Sonntag, 1. November 2020

Ach ja, es war wohl dereinst eine so wundersam "fabelhafte" Begebenheit:

Im Anbeginn dessen: Da behauptete der griechische Geschichtsschreiber Herodot seinerzeit, daß 550 Jahre vor Christi auf der griechischen Insel Samos ein Sklave namens "Äsop" dichtend ansässig gewesen sei. -
Hm? Und trotz all dieser zermürbenden Knechtschaft einer tagtäglich zu bewältigenden Zwangsarbeit, habe er, der Äsop, irgendwann damit begonnen, in der ihm noch verbliebenen Freizeit Prosafabeln zu dichten. -
Ja, einstmals im Orient entstanden, von Indern und Arabern geliebt und einfühlsam zum Ausdruck gebracht, hatte etwa um 1785 auch der in Braunschweig geborene Poet August Lafontaine Gefallen an den zumeist ironischen Tierdichtungen gefunden. Ein verheißungsvoller Impuls, denn schon bald darauf avancierte er dann zum meistgelesenen Autor in der kunstsinnigen Goethe-Zeit.
Und solch ein historischer Überraschungserfolg, der hat mich, Didier Vaselis, vermittels der nachfolgenden Begebenheit, wohl jüngst so hymnisch ergriffen, um dieser Art Dichtkunst jetzt und hier einmal nacheifern zu können. -
Eine Art Höhenflug, in welchem die nachfolgenden Reime so ungezügelt zum Ausdruck gekommen sind. -
-
Im Mäntelchen aus blauer Seide, zudem noch goldverbrämten Kleide,
so geckenhaft steh' ich im Garten, mit meiner Geige und dem Spaten.
Da zeigt sich keck in einer Hecke, dort eine schleimbeschwingte Schnecke.
Vornehmlich von Musik besessen, war Spatenarbeit schnell vergessen.
Hochmotiviert nahm ich die Geige, begab mich Richtung Heckenzweige.
Tückisch wollte ich bezwecken, jenes Tierchen zu erschrecken.
Und mit Wagnerischem Schwung, aus seiner Götterdämmerung,
klatscht, gleich einem harten Knödel, Tonkunst nun auf Schneckenschädel.
Doch manches zielt ins Ungewisse, gedenkt man nicht der Hindernisse.
So, als hätte sich's verschworen, spitzt der Schneckerich die Ohren;
schiebt, als sei man im Verbund, sich eine Flöte an den Mund!
Schon spielen wir, wohl durchaus nett, jetzt Mozarts Requiem im Duett.
Wenn's auch niemand glauben mag: Ergötzlich war der Nachmittag!
Nun ja:
Ein Zauderer erfährt das nie! Dem Suchenden wird's Poesie.
-
Hier sei nun doch noch, von ihm, dem Didier Vaselis, so selbstgefällig hinzugefügt, daß wohl dereinst der römische Dichter Publius Vergil, wäre er damals zum Augen- und vorrangig Ohrenzeugen solch einer reizvollen Begegnung geworden, wohl freudig erregt gerufen hätte: "Experto credite!" - "Glaubt dem, der es selbst erfuhr!" -
-
***

Keine Kommentare:

Kommentar posten