Sonntag, 23. August 2020

Ja, es ist traumhaft, nun all diesen derzeitigen Bedrängnissen intensiv zu entfliehen ...

Trotz allem, noch derartig nachdenklich gestimmt ergriffen,
steht mir im Verlauf dieser aufkommenden Besinnlichkeit sogleich ein beglückendes Traumbild für all die noch restlichen Tage auf Erden nun so malerisch harmonisierend dann wirklichkeitsnah vor Augen.
Das "rundum" beseligend folgendermaßen:
Nachmittage an einer südlichen Meeresküste. 
"Mein Geist gibt sich den Wogen hin - und schmiegt sich
dem Rhythmus des Meeres an." So hat's schon dereinst der griechische 
Schriftsteller Kazantzakis ergreifend zu spüren gegeben. -
Und die hüllenlos inaktiven Füße ruhen entspannt im warmen Sand. 
Auf einem hölzernen, kunstlosen Tisch schimmert - fast goldfarben -
die Fülle einer aromatischen Flasche Weißwein.  *
Nun ja, so daseinsfreudig verweilen zu dürfen,
"das wird dann zum Prachtvollsten, was die Welt zu geben hat,"
derart - fast schon paradiesisch - so hat's der
 französische Schriftsteller Albert Camus dereinst bekundet.
*
Eine Erkenntnis dessen ...
Ja, da wird es nun wieder einmal so spürbar akzentuiert:
Mein wahrscheinlich mediterran geartetes Lebensethos verweilt wohl doch zeitlebens recht untalentiert im leistungs- und karrierebetonten Arbeitsethos einer derart ambitionierten Lebensgestaltung.
*
Wohlan, schon keimt da - aufs neue - ein "gnothi seauton". *
* "Erkenne dich selbst"
-
Zur Folge hatte all das jedoch bald darauf eine Art tadelnden Nachtrag:
"ti krama!" (Wie schade!)
Fast schon betroffen machend ruft sie's mir auf der Insel Lesbos zu,
die griechische Lyrikerin Sappho:
"Um nach dem Tod ruhmlos umherzuirren -
als Schatten im Schwarm nichtiger Toten?"
Ach ...
"Ultra posse nemo obligatur", so habe ich's damals abweisend bekundet.
(Über das Können hinaus ist niemand verpflichtet.)
óchi ... (nein)
-
Erwähnt sei in diesem Gefühlstiefen-Zusammenhang nun doch noch
die in Griechenland oftmals und gerne in Anspruch genommene
Wortprägung "sophrosyne". In all den Bereichen der Selbstbeherrschung und auch Gelassenheit nun seinem inneren ICH zu begegnen.
"Wie's ja gegebenenfalls nur schwerlich in Szene zu setzen ist", gab mir Mikis Theodorakis grinsend zu denken, als wir in den Sphären dieser "Besonnenheit" damals kontaktfreudig ein Miteinander gestalteten. Nachfolgend ein Einblick in diesen Gedankenaustausch. - -*

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