Samstag, 9. Mai 2020

Der Spitzentanz, als ein gezieltes Vorhaben zum Seitensprung ...

Wohl doch so absichtlich, in Frankfurt, dieser hessischen Großstadt am Main -
daselbst, unlängst, inmitten dieser recht lebhaft ermunternden Altstadt:
Am offenen Fenster einer Erdgeschoß-Wohnung vorbei-schlendernd, wurde ich dort neulich per Zufall zu einem Ohrenzeugen einer laut- und sehr ausdrucksstark vom Stapel gelassenen Mann-und-Frau-Zwistigkeit. Offenbar einen Verdacht schöpfend, hörte man eine weibliche Stimme nun anhaltend Fragen stellen. -
Wohl dem, dieser Konflikt endete jedoch bald darauf bemerkenswert jovial. - Wie es die nachfolgenden Zeilen rückblickend zum Ausdruck zu geben versuchen:
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Nach sturmerprobten Ehejahren, lagen sie sich in den Haaren.
Er wollte schnell noch außer Haus, mit einem großen Blumenstrauß.
Was nun die Gattin zweifeln läßt, d'rum hält sie ihn am Ärmel fest:   
"Du liebst ein anderes Mädchen! Ist sie aus unserem Städtchen?"
Der Gatte wollte endlich Ruh' - und gab dann kurz und bündig zu:
"Die Kleine wäre wirklich nett, sie tanze oftmals im Ballett ...
Manch einer lebe hier im Ort, der lustvoll ein Verhältnis dort
mit Tänzerinnen habe."  -
"Er sei ein finsterer Knabe!" gab sie dem Gatten zu verstehen.
"Sie wolle diese Dame sehen!"
Schon drohten dem verwirrten Gatten, die Lebensabschnittspartner-Schatten.
Denn bald saß man im Opernhaus - das sah nach Mißvergnügen aus ...
Und aus der ersten Reihe dann, schaut sie die Tänzerinnen an:
"Die da, mit dem gelben Hut?"
"Beglückt den Doktor Wohlgemuht."
"Und die Blonde, mit dem Schleier?"
"Betört den Apotheker Meyer."
"Und jene, mit der großen Nase?"
"Verwöhnt den Architekten Hase."
"Die Kleine, mit dem süßen Kinn?"
"Sie gibt sich mir des öfteren hin."
Die Ehefrau verharrt nun schweigend -
schiebt, sich zum Gatten 'rüberneigend,
bewegt die Hand in seine Weste.
Sagt dann, mit einer trauten Geste
schon ihren Kopf auf seinem Schoß:
"Die UNSERE ist makellos!"
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"Omnia vincit amor - die Liebe überwindet alles", murmelte dereinst schon der römische Dichter-Kollege Vergil, als er - umringt von den Musen Klio und Melpomene -, wieder einmal selbstquälerisch in seine Eklogen vertieft war. -
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