Montag, 18. April 2016

Die schicksalhafte Welt der Berge ...

„Jo mei, der Berg ruaft!“
Mit annähernd diesen Worten hatte der Tiroler Bergsteiger Luis Trenker dereinst seinen Bergkameraden Gustl Munzinger oftmals begeistern wollen - in St. Ulrich, im schönen Südtirol ...
„Eijo, dös mag schoa sein. - Nur hoab i da neulich koa Antwort bekumma!“ winkte Gustl eines ungutenTages jedoch anzweifelnd ab.
Der dritte im Bunde, der Südtiroler Volkslieddichter Alois Schörlhuber, er hat mitfühlend später des Gustl’s Klage in diesem bewegenden Hochgebirgs-Debakel poetisch in Worte gefaßt - und das folgendermaßen:
„Ach Wilma, einst geliebte Frau, du weißt letztlich doch genau, daß ich dich verlassen muß. - Nimm’s zur Kenntnis: jetzt ist Schluß!“ - So der Gustl damals zur darob nur unverständlich dreinblickenden Wilma, (lt. Alois).
Und Gustl habe das folgendermaßen begründet, (meint Alois):
„Ja, in den vergangenen Jahren, glaubten wir uns einst im klaren,
daß die Weiten der Ardennen, so einiges bewirken können.
Späterhin, noch in der Eifel, kamen dann erneut die Zweifel.
Bald darauf, hoch auf dem Brocken, warst du nur damit zu locken,
daß wir auf dem Kahlen Asten, zugunsten einer Eintracht fasten.
Dann mußten es die Alpen sein, doch auch dort fiel uns nix ein.
Der Aufenthalt in den Abruzzen, geriet für beide nicht zum Nutzen.
Weil, so hattest du gelesen, nur im Ostteil der Vogesen
Harmonie zu finden sei!
Ein Irrtum. - Es war Ende Mai, noch unten am Mount Everest;
dort stellten wir dann beide fest, daß bald auf uns, in den Karpaten,
wohl nur Geröll und Schotter warten ...
Stimmt, die Wochen in der Rhön, die waren ansatzweise schön.
Doch schon im Juli, in den Anden, kam all die Zuversicht abhanden.
Und ich verspürte intensiv, daß mit uns nun nichts mehr lief.
Sich mehrend - und das nicht zu knapp, ging‘s mit dem Gefühl bergab.
Da bleibt mir letztlich, gottseidank, wohl nur die Liebe zum Mont Blanc ...“
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Herzbewegende, jedoch auch deutlich machende Worte des Südtiroler Volkslieddichters Alois Schörlhuber; formuliert wenige Tage nach dem plötzlichen Abbruch der langjährig aufrechterhaltenen Lebensgemeinschaft seines Berggenossen Gustl Munzinger mit der einstmals nicht selten als Dorfschönheit charakterisierten Wilma S. -
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„Tempora si fuerint nubila, solus eris - wenn die Zeiten für dich trüb werden, wirst du allein sein.“
So führt uns bereits vor Christi Geburt der römische Dichter Ovid, in seinen einst Trista genannten Klageliedern, solch ein schicksalhaftes Geschehen recht unverblümt vor möglicherweise schon leicht tränenverschleierte Augen.
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