Freitag, 16. Oktober 2020

Da sind diese fliegenden Quälgeister stets lästig - und so unermüdlich nervend zugegen!

Und wieder einmal nun zunehmend verstimmend ...
Das auch im Hinblick dessen:
Denn zuvor war es anheimelnd einige Minuten ja noch ohne diese ärgerlichen Plagegeister gediehen:
Und ein aromatisch mundender Wein gab mir eine angenehme Art von "Geleit", als ich mich in das dereinst von Jean-Paul Sartre geschriebene Drama "Die Fliegen" (Les Mouches) lesend vertieft hatte. Als da dramatisch veranschaulicht wurde:
Anklingend an die griechische Mythologie, thematisiert hier der einst als "maître àpenser" lobpreisend benannte "Vordenker" in dieser Lektüre unter anderem all die lebensnotwendigen Belange und wohl auch Tragweiten im Bereich "Freiheit" und "Hoffnung" ... 
Vorab sei nun ein kurz gefaßter Überblick all dessen gegeben:
"In der antiken Stadt Argos wimmelt es fortdauernd so peinigend von Fliegen." 
Nur als ein Leitfaden - hinsichtlich des dramatisch verlaufenden Geschehens. -
Apropos dieser einstmals als "Fliegen" gekennzeichneten Landplagen:
Ja, diese aus meiner Sicht als "hinterhältig" zu bewertenden, sogenannten "Van-der-Waals-Kräfte", also "Anziehungskräfte"; mit deren Hilfe all die lästigen Viecher auch Hals über Kopf einen Halt an Zimmerdecken und spiegelglatten Oberflächen zu meistern wissen. - Bevor sie dann nervend um uns herumschwirren und alsbald die Speisen auf dem appetitlich gedeckten Abend-Brottisch belagern.
Insbesondere all diese widerwärtigen "Schmeißfliegen"; wir Neolatinistiker reden da wissenschaftlich und gern etwas selbstgefällig, von einer penetrant aufdringlich attackierenden "Calliphoridae". Ein stahlblau fluoreszierender Brummer, dessen Lebensabschnittsgespielin immerhin bis zu dreihundert Eier als bedrohlichen Nachwuchs erzeugt; Initialstadien, die bereits 24 Stunden später als ekelerregende Maden ... Man mag ja gar nicht darüber als geduldig gestimmt nachdenken! -
Auch nicht daran, daß da irgendwann verträumt durch die Landschaft stolpernde Tierphysiologen so unüberlegt und fast schon verniedlichend diese Quälgeister als "Stubenfliegen" benannten. - Stubenfliegen!
Der Inbegriff "gute Stube", bisher ja noch immer als stets "heimelig" empfunden - als eine rundum beglückende "Wohn-Wohlfühl-Sensualität"!
Und dann (man will es nicht wahrhaben wollen!) diese vernunftwidrige Kennzeichnung derartig kontinuierlich piesackender Eindringlinge.
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Beunruhigt blickte ich nun in das vor mir stehende, sich inhaltlich noch etwa dreiviertelvoll darbietende Weinglas; in dessen Substanz eine wahrscheinlich über kurz oder lang mit dem Tode ringende Fliege jetzt hektisch eine Mitleid erregende Willenskraft offenbar werden ließ. - Hm? - Nun ja ...
"Leben, das heißt überflüssig zu sein!" ("la vie, c'est-à-être redondant") das hatte er ja dereinst - wohl diesbezüglich - so unbarmherzig zum Ausdruck gebracht, der stets nachdenklich stimmende Philosoph Sartre ...
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