Samstag, 20. Februar 2021

"HAMLET" - von William Shakespeare ...

Damals, eine "Aufführung" in Berlin: Im Theater "Am Halleschen Ufer". - 
Dort wurde ich an einem Nachmittag - noch ahnungslos dessen - zum Augen- und Ohren-Zeugen einer amüsanten, so originell "eigenwillig" in Szene gestalteten Begebenheit, bevor die ursprüngliche abendliche "Darbietung" hernach dann all das wohlgeformte "Drum und Dran" zu einem konkret theatralischen Ausdruck gestalten sollte. -
Der "Hamlet" - noch immer ein "erfolgreiches Bühnen-Geschehen". 
Und ich durfte da ergötzlich miterleben, wie man sprachlich dort all das einmal recht übermütig gelungen so eigenwillig in Szene zu setzten vermag. - 
Das bleibt für mich "unvergessen" - denn:
Zwei Schauspieler agierten dort sprachgewandt seelenvergnügt kapriziös auf der Bühne; der eine als Dänenprinz "Hamlet" und der andere als dessen Freund "Horatio". - 
Wohl nach dem Motto: "Varietas delectat - Abwechslung ergötzt!"
Was dabei dann so übermütig "zum Ausdruck geraten ist", das möchte ich hier noch einmal rückblickend anschaulich machen:
"Oh, seid gegrüßt, mein Prinz! - Ihr schaut recht trübe drein. - Was ist Euch heuer denn so unerfreulich widerfahren?"
"Arglistiges, Horatio! - Die Luft zieht schneidend scharf durch unsere Berliner Gassen. Und gleichfalls ist's, wie es mir scheint, outdors now empfindlich kalt geworden."
"By God, ist's schikanierend das allein, was Euch nun hier so sauertöpfisch aufmarschieren läßt, mein werter Prinz?"
"Nicht nur, Horatio! Wie ekel schal und unersprießlich, scheint mir das ganze Treiben dieser depravierten Welt! Gleich einem arg verwahrlost' Garten; in welchem binnen kurzem üppig wuchernd Unkraut wird wohl zügellos gen Himmel treiben ... Fuck of, drum laß er mich nicht länger diesbezüglich spintisieren!"
"Fürwahr, mein Prinz! - Denkbar ist's, daß Ihr da halbwegs richtigliegen könntet. - Was mich jedoch in hohem Maß befremdet, das prunkt so unvereinbar deplaciert an Eurem Arm!"
"Aha! - Was gilt es da nun uneinsichtig stur an mir zu tadeln? - So leg er ohne Zwang jetzt unverzüglich  los, gleich frank und frei heraus damit!"
"Ach, letztendlich eigentlich wohl nur das eine: So solltet Ihr jetzt schlechterdings nicht angestiefelt kommen, da solch ein Kaschmirkinder-Machwerk ja zu Williams Zeiten nie gesehen ward. Drum legt nun erst einmal die prahlerische Rolex ab. - Denn das, was prunkgesüchtig Ihr so eitel da zur Schau stellt, ist zeitbezogen hier gewiß als übermütig zu gewahren, gnädger Herr!"
"Halt ein, Horatio! Und laß Dir unumstößlich sagen: Zweifel an der Sonne Klarheit, zweifel an der Sterne Licht. Zweifel häufig an der Wahrheit, jedoch an meiner Rolex nicht! - Drum sei's nun stracks als unabänderlich, auch hier in diesem Rampenlicht besiegelt."
"Sorry, but I dont like this bracelet-watch ... Erfüllt der Geltungsdrang Euch gänzlich? - Mein Prinz, das ängstigt mich!"
"Oha, da blickt er folglich unverzüglich finster ins Spektakel! - Wohlan, dann nehme er nun possenhaft zur Kenntnis: Dies Kleinod ist mir lieb und teuer - und sein Genörgel stößt bei mir auf taube Ohren - my dear Horatio!"
"Okay, mein Fürst, let me conclude: Mit oder ohne? Das ist de facto zu erfragen. - Ob edler die Gestalt, wenn nackt der Arm sich zeiget, ohne diesen wohl als neureich zu gewahrenden Zeitbestimmer? - Nur scheint's, daß dies für Euch so ganz und gar undenkbar? - Yes, I don't like this, so wird's wohl baldigst unvereinbar prompt zu einer Last, mein edler Prinz."
"Fürwahr? - Dann schenk er mir nun flugs Gehör: Die güldene Uhr, sie war dereinst des Yoricks treuer Stundenweiser; jahraus, jahrein, als vormals er ein Günstling war bei Hofe! - And now sei außerdem hier noch per Ratio beschworen: Es gibt gar wohl mehr Ding' im Himmel und auf Erden, als all die wunderliche Schulweisheit sich's so uneinsichtig selbstbesessen oftmals gern erträumt - my stupid friend Horatio! -

(Ach ja, für all die "Nichtkundigen": Eine ROLEX ist eine kostspielige Armbanduhr. Man besitzt sie vermutlich nicht nur, um die derzeitige Uhrzeit in Augenschein zu nehmen.) -
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Einstmals, in Berlin, im Theater Am Halleschen Ufer. -
Als Autor sei's mir erlaubt noch hinzuzufügen: 
Es ist ja wohl immer wieder vielversprechend: " in sich das zarte Wirken der Sprache zu vernehmen". 
So hat es der Philosoph NOVALIS zutreffend einmal zum Ausdruck gegeben. - 
Wohl wahr!
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