Dienstag, 23. Juni 2020

Wohl wahr: Ein klatschsüchtiges Amüsement ...

So rundum simplifiziert kann man es hier zur Kenntnis nehmen, was da dereinst namhaft gewordene Geistesgrößen bisweilen derartig vielsagend zur Sprache gebracht haben sollen. -
Bedeutungsvoll als "Anekdoten" charakterisiert, sei hier nun dies und das einmal recht hemmungslos zum Ausdruck gegeben:
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Shakespeare wütend einst zur Mutter:
"In meiner Jacke fehlt das Futter!"
Wagner lauthals in Bayreuth:
"Die Götterdämmerung droht erneut!"
Balzac verfälscht zu Baudelaire:
"Le Fleurs du mal est un malheur!"
Einst Sokrates zu Epikur:
"Der Mensch ist wider die Natur!"
Schliemann, als er bei den Griechen:
"Ich kann den Ouzo nicht mehr riechen!"
Adorno tadelnd zu Ernst Jünger:
"Deinen Blumen fehlt der Dünger!"
Nietzsche zu formellen Pflichten:
"Darauf kann ich recht gut verzichten!"
Tucholsky über die Krämerseelen:
"Der Mief mag sie zu Tode quälen!"
Goethe aufmerksam zu Schiller:
"Euch läuft die Tinte aus dem Füller!"
George Sand aufseufzend zu Flaubert:
"Wenn nur dein Mundgeruch nicht wär'!"
Euklid im Kreis der Philosophen:
"Ihr nervt mich jetzt, d'rum geh' ich schwofen!"
Kleist dereinst zu Hölderlin:
"Ihr solltet vor mir niederknien!"
Hölderlin darauf zu Kleist.
"Er ist mir heut ein wenig dreist!"
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Etwas blumiger geprägt, jedoch auf dem zuvor vollmundig beschrittenen trivialen, wie wohl auch im rundum Geistlosen durchaus harmonisierenden Redseligkeits-Flachland, da sei noch schalkhaft hinzugefügt:
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Hindemith zum Löwenmaul:
"Sag Du zu mir, ich heiße Paul!"
Tolstoi zu seinen Gladiolen:
"Soll ich jetzt 'mal die Bienchen holen?"
Kant besorgt zum Seidelbast:
"Ist Dir der Blumentopf verhaßt?"
Helene Weigel zu Bert Brecht:
"Dein Rittersporn steht gar nicht schlecht!"
Freud erbost zur Gerbera:
"Jetzt wird geblüht! - Ist euch das klar?"
Ringelnatz zum Sauerampfer:
"Hier siehst Du niemals einen Dampfer!"
Hemingway - im Komposthaufen:
"Hab' mich wohl nachts im Suff verlaufen!"
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Ach ja, all das sei nun freundlicherweise analog der einstmals geäußerten Bekundung des geistreichen römischen Poeten Horaz zu begutachten, der einmal gesagt hat: "Aut prodesse volunt aut delectare poetae! - entweder verfolgen die Dichter einen nützlichen Zweck, oder sie wollen bloß unterhalten!"
So war´s recht eigennützig gedacht ...
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