Freitag, 24. November 2017

Der Onkel GOETHE - und das Flötenspiel ...

Anno dazumal aus Knochen oder Rohr gefertigt, gehören sie mit zum ältesten Kulturgut: die Flöten. -
Durch das Anblasen (lat. flatus, das Blasen) einer Kante oder auch Schneide, wird daselbst der zuvor noch gänzlich unerfahrene Innenraum eines Hohlkörpers über kurz oder lang - nicht selten durchaus melodisch - deutlich vernehmbar zum Schwingen gebracht. - Und noch etwas möge hier aufklärend hinzugefügt sein: "Obertonarm sei er, der Klang der Flöte; daher weich - und bei den tieferen Tonarten klangfarblich abgründig dumpf, fast schon geheimnisvoll unbestimmt. Als Sinuston sei er jedoch ein offenes Geheimnis - und bei all den flötenden Musikern anscheinend "gang und gäbe", so die Lehrmeinung etlicher Musikexperten.
"Und in den hohen Lagen", fügten sie noch achtgebend hinzu, "da würde es zunehmend heller - ja, beinahe schon nervtötend schrill!" - Mitschwingend oftmals dabei: Die mitunter verhaßte Blockflöte. So viel sei hier nun diesbezüglich vorab einmal aufschlußreich angemerkt.
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Oftmals recht lückenhaft und wohl auch ergänzungsbedürftig, so sind sie zumeist recht euphemistisch formuliert worden, diese fast schon heilig sprechenden Biographien.
Und auch in den Johann Wolfgang von Goethe betreffenden biographischen Publikationen wurde die nachfolgende Begebenheit ja niemals erwähnt. -
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Wohlan, es begab sich dereinst, an einem sonnenerhellten Tag im September des Jahres 1830, daß Goethe in Weimar einer als Anverwandte ins Leben gerufenen jungen Dame neugierig seine Aufwartung zu machen gedachte. - Im Laufe der damaligen Plauderei, soll dann angeblich zu guter Letzt ein recht offenherzig gemachtes Eingeständnis salopp zum Ausdruck gekommen sein ...
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Der Onkel Goethe dort zur Nichte:
"Mein Schatz, ich geh' jetzt heim und dichte!"
Die Nichte daraufhin zu Goethe:
"Dann spiel' ich noch auf meiner Flöte!"
Gleich fragt der Oheim recht gelassen:
"Kannst Du solch Tun in Worte fassen?"
"Das kann ich wohl!" sagt sie zu Goethe.
"Ich nehme einfach diese Tröte -
und puste kraftvoll d'rauf herum!"
Der Onkel dreht verblüfft sich um:
"Was willst Du damit offenbaren?"
Empört zupft er sie an den Haaren.
"Nur das, mein lieber Oheim Goethe:
Sie nervt mich, diese blöde Flöte!"
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Wie bereits erwähnt: Vermeintlich im Jahr 1830 soll sich diese Begebenheit damals ereignet haben ...
In einem retrospektiv andauernden Zeitraum, als seine Exzellenz, der großherzogliche Hofrat Johann Wolfgang von Goethe, selbstquälerisch und partiell auch wirklichkeitsnah einbekennen wollend, mit seinem durchaus als Lebensrückschau zu verzeichnenden Werk "Dichtung und Wahrheit" beschäftigt gewesen war.
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