Mittwoch, 30. Oktober 2019

Hildegard Knef: "Ach Hildchen" ...

Anfangs, vor allem, sei hier doch ein Einblick in ihre Lebensgeschichte verlebendigt:
Zutreffend ist, daß sie am 28. Dezember, 1925 in Baden-Württemberg, in der Stadt Ulm das Licht der Welt erblickte. -
Und bereits ab 1942 in einigen Filmen mitwirken konnte, die von der Filmgesellschaft Ufa in Szene gesetzt worden waren. - 
Zudem hat sie ab 1945 beachtliche Aktivitäten als Schauspielerin auf einigen Berliner-Theaterbühnen zur Schau gestellt. 
1954 kam dann der große Erfolg in Amerika, am legendären Broadway. 
Bald darauf traumhaft die "Tage der Rosen" als Chansonsängerin.  
Späterhin auch als Buchautorin ins Dasein getreten, gestaltete sie 1970 mit dem „Geschenkten Gaul“ einen Bestseller. -
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Und im Herbst 1994 geschah dann, zumindest für mich und für Walter, den Besitzer einer Weinstube in Gießen, diese amüsante Begebenheit: Es war kurz nach Mitternacht; die letzten Gäste hatten soeben weinselig das Lokal verlassen ... 
Daraufhin war ich gerade dabei die Tür zum Weinlokal zu schließen, als plötzlich ein junger Mann in der sich öffnenden Eingangstür stand: „Ob man denn jetzt doch noch ein Weinchen genießen dürfe“, fragte er mich, „Wenn ja, dann würde er dafür gern noch seine Begleiterin herein holen." -
Ich ließ die Tür unversperrt zugänglich - und schlurfte zur Theke zurück ... 
Gleich darauf stand sie dann in der jetzt offenen Tür; auf eine Gehhilfe gestützt, nickte sie uns freundlich zu: Die großartige alte Dame des Chansons, Hildegard Knef. - 
Verblüfft stieß ich den Wirt an: „He, Walter! Du wirst es nicht glauben, wer da soeben noch deine Weinstube betreten hat!“ gab ich ihm flüsternd zu verstehen. - 
„Wer da auch immer, jetzt ist Feierabend!“ fuhr er mich - ohne aufzublicken - abwinkend an. - 
„Oh, derart unzugänglich sind sie mir vorhin in der Stadt, von Ihrem Bürgermeister, gar nicht beschrieben worden!“ ließ sie ihn wissen, die inzwischen direkt neben dem Wirt stehende Künstlerin ... 
Völlig verdutzt, stand er nun da, als er plötzlich so unvorbereitet in ihre schalkhaft aufblitzenden Augen schauen durfte. - 
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Angesäuselt gestimmt, haben wir damals all diese Nachtstunden erlebt! - Auch ist mir noch immer gegenwärtig, daß Hildchen, nachdem wir bereits die fünfte Flasche Chateau Cheval Blanc, eine 1978er - St. Emilion-Kreation fast geleert hatten, ihren Kopf an die Schulter des inzwischen sichtbar wonnetrunken dasitzenden Wirtes gelehnt nun schwärmerisch summte: „Für mich soll’s gute Weine regnen, mir dürfen nur noch die besten begegnen! - Nur noch vom Feinsten möcht' ich genießen, und niemand wird mir mein Wollen verdrießen ..."
„Das war doch rundum erfreulich, per Zufall solch ein Ereignis miterleben zu dürfen!“ ließ später der Wirt, mein Schwager Walter, noch rückblickend verlauten. -
Diesbezüglich wohl eine bleibende Erinnerung ...
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Ach ja, damals, vor Jahr und Tag, in der Nähe von Gießen:
In Wetzlar, dieser hessischen Kreisstadt, in der einstmals der Johann Wolfgang von Goethe eine wie auch immer geartete Intimität mit einer gewissen Charlotte Buff dermaßen buhlerisch anschwellen ließ, daß er hernach dieser Liebespartnerin im Buch „Werthers Leiden“ spontan eine Art Denkmal gesetzt hat. 
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