen sie doch bitte einmal die hinteren Türen ihres Fahrzeugs!“ wurde er autoritär aufgefordert.
Widerwillig kam er dieser so barsch formulierten Anweisung nach - und sichtbar wurde dann gleich darauf eine dunkelblau leuchtende Plastiktonne; ein Großbehälter, mit annähernd fünfzig Liter als Fassungsvermögen. 
„Aha! - Was haben wir denn dort drinnen eventuell durchaus belastend verborgen?“ sprach ihn der offensichtlich sogleich einen Verdacht schöpfende Zollbeamte herrisch an.
„Nichts von Bedeutung, nur Katzenfutter!“ bekam er lakonisch zu hören.
„Interessant, das wollen wir dann gleich einmal etwas gründlicher kontrollieren!“ wurde nun sofort unbarmherzig bestimmt.
„Pourquoi? (Warum?)“ versuchte der Bauer fragend abzulenken - um dann eindringlich darauf hinzuweisen, daß so etwas wohl leider nicht möglich sei, weil ja der Deckel der Tonne, vom Hersteller des Katzenfutters rundum kunststoffverschweißt, bestimmt enorme Schwierigkeiten bereiten würde - und demnach nur gewaltsam zu öffnen sei!
„Non, das ist kein Problem für uns, denn wir sind ja für alles gerüstet!“ ließ nun der zweite Beamte verlauten; verschwand in der Zollstation - und erschien wenige Minuten später mit einer geeigneten Gerätschaft inmitten einer sich offenbar anbahnenden Bredouille.
Schon bald darauf war der Deckel der Tonne unproblematisch entfernt - und ein verwundert aufblickender Zöllner hielt nun ein Häufchen frischgerösteter Kaffeebohnen in der Hand ...
„Olala! - Das ist ja wohl zweifellos ein tierisch gewöhnungsbedürftiges Katzenfutter!“ herrschte er kopfschüttelnd den trotz allem weiterhin als selbstsicher erscheinenden Grenzgänger an.
Beipflichtend nickte der Mann aus der Gascogne ihm zu: „Oui, so wird es sich leider wohl demnächst bewahrheiten!“
Die beiden Zollbeamten starrten jetzt abwechselnd auf den bauernschlau agierenden paysan und auf den Inhalt der großen Plastiktonne.
„Wie dürfen wir das denn nun bitte verstehen?“ entfuhr es dann mißfällig dreinblickend einem der Zöllner.
„Ach, wissen sie“, stöhnte der Bauer mitleiderregend auf, „ich züchte seit einigen Wochen exotische Siam-Katzen. - Und diese Viecher sind unglaublich anspruchsvoll! Dermaßen wählerisch, daß sie mich bald in den Ruin treiben werden. - Alles erdenkliche an bei uns in Frankreich verfügbaren Fressalien habe ich diesen verkorksten Biestern schon zukommen lassen! - Das kann ich notfalls durchaus beweisen, glauben sie mir!“
„Ja - und?“ forschte man weiterhin anzweifelnd nach.
„Na, was wohl?“ klagte er’s demonstrativ ein. Und mit ausgestreckter Hand auf die Plastiktonne weisend, polterte er trickreich drauflos: „Oui, messieurs, und wenn die versaubeutelten Stubentiger sich das da nun auch nicht mehr einverleiben wollen, dann ist unwiderruflich Schluß mit der Aufzucht! - Und ich werde diesen versnobten Viechern stocksauer den Hals umdrehen! - Compendre?“
Sekundenlang lastete daraufhin erst einmal eine unentschlossen flackernde Reglosigkeit über dem grenzgebieterisch in Atem haltenden Geschehen ...
Bis hin zum besorgniserregenden Augenblick, da einer der Zollbeamten den Mann aus der Gascogne beinhart und unzugänglich anherrschte: „Conduisez votre voiture de ce cotè - là!“ (Fahren sie ihren Wagen dort an die Seite!)
Das habe ich letztendlich noch unüberhörbar mitbekommen, bevor mich der andere Zöllner erst einmal abfällig dreinblickend fixierte - und dann unwirsch zum Weiterfahren aufforderte ...
Ein bedeutsames "Miterleben" -
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Donnerstag, 25. April 2019

Damals, im Konflikt mit der Mikrowelle ...

