Sonntag, 4. Juli 2021

Griechenland: Nachdenklich gestimmt in den problematischen Begriff "Wahrheit" ...

Nun denn:
Wir haben, für ein Art "Rückblick", jetzt einmal "das Jahr 600 vor Christi" im Blickfeld - und befinden uns im Garten des griechischen Lyrikers Alkaios - in Mytilene, auf der Insel Lesbos:
Nebst reimen und dem Drang zu dichten,
da wollte er sich einst verpflichten,
nun zielbewußt, wenn auch verschwommen,
der Wahrheit "auf die Spur" zu  kommen.
Falls sie von Wert und auch vonnöten,
dann wird sie wohl zutage treten.
So dachte er, noch ungetrübt -
und hoffnungsvoll erwartet schiebt
sich auch Erkenntnis ins Gemüte -
doch leider reift sie nicht zur Blüte ...
Schon hat sich, was er nicht bedacht,
die "Innere Stimme" breitgemacht ...
Als da nun zu vernehmen war:
Alkaios, mach dir endlich klar,
die Wahrheit steckt stets voller Zweifel!
Von allen Seiten anfechtbar,
ein Für und Wider, hol's der Teufel!
Allein "in vino veritas"***
ruht sie okkult, erkenne das!
***  Eine aufschlußreiche Bekundung des griechischen Lyrikers Alkaios.
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"Glaube denen, die die Wahrheit suchen, zweifle jedoch an denen, die sie (angeblich!) gefunden haben", so hat sich der Dichter und "ästhetische Immoralist" André Gide dereinst dazu anmahnend geäußert. -
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Ach ja, in der Jetztzeit auch das noch:
Da hat doch, vor einigen Jahren ein namhafter Professor der idiographischen (= einzelbeschreibende) Wissenschaft diese bemerkenswerte Erkenntnis zum Ausdruck gebracht:
"Im Wein (ist) Wahrheit", dann seinem kopflastigen Formulierungsgeschick gemäß das nun folgendermaßen in Worte gefaßt: "Die organische Verbindung mit einer oder auch mehreren Hydroxylgruppen aus der Gattung Vitis Vinifera impliziert eine tiefenpsychologische Kognition." 
 Hm?
Wer dergestalt das Wort ergreift,
wohl selbstverliebt im Diesseits schweift.
Es sei denn, wie es "auch wohl scheint":
Er hat's "ironisch einst gemeint" ...
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