Dienstag, 11. Mai 2021

Berühmt, bewundert und namhaft geworden ...

Sich - (trotz allem) - hernach einen "Decknamen", ein sogenanntes "Pseudonym" zunutze machen zu wollen, das genießt nach § 12 des BGB immerhin Rechtsschutz - und ist schon seit dem sechzehnten Jahrhundert weltweit zu einer Art Tarnung der künstlerischen Ambitionen gediehen ...
Und bei allen, auf diese Art und Weise "im verborgenen" bekannt gewordenen Personen, da erinnern wir uns an: Moliere, Novalis, Lenau, Stendhal, Mark Twain, Maxim Gorkij, Tarzan, Micky-Mouse als einige der namhaft gewordenen Persönlichkeiten. -
Ja - und hinsichtlich dessen ist es nun doch beachtenswert, daß da in Annäherung an diese als brauchbar erwähnte Maskierung es wohl doch nicht auszuschließen ist, daß sich bereits vor etwa 235 Jahren, vermutlich 1785, ein gewisser Wolfgang Amadeus Mozart in der österreichischen Stadt Wien dereinst auch einer solchen Tarnung bedient hat, um diese verlockend köstlichen, beinahe weltweit erhältlichen Schokoladenkugeln unbedingt schon zu seiner Zeit als unendlich gewinnbringend kommerzialisieren zu können ...
Die Mozart-Kugeln!
Denkbar ist's allemal - wir wissen es aber leider nicht so verbürgt. -
"Nomen est omen“, das verdeutlichte schon einstmals bedeutungsvoll der Titus Maccius Plautus, ein römischer Lustspieldichter aus Umbrien in seinen bereits 170 Jahre v. Chr. als „Persa“ publik gewordenen Schriften. Was ja mithin besagt, daß in der Namensgebung unglücklicherweise auch eine nicht immer Erfolg versprechende Vorbedeutung mitbetroffen sein könnte.
Wie nachfolgend "beigewohnt":
Aufschlußreich und informativ war es da für uns in Anbetracht dessen, daß wir in einer stadtbekannten Berliner Weinstube dort ein beachtenswertes Zwiegespräch belauschen durften: 
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„Oh ja! Sie heißen wirklich Goethe?
Bringt das nicht gewisse Nöte, wenn man, auch nach vielen Stunden,
noch immer keinen Reim gefunden?“
"Nein, ich kann mich nicht beklagen, denn an kühlen Sommertagen
ist mir oftmals - ungezwungen - doch stets ein guter Vers gelungen!
Um meinen Onkel, Karlchen Kant, der einst das Wortgefecht erfand,
wurde es, wie bei Bernd Schiller, schon seit Wochen merklich stiller.
Ja, und der Harald Hölderlin, der hatte neulich, wie mir schien,
hier, wie auch an anderen Orten, sehr viel Kummer mit den Worten!
Letztlich wird es wenig sagen, daß wir so "große Namen" tragen ...
Denn: 
Da war einst dummdreist meine Tante, die sich erfolglos Puschkin nannte!
Und diese Frau hat, ungehobelt, oftmals literarisch ‘rumgeknobelt,
ob man jetzt nicht, wie einst Fontane, so "Tiergeschichten und Romane" ...
Summarisch ging das voll daneben, weil ihr textverwirrtes Streben 
formte keinerlei Akzente! - Und wortlos ging sie dann in Rente."
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"Hm?  - Da ist man wohl doch so überaus geltungsbedürftig ...
Als bisher namenloser Mann, macht mich solch Geltungsdrang nicht an," das ließ er damals verlauten, der einem bekannten Literaturkritiker zum verwechseln ähnliche Weinstuben-Gast. 
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Erstaunt, amüsiert und ergriffen, verließen wir bald darauf schmunzelnd diese fabulierfreudig anmutende Destille. - Und urplötzlich begann nun mein Freund Gavrilos schwärmerisch trunken einen reizvollen Absatz aus Puschkins Roman in Versen „Eugen Onegin“ zu deklamieren: „Der Chor der Dichter zischt und kräht, - Gott nein, wie doch die Zeit vergeht!“ so tönte es damals - auf dem Weg zu einer Einkehr in den Bannkreis der "Kulturkneipe Zwiebelfisch" am Savignyplatz - laut und gewichtig in das nächtliche Berliner Treiben hinein ...
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