Ja, da wird nun wohl so einiges mehr oder weniger als abschreckend zutage treten, dessen war er sich zähneknirschend bewußt, der von Zweifeln geplagte Kochkünstler Eberhard Hitzigmann -
"Ein kulinarisch sich allabendlich darbietendes Desaster", so erahnte er es schon als ein wohl eßunlustiges Mißvergnügen. - Was dann bald darauf zwangsläufig zur Folge hatte, daß er bedeutsam ein Schreibgerät ergriff, um seiner derzeitigen Lebensgefährtin sogleich gefühlswarm das Folgende eindringlich zu bekunden:
Ach, liebe Waltraud, laß Dir sagen:
Mich rührt derzeit ein Unbehagen ...
Nachdenklich gestimmt, hielt er dann aber kurz inne ...
Gleich darauf hatte er sich jedoch wieder zielführend im Griff:
Nein, ich will Dich hier nicht kränken - das solltest Du vorab bedenken!
Das nicht, ich wollte Dir nur sagen, daß ich gar oft, an manchen Tagen -
obwohl ich kompromißbereit - zumeist Verständnislosigkeit
in Deinem Angesicht gewahre; das leider nun schon fast zwei Jahre!
Nein, eigentlich sind diese Zeilen der Anlaß, um Dir mitzuteilen,
daß ich nicht mehr auf Deine Weise, mit Dir zusammen abends speise!
Denn hart an meiner Eßlust-Schwelle, hab' ich wohl diese Mikrowelle
stets rücksichtsvoll noch toleriert.
Mich leider Tag für Tag geniert, Dir einmal unverblümt zu sagen,
daß mein ramponierter Magen solch eine Fütterung verachtet,
da er nach Leckerbissen trachtet!
Folglich ist's wohl nicht vermessen, wenn wir demnächst alleine essen!
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Es tut mir ja leid, das hat uns entzweit, fügte er dann abschließend noch hinzu - der nun schon seit Wochen von Trübsal und Niedergeschlagenheit geplagte Eberhard H. -
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Post Skriptum: Per Zufall haben wir vor kurzem davon Kenntnis erhalten, daß der einige Monate freud- und beziehungslos dahinlebende Eberhard und die noch immer hinreißend aussehende Waltraud inzwischen wieder - auch auf den Entfaltungen dieser kulinarischen Hochebene - recht sinnenfreudig beisammen sind ...
Denn eine sehnsuchtsvoll zurückblickende Waltraud hat diese Lustlosigkeit auslösende Mikrowelle nun kurzum bei eBay zum Kauf angeboten. -
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Dienstag, 23. April 2019

Harry, der "eigenwillige" ROWOHLT ...

Nun ja:
Da denke ich jetzt 'mal schmunzelnd als dereinst "hineinverwickelt" zurück:
Damals, in der Stadt Verden an der Aller - es bleibt unvergessen. -
Die alt-ehrwürdige Halle war rammeldicke voll mit den Zuhörern, die Dir bald darauf rundum begeistert fast schon "zu Füßen lagen"! -
Dann kam die bedeutsame Pause ...
Insofern, als die Bremer-Fernseh-Macher diese Zeit nun offenbar nutzen wollten, um dich aushorchen und ablichten zu können - so war's. -
Du wolltest das aber ganz und gar nicht - und warst dann in dieser Zeitspanne nicht mehr zugegen, eiligst auf und davon! - 
Ich wußte (vorab) allerdings "warum" ...
Bin dann als "Double", wie Du es ja nachher benannt hast, für dich "stellvertretend" für die Glotze aktiv geworden.
Denn Du hattest dich ja zuvor "französisch empfohlen" - oui. -
Okay ...
Hm? - Aber jetzt bist Du schon wieder von hinnen!
Und das auch noch "für immer" !
Lieber Harry, hättest Du das nicht empfindsam hinausschieben können?
Nee? -
Mich stimmt das derzeit noch immer anhaltend sehr traurig,
denn:
Der Robert ist "weg" - und jetzt Du auch obendrein!
So urplötzlich nun zeitlebens verschwunden ...
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Harry Rowohlt starb am 15. Juni 2915. -
Robert Gernhardt schon 20. Juni 2006. -
Tja, für mich sind nun beide Geistes-Gefährten leider nicht mehr zu erreichen ...
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(Ein Hinweis: Harry Rowohlt, der Schriftsteller und Kolumnist war der Sohn des Verlegers Ernst Rowohlt - der Rowohlt-Verlag).
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Donnerstag, 18. April 2019

