Sonntag, 21. Februar 2021

Damals, diese "letztendliche" Reaktion einer älteren Dame ...

"Hörbar" als eine "Oma Courage": 
"Dergestalt" miterlebt als "Zaungast" im Garten eines Cafés, im Berliner Stadtteil Charlottenburg. -
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Dort sitzen zwei Männer im gesprächigen Miteinander an einem der Tische. 
Dem derzeitigen Vernehmen nach sind beide als Feuilletonisten in einem Zeitschriften-Verlag berufsaktiv. -
Der eine von ihnen macht sich gleichzeitig so beiläufig oftmals bisher noch rätselhafte Notizen ...
"Was schreibst Du denn da so selbstquälerisch auf?" fragt der ältere Kollege dann neugierig nach.
"Ach ja, bejammernswertes - für eine Kurzgeschichte!"
"Interessant! - Darf man denn jetzt da einmal mitfühlend 'reinhören?"
"Das sei Dir erlaubt", wurde ihm kollegial zugestanden. - "Also: Vor Deinem geistigen Auge Gestalt annehmend, versucht da ein verhärmt zutage tretendes weibliches Wesen, auf einem klapprigen Planwagen sitzend, mit zwei freudlos dreinblickenden Kindern an ihrer Seite, antreibend auf eine abgemagerte Schindmähre einzuwirken."
"Aha! - Da entflieht sie gebeutelt, ich ahne es schon: Die Mutter Courage, nebst Tochter und Sohn!" deklamierte der Ältere ad hoc ironisch drauflos.
"Genau! - Brechts Mutter Courage und ihre Kinder. - Was spricht für Dich abwertend dagegen?" wurde erwartungsvoll hinterfragt.
"Mein Gott! - Das ist doch bisher schon unzählige Male so melodramatisch überbetont beschrieben worden", bekam er's mißbilligend zu spüren, der aufstrebende Neuling im reizvollen Fachbereich Feuilleton.
"Wohl wahr!" wurde bejaht. "Aber hast Du denn jetzt einen besseren Vorschlag zum Thema: Courage, Beherztheit und den Mut der Verzweiflung anzubieten?" forschte der Jüngere aufmerksam nach.
"Ja, das hab' ich!" wurde bekräftigt. - "Und all das dafür zutreffende geschah erst vor kurzem. Denn ich saß ja schon hier im Garten, als Du noch nicht hier anwesend warst. - Nichts ahnend, wurde ich dann zum Augen- und Ohrenzeugen der nun folgenden Begebenheit: 
Die alte Dame, dort an dem Tisch, sie war vorhin sichtbar bemüht, sich mit zitterigen Händen aus einem Kännchen eine Tasse Kaffee einzuschenken. - 
Als am Nachbartisch drei junge Burschen - inzwischen sind die jetzt auf und davon - freizügig und zunehmend vulgär, sich in ein schamlos geführtes Palaver hineinsteigerten! - 
Lauthals wurde dort über ein uneheliches Zurweltkommen - und späterhin auch noch Spott treibend darüber schwadroniert, wie man (angeblich) bis jetzt doch so ein vaterloses Heranwachsen immerhin trotz allem ganz cool und easy gemeistert habe."
"O Gott! Mir steht nun mitfühlend vor Augen, wie solch ein abartiges Benehmen die alte Dame sicherlich geschockt haben muß", mutmaßte der junge Kollege hinsichtlich der vorab so unverfroren laut gewordenen Heimsuchung durch das anstoßerregende Geschwafel dieser - seiner Meinung nach - "unvergorenen Spottgeburten".
"Nein-nein, anscheinend hat all das Geplapper die alte Frau kaum berührt!" ließ ihn der Ältere - mit einem Fingerzeig auf die ja noch anwesende alte Dame - abwinkend wissen. 
"Wie bitte? - Das ist nicht Dein Ernst?" wurde erstaunt hinterfragt.
"Aber ja doch!" bekam er's bestätigt. "Gleichgültig erscheinend, schaute die alte Lady kurz hoch - und hat dann am Nebentisch leidenschaftslos angefragt: "He! - Kann mir wohl einer von Euch elenden Bastarden jetzt doch 'mal  freundlicherweise den Zucker herüberreichen?"
"Zugegeben, das war und ist ja wirklich eine eindrucksvolle Begebenheit!"
"Ja, und auch noch deiner geschriebenen Erzählung entsprechend!" wurde betont. - "Darum schreib das jetzt auf, dann hast Du eine durchaus erfolgversprechende Story zur Hand. -
Ach ja, als einen geistreichen Touch solltest Du abschließend noch ein Horaz und später auch Kant zugeschriebenes Zitat so geistvoll hinzufügen."
"Mit Vergnügen! - Dann gib das 'mal lehrreich kund."
"Supere aude - wage es weise zu sein", wurde ihm anempfohlen - 
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Liebe "derzeitige" Leser, 
"verbleiben" Sie bitte noch einen "Augenblick" mit mir in Berlin, nachfolgend, bei einer "theatralisch dargebotenen Besonderheit":
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