OSTERN - 2019 ...

Hm ?
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Das Wohlgefallen der Oster-Tage,
stellt hier so einiges in Frage -
gleich,
im Folgenden:

OSTERN - die "Ostereier" - und dieser fragwürdige "Osterhase" ...

In einem beunruhigenden "Zusammenspiel"!
All das sei hier einmal unübersehbar anschaulich gemacht:
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Die oben abgebildete Geschichte,
macht kalt und herzlos schnell zunichte,
daß die im Freien lebenden Hennen,
dort weder Streß noch Terror kennen.
Gewiß, die anverwandten Schwestern,
sie sitzen, statt in weichen Nestern,
bejammernswert in Legehallen;
ausgebeutet und zu allem
dort auch ohne Tageslicht -
was dem Dasein widerspricht.
Das beachtend meiden heute,
abgeneigt schon manche Leute
solche knastgelegten Eier. -
Jedoch:
Im Hinblick auf die Feiertage,
gemeint ist jetzt das Osterfest,
wird Hühnern ein Bedarf zur Plage,
der sie zuhauf verzweifeln läßt!
Gewünscht sind Eier massenhaft,
was Mühsal, Streß und Leiden schafft.  
Auch Angst und Schrecken aktiviert,
derart, wie oben angeführt ....
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Tja, so ein Gallus domesticus (Huhn) ist ja durchaus imstande, in einem Jahr circa 200 Eier zu produzieren ...
Ohne die bewunderns- und schätzenswerte Arbeitsleistung der heimischen Hühner jetzt schmälern zu wollen, sei hier nun doch noch so ganz nebenbei bemerkt, daß ein wesentlich kleineres Tierchen, dieser Ascaris genannte Spulwurm, immerhin 64.000 Erzeugnisse dieser Machart alljährlich so nonchalant meistert.
Beachtlich.
Oder?
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OSTERN - so schonungslos unbarmherzig:

Denn:
Sie nannten IHN mitleidlos
"OSTERHASE"
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"Allerliebst,  ergötzlich", werden Sie jetzt eventuell amüsiert ausrufen ... - 
Wir nicht, denn leider hat sich die oben zeichnerisch zur Schau gestellte Abbildung inzwischen in einer unbarmherzig Wahrheit gewordenen Realität entblößt. - Die Toleranzgrenze war damit erreicht, als wir vor einigen Tagen von Tierschützern zu hören bekamen, daß in Nordhessen zwei durchaus als gesinnungslos zu charakterisierende Züchter monatelang einige zuvor in Freiheitsbewegung lebende Feldhasen (Lepus europaeus) zynisch mit süßlich schmeckendem Alkohol (s. Abb.) und schmerzhaften Elektroschocks tyrannisiert haben, um die geschundenen Langohren bald darauf für Postkartenfotos und obskure Werbezwecke gefügig zu machen. - Hier wird ganz offensichtlich die hervorbrechende Angst der Tiere vor der Anwendung brutaler Mittel, nun hemmungslos ausgenutzt! -
Als charakterlos und auch verabscheuenswert muß man's beurteilen, was da wieder einmal mitleidlos und hasenverachtend veranstaltet worden ist ...
Oder sehen Sie das unter einem völlig anderen Gesichtspunkt?
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Mittwoch, 10. April 2019

Nun ja: "Wissen ist Macht!"

Als: "knowledge is power" verdeutlichte schon dereinst der englische Renaissancephilosoph Francis Bacon diese wahrhaftige Erkenntnis. 
Jedoch - ?
"Scio me nihil scire. - Ich weiß, das ich nichts weiß". ließ er einstmals verlauten, der griechische Philosoph Sokrates - und er formte damit den Leitsatz seiner beharrlich aufgebotenen Bestrebungen, die Mehrheit der Menschen von einem vermeintlich vorhandenen Wissen ab - und hoffnungsvoll zu echtem Wissensbemühen hinzubringen ...
Zudem noch:
Begeben wir uns folglich - wenn auch nicht so dermaßen signifikant - mit Hilfe des deutsch/französischen Ersatz-Philosophen Didier Vaselis nun einmal informativ hinein in eine wahrlich lehr- und zudem wohl auch aufschlußreiche Erweiterung unseres Wissens:
Denn, wußten Sie's tatsächlich schon - daß?
*Als namentlich "Pampelmuse" zweifelsfrei keine dieser "griechischen Göttingen" geschichtlich erwähnt worden ist!
*Eine "Putzmacherin" zumeist nicht als eine "streitsüchtige Frau" ihr Dasein bestreitet!
*Ja auch im "Abendland", dem Okzident, der Tagesanbruch nun noch immer mit diesem "Morgengrauen" zu Tage tritt!
*"Undank zwar der Welt Lohn", dafür aber als "absolut steuerfrei" zu gewärtigen sein darf!
*Mit der Bezeichnung "Sprachschatz" eigentlich nicht die pausenlos "quasselnde Freundin" charakterisiert worden ist!
*Manche Menschen nur dann noch "erträglich" sind, wenn man sie so recht freundschaftlich gesinnt "auf den Arm nimmt"!
*Ein "Bettelstab" als "Gehhilfe" sicherlich vollkommen ungeeignet ist!
*Es in einem nordischen Erdkreis diese "Lappen" seit Urzeiten als männliche und weibliche Erdenbürger gibt!
*Wenn es einem weltfreudig danach gelüstet - man einen "Engländer" problemlos in jedem Baumarkt ja "käuflich erwerben" kann!
*Ein "Slowfox" strenggenommen nicht als ein stets so "gemächlich dahintrottelnder Hund" zu gewahren ist!
*Dieser Fachausdruck "Blütenstand" schon von Rechts wegen niemals als eine "Börsennotierung für Falschgeld" verdeutlicht werden kann! 
*Als "Wasserpfeifen" werden arg "schlechte Schwimmer" zuweilen zusammengestaucht!
*Man in professionellen Ganovenkreisen das "Fluchtauto" salopp als eine "Abdampfturbine" bezeichnet hat! 
*"Geisterfahrer" immerhin als (zuvor) sichtbar "entgegenkommend" wahrzunehmen sind!
*Man "Haftschalen" tatsächlich noch immer ganz und gar problemlos auch ohne ein vorab gefälltes "Gerichtsurteil" bekommen kann!
Wie auch immer ...
Trotz allem sei schlußendlich hier nun doch noch zur Sprache gebracht:
*Daß der Terminus "Television" inhaltlich mehr oder weniger nur als der trügerische Glaube an eine geist- und einfallsreiche "Fernseh-Unterhaltung" zu ermessen sein kann! 
Denn: Ultra posse nemo obligatur - über das Können hinaus ist niemand verpflichtet ... 
Das ist man ja nur noch der leidigen "Quoten-Abhängigkeit" in all den Fernsehsender-Laboratorien der privaten Verblödungs-TV-Anstalten.
Wohl wahr:
So klipp und klar ungeschminkt - verdeutlichend hierzu - sei hier noch der Autor Michael Jürgs und sein Buch mit dem Titel  "Seichtgebiete" erwähnt. -
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